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Private Krankenversicherung: Ein Bund fürs Leben
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Bei der Krankenkasse haben Verbraucher die Wahl zwischen privater und gesetzlicher Versicherung. Die Entscheidung sollte reiflich überlegt sein, denn sie ist fast unveränderbar. Gute Gründe gibt es für beide.

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Putenbuch 18.03.2017, 10:15
50. Seit wann kannn man sich die KV aussuchen?

Als stinknormaler Angestellter ist man doch automatisch in der GKV pflichtversichert.

Aussuchen kann man sich das erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe, oder habe ich das System falsch verstanden?

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sikasuu 18.03.2017, 10:15
51. Nur leider können viele gar nicht in die Gesetzliche.

Zitat von wolleb
Jeder der halbwegs bei Verstand ist, weis auf was er sich einlässt wenn er in die PKV wechselt. Darum sollte eine Rückkehr in die gesetzliche nicht möglich sein. Erst die Rosinen rauspicken, und wenn das Geld nicht mehr reicht wieder der Solidargemeinschaft auf der Pelle liegen. Die private Krankenversicherung in der jetzigen Form gehört abgeschafft.
So gerne sie es auch wollten. Alle Beamten sind da gekniffen:-((
Versichern die sich freiwillig gesetzlich, zahlt der Arbeitgeber NICHT seinen Teil sondern weiter "Beihilfe" und die GKK kürzt bei gleichem Beitrag die Leistungen um den Betrag.
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Solide&fair wäre es, JEDER, nicht nur die mit Verstand, wäre (Vergl. Schweiz) Pflichtmitglied, z.b. bis zur Beitragebemessungsgrenze und wenn jemand "Sonderleistungen will, kann es sich darüber hinaus zusätzlich versichern.
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Immerhin ist/wird das gesamte Gesundheitssystem auf Kosten der Allgemeinheit aufgebaut/betrieben und Privatversicherte nutzen das trotz Rechnung "parasitär".
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Schreibt jemand der auch in der PKV ist "Jungendsünde", das zur "Strafe":-) auch bleiben muss mit ausgeprägter "Chefarztallergie"

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robertgsm 18.03.2017, 10:18
52. Man ist Schlachtvieh als Freiwilliger!

Hallo!

Das hat nicht mit Rosinen rauspicken zu tun. Ich war jetzt 5 Jahre Freiwillig versichert. Die letzten beiden Jahre lief es gut mit dem einkommen. Dann ging es bergab. Die GKV will aber weiterhin die höheren Beträge haben bis zur nächsten Steuererklärung. Nicht zahlbar.
Ach ja... Zinsgewinne werden berechnet, bim Angestellten nicht. Man fühlt sich wie vor der Schlachtbank.
Wer es schafft jeden Monat über 800,- Euro und mehr in die GKV zu zahlen auch bei sinkenden Einkommen, RESPEKT!
800,- sind mehr als eine Leasingrate für einen Audi A6 oder was ich für mein Haus zahle.
Wenn es eine Versicherung für ALLE gibt, dann kündige ich sofort die PKV. Ansonsten....

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swenschuhmacher 18.03.2017, 10:18
53.

Fakt ist, finanziell lohnt sich eine PKV selten oder nur für Beamte, am allerwenigsten im Alter. Wer finanziell das Optimum für sich herausholen will, wechselt in jungen Jahren in die PKV und vor dem 55. Geburtstag zurück in die GKV.

Aber bei der Entscheidung GKV gegen PKV geht es doch nicht nur ums rein Finanzielle und noch nicht einmal um den genauen Leistungskatalog.
Der größte Unterschied ist der, wie man von den Ärzten behandelt wird. Als GKV-Patient ist man ein lästiger Bittsteller mit Fallpauschale, während man als PKV-Patient als lukrativer Kunde bevorzugt und freundlich behandelt wird. Natürlich hat der Status auch Nachteile, wenn man sich gegen überflüssige Behandlungen wehren muss, aber trotzdem werden allein aufgrund dieses Vorteils viele in der PKV bleiben wollen, die es sich leisten können.

Den Vorwurf der Unsolidarität von PKV-Mitgliedern finde ich unfair. Gäbe es nicht die lukrativen PKV-Patienten, bei deren Behandlung die Ärzte doppelt und dreifach abkassieren können, müssten auch für GKV-Versicherte die Behandlungskosten steigen. Die Politik wird schon wissen, warum sie das System weiterhin beibehält.

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scsimodo 18.03.2017, 10:18
54.

Ich bin auch in der PKV, hatte noch nie Probleme und die Erhöhung der Beiträge hielt sich in den letzten 3 Jahren in Grenzen, das waren sage und schreibe 1,47€. Aufräumen möchte ich aber mal mit der Mär des "bevorzugten Patienten". Die Ärzte und Krankenhäuser, in denen ich seitdem war, haben einen NICHT bevorzugt behandelt, es gab auch (ausser im Notfall) keine früheren Termine. Ausser sowas wir Zwei-Bett-Zimmer und Chefarztbehandlung. Dafür zahle ich aber auch!

Ich wäre aber auch für eine einheitliche GKV mit Grundleistungen in die ALLE Versicherten einzahlen und alle Einkommen berücksichtigt werden und das ganze ohne Deckelung. Wer mehr Komfort oder Leistungen will darf sich dann gerne privat weiter absichern.

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heiner1979 18.03.2017, 10:18
55. Ein paar Anmerkungen

Gerne vergessen wird bei der leidlichen Diskussion, wie benachteiligt freiwillig gesetzlich Versicherte "Spitzenverdiener" (haha.....) in der GKV sind. KEine echte Familienversicherung sowie zB Beitragspflicht in der Elternzeit (bei der natürlich das Einkommen des Ehepartners Berechnungsgrundlage ist!) summieren sich zusätzlich zu den ohnehin horrenden monatlichen Gesamtkosten von aktuell 800 Euro (GKV und Pfegeversicherung). Und was jedem potentiellen Bürger vor der Entscheidung klar sein sollte: auch die GKV wird jahr für Jahr deutlich teurer! Zwar bleibt der Beitragssatz nahezu identisch, jedoch wird die Beitragsbemessungsgrenze ständig weit über dem Niveau der Lohnentwicklung angehoben. Um es in Zahlen auszudrücken: meine PKV ist in den letzten 6 Jahre 50 Euro teurer geworden, in der GKV waren es 160 Euro!
Wer dann noch aufmerksam verfolgt, was Rot-Rot-Grün planen versteht das Problem erst richtig: dem grundsätzlich richtigen Gedanken einer Bürgerversicherung soll zunächst erst einmal eine heftige Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze vorausgehen - auf Niveau der Rentenversicherung. Als Selbstständiger wäre ich da bei übe 1200 Euro Spitzenbeitrag für die GKV.
Und noch ein Hinweis an alle in Versorgungswerken Rentenversicherten: ihr seid voll beitragspflichtig in der GKV mit Eintritt in die Rente. Es greifen die gleichen Sätze wie vorher im Arbeitsleben. Schaut eure prognostizierte Monatsrente an und rechnet davon mal euren GKV Beitrag aus. Ich kennen keinen einzigen Privatversicherten, der mit Eintritt in die Rente einen höheren Beitrag in der PKV hat als er in der GKV zahlen müsste!
Daher bleibe ich bei der Einschätzung: Solange Selbstständige und Gutverdiener (da ist man heute schnell angekommen) in der GKV so bluten müssen bleibt die PKV die besserer Wahl.

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kerkermeistter 18.03.2017, 10:18
56.

Zitat von larifaris
... ich kenne einige Menschen die jetzt auch bei extrem hohen Einkommen die Wunder der privatärztlichen Medizin nutzen um dann später mit einigem Geschick in die gesetzliche Kasse Zurückzukehren in die sie aber fast nie einzahlten aber die restlichen teuren Jahrzehnte von der Allgemeinheit zahlen lassen...
Das halte ich für ein Gerücht. Die meisten in die zurückkehrenden Versicherten dürften auch im fortgeschrittenen Alter mit ihrem hohen Einkommen ingesamt zu einer eher positiven Bilanz beitragen. Zumindest zahlen sie in den Jahren bis zur Rente wahrscheinlich mehr ein als Großfamilien und Geringverdiener.

Außerdem müsste die Politik einfach mal dafür sorgen, daß bei einer Rückkehr die Rücklagen vom privaten Versicherer in die gesetzliche Kasse mitgenommen werden wurden. Aber da sperren sich anscheinend die Heerscharen an Lobbyisten erfolgreich.

Aus meiner Sicht gibt es daher keine "Solidargemeinschaft". Jeder soll für sich da beste rausholen, so lange keine sinnvollen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine Bürgerverssicherung geschaffen werden.

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Nordstadtbewohner 18.03.2017, 10:19
57. Das sehe ich nicht so.

Zitat von 111ich111
Die Sozialversicherungen sind genau die Errungenschaften, die unseren Sozialstaat prägen - und letztendlich auch so erfolgreich machte. Möchten Sie das abschaffen, müssen Sie das Grundgesetz ändern. Oder auswandern. (Übrigens - falls Sie Deutscher sind: Wer bezahlt(e) denn die Rente ihrer Großeltern? Richtig, das Solidarprinzip der Rentenversicherung).
Die Sozialversicherungen sind keine positiven Errungenschaften, sie sind ein System, das Leistungsträger in die Pflicht nimmt, um Nichteinzahler zu alimentieren. Daran ist nichts Erfolgreiches. Wenn eine Abschaffung der gesetzlichen Versicherungspflicht eine Grundgesetzänderung bedingt, so ist das völlig in Ordnung, wenn entsprechende demokratische Mehrheiten vorhanden sind.

Ich bin aus beruflichen Gründen von der Zwangsmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit, was mir die Möglichkeit verschafft, selbst für das Alter vorzusorgen.

Das Solidarprinzip ist ein Prinzip des Zwanges, dem ich nichts Positives abgewinnen kann.

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karljosef 18.03.2017, 10:19
58. Der normale Mindestbeitrag für einen Selbständigen beträgt ca 370€/m

Zitat von 5Minute
Was ist da bei der GKV unfair? Man zahlt das was auch für einen Angestellten fällig wird?!
Auch wenn man aktuell kein Einkommen hat!
(Ich gehe davon aus, dass diese Zahl noch aktuell ist.)

Für Langzeitarbeitslose, die kein HartzIV bekommen, sieht es wesentlich besser aus.

Sie dürfen nur 174 Euro/m bezahlen und freundlich lachen

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Pfaffenwinkel 18.03.2017, 10:20
59. Als Beamtin

wurde ich in die private Krankenversicherung gezwungen. Trotz Beihilfe ist das eine teure Angelegenheit, insesondere im Alter. Und die Leistungen werden immer schlechter. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich sofort wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

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