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Privatisierungen: Griechenlands Räumungsverkauf bringt wenig Geld
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Mit dem Verkauf von Staatsbesitz wollte Griechenland 50 Milliarden Euro einnehmen. Davon bleibt das Land laut neuen Zahlen weit entfernt. Seine Überwachung durch die Geldgeber könnte noch Jahrzehnte dauern.

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karlsiegfried 04.07.2018, 10:58
1. Na und?

Zitat: 'Für einen großen Teil der Kredite beginnt die Rückzahlung jedoch überhaupt erst im Jahr 2034.' In diesem Jahr wird die EU in der heutigen Form schon lange Vergangenheit sein. Und die dn Griechen geliehenen Milliarden längst verbrannt sein. Rückzhalung? Nur ein Narr oder verlogener Politiker kann daran glauben.

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JanW 04.07.2018, 10:58
2. Überraschung

Allein die Formulierung spricht Bände, wie man bei SPON denkt: "Mit dem Verkauf von Staatsbesitz wollte Griechenland". Von "wollen" kann wohl kaum die Rede sein.

In Griechenland zieht die EU jene neoliberalen Rezepte durch, von denen man in den anderen Teilen Europas längst wieder abgekommen ist. Oder wer will in Deutschland noch die Bahn noch privatisieren? Aber naja, ist ja nur Griechenland - dann wird eben das letzte Tafelsilber verramscht, Hauptsache es sind noch ein paar Euro zur Bedienung des Schuldendienstes reingekommen.

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SPONU 04.07.2018, 11:02
3. Unter Aufsicht

Der Geldgeber wird das Tafelsilber verscherbelt, gibt der Staat die Kontrolle über wichtige Infrastruktur und Resourcen aus der Hand. Daran verdienen sich jetzt wieder ein paar wenige eine goldene Nase (Banken und Berater). Da gibts' ein schönes Bühnenstück von meinem persönlichen Helden Georg Schramm bzgl. IWF.

Strukturell ändert sich nichts, bloss dass man in ein paar Jahren wieder am Rande der Pleite steht und es dann nichts mehr zu verkaufen gibt.
Das doofe Volk verliert dann auch den letzten Rest Absicherung und revoltiert bzw. wählt Extreme.
Schöne Aussichten für Europa.

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bierzelt 04.07.2018, 11:09
4. Privatisierungen? Raub!

D.h. nichts anderes als das Vehökern von griechischem Volkseigentum und die Konsequenz, dass Bürger zukünftig für Dinge zahlen dürfen, die ihnen eigentlich gehören. Das neoliberale Konzept von Banken und IWF ist voll aufgegangen. Aber solange die Deutschen glauben, "wir" hätten den Griechen Geld geliehen, ist ja die Welt in Ordnung, dass das Banken waren, die "wir" dann subventionieren durften ist den meisten eher unbekannt. Insofern: Volksenteignung. Mission Accomplished.

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tinnytim 04.07.2018, 11:20
5. Überschrift

Fire Sale ist exakt der richtige wirtschaftliche Begriff für das, was in Griechenland unter dem Regime der Troika veranlasst wurde. Es ist geradezu illusorisch Höchstpreise für Staatseigentum während einer rapiden Rezession zu erzielen. Um eine Metapher zu bemühen: Tafelsilber wurde hier auf Druck von außen zu Kupferpreisen verramscht.

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paula_f 04.07.2018, 11:25
6. von Bankern initiiert - sonst noch Fragen

is doch klar hier geht es um Schnäppchen, und dass ist viel einfacher als bei kleinen Insolvenzverwaltern - denn einen Flughafen können nur wenige finanzieren. Das Geld kommt da an wo es später auch noch Unheil anrichtet weil es nur nach einer Maxime investiert wird. Verdienen tut daran ein Klientel - dem das Geld schon jetzt aus den Ohren rauskommt - und das ist sehr unästhetisch.

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_unwissender 04.07.2018, 11:26
7. gut gelaufen ...

Die Ausbeutung Griechenlands ist hervorragend gelaufen. Die Troika hat einen guten Job gemacht.
1. Die "Investoren" (also beim Beispiel Fraport unsere Bundesrepublik) haben zu billigem Preis investiert.
2. Die Griechen können ihre Schulden nicht zahlen, bleiben also noch weitere Jahrzehnte unter der Kuratel der Geldgeber.

Wenn man Merkel und Schäuble etwas unterstellen will ... hier haben sie perfekt gezockt!
Die griechischen Rentner werden ihnen gewiss ewig dankbar sein.
Pardon, falls Sarkasmus in meine Worte tropfte.

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Das dazu 04.07.2018, 11:27
8. So wars geplant

Das Großkonzerne billig was abschnappen können.
Unter anderen deutsche Konzerne.
Da wundern sich Politiker, das die Menschen ihnen Mißtrauen und besonders der Grieche wütend ist?
Nicht wirklich, denke ich, sie wundern sich nur öffentlich.
Im geheimen wussten sie ja, was sie da anstellen.
Raubzüge des Großkapitals.

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pom_muc 04.07.2018, 11:27
9.

Zitat von JanW
Allein die Formulierung spricht Bände, wie man bei SPON denkt: "Mit dem Verkauf von Staatsbesitz wollte Griechenland". Von "wollen" kann wohl kaum die Rede sein. In Griechenland .......
Man muss schon Harcore-Linker sein um Staatsbetriebe als "Tafelsilber" zu bezeichnen!
Nennen Sie doch mal einen einzigen Staatsbetrieb der DDR den man als Tafelsilber bezeichnen könnte. Der bessere Resultate ablieferte als sein privatrechtlich organisiertes Pendant in Westdeutschland.

In Venezuela haben die Linken in den letzten 15 Jahren so viele Betriebe verstaatlicht und in Folge herunter gewirtschaftet dass sogar der Spiegel davon berichtet dass im erdölreichsten Land die Ölindustrie zusammen gebrochen ist (sprich die Fördermengen sind drastisch gefallen).
In D ist es der ehemalige Staatsbetrieb Telekom (mit noch einem Sperranteil in Staatseigentum) der als Technikbremser auftritt und lieber noch das letzte aus den 50 Jahre alten Kupferkabeln quetscht als Glasfaser zu verlegen.

Welcher Staatsbetrieb in D ist denn aus ihrer Sicht "Tafelsilber"?
Vor 20 Jahren haben die ersten Unternehmen in D damit angefangen ihren Kunden Zugang zu Dienstleistungen über das Internet anzubieten. Man hat Kundenprofile eingerichtet. Bei einem deutschen "Tafelsilber"-Finanzamt sind wir noch Jahre davon entfernt uns einloggen zu können um dann die meist nur marginal geänderten Daten online anpassen zu können.

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