Forum: Wirtschaft
Prognose zu wirtschaftlicher Entwicklung: Abwanderung wirft den Osten zurück
imago/Fotoagentur Nordlicht

Kurz vor dem Tag der deutschen Einheit zeichnen Forscher ein düsteres Szenario für den Osten: Langfristig werde dieser wirtschaftlich weiter abgehängt, weil zu viele Menschen abwandern.

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liberaleroekonom 02.10.2018, 21:47
100. Ist nicht das Lohnniveau im Osten bereits jetzt zu hoch?

Zitat von liberaleroekonom
Weil Sie doch gerade auf die unreflektierten Daten und Statisken schimpfen. Wussten Sie eigentlich, dass jährlich von West nach Ost immer noch ca. 60 Milliarden Euro an Nettotransferleistungen fließen. Lege ich jetzt die Bevölkerungszahlen von West (66 Millionen) und Ost (16 Millionen) zugrunde zahlt jeder Wessi monatlich ca. 75 Euro um damit einen Ossi mit monatlich ca. 300 Euro zu subventionieren. Etwas mehr Dankbarkeit sollte man daher aus dem Osten durchaus erwarten können.
Bevor mich hier gleich jemand fragt woher ich diese Zahlen habe und ob ich eine Quelle hätte, hier der Link:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-einheit-deutschland-droht-die-auslaender-luecke-a-1230704.html

Da findet man dann auch noch eine interessante Analyse:
Das Problem mit dem Osten ist doch vor allem auch sein schlechtes Image - geprägt von Pegida, Chemnitz, AfD-Erfolgen, NSU und so weiter -, das auch nicht gerade zur internationalen Attraktivität beiträgt. Für die alten Länder sieht die Sache gänzlich anders aus. Der Westen ist attraktiv, wie die hohen Zuwandererzahlen zeigen. Die Bundesrepublik sollte deshalb alles daransetzen, diesen Rückenwind zu erhalten. Dazu braucht es insbesondere eine stringente Einwanderungs- und Integrationspolitik, damit die Stimmung nicht noch weiter in Richtung undifferenzierter Grenzen-dicht-Rhetorik abdriftet. Bislang profitiert der Osten enorm von der Wirtschaftskraft des Westens - und damit auch von der Zuwanderung aus dem Ausland in die alten Bundesländer. So liegt das durchschnittliche Nettoeinkommen ("Nettoäquivalenzeinkommen") der privaten Haushalte im Osten bei knapp 90 Prozent des Westniveaus. Die Wirtschaftskraft pro Einwohner verharrt jedoch unter 75 Prozent, die industrielle Bruttowertschöpfung pro Kopf beträgt sogar nur rund 50 Prozent.

Wenn also die Bruttowertschöpfung pro Kopf nur bei rund 50 Prozent liegt. Dann scheint doch das Lohnniveau im Osten bereits jetzt viel zu hoch zu sein. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?

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immerfroh 03.10.2018, 09:30
101.

Zitat von liberaleroekonom
Wenn also die Bruttowertschöpfung pro Kopf nur bei rund 50 Prozent liegt. Dann scheint doch das Lohnniveau im Osten bereits jetzt viel zu hoch zu sein. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
Ich weiß ja nicht auf welcher Basis solche Zahlen zustande kommen, aber spekulieren wir mal, dass der Ostlohn auf ein Ihnen passendes Niveau abgesenkt werden würde. Was würde passieren ?
Es gäbe eine neue Flucht/Abwanderungswelle ähnlich der der Wendezeit Anfang der 1990er.
Zudem käme neuer politischer Sprengstoff hinzu.
Abgesehen davon, dass ich solche Statistiken stark in Zweifel ziehe, wäre das für die Ostdeutschen ein weiterer Beweis für die These, man sei Staatsbürger zweiter Klasse oder noch schlechter.

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