Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

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gmein 07.05.2019, 10:37
80. Schilda war nichts gegen die deutsche Energiepolitik

Zitat von MikeMeyerhof
da braucht es keine AKWs. Der Wirkungsgrad dieser Anlagen wird steigen. Die Effizienz eh wenn an sich andere Standorte Vorstellt. Die Forschung ist schon weiter. Es gibt Forschung und Prototypen bei der aus Meerwasser mit Sonnenenergie Wasserstoff erzeugt wird und als "Abfall" Süsswasser heraus kommt. Man stelle sich vor welche Chancen daraus entstehen. Vor allem für ärmere Länder Afrikas und damit die Perspektiven für die Bevölkerung wachsen. Mit dem hier berichteten Vergasen um es dann zu transportieren ist das eine Zukunftsmodell. Leider fehlt die Unterstützung um endlich durchzustarten. Warum nicht ein "CERN" für erneuerbare Energien und Techniken? Ein weltweites Zentrum in der die besten Köpfe der Welt forschen erfinden und die Ergebnisse transparent der Welt zur Verfügung stellen. AKWs sind da definitive der falsche Weg. Zu gefährlich und zu gefährlicher Abfall. Damit viel zu teuer wenn man vollkosten rechnet. Mit marktwirtschaftlichen Sichtweisen vollkommen unbrauchbar. Wieso versichert keine Gesellschaft AKW Unfälle über 2 Milliarden Schadensersatz? Für einen Unfall mit Radioaktivität in der Umwelt sind 2 Mrd. nichts. Wer zahlt dann den Rest? Fragen sie mal die Japaner?
Wasserstoff- oder Methangaserzeugung mit Strom wäre natürlich an den Offshore Windparks am vernünftigsten, Einspeisung ins Gasnetz von North Stream, oder wie das heißt.
Stattdessen will man den Windparkstrom über Monstertrassen bis nach Süddeutschland transportieren, um dort die Akkus der künftig elektrisch fahrenden LKW-Flotte mit Strom zu betanken. Auf so etwas wären noch nicht einmal die Schildbürger gekommen, abgesehen davon, dass es eine Elektro-LKW-Flotte mangels Akku nie geben wird.

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wurmfortsatz 07.05.2019, 10:37
81.

Als Energiespeicher ist das sicherlich eine sehr gute Lösung. Aber jetzt den erzeugten Wasserstoff in Tanklaster packen, den zu Tankstellen zu fahren um dort damit Autos vollzupressen, erscheint doch wenig sinnvoll. Dann den Wasserstoff an den Erzeugerstationen bei Bedarf wieder in Strom wandeln und durch die ohnehin vorhandenen Leitungen verteilen (denn der Strom muss ja auch irgendwie zu dorthin gekommen sein). So hoch können die Leitungsverluste gar nicht sein, die ein Tankwagen für den Transport benötigt.

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kaiser.friedrich 07.05.2019, 10:37
82.

Zitat von MikeMeyerhof
Sie haben schon gelesen dass die Anlage das vergast. Also damit die Nachteile kompensiert von denen sie schreiben.
Wasserstoff ist bereits ein Gas, daher ist ihre Aussage missverstaendlich.

Sie reden wohl davon, dass aus dem Wasserstoff Methan synthetisiert wird. Das geht tatsaechlich, der Wirkungsgrad dabei ist aber eher bescheiden.

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descartes 07.05.2019, 10:38
83.

Zitat von klauswerner2
Wieso ist die Effizienz eigentlich so wichtig? Das verstehe ich nicht - wenn man doch den Strom nimmt, den man sonst für teures Geld ans Ausland verkauft, odert wenn man den Strim nimmt, für den ansonsten Windparkbetreiber entschädigt werden, wenn sie die Anlagen bei zuviel Produktion herunterregeln, dann ist es doch völlig egal wie effizient die Anlagen sind - es wäre immer noch "billig". klauswerner
Die Effizienz ist ein Scheinargument der E-Mobillobby und völlig zu vernachlässigen, sobald der H2 über PV Anlangen praktisch (von den Anschaffungs- und Wartungskosten abgesehen) umsonst hergestellt werden kann.
Wasserstofftechnologie ist auf Sicht die einzige Möglichkeit Verkehrs- und Energieprobleme ökologisch zu lösen, aber mit der E-Hysterie lässt sich eben bei physikferner Kundschaft noch ein gehöriger Gewinn abschöpfen.
Wie ich in anderen threads bereits gepostet habe, werden in Schweden und der Schweiz schon ganze Wohnblocks autark mit PV-H2 Anlagen betrieben, die nächste Stufe stellt dann die eigene H2 Tankstelle in der Garage dar. Mit LOHC auch völlig ungefährlich und unproblematisch zu handhaben. Mittlerweile funktionieren auch bereits erst H2-Motoren ohne den Umweg über die Brennstoffzelle gehen zu müssen. Die Zeichen sind eindeutig.
Nicht umsonst setzen alle führenden asiatischen Autohersteller auf H2 und nicht auf E!

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graf koks 07.05.2019, 10:38
84. Wasserstoff als Lösung

Zitat von kaiser.friedrich
Jeder, der schon mal im UHV-Labor mit Wasserstoff gearbeitet hat, weiss wie schwer dieser zu handhaben ist, da die Moleküle so klein sind, dass sie selbst durch Stahlwände durch diffundieren. Es hat einen Grund, warum sich trotz der langen Verfügbarkeit von Wasserstofffahrzeugen, die sich nie in der breiten Masse durchgesetzt haben. Mal davon abgesehen rechne ich sowieso nicht damit, dass der SPIEGEL meinen Kommentar freigibt, also koennte ich mir das hier auch sparen.
In Bremervörde wird der Schienenverkehr gerade auf Wasserstoff umgestellt. Das findet auch international großes Interesse. Auch im PKW-Bereich sehe ich Elektro als Sackgasse. Aber vermutlich müssen sich dort erstmal riesige Investitionen amortisieren, ehe Wasserstoff zum Zuge kommt.

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ruhrpottsonne 07.05.2019, 10:39
85. Könnte man.

Zitat von formatierer
Aus ökostrom Wasserstoff herstellen und Kohlekraftwerke absellen. Kann man den Ökostrom nicht ohne Umwandlung in Wasserstoff nutzen?
Aber das Gas wird ja auch nur als prima Speichermedium genutzt. Letztendlich geht das Gas auch wieder ins Heizkraftwerk oder als Energiequelle in Ihren fahrbaren Untersatz.

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jens109 07.05.2019, 10:40
86. Alternative!

Immerhin eine Alternative. Der Wirkungsgrad wurde ja schon diskutiert.
Windgas oder GreenGas halte ich neben Wasserstoff für einen tollen Kompromiss. Die Infrastruktur für Autogas ist fast vollständig da. Leider haben sogar Autohersteller die ein Gas Auto im Angebozt hatten, dieses zugunsten des Batterie Hypes wieder auf Eis gelegt. Auch VW geht meiner Meinung nach einen gefährlichen Weg in eine mögliche Sackgasse.

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kaiser.friedrich 07.05.2019, 10:40
87. Danke!

Zitat von Strangelove
Bei UHV Töpfen kommt der Wsserstoff hauptsächlich aus dem Stahl und weniger aus der Umgebung. Deswegen sind die Anlagen auch umso wasserstofffreier je älter sie sind. Die Diffusion von Wasserstoff ist so gering, dass dieser immerhin problemlos bei 300 bar Druck in herkömmlichen Druckgasflaschen gelagert werden kann. Ohne nennenswerte Verluste oder messbare Wassersoffmengen die durch den Stahl diffundieren.
Sie haben jetzt mit Ihrer Widerrede dafuer gesorgt, dass ich mir eine Dissertation zum Thema Diffusion von Wasserstoff durch verschiedene Metalle durchlese [1]. Bei der naechsten Diskussion weiss ich hoffentlich mehr, dass ich die Verluste durch Diffusion genauer angeben kann.

Im uebrigen ist mir durchaus klar, dass Wasserstoff in Gasflaschen bei 300 bar aufbewahrt werden kann. Die Frage hierbei ist aber, wie hoch die Lagerzeit ist und wie lange es dauert, bis der Stahlbehaelter durch Wasserstoffversproedung [2] nicht mehr genutzt werden kann.

> [1] https://mediatum.ub.tum.de/doc/958296/958296.pdf
> [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffversprödung

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hellmut1 07.05.2019, 10:41
88.

Warum wird der Wirkungsgrad schlecht geredet, wenn Herr Sterner sagt, dass europäische Wissenschaftler bereits einen Wirkungsgrad von 75 % erreicht haben und es noch Luft gebe? Wirkt irgendwie unverständlich.

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abcd63 07.05.2019, 10:42
89.

Übrigens soll es auch Länder geben (z.B. Japan) in denen es schon eine grosse Verbreitung von Brennstoffzellen in EFH gibt. Natürlich ist das hier noch Hexenwerk, bzw. man kauft (wie bei Vaillant) eine kleiderschrankgrosse Heizung, natürlich mit Gastherme incl. Was für ein Schwachsinn in diesem Land, nur einmal mit Profis arbeiten...

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