Forum: Wirtschaft
Prognose zu wirtschaftlicher Entwicklung: Abwanderung wirft den Osten zurück
imago/Fotoagentur Nordlicht

Kurz vor dem Tag der deutschen Einheit zeichnen Forscher ein düsteres Szenario für den Osten: Langfristig werde dieser wirtschaftlich weiter abgehängt, weil zu viele Menschen abwandern.

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_derhenne 01.10.2018, 15:59
40.

Zitat von pavel1100
Welcher Unternehmer will denn schon seinen Betrieb in einem Landstrich aufbauen in dem sich Menschen feindselig und mit Hassparolen ausländische Mitarbeiter verhalten, ohne die er aber nicht auskommt. Die Lücke ist hausgemacht.
Ach hören Sie doch auf, das ist doch wohlfeiles Gequatsche. Klar, Ausländerfeindlichkeit kann man sich prima als Argument einer Nicht-Ansiedlung zurechtlegen, wird aber in den seltensten Fällen der ausschlaggebende Punkt sein. Man gibt einfach ungern ab, so einfach ist das.

Solange in Deutschland das Diktat von der Flexibilität der Arbeitnehmer hochgehalten wird, wird sich das auch nicht ändern. Weder bei den Gefällen Ost-West noch Nord-Süd. Der Arbeitnehmer soll gefälligst dahin kommen wo die Arbeit ist und jede Region "puscht" sich selbst ohne Rücksicht auf Verluste, weil man den anderen nichtmal den Dreck unter den Nägeln gönnt.

Wo das hinführt sehen wir in München, Stuttgart oder Hamburg. Lebenswert ist das für viele nichtmehr, trotzdem kommen immer mehr. Das ist eine Katastrophe.

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sozialismusfürreiche 01.10.2018, 16:00
41. So? Ist das wahr?

Zitat von andere Hobbys
haben wir ca. 3 Mio. neue " Bewohner " bekommen. Nur 20 % der Erwerbstätigen aus dieser Gruppe hat einen Job und trägt zur Wirtschaftsleistung mehr oder weniger gut bei. Trotz aller Abwanderung braucht der Osten hieraus keinen Zuzug. Komischerweise hört man nie Probleme mit europäischen Arbeitskräften, die im Osten von Deutschland arbeiten und leben.
Demnach ist Chemnitz, Dresden usw. zu meiden?
Sie können davon ausgehen, dass auch diese das Ziel von Pegida, AfD und Pi_news (und deren Klientel) sind. Sie müssen nur mal die Einlassungen derer und ihrer Fans lesen ...

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bcdb 01.10.2018, 16:04
42.

Zitat von seinedurchlaucht
Put-Optionen sind etwas anderes. Hier vertauschen Sie etwas.
Oh. Was sind denn Put-Optionen anderes als das Recht, eine Sache gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurückgeben zu können?

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poetnix 01.10.2018, 16:10
43. Ost-Wirtschaftsdeligation

Nicht nur nach Afrika oder China etc. sollte unsere Rautenkönigin mit einen großen Wirtschaftsdeligation reisen.
Chemnitz und andere Regionen sind es auch wert !
Ich weiß, Polemik, aber vielleicht erreicht man damit wenigstens etwas Bewegung.

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draco2007 01.10.2018, 16:10
44.

Zitat von Aristocat
...sondern das Angebot an Arbeit (und zu welchem Lohn?) wirft Ostdeutschland zurück. Den Lobbyisten der Arbeitgeber gehört endlich mal das krause Haar geglättet anstatt den Bürgern derartige Vorwürfe zu machen. Was sollen die Leute auch machen, wenn es keine Arbeit gibt von der man dementsprechend leben kann wie im Westen der Republik. Einer ersthaft bemühte "Soziale Marktwirtschaft" sieht in meinen Augen anders aus...
Zweischneidiges Schwert.

Welcher Arbeitgeber möchte denn in ein Bundesland in dem man Angst haben muss, wenn man internationale Kunden einläd, oder Mitarbeiter hat, die nicht arisch genug aussehen?

Das ist eine reine Standort Frage und gerade Sachsen tut alles dafür um als potenzieller Standort NICHT in Frage zu kommen.

Ich würde dort jedenfalls keine moderne Firma aufbauen wollen.

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agash 01.10.2018, 16:11
45. Niedrige Löhne und zunehmendes Ungleichland

sorgen für die Abwanderung. Ich bin selbst abgewandert, weil ich es leid war für die gleiche Arbeit so derart ungleich bezahlt zu werden. Ich habe Jahrelange in einer (mittel-)großen IT-Firma gearbeitet, die sich immer zu damit gerühmt hat, wieviel Umsatz sie wieder gemacht haben. Die Kollegen an den westdeutschen Standorten haben für die gleiche Arbeit durchschnittlich 2/3 mehr Lohn bekommen. Begründet wurde dies mit "das ist eben unser Standortvorteil". Aha, der Standortvorteil ist also, dass die Mitarbeiter billig sind, aber sonst nix können, vielen Dank für die Blumen! Auf die Frage, warum dann der einzige Ost-Standort nicht der größte sei, wenn man schon so einen tollen Vorteil hat, blieb man mir die Antwort schuldig.
Auch wenn man sich bei anderen Firmen in der Gegend bewarb, bekam man entweder noch weniger Lohn oder wesentlich schlechtere Bedingungen geboten. Begründet wurde dies wieder mit "Das ist unser Standortvorteil."
Nein, es ist kein Vorteil Leute schlecht zu bezahlen. Vorallem dann nicht, wenn die Lebenshaltungskosten immer weiter steigen (jaja, bevor die Münchner wieder brüllen, dass dort alles so teuer ist, ja ich verstehe durchaus, dass man einem Arbeitnehmer in München mehr Geld bezahlen muss, weil er höhere Mieten hat, dann aber bitte nur die Ausgleichsumme und nicht das Doppelte..Essen, Tanken, Versicherung, Handy kostet genau so viel, Strom, Wasser, Gas kosten im Osten sogar mehr).
Wenn man niedrige Löhne zahlt und den Mitarbeitern immer wieder brühwarm auftischt, dass dies ihr einziger "Vorteil" wäre, erreicht man dadurch nur, dass die Menschen immer unzufriedener werden und letztlich gar abwandern (wenn es die Situation zulässt). Und meist sind es die guten, die gehen.

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vö123 01.10.2018, 16:13
46. Danke

Zitat von Herr_Jeh
Der Artikel suggeriert, dass man nur genug Lohndumper in eine Region karren müsste, dann käme der Aufschwung von ganz allein. Im Ruhrpott sieht man, wie dieses Konzept eben nicht funktioniert. Es will keiner in den Osten, weil es dort nichts zu holen gibt. Zumal viele klassische Zuwanderer-Berufe wie Friseurin, Taxi-Fahrer usw. bereits von einheimischen Billig-Löhnern besetzt sind.
Endlich mal jemand, der das Problem verstanden hat und ohne langes Gelaber auf den Punkt bringt.

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bcdb 01.10.2018, 16:14
47.

Zitat von hohnstein2016
Ich war in letztzer Zeit einige Male in Dresden. Mein Eindruck: Dresden boomt, es wird im Zentrum an jeder Ecke gebaut,man sieht überall Baukräne...ich dachte schon so viele hab ich zuletzt nur in Dubai und Shanghai gesehen... und vom Bautempo geht es schneller voran als an vielen Stellen im Westen... rund um die Frauenkirche und im Zentrum überall Touristen, alles sehr schön....und sauber, definitiv sauberer als in vielen Westdeutschen Großstädten.....auch Radebeul sehr schön....
Da könnte man auch sagen, der Berliner Flughafen boomt. Beim BER sehen sie auch überall Baukräne ... In Dresden wird einfach nur das Geld aus dem Soli verbraten, damit die Ossis nicht völlig durchknallen.

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zynischereuropäer 01.10.2018, 16:15
48. @josho

Wollen Sie die Leute zwingen sich im Osten anzusiedeln? Was nützt es einem Wohnungssuchenden in München, dass in Meck-Pomm Häuser leer stehen? Richtig, nichts. Der Osten hat bedingt durch die Geschichte ein paar Handicaps, keine Frage. Aber insgesamt stimme ich da mit den anderen Foristen überein - das Problem ist der Osten selbst. 10 Jahre Steuerfreiheit oder ähnliches Anreize nützen selbst dem engagiertesten Unternehmen nichts, wenn es keine Fachkräfte findet die dort arbeiten wollen. Sachsen hat ja zB in den letzten Wochen und Monaten wieder einmal alles getan, um möglichst unattraktiv für international ausgerichtete Unternehmen zu sein. Mag den Hutbürgern (sic!) und Nazis nicht gefallen, aber Wirtschaft ist internationalisiert, da gibt es kein nationales einerlei mehr. Und eben diese Wirtschaft ist auf internationale Fachkräfte angewiesen, die keinerlei Intention haben, mit den rechten Idioten zusammen zu leben. Wer kann es ihnen verübeln? Selbst ich als "Biodeutscher" würde nicht für Geld und gute Worte dorthin gehen. Solange der Osten mit seinem minimalen Ausländeranteil seinen Rassismus pflegt und salonfähig hält, solange werden sie im wirtschaftlichen Elend hängen. MMn zurecht.

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draco2007 01.10.2018, 16:15
49.

Zitat von _derhenne
Alles steht und fällt mit Wirtschaft und Arbeitsplätzen. Solange es im Osten weiterhin kaum gut bezahlte Arbeit (Tarif!) für Höherqualifizierte gibt, wird sich an dem Trend nichts ändern. Man braucht sich nur auf einer Deutschlandkarte ansehen wo etwa die meisten Bundesbehörden, Konzernzentralen oder auch Kasernen sitzen... All das fehlt im Osten in der Breite. Dieser Mangel an gutbezahlten Arbeitsplätzen schlägt bis runter auf den Dienstleistungsektor durch und verursacht auch die oft zitierte Lücke bei der "Produktivität" zwische Ost und West.
Ja, aber stellen sie sich doch mal die Frage wieso es kaum gut bezahlte Arbeit gibt.

Gut bezahlte Arbeit gibt es bei guten Firmen und gute Firmen arbeiten heute INTERNATIONAL. Und wer will international Arbeiten in einem Bundesland in dem einfach noch so viele Nazis offen marschieren?

Das Risiko geht keine Firma ein.

Da kann man es nicht anders sagen, der Osten ist da durchaus mit Schuld und nicht immer nur die böse Politik.

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