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Preisblase, Leerstand, Luxuswohnungen: Drei Mythen des deutschen Immobilienmarkts
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Entsteht auf dem Immobilienmarkt eine Preisblase? Lassen Spekulanten massenhaft Wohnungen leerstehen? Leben die Deutschen immer luxuriöser? Staatlich bestellte Gutachter räumen mit gängigen Legenden auf.

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auf_dem_Holzweg? 07.12.2015, 18:32
1. vernünftige Personen flüchten in Immobilien

denn wenn der Euro zusammenbricht - nach extremen Wertverlusten - denn unsere Frau merkel und die LZB arbeiten ja aktiv an der Entwertung - dann sind die Immobilienbeitzer die lachenden Dritten.
Es gibt keine Immobilienblase, es ist nur der Euro der explosionsartig entwertet wird.
Im Vergleich zu Dollar, Pfund, Schweitzer Franken haben wir eigentlich einen sehr stabilen Immobilienmarkt.

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Schmul Kohn 07.12.2015, 18:35
2. Preisblase

Die Preisblase wird erst dann platzen, wenn die Zinsen wieder steigen. Und zwar genau dann, wenn die Kapitalverzinsung der Immobilie geringer ist als die Zinsen auf dem Festgeldkonto. Aber wenn die Zinsen wieder steigen, wird das vermutlich nicht die einzige Blase die Platzen wird.

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spon-facebook-10000065643 07.12.2015, 18:36
3. Naja...

Zu Punkt 1:
Hier im Osten werden die Häuser sehrwohl ständig weiterverkauft. In dem Haus in dem ich wohne hat der Besitzer in den letzten 11 Jahren 9 mal gewechselt. Bei den meisten Bekannten ist das nicht anders. Außer bei einem Paar die bekommen seit 2005 jedes Jahr eine Mieterhöhung. Bis jetzt zahlen sie rund 30% mehr as auf dem Mietvertrag steht. Wo ist das Eigenkapital? Wer hat den dass ganze Geld?

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salkin 07.12.2015, 18:38
4.

Warum ein erhöhtes Eigenkapital bedeutet, dass sich keine Preisblasen bilden kann ich nicht nachvollziehen. Eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Wenn die Preise angemessen sind und zusätzlich die Zinsen niedrig, wäre es doch logisch weniger Eigenkapital einzusetzen. Die Diskussion über Anreize, z.B. Gewährung von Steuervorteilen, ist doch eher kontraproduktiv. Wenn ich als Investor plane ein Wohnhaus zur Vermietung zu bauen und diskutiert wird steuerliche Anreize zu gewähren, dann warte ich doch mit dem Bau ab bis da Klarheit herrscht. Bei dem niedrigen Zinsniveau sind derartige Anreize ohnehin nicht notwendig. Sinnvoll wäre die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften mit reichlich Kapital auszustatten damit diese Wohnungen bauen und die künftigen Renditen nicht privatisiert werden. Gerade bei Wohngeldempfängern kämen dann die Mieten letztlich wieder der Allgemeinheit zu Gute.

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aufmerksamer Leser 07.12.2015, 18:39
5.

"Reihenhäuser in : Überwiegend langfristiges Investment":
Man sollte sich keiner Illusion hingeben.
In den Ballungszentren aufgrund exorbitanter Grundstückspreise viel zu schmal und zu hoch (für das Alter ungeeignet) und man muss jeden Nachbarn gaaanz doll lieb haben ;-)
Hier fehlt ganz einfach die Lebensqualität.
Es fängt oft schon in der Bauausführung an - das Grundstück war teurer, als das Haus. Wenn beim Dach gespart wird, sagt das alles.

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thelix 07.12.2015, 18:43
6.

Zitat von auf_dem_Holzweg?
denn wenn der Euro zusammenbricht - nach extremen Wertverlusten - denn unsere Frau merkel und die LZB arbeiten ja aktiv an der Entwertung - dann sind die Immobilienbeitzer die lachenden Dritten. Es gibt keine Immobilienblase, es ist nur der Euro der explosionsartig entwertet wird. Im Vergleich zu Dollar, Pfund, Schweitzer Franken haben wir eigentlich einen sehr stabilen Immobilienmarkt.
Na... bei Ihnen ist der Name wohl Programm, oder !? ^^

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upalatus 07.12.2015, 18:43
7.

In steigendem Umfang in ländlichen Gegenden nimmt der Leerstand zu, gleichzeitig schweben den Eigentümern Mondpreise für diese Immobilien vor, befeuert von diversen Maklern. Mit dem Euro, oder irgendeiner Kaulimuschelwährung, hat das alles herzlich wenig zu tun.

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Lankoron 07.12.2015, 18:47
8. Dann sollte man vielleicht

mehr Arbeitsplätze auf dem Land schaffen, um die Stadtflucht einzugrenzen, oder die Ost-West-Flucht. Das wäre mal eine Aufgabe, bei der Politik und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten könnten, und nicht nur die sonst übliche Geldschieberei...

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larsmach 07.12.2015, 18:47
9. Wann gab es denn zuletzt Negativzinsen!!??

Richtig: Experten jonglieren mit Regeln aus der Vergangenheit!

Da wird die "Häufung von Wiederverkäufen" als ein Indikator genannt, der in einer Atmosphäre unvorsichtiger (Privat-)Spekulation die Regel ist. Was aber geschieht, wenn Wachstum gegen Null tendiert und Zentralbanken - und teilweise auch europäische Privatbanken - negative Zinsen bei Geldanlagen in Rechnung stellen?

In Estland rechnet man "1 Bruttomonatsgehalt pro 1 m² Kaufpreis" für Immobilien. Liegt der Kaufpreis über dem typischen Bruttomonatsgehalt derselben Wohngegend, dann ist die Immobilie teuer zu finanzieren.

Nun kann man argumentieren, dass in Deutschland "viel Eigenkapital" bei der Immobilienfinanzierung im Spiel sei (ich vermeide bewusst "Hypothekenfinanzierung", denn die erfordert in der Standardversion 35% Eigenkapital). Dies führt indes nur zu weiteren Fragen: Woher stammt so viel privates Eigenkapital?

Haben wir eine übersubventionierte Exportwirtschaft aufgrund einer für Deutschland viel zu billigen Währung? Steigen deshalb Löhne und Gehälter wieder zu stark - oder aber sind es Preis von Anlagegütern wie Wertpapieren?

Es gibt eine sehr triviale Regel, an die ich persönlich mich halte, wenn scheinbare Komplexität im Spiel ist: Wenn oben in ein System viel (neu gedrucktes) Geld hineingegossen wird und unten nichts herausfließt, dann läuft es irgendwoanders hin!
Irgendwo sammelt es sich: Dort steigen Preise ohne produktiven Hintergrund (d.h. ohne tatsächliche Wertschöpfung).

In den USA werden völlig produktivlose Unternehmen, die oft sogar Arbeitszeit (Produktivität) in der realen Wirtschaft kosten, zu Milliardensummen gehandelt. Solche Exzesse sind in Europa viel geringer ausgeprägt, doch beispielsweise ein Blick auf Preise zum Wiederverkauf angebotener Rolex-Uhren zeigt, wohin die Reise geht.

Ich rate uns allen, den Immobilienmarkt nicht als isoliertes Phänomen zu sehen.

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