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Probleme bei Bundeswehr-Gewehr: Heckler & Koch wirft Rechnungshof Rufschädigung vor
DPA

Der Streit zwischen der Waffenschmiede Heckler & Koch und dem Bundesrechnungshof eskaliert. Erst hatten die Kontrolleure Probleme beim Sturmgewehr G36 angeprangert-nun reagiert der Konzern vergrätzt.

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nixda 02.07.2014, 11:57
150. ich habe mal in der Rüstungsbranche gearbeitet

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Beschaffer oft keine Ahnung von den Geräten haben. Mit keine Ahnung meine ich KEINE!

In Paris kam mal ein Beschaffer der Französischen Armee an unseren Messestand. Er wusste noch nicht mal welches Gewehr seine eigene Armee führt. Er hielt ein Scharfschützengewehr im Kaliber .338 (ein Repetierer) nämlich für das Sturmgewehr seines Landes.

Und zu H&K sag ich besser nichts. Aber ne Andeutung: 4.6x30mm... da gabs ja auch ziemlichen Ärger. Der geneigte Journalist möge sich informieren.

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nixda 02.07.2014, 12:07
151. ähm moment mal

Zitat von Marcel Kapunkt
Wenn das nur das einzige Problem wäre. 1. Wird das Gewehr fallen gelassen, schlägt zu hart auf dem Boden auf, etc. und landet auf der Schulterstütze lädt es sich durch das hohe Gewicht des Verschlusses selbst, da dieser wie beim normalen Ladevorgang vor und zurück schnellt. [...] 5. Die Durchschlagskraft lässt im Vergleich zum G3 (da kleines Kaliber) zu wünschen übrig.
Zu Punkt 1:
Als das Verhalten kenne ich auch vom Stgw 57 der Schweizer Armee. Das dürfte noch mit vielen anderen Gewehren auch funktionieren. Na und?

Zu Punkt 5:
War den Durchschlagskraft eine Anforderung an die Waffe oder eher das Kaliber? Wo wollen Sie denn durchschlagen? Schutzwesten gab es damals noch nicht so leicht verfügbar. Übrigens gibt's noch das noch kleinere Kaliber 4.6x30mm. Hinterfragen Sie das mal.

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ralf_gabriel 02.07.2014, 12:09
152. x

Zitat von hman2
Offensichtlich haben Sie noch nie in einer größeren Firma gearbeitet. Selbstverständlich kann man hier mit Gutachten arbeiten. Auch bei der Bundeswehr entscheidet über Material aufgrund eigenen Wissens. Wie in jeder großen Organisation haben die Chefs dafür ihre Leute. Die Gutachten schreiben. So läuft das im richtigen Leben nunmal. Die einen haben Wissen, aber nichts zu sagen, die anderen haben was zu sagen, aber nicht das Wissen dazu. Das Gutachten verbindet beide.
Das kann man sich gern einreden. Ich habe bei größeren Firmen (kurz) gearbeitet. Man sieht recht schnell recht gut, wie viel Müll entschieden wird und wieviel Zeit und Energie verschwendet wird, wenn die Leute in den entscheidenden Positionen nur nach Gutachten steuern und keine eigene Kompetenz haben. Klar kann man nicht alles wissen aber nehmen wir doch die Diskussion um das Gewehr als direktes Beispiel. Na klar kann man nach Gutachten Entscheiden, aber die gesamte Kritik an den Leistungsdaten des Gewehres geht völlig an den Anforderungen für das Gewehr vorbei. Schon allein, daß das Kaliber kritisiert wird, ist doch lächerlich. Gucken die auch mal links und rechts was so verwendet wird und warum so entschieden wurde?

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condor99 02.07.2014, 12:25
153.

Zitat von herrho
Genau. H&K hat diese Waffe absichtlich so entwickelt- nach Wünschen der BW. Damit unsere Soldaten nicht treffen und wir so jeden Krieg rauszögern und verlängern können. Außerdem haben wir so auch viel mehr Verluste. Ein genialer Plan!
Oder wirtschaftlich gesehen ist ein Verwundeter Gegner besser als ein Toter. Verwundete wirken sich demoralisierend aus und man muss erheblich mehr für sie Aufwenden.

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Lankoron 02.07.2014, 12:30
154. H&K hat doch Recht.

Wer bitte schießt denn mehr als 100 Schuss Dauerfeuer aus nem G36?? Das macht man nicht in der Ausbildung, und erst recht nicht im Einsatz. Aber woher sollen das Prüfer wissen, die vermutlich nicht mal genau wissen, wo beim Gewehr vorne und hinten ist.

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hman2 02.07.2014, 12:33
155. Lustig

Zitat von ralf_gabriel
Ist sie nicht.
Was reden Sie da für Zeug? Selbstverständlich ist das die Kernkompetenz für eine Rechnungsprüfungseinheit, und nichts anderes.

Zitat von
Das können die Erbsenzähler aber gar nicht beurteilen.
Müssen sie auch gar nicht können.

Zitat von
Also bewegen sie sich auf dem falschen Terrain und sind dafür inkompetent.
Irrelevant...

Zitat von
Ist es wohl, wenn man die Zweckmäßigkeit eines Gewehres beurteilen soll.
Nein, ist es nicht. Dafür gibt es die Gutachter.

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ralf_gabriel 02.07.2014, 12:33
156. x

Zitat von deus_ex_machina
Was denn, im Anforderungsprofil steht "Bei Sonneneinstrahlung darf die Waffe streuen wie Captain Blackbeards Donnerbüchse"? Wohl kaum. Zugegeben: mir liegen weder das ursprüngliche Pflichtenheft vor, noch die Gutachten auf die sich der Bundesrechnungshof beruft. [...] Sollte das bei ihnen anders sein und ihnen die erforderlichen Dokumente vorliegen, dann verlinken sie diese doch bitte, damit ich mich auf Stand bringen kann.
Nein. Ich lese nur aus Interesse seit dieser Quatsch angefangen hat quer durch Foren und Blogs. Ich würde auch gern diese Gutachten und die Pflichtenhefte lesen, habe aber bisher nur umfangreiche Kommentare und Meinungen zum G36 und anderen vergleichbaren Waffen gelesen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir das Gemäkel des Bundesrechnunghofes und die dazugehörigen Pressemeldungen völlig fehl am Platz. Das Gewehr ist zweckmäßig. Für die meisten Situationen deutlich zweckmäßiger als das G3. Was jetzt diskutiert wird, lässt sich nicht einfach abstellen. Wenn Sie ein leichtes Gewehr mit viel Munition wollen, kommen Sie um Kunststoff und das kleine Kaliber nicht herum - mit den beschriebenen Problemen, die aber eben nur in Extremsituationen auftreten. Das ist kein konstruktiver Mangel, das ist notwendigerweise so.

Zitat von
Bis dahin müssen wir davon ausgehen, dass die Kritik des Bundesrechnungshofes gerechtfertigt ist - nämlich die Kritik, dass Beschwerden über Sachmängeln nicht nachgegangen wird.
Geklagt wird immer. Aber man sollte schon einschätzen können ob die angeführten Gründe für die Klagen überhaupt realistisch abgestellt werden können. Das kann der Bundesrechnungshof offenbar nicht. Man verrennt sich wieder in Kleinklein und Anforderungsprofilen, die einfach nicht zu machen sind. Man will eine eierlegende Wollmilchsau, die es nicht gibt. Und dann wundern wir uns, warum BEschaffungsprojekte und sonstige Bauprojekte immer in völligem Chaos enden.
Konkret am G36.
Nicht genug Durchschlag - Wofür? Und im Vergleich wozu? Zum G3 oder zu anderen Gewehren des gleichen Kalibers? Und wenn zum G3 - was ist wichtiger für ein Standard-Sturmgewehr, Durchschlag und Präzision oder Gewicht & Munitionsvorrat? Und wer entscheidet letzteres? Der Bundesrechnungshof? Echt? Wenn ja, warum und nur Aufgrund von Gutachten zum Schießverhalten des Gewehres nach 200 Schuß?

Zitat von
Keineswegs. Wenn ein anzuschaffendes Gerät 30.000€ kostet, dann ist das so. Wenn man ein Gerät für 30.000€ kauft, was auch für 600€ zu haben ist, dann ruft das den Bundesrechnungshof auf den Plan.
Genau das meinte ich.

Zitat von
Wenn man allerdings in großer Menge Gerät kauft, was dann nicht funktioniert, dann ist das genauso ein Fall für diese Behörde. Und - es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um Gewehre oder Heizlüfter handelt. Und dir Beamten beim Rechnungshof müssen deshalb weder Waffenexperten ... sein.
Aber für die Beurteilung ob etwas "funktioniert" muß man doch wissen, was es tun soll und wie das am besten zu bewerkstelligen ist. Und dazu gehört bei einer Standardwaffe für die Truppe eben sehr viel mehr als nur das Trefferbild nach 200 Schuß Dauerfeuer.

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Herb_G 02.07.2014, 12:56
157. Fachliche Basis des Diskurses?

Das G36 ist kein MG - und auch bei MGs wie z.B. dem MG3 muss nach einer gewissen Schussanzahl in Folge das Rohr gewechselt werden, die Anzahl der Schuß ist abhängig vom Rohrmaterial. Jede heißgeschossene Waffe hat einen anderen Streukreis im Vgl zu dem Trefferergebnis bei kaltem Zustand.
Das G36 ist für Anfänger leicht zu handhaben und ein gut eingeschossenes Gewehr ermöglich auch nicht so versierten Schützen gute Trefferergebnisse. Das es bei heiß geschossenem Rohr und Verschluss zu Selbstenzündungen kommen kann ist bei allen Waffen dieser Art ein Problem und kein Geheimnis. Die Mängel die man dem G36 ankreiden kann: Zu kleines Kaliber, das Projektil kann auf dem Weg von leichten Hindernissen leicht abgelenkt werden, es ist zudem nicht robust, die Zieloptik verstellt sich gerne bei heftigeren Erschütterungen. Bei zu häufigem Magazinwechsel im Wachbetrieb - wenn die Munition nicht gewechselt wird, hat der beim Laden/Entladen ganz leicht auf die oberste Patrone wirkende Schlagbolzen irgendwann zur Zündung dieser obersten Patrone geführt - diese musste einfach regelmäßig ersetzt werden, um das zu verhindern. Kommentaren von Ehemaligen die im Einsatz waren zur Folge ist es ziemlich anfällig gegen Staub - aber ich denke das Problem trifft auf alle Geräte zu, die Präzisionsmechanik haben und nicht dafür vorgesehen sind eine heftigen Schmirgelpapierfilm aus Sand/Öl Gemisch in der Mechanik zu haben. Vielleicht ist die ganze Kampagne ja nur ein Versuch, ein neues Gewehr in die Truppe zu drücken. Neues Gewehr = neues und wahrscheinlich teureres Modell = mehr Geld - und das der Auftrag trotzdem an H&K gehen würde ist so sicher wie das Amen am Ende des Gebets.

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ralf_gabriel 02.07.2014, 13:00
158. x

Zitat von hman2
Was reden Sie da für Zeug? Selbstverständlich ist das die Kernkompetenz für eine Rechnungsprüfungseinheit, und nichts anderes.
Wenn das eine Rechnungsprüfungseinheit ist, hat sie allenfalls zu prüfen. ob die Rechnungen für die Gewehre zu hoch war und ob wirklich Gewehre gekauft wurden. Über Einsatzzweck, Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit hat sich die "Rechnungsprüfung" nicht zu kümmern.

Zitat von
Nein, ist es nicht. Dafür gibt es die Gutachter.
Und man hat Gutachten über das Trefferbild der Waffe auf 200+ Meter nach 200 Schuß angefordert. Weil das ja genau das Einsatzprofil der Waffe ist. Und man mokiert sich über ein Kaliber, welches NATO Standard für derartige Waffen ist. Sehen Sie was ich meine. Keine Ahnung. Und die Gutachten helfen leider nicht das zu kompensieren. Bei der Bewertung der Zweckmäßigkeit eines Standard Sturmgewehres geht es um deutlich mehr als nur um das Trefferverhalten nach 200 Schuß Dauerfeuer. Das fehlt mir in der Diskussion komplett und daher ist das beherzte Eingreifen des Rechnungshofes eher peinlich als zielführend. Gutachten hin oder her.

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freidenkenderheide 02.07.2014, 13:56
159. Vorschlag für Präzisionstest des G36

Einfach den Teilnehmern der deutschen Meisterschaften für Selbstladegewehre des BDS und BDMP das G36 (direkt aus Bundeswehrbeständen) und vergleichbare Gewehre von anderen Natomitgliedern zum Testschießen geben und dann die Ergebnisse öffentlich auswerten.

Vorteil: Man hat unabhängige Topschützen und HK könnte seinen Ruf wiederherstellen.

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