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Produktion im ersten Halbjahr: Erstmals mehr Öko- als Kohlestrom
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Die erneuerbaren Energien haben im ersten Halbjahr 2018 Braun- und Kohlekraftwerke bei der Stromerzeugung überholt. Die Erneuerbaren waren damit Deutschlands wichtigste Stromquelle.

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elmaivg 10.07.2018, 13:36
1. Die wahre Bilanz sieht anders aus

Von den Kilowattstunden, die per Wind erzeugt wurden, müssen erst einmal getrost die Hälfte abgezogen werden, denn das ist der Betrag, den Windräder beim Beton mit Zementbrennen, bei der Eisnegewinnung aus Erz, bei der Stahlherstellung, den Umformprozessen etc. für ihre Herstellung verbraucht haben. Es gibt nun einmal keinen reinen Öko-Strom.
Man könnte bestenfalls argumentieren, dass dieser Energiebeitrag von den schmutzigen Kohlekraftwerken bereitgestellt wurde. Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist naturgegeben immer rein!

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ringotheone 10.07.2018, 13:42
2. Biogas = Ökostrom?

Wenn mal mal durchrechnet wieviel Diesel bei den Bearbeitungen (Glyphosat spritzen, Pflügen, Gülle, Säen, nochmal spritzen, nochmal Gülle, Häckseln und Abfahren) des Ackers zur Erwirtschaftung von Biogasmais verbrannt wird, ist es totaler Unfug. Dazu kommt, dass Futtermittel importiert wird (wieder Diesel oder Schweröl), weil bei uns der Bogasmais steht und die Pacht für Viehalter nicht zahlbar ist. Wirtschaftlich interessant ist Biogas für die Landwirte nur aufgrund der hohen Förderung.
Wom Nitrateintrag ins Oberflachen- und Grundwasser mal ganz abgesehen.

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fotos 10.07.2018, 13:48
3. 36 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien ist Positiv.

Wie die Menschen, die einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung fordern den 26 % Anteil ersetzen wollen ist mir ein Rätsel.

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claudilein 10.07.2018, 13:52
4.

Dafür hatten wir ja das ganze Halbjahr lang auch permanent Stromausfälle. So wurde jedenfalls immer gewarnt. Nur hat sich da die Empirie der Theorie nicht so ganz angepasst.

Zum ersten Beitrag von elmaivg: Die für Produktion der Windräder notwendige Energie ist in der Regel innerhalb des ersten Jahres wieder eingespielt, bei Solaranlagen dauert es etwas länger. Stichwörter hier sind Erntefaktor oder Amortisationszeit.

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misterknowitall2 10.07.2018, 14:01
5. Wahnsinn.

Zitat von elmaivg
Von den Kilowattstunden, die per Wind erzeugt wurden, müssen erst einmal getrost die Hälfte abgezogen werden, denn das ist der Betrag, den Windräder beim Beton mit Zementbrennen, bei der Eisnegewinnung aus Erz, bei der Stahlherstellung, den Umformprozessen etc. für ihre Herstellung verbraucht haben. Es gibt nun einmal keinen reinen Öko-Strom. Man könnte bestenfalls argumentieren, dass dieser Energiebeitrag von den schmutzigen Kohlekraftwerken bereitgestellt wurde. Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist naturgegeben immer rein!
Das ist mit Sicherheit das dümmste Argument gegen Windräder, das ich je gehört habe. Haben sie mal nachgerechnet was ein Atomkraftwerk oder ein Kohlekraftwerk so an "Herstellenergie" verbraucht? Sicher nicht. Haben sie das mal konkret für Windräder berechnet? Wahrscheinlich nicht. Lediglich zwischen 5,2 und 6,4 Monate muss ein Windrad in Betrieb sein, bis es die Energie zurückgewonnen hat, die für seine Herstellung benötigt wurde. Das haben Forscher der Oregon State University errechnet. Komisch, wie kommen sie auf so abweichende Werte? Ach, sie haben nur geschätzt und das auch noch schlecht.

Doch, den gibt es. Liefert ein Windrad nach 5,2 bis 6,4 Monaten, Solarzellen sogar früher.

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larsmach 10.07.2018, 14:02
6. Energiebilanz zur Herstellung von (Wind-)Kraftwerken

Zitat von elmaivg
Von den Kilowattstunden, die per Wind erzeugt wurden, müssen erst einmal getrost die Hälfte abgezogen werden, denn das ist der Betrag, den Windräder beim Beton mit Zementbrennen, bei der Eisnegewinnung aus Erz, bei der Stahlherstellung, den Umformprozessen etc. für ihre Herstellung verbraucht haben. Es gibt nun einmal keinen reinen Öko-Strom. Man könnte bestenfalls argumentieren, dass dieser Energiebeitrag von den schmutzigen Kohlekraftwerken bereitgestellt wurde. Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist naturgegeben immer rein!
Es war mir ironischerweise klar, dass sogleich der erste Kommentar Nörgelei in irgendeiner Form sein würde - denn schließlich ist das hier ein deutsches Forum, und Nörgelei ist DIE deutsche Tugend (ein Nörgelnachweis, notfalls mit vorhergehendem Training, gehört somit eigentlich in jeden Einbürgerungstest!). Zum Thema: Sie haben richtig erfasst, dass z.B. ein Elektroauto der ERSTEN Generation mit fossilem Strom und wohlmöglich neu geschöpften Ressourcen produziert wird - ebenso wie ein Windrad. Dank Rezyklieren von Rohstoffen und dem Vorhandensein von Strom aus Erneuerbaren Quellen werden in Folge Industrie- und Konsumgüter jedoch ohne diese Nebeneffekte produziert - hatten Sie daran nicht gedacht?

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larsmach 10.07.2018, 14:08
7. "das ganze Halbjahr lang (...) permanent Stromausfälle"

Zitat von claudilein
Dafür hatten wir ja das ganze Halbjahr lang auch permanent Stromausfälle. So wurde jedenfalls immer gewarnt. Nur hat sich da die Empirie der Theorie nicht so ganz angepasst. Zum ersten Beitrag von elmaivg: Die für Produktion der Windräder notwendige Energie ist in der Regel innerhalb des ersten Jahres wieder eingespielt, bei Solaranlagen dauert es etwas länger. Stichwörter hier sind Erntefaktor oder Amortisationszeit.
Klingt interessant. Eigentlich führt der Einsatz von Photovoltaik usw. zu dezentraler Versorgung (weniger Hauptleitungen, weniger große Reservezentren; ich habe im Sommer 1997 beim Besuch eines Kohlekraftwerks in Bremen die Komplettabschaltung einer dreistelligen Megawattleistung erlebt - was bei jedem Kraftwerk vorkommen kann und z.B. bei vielen einzelnen und dislozierten Windkraftanlagen weniger starke Effekte verursacht). Falls Sie Zeit finden, wäre lieb, wenn Sie die Region nennen können und das EVU, bei dem es "das ganze Halbjahr lang auch permanent Stromausfälle" gegeben hat. Hier (in Krefeld) ist nichts davon angekommen. Unser letzter nächtlicher Stromausfall in Teilen Krefelds liegt drei Jahre zurück.

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misterknowitall2 10.07.2018, 14:11
8. Lustig.

Zitat von ringotheone
Wenn mal mal durchrechnet wieviel Diesel bei den Bearbeitungen (Glyphosat spritzen, Pflügen, Gülle, Säen, nochmal spritzen, nochmal Gülle, Häckseln und Abfahren) des Ackers zur Erwirtschaftung von Biogasmais verbrannt wird, ist es totaler Unfug. Dazu kommt, dass Futtermittel importiert wird (wieder Diesel oder Schweröl), weil bei uns der Bogasmais steht und die Pacht für Viehalter nicht zahlbar ist. Wirtschaftlich interessant ist Biogas für die Landwirte nur aufgrund der hohen Förderung. Wom Nitrateintrag ins Oberflachen- und Grundwasser mal ganz abgesehen.
Na dann rechnen sie mal. Das bisschen Diesel wird nicht reichen, um die Bilanz von Biogas kaputt zu rechnen. Sie haben keine Vorstellung, wie viel Energie so ein Feld Biomais liefert, nicht wahr? 1 ha liefert etwa 15 t Mais und daraus werden 106 m3 Methan. Etwa 17.000 kWh. In einem Liter Diesel stecken 10 kWh. Brauchen sie mehr 1700 Liter Diesel zur Bearbeitung von einem Hektar Ackerfläche? naja, ich grins mal kurz.

Nichts für ungut.

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misterknowitall2 10.07.2018, 14:15
9. Keine Angst

Zitat von fotos
Wie die Menschen, die einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung fordern den 26 % Anteil ersetzen wollen ist mir ein Rätsel.
Sofortiger Ausstieg heißt Laufzeiten vereinbaren bis es zu Ende ist und die Kapazitäten ersetzt werden können. Wie bei der Atomenergie, nach dem Ausstieg laufen die Anlagen weiter bis 2022.

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