Forum: Wirtschaft
Probleme bei Technologiekonzern: Bosch-Solartochter macht Milliardenverlust
dapd

Der Einstieg in die Solarbranche wird auch für Bosch zum finanziellen Desaster: Die entsprechende Firmensparte machte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust. Um dieselbe Summe brach der Konzerngewinn ein. Unternehmenschef Denner kündigte einen harten Sparkurs an.

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querulant1892 23.01.2013, 10:59
1. optional

Ich weiß zwar nicht, wie es bei Bosch war.
Aber teilweise ist die (deutsche) Solarindustrie selbst an ihrem Untergang schuld.
Wer nur 2% seiner Umsätze in Forschung und Entwicklung investiert braucht sich nicht wundern, wenn seine Produkte in der BCG-Matrix ( http://de.wikipedia.org/wiki/BCG-Matrix ) zu Cash-Cows werden und man von der chinesischen Konkurrenz überrollt wird.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/photovoltaik-eine-voellig-verrueckte-subventionsmaschinerie-1580662.html

".....Ich sehe nicht, warum wir die Photovoltaik überhaupt fördern sollten. Das einzige Argument dafür wäre, dass man sie als Zukunftstechnologie sieht und ihre Entwicklung fördern will. Aber das hat mit der Einspeisevergütung nicht funktioniert. Die Photovoltaikbranche wendet nur etwa 2 Prozent ihres Umsatzes für Forschung auf. Zum Vergleich: Bei Biotechnologie liegt dieser Anteil um die 30 Prozent, bei der Nanotechnologie bei 40 Prozent, im Maschinenbau bei 6 Prozent....."

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peakoilnow 23.01.2013, 11:02
2. Tragische Entwicklung

Seit Jahrzehnten versucht Bosch, durch Diversifizierung den Anteil des KFZ-Sektors am Umsatz zu reduzieren. Dies dient auch der Zukunftssicherung des Unternehmens. Die Abhängigkeit von der absehbar vor dem Ende ihres Lebenszyklus stehenden KFZ-Technik ist einfach viel zu groß. Der Einstieg in die Solartechnologie ist ebenfalls vor diesem Hintergrund zu sehen, denke ich. Und wieder, wie schon in den 90er Jahren mit der Kommunikationstechnik, droht Bosch zu scheitern. Die Strategie "Auto und xyz" voran zu bringen, erscheint als nur bedingt konsequent und geht nach wie vor nicht auf. Wäre eine noch stärkere Investition in neue Sparten, verbunden mit einem Zurückfahren der Investitionen in Autotechnik, ein konsequenterer Ansatz? Statt weiterhin jedes Geschäft, und sei es noch so schlecht für die Umwelt, mitnehmen zu wollen?

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Pandora0611 23.01.2013, 11:03
3. Wenn die Sonne untergeht

Zitat von sysop
Der Einstieg in die Solarbranche wird auch für Bosch zum finanziellen Desaster: Die entsprechende Firmensparte machte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust. Um dieselbe Summe brach der Konzerngewinn ein. Unternehmenschef Denner kündigte einen harten Sparkurs an.
Zitat von
Auch für den Technologieriesen Bosch entpuppt sich der Einstieg in die inzwischen krisengeschüttelte Solarbranche als finanzieller Alptraum.
Dabei ist doch Deutschland das "sonnenreichste" Land der Erde. Wir haben fast so viele Sonnenstunden wie Island! Und deshalb ist PV eine "Erfolgsstory".
In Deutschland scheint doch die Sonne 24/7 - sagen jedenfalls die "Grünlinge".
Und die "Anschubsfinazierung" gibt es ja erst sein 20 Jahren, diese müssen wir in den nächsten 1.000 Jahren noch massiv ausbauen.

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zodiacmindwarp 23.01.2013, 11:08
4. Bedauerlicherweise...

Zitat von sysop
Der Einstieg in die Solarbranche wird auch für Bosch zum finanziellen Desaster: Die entsprechende Firmensparte machte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust. Um dieselbe Summe brach der Konzerngewinn ein. Unternehmenschef Denner kündigte einen harten Sparkurs an.
ein weiterer Konzern der auf den harten Boden der wirtschaftlichen Tatsachen unsanft aufgeschlagen ist.Die Verführungen des EEG mit der vermeintlichen Aussicht auf ständige unproblematisch sprudelnde Gewinne aus den Subventionsfüllhörnern der Regierungen waren wohl zu mächtig. Schade eigentlich, war doch Bosch als innovativer und erfolgreicher Konzern bekannt. Weg mit Schaden (Produktion von Solarbauteilen) und Konzentration auf erfolgreich vermarktbare Produkte wird vermutlich der richtige Weg sein. Bosch ist dazu stark genug. mkG Zodiacmindwarp

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EchoRomeo 23.01.2013, 11:19
5. Wieso Verluste?

Die Sonne schickt doch keine Rechnung? Und die Solar-Industrie/Wirtschaft/Energie ist doch DER Selbstläufer per se. Nicht nur Heils- und Glückbringer, sondern die versprochene Cashcow der Nationen. Steht zumindest so in den Broschüren, in den Manuskripten der Politiker und auf der Agenda der Grünen und der Ökos. Bosch soll sich nicht so haben oder noch mal nachrechnen. Sonst muß davon ausgegangen werden, daß die die Wende sabotieren wollen.

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antilobby 23.01.2013, 11:20
6.

Zitat von peakoilnow
Wäre eine noch stärkere Investition in neue Sparten, verbunden mit einem Zurückfahren der Investitionen in Autotechnik, ein konsequenterer Ansatz?
Damit läuft man Gefahr, am Ende mit ganz leeren Händen dazustehen, ohne neue Sparten und die Autotechnik kaputt gespart.

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dasistnurmeinemeinung 23.01.2013, 11:20
7. Was haben

denn Dumping-Löhne in Asien mit deutscher/europäischer Forschungsarbeit zu tun? Die Technologien, die hier entwickelt wurden, werden nun an anderer Stelle zu Konditionen angewandt, die hier niemand akzeptieren will. Also kann nur helfen, den Ausverkauf der Forschung in dem Masse zu verteuern, wie durch Asien die Löhne unterboten werden.

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Pega123 23.01.2013, 11:29
8.

Zitat von querulant1892
Ich weiß zwar nicht, wie es bei Bosch war. Aber teilweise ist die (deutsche) Solarindustrie selbst an ihrem Untergang schuld. Wer nur 2% seiner Umsätze in Forschung und Entwicklung investiert braucht sich nicht wundern, wenn seine Produkte in der BCG-Matrix ( ) zu Cash-Cows werden und man von der chinesischen Konkurrenz überrollt wird. ".....Ich sehe nicht, warum wir die Photovoltaik überhaupt fördern sollten. Das einzige Argument dafür wäre, dass man sie als Zukunftstechnologie sieht und ihre Entwicklung fördern will. Aber das hat mit der Einspeisevergütung nicht funktioniert. Die Photovoltaikbranche wendet nur etwa 2 Prozent ihres Umsatzes für Forschung auf. Zum Vergleich: Bei Biotechnologie liegt dieser Anteil um die 30 Prozent, bei der Nanotechnologie bei 40 Prozent, im Maschinenbau bei 6 Prozent....."
Tja, obwohl ich grundsätzlich vor allem bei der Förderpraxis zustimme, sind die Gründe aus meiner Sicht etwas anders.

Ich vermute eher, dass es sich bei den Solarmodulen einfach nicht um Hightech handelt. Die 2%-Forschungsquote wäre aus dieser Sicht sogar richtig, weil es nicht mehr zu forschen gibt. In diesem Kontext ist es auch kein Wunder, dass die Chinesen den Markt überrollen.

Das Photovolatik kein Hightech ist oder jemals war, war eigentlich auch bekannt. Warum Siemens und Bosch da Milliarden versenkt haben und man die Stromerzeugungsform so stark im EEG gefördert hat, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis.

Ein weiteres unlösbares Rätsel bleibt für mich in diesem Kontext, warum damals im Kern verantwortliche Partei heute mit Umfragewerten >10% belohnt, obwohl sie gerade in ihren Kernprojekten bewiesen hat, dass sie nicht erfolgreich regieren kann.

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darthmax 23.01.2013, 11:31
9. Umwelttechnik

bei der Herstellung von Solarzellen ( und Flachbildschirmen) wird NF3 verwendet, der schlimmste Klimakiller den es gibt. Rd. 17 000 mal schädlicher als CO2, also sollten wir doch froh sein, wenn diese schlimme Technik sich zumindest in Deutschland nicht mehr lohnt.

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