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Produktionsende für den A380: Der Koloss und sein kolossaler Makel
AP

Airbus stellt die Produktion des A380 ein - des Riesenjets, der an Bedürfnissen des modernen Luftverkehrs vorbei geplant wurde. Der Irrweg begann schon in den Neunzigerjahren - auch Hartmut Mehdorn spielte dabei eine Rolle.

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stelzerdd 14.02.2019, 15:29
140. Komisch? Eher Prinzip!

Zitat von moby dick
…. bis ich den Namen Mehdorn las. Es ist schon urkomisch. An welcher Katastrophe hat dies Rumpelstilzchen der deutschen Wirtschaft und Leistungsgesellschaft eigentlich nicht mitgewirkt ?
Herr M. ist ein markanter Vertreter der sich intern wechselseitig protegierenden und bereichernden Managerkaste, einer üblen Erscheinung in der heutigen Welt der Großkonzerne. Manager sind leitende Angestellte, nicht mehr und nicht weniger, aber sie gebärden sich als Unternehmer (was sie nicht sind) und allweise Wirtschaftslenker. Ist ein solcher Manager gut vernetzt und damit Angehöriger dieser Kaste, dann geht es mit ihm nur noch aufwärts (vor allem die Gehälter übersteigen bald jedes Maß). Hauptsache, er dreht große - möglichst riesige - Dinger, Erfolg Nebensache. (Siehe z.B. Bayer AG) Eigenes Risiko des Managers: Null. Nach dem goldenen Handschlag geht's weiter zum nächsten Unternehmen. In diesem Sinne ist der Weg des Herrn M. besonders bemerkenswert:
Heidelberger Druckmaschinen AG - Ergebnis: Wachstum durch hemmungslose Zukäufe bis zur Fast-Insolvenz.
Heinz Dürr, der zuvor die AEG zugrunde gerichtet hatte, schlug M. dem damaligen Bundeskanzler Kohl als Bahnchef vor (sic!). Kohl folgte dieser Empfehlung nicht, aber Bundeskanzler Schröder wenig später schon.
M. holte als Bahnchef die bei der Heidelberger Druckmaschinen gescheiterte Strategie "Wachstum um jeden Preis - durch Zukäufe" aus der Mottenkiste. Gekauft wurde, was das Zeug hält, u.a. die Stinnes AG mit Schenker. Seitdem rollt der Güterverkehr der Bahn auch auf der Autobahn. Und unsere Bahn transportiert Güter sonstwo im Ausland - in Deutschland eher nicht, jedenfalls nicht auf der Schiene.
Dann kam Air Berlin - Ende bekannt.
Und der Haupstadtflughafen - Ende unbekannt.
Gemessen an dieser Bilanz ist die kleine Fehlprognose zur Entwicklung des Luftverkehrs und damit die Entwicklung und Produktion des A380 eine Kleinigkeit.

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torpedofrog 14.02.2019, 15:31
141. Feiglinge, Miesmacher, Schlechtredner...

.. schämt Euch!
In keinem anderen Land der Welt darf es sich die schreibende Kaste erlauben, mit derartiger Häme und Mißgunst über ein derartiges Ereignis zu "berichten".
Kein Wort der Anerkennung, welche - auch planerische- Leistung hinter so einem Projekt steckt.
Ich verneige mich tief vor den Ingenieuren und den vielen tausend Händen, die dieses technische Wunderwerk in die Luft gebracht haben - während andere ihre Hintern in weiche Redaktionssessel drücken und hämisch den Misserfolg der eigenen Landsleute kommentieren.

An dieser Stelle meine Hochachtung und die besten Wünsche für die Kollegen in Hamburg in Toulouse und in den vielen anderen Werken.

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quark2@mailinator.com 14.02.2019, 15:36
142.

Der Artikel strotzt mal wieder von Halbwahrheiten. Ich will hier nicht alles wiederholen, was ich im vorletzten Thread zum gleichen Thema vor ein paar Tagen schrieb, aber kurz gesagt - das A380 hätte mit den alten ETOPS-Regeln funktionieren können, wie auch der A340, also solange diese Regeln es forderten, daß man über dem Ozean mehr als 2 Triebwerke hat (sehr vereinfacht gesagt). Das es Boeing gelang, diese Regeln ändern zu lassen, ermöglichte ihnen den neuen Weg über B777 und B787. Das politische Klima bzgl. der Liberalisierung der Fluglinien war auch nicht unbedingt vorhersehbar. Vor allem aber hat sich Airbus durch den A380 von der Dominanz der 747 freigeschwommen. Man hat gezeigt, daß man auch in der Ebene mitspielen kann. Der Quantas-Vorfall war am Ende fast schon ein Segen für Airbus, denn so konnte die ganze Welt sehen, wie gut das System selbst bei extremen Beschädigungen noch zusammenhält (und man hat auch gelernt, was man verbessern muß, ohne das dafür Opfer zu beklagen waren). In Summe kann nur Airbus selbst wissen, ob sich das Ding, über alles gerechnet, gelohnt hat. Es dürfte ein lachendes und ein weinende Auge geben ... und noch in 30 Jahren dürfte der A380 als größtes Serien(passagier)flugzeug in den Listen stehen. Das ist immer gut um kleine Kinder zu beeindrucken :-).

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iphone_dummy 14.02.2019, 15:40
143.

Ein politischer Aspekt wird im Artikel (und den zahlreichen davor) überhaupt nicht erwähnt: Die Rolle der FAA und deren Druck auf "Sonderbehandlung" für den A380-800. In der Folge gab es eine neue WTC.

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planet335 14.02.2019, 15:48
144.

Zitat von williwupp
Es werden noch bis 2021 A380 gebaut. Und dann kann die Situation schon wieder anders sein. Die DLR erwartet bis 2030 über 70 Millionen zusätzliche Passagiere in D und das wird sich auch mit Widebodys wie A350 oder B787 nicht bewältigen lassen. Ich persönlich finde die A380 die komfortabelste Maschine die zur Zeit in der Luft ist, aber die bereits ausgelieferten A380 werden ja noch ein paar Jahre in Betrieb bleiben.
Nach dieser Prognose wird dann ja wohl jede zweite deutsche Frau im arbeitsfähigen Alter als Stewardess arbeiten.

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JSorel 14.02.2019, 16:03
145.

Zitat von torpedofrog
.. schämt Euch! In keinem anderen Land der Welt darf es sich die schreibende Kaste erlauben, mit derartiger Häme und Mißgunst über ein derartiges Ereignis zu "berichten". Kein Wort der Anerkennung, welche - auch planerische- Leistung hinter so einem Projekt steckt. Ich verneige mich tief vor den Ingenieuren und den vielen tausend Händen, die dieses technische Wunderwerk in die Luft gebracht haben - während andere ihre Hintern in weiche Redaktionssessel drücken und hämisch den Misserfolg der eigenen Landsleute kommentieren. An dieser Stelle meine Hochachtung und die besten Wünsche für die Kollegen in Hamburg in Toulouse und in den vielen anderen Werken.
Sie sprechen mir aus der Seele! Hinterher ist man immer klüger!
Ich bin einige mal mit der A380 geflogen, mit verschiedenen Airlines. Kein anderes Flugzeugmodell ist angenehmer für die Passagiere, weder der Dreamliner noch der A350, von der 777 ganz zu schweigen.
Ich hoffe, ich werde noch öfter die Gelegenheit haben, mit der A380 zu fliegen.

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krautrockfreak 14.02.2019, 16:05
146. Der Vogel ist zu groß! Bin mal die Kiste geflogen und musste zuerst in

Asien fast eine Stunde auf mein Gepäck warten, weil das unendlich viele Koffer waren aller Passagiere und in Frankfurt musste ich zwei Gepäckbänder parallel beobachten, weil die dort noch nicht eingestellt sind auf so große Flieger. Mist hoch drei war das und dabei war es nicht mal besser in der Economy, genau so eng wie alle anderen!

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catcargerry 14.02.2019, 16:13
147. Mehdorn

Zitat von Grummelchen321
schon wieder.Bahn,BER.Wo hat er nicht die finger drin gehabt das schiefgeht.
In "Frankenstein Junior" konnte man die Pferde wild machen, wenn man den Namen der Haushälterin Frau von "Blücher" aussprach. Marty Feldmann testete das ausgiebig. Bei manchem geht das mit "Mehdorn".

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sabaka56 14.02.2019, 16:13
148. Sicherheit!

Zitat von Björn L
Angesichts der besonderen Anforderungen an einen Flughafen die Infrastruktur für eine Abfertigung bereit zu stellen scheint dies schlüssig zu sein. Auch nahm ich an, dass auf Grund der neuen Triebwerke alles ökonomischer wäre. Laut Spiegel ist der Vogel eine Drecksschleuder auf den ersten Reiseabschnitt auf Grund des Tankinhaltes und den verbundenem Startgewicht. Scheinbar ist das Zeitalter für vierstrahlige Triebwerke vorbei. Gut für die Umwelt aber sehr schade. Ich bin immer noch beeindruckt vom A380 auch weil er aus Europa kommt. Halte es für ein Privileg damit reisen zu dürfen.
Ich bin kein Vielflieger und verursache nicht so viel Dreck, aber die Sicherheit von 4 Triebwerken gegenüber 2 ist mir psychologisch sehr wichtig.

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MatthiasPetersbach 14.02.2019, 16:14
149.

Ist das jetzt nicht alles ein wenig "Lust am Schlechtmachen"?

Airbus hat also ein Flugzeug gebaut, was wegen sich geänderten/falsch eingeschätzter Eckdaten nicht rentiert hat. Das ist erstens nicht mein Problem - und die werdens überleben - so wie ein Autohersteller es überlebt, wenn ein Modell nicht am Markt ankommt.

Die Milliarden und die Erkenntnisse sind ja mitnichten verloren.

Die Milliarden nicht , weil ein Großteil davon in den Taschen von Beschäftigten gelandet ist (was der EINZIGE Grund ist, überhaupt was tun oder herzustellen) - und damit wieder beim Dachdecker, bei der Tagesmutter und dem Bäcker. Und die Erkenntnisse sind nicht verloren, weil das Erkenntnisse NIE sind.

Was wäre, wenn Airbus NICHT vorausgedacht, nicht weiterentwickelt, nicht irgendwas probiert hätte? Dann wäre wieder das Galama mit "wir sind hintendran/Europa verliert den Anschluß/Mimimi" losgegangen.

Nicht, daß ich jetzt den Vogel toll fände - groß ist doof, größer ist dööfer - und die Fliegerei ist eh ziemlich banane. Aber davon mal abgesehen.

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