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Prokon-Insolvenz: Geld verlieren mit Gefühl
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Aufstieg und Fall des Ökokonzerns Prokon sind ein Lehrstück über die emotionalen Fallstricke der Geldanlage. Wenn es ums Investieren geht, reichen oft schon Gratis-Schnittchen und ein vermeintlich edles Anliegen, um unseren Verstand zu vernebeln.

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Tevsa 26.01.2014, 13:26
1. auc Gier ist eine Gefühl...

... sogar ein starkes. Nur wenige sind nicht gierig wenn sie Geschäfte an der Börse machen...

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Aladin02 26.01.2014, 13:35
2. Grundrechenarten reichen

Auch wenn die Anleger alles noch durch ihre Gutmenschen-Brille sehen, die Grundrechenarten beherrschen sie sicher doch noch. Von ihren 1.300 Mio. Anlagengeldern wurden 500 MW Windparkleistung errichtet, diese waren vor Jahren mal 500 Mio. Euro wert, als sie noch neu waren. Und das Sägewerk und die Biodieselfabrik sind nie und nimmer die restlichen 800 Mio. Euro wert.
Überschlägig kann sich also jeder selbst ausrechnen, dass mehr als die Hälfte des Geldes weg ist, beispielsweise in dubiosen rumänischen Wäldern angelegt, wie heute berichtet wurde. Oder auch ausgezahlt als 8%-Zinsen, denen aber keine Einnahmen aus nicht existenten Windparks gegenüberstanden.

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hansulrich47 26.01.2014, 13:55
3. Wer ist nicht gerne ein GUTER Mensch!!

Zitat von sysop
Aufstieg und Fall des Ökokonzerns Prokon sind ein Lehrstück über die emotionalen Fallstricke der Geldanlage. Wenn es ums Investieren geht, reichen oft schon Gratis-Schnittchen und ein vermeintlich edles Anliegen, um unseren Verstand zu vernebeln.
Gut und edel sei der Mensch, hat doch schon Goethe gefordert. Wenn man dann noch 8% Zinsen bekommt, da kommt schon mal das Gefühl auf, genau so zu sein. Klappt es dann nicht, sind böse Mächte schuld. Verschwörer gegen das Gute, Edle.
Dabei muss man einfach nur mal nachsehen, wo für es heute hohe Zinsen gibt. Firmen mit einem relativ guten Ruf geben zwischen 1.5% und 2.5% Zins bei ihren Anleihen.
Wer 6 bis 8% Zins geben muss, ist kurz vor der Pleite oder in heftigen Schwierigkeiten. Ich schreib jetzt keine Firmennamen, sonst streicht das der Zensor raus. Deshalb nur das: Airlines oder Reedereien, die seit Jahren rote Zahlen schreiben, geben Anleihen mit diesem Zinsniveau heraus. Da reiht sich Prokon ein. Und deshalb kann kein Anleger sagen, das ist aber ganz anders bei Prokon ....

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tchantchès 26.01.2014, 13:59
4. Es trifft ja keine Armen

Ein Haufen Zahnwälte und überversorgte Rentner hat sich für besonders schlau, edel oder sonstwas gehalten. Die sind jetzt alle ein paar Tausender los geworden, die ihnen nicht wirklich fehlen werden. Wer tatsächlich auf seine Spargroschen angewiesen ist, der legt sie nicht derart riskant an.

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kumiori 26.01.2014, 14:00
5. Unbestritten ...

müssen sich viele Prokon-Anleger eine gewisse Blauäugigkeit vorwerfen lassen.

Anderseits hat der Autor mit seinem Blick auf ethische Geldanlagen aber durchaus auch recht. Es gibt ein wachsendes Bedürfniss Anlagen nicht bei Heuschrecken und der "normalen" Finanzindustrie zu machen, bei der es ja immer ersichtlicher wird, dass es nicht um die Rendite der Anleger, sondern einzig um die zu erzielenden Provisionen geht.

Allerdings sehe ich bei dieser Thematik noch einen ganz anderen Schuldigen. Mit der Abwendung unseres Staates vom Generationenvertrag im Rentensystem, wurden wir Bürger völlig alleine gelassen. Es wurden zwar Anlageformen wie Rürup und Riester eingeführt, aber wie sich gezeigt hat, nutzen diese ja auch hauptsächlich den Versicherungen und Banken.

Wir Bürger sollen uns selbst um unsere Altersvorsorge kümmern und wurden von den Verantwortlichen sehenden Auges den Finanzgeiern zum Fraß vorgeworfen.

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soulbrother 26.01.2014, 14:00
6.

Zitat von sysop
Aufstieg und Fall des Ökokonzerns Prokon sind ein Lehrstück über die emotionalen Fallstricke der Geldanlage. Wenn es ums Investieren geht, reichen oft schon Gratis-Schnittchen und ein vermeintlich edles Anliegen, um unseren Verstand zu vernebeln.
Man sollte allerdings auch berücksichtigen, dass den Menschen, vor allem von Seiten der Medien & Politik, jahrelang eingebläut wurde, dass mit Erneuerbaren Energien exorbitante Renditen selbstverständlich sind.

Es wundert daher nicht, dass viele darauf hereingefallen sind.

Wer sein Geld nachhaltig anlegen möchte, dem seien zB Umweltbank oder Ethikbank empfohlen.

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Gerdtrader50 26.01.2014, 14:01
7. Es ist trotzdem kaum verständlich...

dass "Anleger" den Weg des Erwerbs eines Genussrechtes wählen, ohne sich vorher umfassend über die Risiken alleine nur dieser Anlageform zu informieren. Es hätte ein Blättern in Wikipedia genügt unter dem Stichwort Genussrechte. Derselbe Hype läuft bei der Volksverulkung mit der Energiewende ab. Alles johlt und freut sich, erst wenn mal am Tage stundenlang die Lichter ausgehen, hört das auf.

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franziskus.2 26.01.2014, 14:12
8. Wer ist schuldig ?

Zitat von Aladin02
Auch wenn die Anleger alles noch durch ihre Gutmenschen-Brille sehen, die Grundrechenarten beherrschen sie sicher doch noch. Von ihren 1.300 Mio. Anlagengeldern wurden 500 MW Windparkleistung errichtet, diese waren vor Jahren mal 500 Mio. Euro wert, als sie noch neu waren. Und das Sägewerk und die Biodieselfabrik sind nie und nimmer die restlichen 800 Mio. Euro wert. Überschlägig kann sich also jeder selbst ausrechnen, dass mehr als die Hälfte des Geldes weg ist, beispielsweise in dubiosen rumänischen Wäldern angelegt, wie heute berichtet wurde. Oder auch ausgezahlt als 8%-Zinsen, denen aber keine Einnahmen aus nicht existenten Windparks gegenüberstanden.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass Investitionen in erneuerbare Energien empfohlen wurden. Wer sofort eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installierte oder einige Windräder auf seinen Acker baute, machte und macht aufgrund der garantierten Abnahme auf 20 Jahre ein Bombengeschäft. Nicht jeder hat ein Haus oder einen Acker. Auch diese Menschen sollten nicht leer ausgehen und konnten in Firmen wie Prokon investieren. Prokon konnte natürlich nicht alle Gelder sofort in Windkraftanlagen oder sonstige geförderte Energieanlagen investieren. Da jedoch Jahr für Jahr die Einspeisungserlöse gesenkt wurden, war die angepeilte Verzinsung von 8% nicht zu halten.

An diesem Desaster sind im Endeffekt die Förderer der Energiewende schuld. Sie haben den Menschen empfohlen in erneuerbare Energien zu investieren, auch wenn sie kein Haus oder Acker haben. Wenn der Staat mit Investitionsanreizen lockt, dann verdienen sich einige eine goldene Nase und die anderen müssen das bezahlen. Die Energiewende wird überwiegend von den Menschen bezahlt, denen es sowieso nicht gut geht. Die wählen auch nicht die Grünen. Wenn es einen Preis für Heuchelei und Pharisäertum gäbe, wäre die Goldmedaille den Grünen sicher.

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Thomas Kossatz 26.01.2014, 14:16
9. optional

Was für eine Sülze. Mit dem Begriff "ethisch" wird suggeriert, "die anderen" handelten unethisch, wenn sie ihren Eigentümern und Geldgebern Ihre Kohle mit Verzinsung zurückzahlen. Natürlich waren die hohen Zinsen nötig, denn sonst wären sie nicht gezahlt worden.

Nun haben wir also einen ethischen Konkurs, so wie wir in Indien ethisch einwandfreie Selbstmorde nach geplatzten ethischen Mikrokrediten haben. Wenn Ihr Ethikgiganten nun mehr Zeot habt und das Handelsblatt nicht mehr braucht, könnt ihr in Eurer freien Zeit wieder Testanbauten gentechnisch veränderter Kulturen zerstören, was zwar zu vermeidbaren und ethische bedauerlichen Hungertoten in der Dritten Welt führt, aber dafür politisch 100% korrekt ist.

Kurz: Es handelt sich nicht um "ethische", sondern um poilitische Geldanlagen. Alles andere ist Selbstüberhöhung.

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