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Preisverfall: Grüne Agrarminister wollen Milchmenge begrenzen
DPA

Wie kann Milchbauern geholfen werden? Die grünen Agrarminister von sechs Bundesländern fordern einem Bericht zufolge auf EU-Ebene eine staatliche Begrenzung der Milchmenge - zeitlich befristet und ohne Entschädigung.

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quark2@mailinator.com 13.07.2016, 13:44
70.

Ich verstehe das doch richtig, oder ... die deutsche Milch ist nicht konkurenzfähig und man befürchtet, daß die hießige Milchwirtschaft unter die Räder kommt, weil im EU-Ausland billiger produziert werden kann - und will nun über die EU eine Quote, so daß in jedem Land etwas überlebt, statt das der günstigste Anbieter das Rennen macht. Sicher gäbe es diese Initiative nicht, wenn deutsche Milch die Produzenten im Ausland unter Druck setzte, vermute ich mal.

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futtermeister 13.07.2016, 14:03
71. Einmal im Jahr in den Urlaub...

reicht mir schon :-). Mehr sitzt wirklich nicht drin. Und ich finde, ich gebe für meine Ernährung einen sehr adäquaten Preis aus. Ich möchte, dass das auch so bleibt.
Klar erbt man als Bauer einen Betrieb. Und wenn es dann nicht klappt, kann man die Flächen verkaufen oder verpachten. Wenn ich morgen aus meinem nicht so super bezahlten Job gekündigt werde (ist als Grenzdebiler gar nicht mal so unwahrscheinlich), habe ich diese Möglichkeit eben nicht. Das ist jetzt kein Neid, sondern Fakt. Und das ich dann nicht unbedingt ein Freund davon bin, privilegierten Menschen noch mehr Zucker hinten rein zu pusten, finde ich jetzt nicht unverfroren. -
Und dann brauchen Sie ja auch nicht mit mir zu reden. Ich bezweifle sowieso, dass Sie dazu in der Lage sind. Bisher registriere ich nur "Gebrülle".

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phantasierender... 13.07.2016, 14:05
72. Was kommt danach ?

Ab den 50ern des vergangenen jahrhunderts wurde die Milcherzeugung nicht mehr zur Selbstversorgung benötigt, sondern es wurde damit begonnen Geld zu verdienen. Der Kapitalismus und die Globalisierung nahmen ihren Lauf und alles was dann folgte bis heute waren einfach nur logische Schritte dsbzgl. Was aber machen wir wenn wir die Selbstversorgung wieder in genau der Form brauchen und keine milchbauern mehr da sind oder zuwenig um ein Land vernünftig mit Milch zu versorgen ?

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frenchie3 13.07.2016, 14:57
73. Hallo Futtermeister

Echt Klasse, so viel keine Ahnung zu haben ist auch eine echte Leistung. Bauern sind privilegiert weil sie Land haben. Mouahahah. Schon mal gesehen was der Quadratmeter Ackerland kostet? Bei uns ab 30 Cent! Und dann müssen Sie noch einen Käufer finden der das, von der Entfernung von seinem Hof gesehen, wirtschaftlich bearbeiten kann. Ich schätze mal daß Sie als Lösung die Bestechung des Gemeinderates zwecks Umwidmung parat haben. Da will ich schon gar nicht mehr von
Arbeitszeit oder unterrehmerischem Risiko speziell mit Tierbestand reden, das wird dann doch zu hoch.

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elmer_fudd 13.07.2016, 15:33
74. @ #71 quark2@mailinator.com

Zitat von quark2@mailinator.com
Ich verstehe das doch richtig, oder ... die deutsche Milch ist nicht konkurenzfähig und man befürchtet, daß die hießige Milchwirtschaft unter die Räder kommt, weil im EU-Ausland billiger produziert werden kann - und will nun über die EU eine Quote, so daß in jedem Land etwas überlebt, statt das der günstigste Anbieter das Rennen macht. Sicher gäbe es diese Initiative nicht, wenn deutsche Milch die Produzenten im Ausland unter Druck setzte, vermute ich mal.
Nachdem ich den Thread gelesen habe, verstehe ich das so...Molkereien und Discounter haben den Preis so weit gedrückt, dass der normale bäuerliche Betrieb nicht mehr auskömmlich wirtschaften kann und es sich nicht mehr lohnt. Wenn 20 Cent oder weniger bezahlt werden, aber 30 oder mehr erzielt werden müssen, rechnet sich das nicht mehr. Und Gewinn muß ja auch da sein, denn niemand arbeitet für lau. Dass ist wie mit 8,50 € pro Stunde, von denen auch keiner vernünftig leben kann. Bei der Geiz-ist geil-Mentalität des Verbrauchers, die Preise drückenden milchverarbeitenden Betrieben, bleibt halt Vieles auf der Strecke und dazu kommt, dass der Absatzmarkt Rußland weggebrochen ist.

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OskarVernon 13.07.2016, 16:59
75.

Zitat von elmer_fudd
Bei der Geiz-ist geil-Mentalität des Verbrauchers, ...
Dem ist schwerlich vorzuwerfen, dass er zugreift, wenn ein Discounter "gentechnikfreie" Milch für 42 Cent pro Liter verschleudert.

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futtermeister 13.07.2016, 17:02
76. Bei uns...

Zitat von frenchie3
Echt Klasse, so viel keine Ahnung zu haben ist auch eine echte Leistung. Bauern sind privilegiert weil sie Land haben. Mouahahah. Schon mal gesehen was der Quadratmeter Ackerland kostet? Bei uns ab 30 Cent! Und dann müssen Sie noch einen Käufer finden der das, von der Entfernung von seinem Hof gesehen, wirtschaftlich bearbeiten kann. Ich schätze mal daß Sie als Lösung die Bestechung des Gemeinderates zwecks Umwidmung parat haben. Da will ich schon gar nicht mehr von Arbeitszeit oder unterrehmerischem Risiko speziell mit Tierbestand reden, das wird dann doch zu hoch.
kostet der Quadratmeter Ackerland zur Zeit um die 8,00 Euro (Raum Vechta, Oldenburg, Emsland). Hochgetrieben von Biogas-Landwirten, die in vielen Fällen auch einen Milchviehbetrieb haben. Muss wohl ein bischen Geld da sein.
Wenn Sie mir verraten, wo das Ackerland 0,30€ kostet, kaufe ich mir dort auch einen Hektar. Kann sogar ich mir gerade leisten und eventuell freut es meine Enkel. Das meine ich jetzt ernst, soll keine Provokation sein.

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futtermeister 13.07.2016, 17:26
77. Ach ja...

Zitat von frenchie3
Echt Klasse, so viel keine Ahnung zu haben ist auch eine echte Leistung. Bauern sind privilegiert weil sie Land haben. Mouahahah. Schon mal gesehen was der Quadratmeter Ackerland kostet? Bei uns ab 30 Cent! Und dann müssen Sie noch einen Käufer finden der das, von der Entfernung von seinem Hof gesehen, wirtschaftlich bearbeiten kann. Ich schätze mal daß Sie als Lösung die Bestechung des Gemeinderates zwecks Umwidmung parat haben. Da will ich schon gar nicht mehr von Arbeitszeit oder unterrehmerischem Risiko speziell mit Tierbestand reden, das wird dann doch zu hoch.
den Landwirt, der einen Acker, der nur 0,30€ pro Quadratmeter kostet, nicht mehr wirtschaftlich bearbeiten kann, den müssen Sie mir schon zeigen. Mit dem hätte ich nun wirklich kein Mitleid mehr. Oder ist das Hanglage mit Supergefälle?

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OskarVernon 13.07.2016, 19:18
78.

Zitat von frenchie3
Da will ich schon gar nicht mehr von Arbeitszeit oder unterrehmerischem Risiko speziell mit Tierbestand reden, das wird dann doch zu hoch.
Das weiß doch jeder, der sich darauf einlässt - nicht nur als Milchbauer, sondern als Unternehmer überhaupt.
Ich bin selbst so einer, der selbst und ständig arbeitet - also weit davon entfernt, das kleinreden oder mich darüber lustig machen zu wollen.
Umso weniger aber kann ich nachvollziehen, wenn selbständige Unternehmer ernsthaft darauf beharren, von einem einzigen Produkt und einem einzigen Abnehmer leben und ggf. gar subventioniert werden zu wollen: Das hat eigentlich eher was von Beamtenmentalität...

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Demokrator2007 14.07.2016, 00:05
79. Marktkannibalismus muß staatlich gestoppt werden

Zitat von futtermeister
Warum darf ich als Verbraucher nicht einfach von einem Marktgeschehen profitieren? Die Bauern haben wissentlich zu viel produziert. Wenn meine Firma das macht, werden unsere Produkte auch billig. Hat der liebe Gott die Bauern denn wieder mal besser gemacht? Es ist sowieso eine Schande, dass grüne Politiker dafür Sorgen, dass in Deutschland die Lebensmittel teuer werden. Es hat doch funktioniert, kein Verbraucher ist bislang an ungesundem Essen gestorben. Im Gegenteil: Wir leben immer länger und jeder kann sich - bislang - alle Lebensmittel leisten. Die werden jetzt aber durch unsinnige Auflagen und einen riesigen Behördenapparat verteuert. Bio wird einfach per Gesetz durchgedrückt und per Medienmacht suggeriert, dass solche Produkte umweltfreundlicher und gesünder sind. Es ist sowas von gelogen.
Wenn sie, aber vor allem auch Großkonzerne wie Theo Müller,Südzucker,etc. die auch noch Subventionen erpressen nicht den Anstand besitzen die Notlage von anderen auszunutzen, dann muß der Staat regulieren.
Die Bauern wurden ja gezwungen diese hochgezüchteten Tierboliden anzuschaffen, weil das Prinzip "Masse statt Klasse" oder "Geiz ist geil" als Tugend vermarktet wurde. Gerade prekär lebende Menschen könnten ohne das Prinzip gar nicht mehr überleben, allerdings kannibalisiert sich zwangsläufig irgendwann der Markt.

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