Forum: Wirtschaft
Putins Wirtschaftsmacht: Erstaunlich stark, erschreckend schwach
AFP

Neue Sanktionen, neues Wettrüsten: Der sich zuspitzende Konflikt mit Russland wirft die Frage auf, wie solide das Land eigentlich wirtschaftlich dasteht. Die Antwort: Es gibt drei fundamentalen Schwächen.

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quark2@mailinator.com 17.02.2019, 12:20
1.

Am Ende des Tages hängt alles am Timing. Das wurde ja Anfang der 2000 noch von Brezhinski und anderen US-Strategen klar ausgesprochen. Man hatte eine gewisse Zeit für Russland, Nah Ost und die EU, bevor man sich nun China zuwenden muß. Soweit ich sehe, ist das Plan einigermaßen aufgegangen. Die EU ist ein Schatten ihrer selbst, sie ist von RU abgekoppelt, RU hat die Ukraine als essentiellen Partner verloren und der ganze Nahe Osten ist ein Chaos, sogar inkl. der Türkei. Teile und Herrsche at its best. Aber nun eben China. Wenn RU es schafft, lange genug durchzuhalten um für China in 10 Jahren noch nützlich zu sein, dann hat Europa (mMn. aus eigener Dummheit) endgültig verloren, denn wenn RU den Weg nach Osten geht, dann wird es so schnell nicht wieder zurückkommen. Im Moment ist RU Chinas atomarer Schutzschild und China wird tun, was es kann, damit RU wirtschaftlich nicht untergeht. Sollten die USA allerdings einen schnellen Sieg im Wirtschaftskrieg gegen China erzielen, dann kann RU vermutlich nur aufgeben. Wäre man Marsianer, würde man Popkorn kaufen. Als Europäer greife ich mir nur ständig an den Kopf.

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anitawulfel 17.02.2019, 12:25
2.

PwC: Russland bis 2030 größte Wirtschaft Europas

https://ostexperte.de/pwc-russland-2030-groesste-wirtschaft/

Die Studie „The world in 2050“ analysiert das Wachstumspotential von insgesamt 32 Volkswirtschaften, die zusammen 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen, auf der Grundlage ihrer Kaufkraft.

Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsrückgang

Dem russischen BIP, derzeit mit 3,74 Billionen US-Dollar notiert, wird bis 2030 ein Anstieg auf 4,74 Billionen US-Dollar, bis 2050 gar auf 7,13 Billionen US-Dollar prognostiziert. Nach Meinung der Experten wird Russland bis 2050 seinen sechsten Rang unter den Top 10 der weltgrößten Wirtschaften halten.

Experten rechnen dabei mit einem rückgängigen Bevölkerungswachstum von minus 0,3 Prozent und einem jährlichen BIP-pro-Kopf-Wachstum von 2,2 Prozent. Das BIP in Relation zur Landeswährung soll dabei um 1,9 Prozent pro Jahr zunehmen.

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thequickeningishappening 17.02.2019, 12:29
3. 1989 und 91 bzw. 98 (Mauerfall, Wiedervereinigung und Staatsbankrott)

werden sich so nicht wiederholen. Ein großer Fehler waere es, Die militärische Supermacht Russland nochmals in Die Enge zu treiben. Die NATO Osterweiterung, Die Sanktionen, etc.: Die Krim war Der Erste Warnschuss. Syrien Der Zweite. Ich traue Trump zu dass Er sich mit Putin und Kim einigt. Alles Andere bedeutet Krieg ohne Stellvertreter: Das war's dann!

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Mara Cash 17.02.2019, 12:29
4. Putin ist ein cleverer Stratege

Man kann von Putin halten, was man will, aber der Mann ist ein cleverer Stratege. Russland ist nicht so schnell durch Sanktionen zu erschüttern wie z.B. Deutschland durch die Trump-Zölle - das sollte inzwischen einigen klar geworden sein. Ich persönlich bin für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Russen und den Chinesen, zumal die Amerikaner und die Briten sich von der EU abschotten und dem alten Kontinent nur noch wenig Respekt und Kooperationsbereitschaft entgegen bringen. Staaten haben keine Freunde, sie haben aber individuelle Interessen und diese sollten wahrgenommen werden.

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BertieBallermann 17.02.2019, 12:31
5. Verlorene Jahre

Man stelle sich vor, Putin hätte seine knapp 20 Jahre an der Macht dazu genutzt, eine echte Demokratie in Russland aufzubauen, die Wirtschaft zu diversifizieren, und ein Vorbild für gesellschaftliche Entwicklung in Osteuropa zu werden. Stattdessen hat er Demokratie zum Schimpfwort umgedeutet, den Westen zum Feind erklärt und seine osteuropäischen Nachbarn drangsaliert oder besetzt. Die Welt ist derweil weiter voran geschritten, wenn auch mit Knüppeln zwischen den Beinen, die Putin dorthin geworfen hat. Am Ende wird der Westen leicht straucheln und sich wieder aufrappeln und weiter voranschreiten. Das wird der Moment sein, an dem das russische Volk aus diesem bösen Traum aufwachen nd auf die dann fast dreißig jährige Regierungszeit Putins als verlorene Jahre zurück blicken wird. Schade eigentlich, ich hätte es ihnen mehr als gegönnt, sie wollten as aber nicht, oder besser gesagt, es wurde ihnen von einem rückständigen Kleingeist befohlen, es nicht besser haben zu dürfen.

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zadar 17.02.2019, 12:33
6. Rüstungsausgaben alleine nicht entscheidend

Ein Rüstungswettlauf wird Russland alleine sicher nicht zum einlenken bewegen.
Die maßgebliche Schwäche der Sowjetunion war das die Landwirtschaft nicht produktiv genug war um die Bevölkerung aus einer Kraft zu ernähren. Dies erzeugte überhaupt erst eine Abhängkeit von ausländischen Devisen.

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Steinberg 17.02.2019, 12:34
7.

Die demografische Bombe wird im Russland schon in den 20ern voll einschlagen. Es mangelt jetzt schon an qualifizierten Fachkräften.
Einfach mal überlegen was es für Experten braucht um Öl und Gasgewinnung im Permafrost durchzuführen. Exploration, Anlagen dafür aufbauen und unterhalten zu können. Und dann kommen noch die unzähligen Arbeiterkolonnen dazu. Dann der jetzt schon bestehende Personalmangel im Gesundheitswesen.
Eine Bekannte hat in Russland Radiologie studiert und musste ihre Pflichtjahre in der Provinz ableisten bevor Sie das Land verlassen durfte. Das wird noch schlimmer werden! Die Russische Verwaltung muss ihre Bürger quasi einmauern, zumindest die Fachkräfte, um den totalen Kollaps zu verhindern...

Und natürlich brauchen auch die Streitkräfte und die übrigen Sicherheitsorgane junge Männer.
Hier kommt dann verschärfend noch hinzu, dass die russischen Streitkräfte traditionell nicht gerade sorgsam mit der Ressource Menschen umgehen, um es mal freundlich auszudrücken...

Egal welche Seite zukünftig nun stärker an der viel zu kleinen Personaldecke zieht; große Teile werden exponiert blank liegen...

Davon dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Mannes bei roundabout 60 liegt will ich garnicht anfangen.
So eine tragische Verschwendung von Wissen und Erfahrung.
Wenn die demografische Verwüstung durch ist, wird Russland garnicht mehr in der Lage sein Europa konventionell zu bedrohen. Im Gegenteil; es wird genug damit zu tun haben sein Reich zusammenhalten zu können.

GENAU hier liegt die Gefahr, dass Russland aus einer Kurzschlussreaktion heraus jetzt noch schnell Fakten schaffen will um bessere Verteidigungspositionen zu erlangen. Die Krim ist ein Mahnendes Beispiel.

Einfach mal Peter Zeihan lesen; er trifft es recht gut, auch wenn er natürlich auch eine eigene Agenda hat. Aber wer hat die nicht?!

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adal_ 17.02.2019, 12:35
8. Putins Stärke ist die Schwäche Europas

sysop: Ökonomisch ist Russland auf Dauer zu schwach, um ein solches Wettrüsten durchzuhalten. Aber Putin, dem ehemaligen Geheimdienstmann, ist auch bislang schon eine Menge eingefallen, um den Einfluss seines Landes zu mehren.

Richtig. Putins Stärke ist die Schwäche Europas und der Nato. Und um Europa und die Nato zu spalten, dazu hat sich der EX-KGB-Mann schon eine Menge einfallen lassen: U.a. die militärischen Abenteuer in Georgien, Moldawien, Krim, Ostukraine und vor allem Syrien an der Seite von Assad und dem Iran.
Orchestriert wird der Irrsinn von Trollarmeen und Fake-News-Spezialisten.

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gunpot 17.02.2019, 12:40
9. Ja, beschreiben Sie immer nur die Schwächen

Russlands. Inzwischen wird das Land immer stärker und modernisiert laufend seine Streitkräfte. Es baut laufend seine Wirtschaftsbeziehungen zu China, Indien, Türkei, Südafrika, Brasilien, etc..... aus. Das sind Länder mit Zukunft. Erinnert mich fast schon an die Nazi-Propaganda, wo es im 2. Weltkrieg hieß, der Russe sei am Ende seiner Kräfte, mobilisiere die letzten Reserven, ziehe Alte und Kinder ein, etc..... Reden und schreiben Sie Russland immer nur herunter, Putin lacht sich ins Fäustchen und zeigt sich als Judokämpfer. Da baut er Stress ab.

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