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Preisverfall: Aldi geht auf Konfrontationskurs zu Milchbauern
DPA

Angesichts der niedrigen Milchpreise kämpfen viele Bauern ums finanzielle Überleben. Immer wieder protestieren die Landwirte gegen die Dumpingpreise der Discounter. Aldi weist nun alle Schuld von sich.

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dancar 22.08.2016, 21:28
140. 100% Zustimmung

Zitat von krautrockfreak
Ein Skandal, dass in einem angeblich christlich geprägtem Land sowas möglich ist. Wir könnten es uns locker leisten, alles Vieh auf Weiden zu halten. Statt dessen wird alles mit Mais vollgepflastert, damit der Bauer so dann über Subventionen sein Milchvieh im Stall quersubventionieren kann.
die aktuelle Milchwirtschaft ist perverse Kälberproduktion zu Lasten von kraftfutterfressenden Milchkühen, die oftmals 365 Tage im Jahr keine Wiese betreten dürfen und nicht selten an Labmagenentzündungen (Magendurchbruch) und Klauenkrankheiten leiden müssen.
Ich trauere diesen Bauern auch Null Tränen nach; wäre bereit für einen Liter Milch € 1,50 zu bezahlen, wenn die Tierhaltung davon profitieren würde (nachweisbar).

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h-henz 22.08.2016, 21:29
141.

Zitat von denkdochmal
ein Bier. Genau so gern aber Milch. Was ich schändlich finde, sind die Preise. Beim Bier für 0,2L 1,80 € mindestens und für Milch der Liter um 0,45 €. Das ist eine üble Herabwürdigung der Leistung der Milchbauern, die wahrhaftig viel mehr leisten müssen als die Bierbrauer.
Billigbier kostet auch nur 0,50 € pro Liter.
Z.B. Öttinger Pils 20 x 0,5 l für 4,99 €

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leo_stern 22.08.2016, 21:30
142.

Wenn es zu wenig Arbeit gibt, stellt man die Arbeiter auf die Strasse. Wenn Bauern zuviel produzieren wollen sie Geld vom Staat.

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einfachmensch 22.08.2016, 21:33
143.

Zitat von Hagbard
Ich glaube, Sie haben mich missverstanden. Die Milchpreise von Aldi und Co. halte ich für nicht vertretbar. Ich habe kein Problem mit gerechten Milchpreisen. Von einigen Vertretern der freien Marktwirtschaft werden aber anscheinend Korrekturen der Kapazität gefordert, ohne deren Auswirkungen zu bedenken. Sowohl eine Marktbereinigung als auch eine Preiskorrektur haben steigende Preise zur Folge. Für mich völlig ok. Aber vermutlich nicht von allen bedacht.
...bin ganz Ihrer Meinung. Aber die "gerechten" Preise "müssen/sollten" wir dennoch wohlwollend akzeptieren..

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minimatz 22.08.2016, 21:34
144.

Zitat von ernstmoritzarndt
... sondern viele der Milchbauern können nicht rechnen. Das ist eine ganz einfache Angelegenheit: Wenn ich meine Ware nicht zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren kann, wird sie mir niemand abnehmen. Dann muß ich meinen Laden schließen. Das geschieht hier in Deutschland in verschiedenen Branchen, zuerst die kleinen Tankstellen, dann die kleinen Autowerkstätten, .... usw. usf.: Wir können doch keine Schutzzonen für irgendwelche Branchen schaffen. Man möge nur bedenken, daß wir das Molkereiensterben, eben jener kleinen Betriebe, die sich auch den kleineren landwirtschaftlichen Betrieben gewidmet haben, schon seit über 30 Jahren hinter uns haben. Da haben damals die Bauern selbst die ökonomischen Ursachen gesetzt, indem sie bei der kleinsten Milchpreisveränderung zu den Großbetrieben gelaufen sind. Jetzt schicken die Großbetriebe die kleinen Landwirtschaften auf die Straße, weil die Abnahme kleiner Mengen nicht mehr rentabel ist.
Das sehe ich ein bisschen anders. Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft - und da steht es dem Staat sehr wohl zu, marktbeeinflussend einzugreifen. Das kann durch Besteuerung passieren (Maschinenbesteuerung, höhere Energiesteuern) aber auch schlicht durch Begrenzung von Größe. Dass die Größe eines Unternehmens dem Allgemeinwohl dienlich ist, halte ich jedenfalls für eine Märchen. Denn genau das führt zu einer Umverteilung von unten nach oben. Früher gab es in meiner Stadt bestimmt 20 kleine und Mittlere Radio- und Fernsehlieferanten, diverse Fachhändler für Fotografie, in relativer Nähe Bäcker und Metzger und auch einen Feinkostladen, Kneipen an jeder Ecke...heute bestimmen 2 große Einkaufszentren nahezu den gesamten Elektronikhandel, es gibt vielleicht noch gefühlt vier Metzgereien statt früher gefühlten 30, Und das Geld fließt munter in die Taschen derer, die eh nicht wissen, wohin damit.

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Stefan_G 22.08.2016, 21:35
145. zu #89

Zitat von bristolbay
Und was machen andere Produzenten sagen wir mal eine Polstermöbelfabrik. Kann die dann auch ohne Ende hinten raus produzieren und der Staat kauft auf. Nein, unser System ist auf Angebot und Nachfrage aufgebaut.
Ein außergewöhnlich geistarmer Beitrag.
Ein Möbelproduzent kann ein material 2 Monate liegen lassen, seine Leute in Werksferien oder Kurzarbeit schicken und auf eine bessere Auftragslage warten.
Ein Milchbetrieb kann sich nicht einfach entschließen, seine Kühe 2 Monate lang nicht zu füttern und sie nicht zu melken.

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rookie999 22.08.2016, 21:40
146. Überproduktion

Die sogenannte Überproduktion kommt zu großen Teilen aus anderen EU Ländern und nicht aus Deutschland. Die großen Molkereien lassen die Milch mehrere 100km weit aus anderen Lämdern ankarren um eine ausreichende Auslastung ihrer Molkereien zu erzielen. Wenn der deutsche Bauer seine Milch nicht an die ansässigen Molkereien verkauft kommt sie halt aus Holland Polen oder der Tschechei! Ob diese Milch so qualitativ hochwertig ist wie die in Deutschland produzierte kann jeder für sich entscheiden. Das Lohngefälle zu diesen Ländern ist teilweise gravierend, so können die Bauern aus diesen Ländern ganz anders an den Markt gehen. Letztendlich schauen die Molkereien wo sie den Rohstoff Milch am günstigsten einkaufen können. Wenn es die Bauern in Deutschland nicht mehr gibt, werden manche Landstriche bald ganz anders aussehen.

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helmutholz 22.08.2016, 21:44
147. Da liegt der Hase im Pfeffer...

Zitat von micromiller
sollte auf seine Abgeordneten im Bundestag Druck machen und diese Auffordern die Sanktionen gegen Russland endlich zu beenden. Frau Merkel hat schon so viel Unheil angerichtet, unser Parlament ist gefordert weiteren Schaden von Deutschland und der EU abzuwehren.
so ähnlich habe ich vor kurzem gepostet - Forist micromiller. Wurde nicht zugelassen. Denn die Wahrheit ist, daß vor den Sanktionen für Russland ALLE Bauern aufgefordert (auch vom Bauernverband), die Milchproduktion zu steigern, im Osten ist ein gewaltiger Markt für Milch und -produkte. Durch die Sanktionen wurde die dt. Landwirtschaft in den Schwitzkasten genommen, nicht Russland. Daher kommt das unglaubliche Milchüberangebot - Ihr Schlaumeier.

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t-alex 22.08.2016, 21:44
148. Die wollen nicht nur -

Zitat von leo_stern
Wenn es zu wenig Arbeit gibt, stellt man die Arbeiter auf die Strasse. Wenn Bauern zuviel produzieren wollen sie Geld vom Staat.
die bekommen's auch. Und zwar -auch -auf Kosten derjenigen, die auf der Strasse stehen. Das ist die eigentlich Sauerei bei uns!

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cave68 22.08.2016, 21:54
149.

Zitat von minimatz
Das sehe ich ein bisschen anders. Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft - und da steht es dem Staat sehr wohl zu, marktbeeinflussend einzugreifen. Das kann durch Besteuerung passieren (Maschinenbesteuerung, höhere Energiesteuern) aber auch schlicht durch Begrenzung von Größe. Dass die Größe eines Unternehmens dem Allgemeinwohl dienlich ist, halte ich jedenfalls für eine Märchen. Denn genau das führt zu einer Umverteilung von unten nach oben. Früher gab es in meiner Stadt bestimmt 20 kleine und Mittlere Radio- und Fernsehlieferanten, diverse Fachhändler für Fotografie, in relativer Nähe Bäcker und Metzger und auch einen Feinkostladen, Kneipen an jeder Ecke...heute bestimmen 2 große Einkaufszentren nahezu den gesamten Elektronikhandel, es gibt vielleicht noch gefühlt vier Metzgereien statt früher gefühlten 30, Und das Geld fließt munter in die Taschen derer, die eh nicht wissen, wohin damit.
vollste Zustimmung...und das sage ich,da ich selbst Bäcker von Beruf bin.
Die Preise von Aldi und co. sind fernab jeglicher Realität und beruhen nur darauf,dass diese Konzerne an ihre Zulieferer die Botschaft senden:Friss (den Preis) oder stirb.
Da ist es egal ob es um das landwirtschaftliche Grundprodukt oder das verarbeitete Endprodukt geht.

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