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Produktion im ersten Halbjahr: Erstmals mehr Öko- als Kohlestrom
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Die erneuerbaren Energien haben im ersten Halbjahr 2018 Braun- und Kohlekraftwerke bei der Stromerzeugung überholt. Die Erneuerbaren waren damit Deutschlands wichtigste Stromquelle.

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grabenkaempfer 10.07.2018, 14:16
10.

36%+26%=62%
Was ist mit den restlichen 38%?
Wieviel der Energie die vom Wasser erzeugt wurde, wurde vorher verbraucht um das Wasser in Speicherbecken zu pumpen?

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guidomuc 10.07.2018, 14:31
11. Traue keiner Statistik...

...die Du nicht selbst formuliert hast:
Tatsächlich hat sich der Anteil der Kohle an der Gesamtstromerzeugung in den letzten 10 Jahren nur wenig verringert. Der Anstieg der erneuerbaren Energien kompensiert aber den Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie (ca. -50% s. 2008). Wenn also CO2 Vermeidung das Ziel ist und hierauf das Loblied angestimmt werden soll, so ist dies falsch. Aber verdrehte Zahlen kennen wir aus der Weltverbessererecke ja zu genüge.

Und soll niemand glauben, wir können einst Kohlekraftwerke in relevanter Größenordnung abschalten: Tatsache ist, dass wir die Kapazität der erneuerbaren Energien, insbes. Sonne und Wind, doppeln müssen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Es werden also bewusst Kraftwerke ineffizient betrieben und die Kosten dafür zahlen wir alle dauerhaft und ohne eine Wahl zu haben über die Stromrechnung. Da wird irgendwann (schon bald) der Toleranzlevel erreicht sein. Die Industrie hat längst begonnen, sich ihre eigenen Kraftwerke zu bauen.

Und wir stellen Lebens- und Futtermittel in einen Wettbewerb zur Energieerzeugung mit sichtbaren Effekten auf die Ernährung der Weltbevölkerung. Besonders damit habe ich ein erhebliches Problem. Wer findet einen vernünftigen Weg raus aus diesem Dilemma?

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götzvonberlichingen_2 10.07.2018, 14:32
12.

Zitat von elmaivg
Von den Kilowattstunden, die per Wind erzeugt wurden, müssen erst einmal getrost die Hälfte abgezogen werden, denn das ist der Betrag, den Windräder beim Beton mit Zementbrennen, bei der Eisnegewinnung aus Erz, bei der Stahlherstellung, den Umformprozessen etc. für ihre Herstellung verbraucht haben. Es gibt nun einmal keinen reinen Öko-Strom. Man könnte bestenfalls argumentieren, dass dieser Energiebeitrag von den schmutzigen Kohlekraftwerken bereitgestellt wurde. Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist naturgegeben immer rein!
Dann wäre es aber auch nett, dieselben Kosten auf die klassischen Stromerzeuger zu legen. So ein Kohlekraftwerk wächst ja auch nicht auf Bäumen. Wenn man genauer rechnet, müsste man noch die Folgekosten einrechnen. Luftverschmutzung und Landverlust bei Kohle, Entsorgungskosten bei der Atomenergie. Weil das aber zu anstrengend wäre, lassen wir das und tun so als ob die regenerativen Energien auch viel Dreck machen.

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christian-h 10.07.2018, 14:41
13. Angabe

Zitat von larsmach
1)Eigentlich führt der Einsatz von Photovoltaik usw. zu dezentraler Versorgung (weniger Hauptleitungen, weniger große Reservezentren; 2)was bei jedem Kraftwerk vorkommen kann und z.B. bei vielen einzelnen und dislozierten Windkraftanlagen weniger starke Effekte verursacht).
1) Nicht wirklich, da die Photovoltaik eben nur mit Licht Strom produzieren kann.
Die Leistung von Leitungen und Reservekraftwerken ist aber ausgelegt für den max. Bedarfsfall. Da dieser höchstwahrscheinlich im Winterhalbjahr in der Nacht (zwischen 18-22 Uhr) dürfte die Stromproduktion aus Photovoltaik keine Rolle spielen.

2) Schauen Sie sich die Einspeisung von Windkraftanlagen im Vergleich mit dem Bedarf an. Da fallen regelmäßig Leistung in 2 stelliger GW Leistung weg.
Die installierte Leistung liegt bei rund 58GW und die Einspeisung in 2018 schwankte bisher zwischen 0,3GW und 40GW.
Die daraus entstehenden Hübe sind auch recht interessant.
Am 24.02. um 16 Uhr lag die Windkrafteinspeisung bei rund 30GW und sank bis zum 25.02. gegen 8 Uhr auf ca. 9,5GW.
Das sind 20,5GW innerhalb von 16 Stunden.

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litholas 10.07.2018, 14:42
14.

Zitat von elmaivg
Von den Kilowattstunden, die per Wind erzeugt wurden, müssen erst einmal getrost die Hälfte abgezogen werden, denn das ist der Betrag, den Windräder beim Beton mit Zementbrennen, bei der Eisnegewinnung aus Erz, bei der Stahlherstellung, den Umformprozessen etc. für ihre Herstellung verbraucht haben. ...
Eine Windkraftanlage gewinnt über ihre Lebensdauer etwa 40mal so viel Energie, wie zu ihrer Erbauung und Entsorgung benötigt werden. Um die gleiche Strommenge zu erzeugen, wie eine etwa 2000 Tonnen schwere 5MW-Windkraftanlage in ihrer Lebensdauer vor Renovierungsmassnahmen einspeist, müssten Kohlekraftwerke 60.000 Tonnen Steinkohle verbrennen - oder 200.000 Tonnen Braunkohle.

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vfleischhauer 10.07.2018, 14:47
15. Wie viel wurde davon verbraucht?

Die reine Produktionshöhe sagt erstmal praktisch nichts aus. Da Wind und Sonne extrem schwanken muss man die Menge nehmen, die tatsächlich verbraucht wurde. Und nicht ans Ausland verschenkt. Und wichtig ist es auch, ob hier die Menge enthalten ist, die bezahlt werden muss, ohne das Strom eingespeist wird. Wer soll den nach dem Abschalten der Kohlekraftwerke und der Atomkraft die Grundlast übernehmen? Da habe ich noch keine praktischen Lösungen gefunden, zumal es NULL wirtschaftliche und aufnahmefähige Speicherlösungen momentan gibt.

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derratlose 10.07.2018, 14:48
16. @1

Deshalb kostet dieser Strom ja auch Geld, oder nicht? Und wie ist das dann bei Strom der aus Kohle? Schnippen Sie mit den Fingern und aus Kohle wird Strom oder wurden für den Bau des Kraftwerks, der Kohleförderung und Beförderung vielleicht auch ein paar Ressourcen eingesetzt?

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litholas 10.07.2018, 14:51
17.

Zitat von guidomuc
...die Du nicht selbst formuliert hast: Tatsächlich hat sich der Anteil der Kohle an der Gesamtstromerzeugung in den letzten 10 Jahren nur wenig verringert. Der Anstieg der erneuerbaren Energien kompensiert aber den Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie (ca. -50% s. 2008). Wenn also CO2 Vermeidung das Ziel ist und hierauf das Loblied angestimmt werden soll, so ist dies falsch. Aber verdrehte Zahlen kennen wir aus der Weltverbessererecke ja zu genüge. ...
Dabei muss erwähnt werden, dass ein Drittel des Braunkohlestroms als Stromexportüberschuss erzeugt wird, und ein weiteres Fünftel, um weniger umweltschädlichen Gasstrom aus dem Markt zu drängen.

Der CO2-Ausstoss für den deutschen Stromverbrauch ist also deutlich gesunken. Aber die Besitzer der Braunkohlekraftwerke verbrennen die ihnen vom deutschen Volk kostenlos zur Verfügung gestellte Braunkohle, um sich mit dem Erlös des Stroms im Ausland die Taschen zu füllen, wobei das CO2 der deutschen Bilanz zugerechnet wird und jährlich Millionen letale Dosen Schwermetallaerosole in die Nahrungskette immittiert werden.

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misterknowitall2 10.07.2018, 14:53
18. Gas, Atom und sonstige wie Öl

Zitat von grabenkaempfer
36%+26%=62% Was ist mit den restlichen 38%? Wieviel der Energie die vom Wasser erzeugt wurde, wurde vorher verbraucht um das Wasser in Speicherbecken zu pumpen?
Das sind die anderen konservativen Energiearten.
Ein Großteil der Wasserkraft beruht auf natürlichem Gefälle. Ein Speicherbecken vollzupumpen macht nur Sinn, wenn es Zeiten gibt in denen billig oder übermäßig Strom zur Verfügung steht.

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seinedurchlaucht 10.07.2018, 14:53
19.

"In Deutschland läuft noch eine Reihe sehr alter, wartungsintensiver Kohlekraftwerke, die die Betreiber zunehmend aus Kostengründen vom Netz nehmen." - Und woher sollen wir dann Strom bekommen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint? Atomstrom aus Frankreich?

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