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Private Bereicherung: Vermögende benutzen Genossenschaften zum Steuersparen
Bernd von Jutrczenka/ DPA

Von wegen sozial: Das Genossenschaftsmodell wird nach SPIEGEL-Informationen zunehmend für die private Bereicherung genutzt. Die Bundesregierung will das Steuerschlupfloch schließen.

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rumburg 01.11.2019, 18:21
1. Politik ist schuld

Den Grossteil der Konstrukte würden obsolet, wenn die Transaktionkosten nicht so unvetschämt hoch wären. 6,5 % Grunderwerbssteuer und 1,5% Notar stehen keine Gegenleistung gegenüber und verbauen kleinen Leuten den Immobilienkauf.

Einfach runter auf 1-2% und schon lohnen sich die Ungehungslösungen nicht mehr.

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Benjowi 01.11.2019, 18:27
2.

Das ganze umständliche Getue insbesondere bei der Grunderwerbssteuer ist einfach nur albern und wäre leicht zu vermeiden, wenn man der geneigten Klientel nicht dauernd Steuergeschenke zukommen lassen wollte. Wenn eine Immobilie oder Anteile daran den Eigentümer wechseln, ist Grunderwersbsteuer fällig. Ohne Ausnahme. Damit wäre diese Steuerschneiderei von vornherein unterbunden.

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sunguru 01.11.2019, 18:27
3. Ein paar Fragen

Wie kann denn jemand die Genossenschaft vererben ohne dass der Besitz der Genossenschaft versteuert wird? Und wenn das so einfach ist, warum macht das nicht einfach jeder so? Etwas komplizierter scheint es ja doch zu sein.

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Patrik74 01.11.2019, 18:34
4. Wie lächerlich

Zitat von
Schließlich ist die Zweckentfremdung von Genossenschaften nur ein weiteres Indiz für ein grundsätzliches Problem. Finanzberater und Anwälte machen immer neue Gesetzeslücken ausfindig, um für ihre Klientel renditeträchtige Immobiliengeschäfte legal zu verpacken - bei möglichst geringer Steuerbelastung.
Diese sog. "Gesetzeslücken" aka "Schlupflöcher" (niedlich, isn't it?) werden doch in die Gesetze bewusst reinkonstruiert - selbstredend so versteckt, dass sie nur von jenen ausgenutzt werden können, die sich teure Steuerberater leisten können...

Es wäre vielleicht sinnvoll, wenn unsere Volksvertreter wieder dazu übergingen, das Ausmaß der externen "Beratung" wieder zurückzufahren, und Gesetzestexte wieder selbst zu schreiben, anstatt Lobbyisten-Entwürfe durchzuwinken.

Dabei sollten sie im Hinterkopf behalten, für die Wahrnehmung wessen Interesses sie gewählt worden sind und nicht die aussichtsreichste Anschlussverwendung.

Aber meine Ansprüche an eine Demokratie sind wohl zu hoch...

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Andi_sagt 01.11.2019, 18:35
5. Meldepflicht?!

Ich schlage vor, eine Meldepflicht für Steuerschlupflöcher einzuführen. Liegt im Trend und wäre hier eine sehr nette Lösung mit guter Wirkung für die Zukunft.
Ferner würde ein Gesetz wohl gehen, das die Ausnutzung gemeldeter und z.B. im Bundesanzeiger veröffentlichter Steuerschlupflöcher verbietet.
Will wahrscheinlich niemand haben, oder?

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tullrich 01.11.2019, 18:38
6.

Eigentlich müsste ich das schlimm finden. Andererseits würde der Staat das Geld doch nur nehmen, um seine Politiker und Jubelperser besser zu bezahlen, nicht seine Rentner. Volkswirtschaftlich bedenklicher finde ich es, dass man in Deutschland nur noch in Immobilien investieren kann statt in produzierende Unternehmen.

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MikeRubato 01.11.2019, 18:42
7. Ich bin gegen den Mietendeckel

Aber, was nicht hinnehmbar ist, dass Vermögende jede Menge Schlupflöcher nutzen können. Für den normalen kleinen Immobilienkäufer gehören folgende Änderungen sofort umgesetzt und sind auch leicht umsetzbar: 1. Erwerb der ersten Immobilie steuerfrei (also 1x im Leben), 2. Maklerkosten sind vom Verkäufer zu tragen. Gerade der letzte Punkt ist wichtig, denn mittlerweile nehmen Makler nicht mehr 3%, sondern 4% oder 5%, was in Städten Beträgen von deutlich 5-stelliger Höhe entspricht. Und zwar dafür, eine Anzeige bei Immowelt zu schalten und dann 3 Besichtigungstermine von je 30min Dauer durchzuführen, spätestens der dritte Interessent unterschreibt sofort den Vorvertrag. Das ist die Situation 2019 in Deutschland - wo man 20000Euro mit weniger als einem Tag Arbeit erhält, und zwar ohne jedes Risiko und in einem Monopolistenverhältnis. Bezüge zu aktuellen Wahlergebnissen sind sicher nur zufällig.

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hansa_vor 01.11.2019, 18:42
8.

Also muss man Genossenschaften offensichtlich als Parasiten bezeichnen, wenn sie legal oder halblegal Steuern unserem Staat vorenthalten.

Lösung, Genossenschaften genauso besteuern wie JEDEN anderen Deppen auch der hier noch das Rad am drehen hält.

Fertig!

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reinerotto 01.11.2019, 18:46
9. Bin echt verwundert,

... was offensichtlich so einfach durchgeht. Falls es die entsprechende, skrupellose Bevoelkerungsschicht im grossen Stile macht.
Zum Vergleich: Vor so einigen Jahren wollte ich zusammen mit einem Freund, ebenfalls Single, einen kleinen Steuertrick anwenden: Jeder von uns beiden kauft eine Wohnung, welcher der jeweils andere als Mieter bewohnt. Damit beide von uns an die steuerlichen Vorteile der Abschreibung und Absetzbarkeit von Kreditzinsen kommen, wegen Einkommens aus Vermietung und Verpachtung. Nach Rueckfrage beim Steuerberater, welcher dazu meinte, das koenne als Steuerumgehung-/vermeidung gewertet werden, mit der Folge der Aberkennung der Steuervorteile, verzichteten wir auf diese Transaktion.
Warum nur konnte das Finanzamt bei den Tricksereien des vorstehenden Artikels, oder z.B. bei den CumEx-Geschaeften, nicht aehnlich fruehzeitig argumentieren ?

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