Forum: Wirtschaft
Putins Wirtschaftsmacht: Erstaunlich stark, erschreckend schwach
AFP

Neue Sanktionen, neues Wettrüsten: Der sich zuspitzende Konflikt mit Russland wirft die Frage auf, wie solide das Land eigentlich wirtschaftlich dasteht. Die Antwort: Es gibt drei fundamentalen Schwächen.

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pavel1100 17.02.2019, 17:24
140. Trolle sind auch nur Menschen

Zitat von hdwinkel
Vor allem finden sich immer mehr Leute, die anderen vorwerfen, Trolle zu sein. Auch das hat Methode, um Diskussionen abzuwürgen. Und nein, ist nicht witzig.
Es ist eben schwierig zu diskutieren, wenn offensichtliche Lügen ständig als Tatsachen präsentiert werden und längst hundertfach erwiesene Tatsachen ständig als Lügen abgestritten werden. Trotzdem bin ich den Damen und Herren aus St. Putinsburg auch Dankbar, weil jedes verschrobene Argument und jede Lüge ja auch bei den Foristen die das anders sehen einen Lerneffekt auslöst. Ohne diese Kommentare wäre ich nie auf die Idee gekommen hier im Forum auch mal was zu posten. Auch erhalten wir im Forum stets unmittelbar und im korrekten Wortlaut den aktuellen Stand der Weltsicht des Kremls, oft sogar noch bevor Lawrow ihn offiziell verkündet. Deshalb nicht verzagen, weitermachen.

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mentor54 17.02.2019, 17:28
141. Nachtrag

Zitat von mentor54
Zweitens scheinen Sie nicht zu wissen, was der Begriff "justiziabel" bedeutet, da Sie ihn ständig in einem falschen Kontext verwenden. "Justiziabel" bedeutet "geeignet, um von einem Gericht entschieden zu werden". Das hat nichts mit einem politischen Diskurs zu tun.
Damit ist gemeint, dass man im politischer Diskurs eine gerichtsfeste Beweisbarkeit nur selten erreichen kann und ist insofern ein "Totschlagargument", wenn man das zur Voraussetzung macht.

Allerdings gibt es auch in der von Ihnen stets angeführten wissenschaftlichen Empirie keine Beweise von Hypothesen im mathematisch strengen Sinne, sondern nur Falsifikationen. Aber das wissen Sie bestimmt selbst.

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vonSinnen 17.02.2019, 17:30
142.

Zitat von anja-boettcher1
Wie immer aus dem Zusammenhang geklaubte Narrative, die einer faktischen Überprüfung nicht standhalten: 1. Die Äußerung von der Katastrophe des Zusammenbruchs der Sowjetunion bezog sich eindeutig auf die Situation der 25 Millionen Russen, die plötzlich außerhalb des russichen Staatsgebiet lebten und keine Staatsbürgerschaft aufwiesen. Die entsprechende Bemerkung endete in dem Satz, dass ein Russe, der der Sowjetunion (und zwar der der 70er und 80er Jahre, nicht der Stalins) nicht nachtrauere kein Herz hat, wer sie aber wiederhaben will, keinen Verstand aufweise. Ob immer man diese Ausführungen, die sich übrigens nicht auf den Globus bezogen, sondern auf eine allein Russland betreffende innenpolitische Perspektive, bewerten mag, hieraus eine Drohung nach außen zu konstruieren, ist nichts als eine üble Diffamierung. 2. Trotz einer hysterisch orchestrierten Medienkampagne in den USA über "russiche Desinformation" und "russische Beeinflussung" oder "russische Destabilisierung", die kräftig auch nach Europa transportiert wurde, gibt es nicht, trotz der zweijährigen Müller-Ermittlung und emsiger geheimdienstlicher Suche, in den USA wie Großbritannien, irgendeinen justiziablen Hinweis auf irgendeine mit den Gesetzen anderer Länder nicht in Einklang stehende Tätigkeit irgendwelcher Menschen im Auftrag der russischen Regierung, die auch nur zu einer einzigen Anklage in irgendeinem Nato-Staat gelangt hätte, geschweige denn zu einer Verurteilung. Dieser ganze Unfug ist also: heiße Luft - und kann nur von solchen Leuten als "nachweislich" war betrachtet werden, denen alle rechtsstaatlich kompatiblen Kriterien für "Nachweislichkeit" abhanden gekommen sind. Das jedoch wirft ein merkwürdiges Bild auf diejenigen, die diese Kampagne betreiben. Keineswegs auf Leute, deren Aussagen zu Russland eine empirisch-nüchterne Grundlage aufweisen - wie die von mir zitierten.
Keine Ahnung, wie Sie an die Ermittlungsakten von Mueller und des FBI gelangt sind, dass Sie solche Äußerungen tätigen können. Mueller und das FBI haben jedenfalls Ihre Ermittlungsergebnisse noch nicht offen gelegt, weil eben noch ermittelt wird.
Was sie wohl gemacht haben: Erkenntnisse zur Beeinflussung der Präsidentschaftswahlen zu Gunsten Trumps durch russische Staatsbürger an die Staatsanwaltschaft übergeben, welche darauf hin Anklage gegen 13 Russen vor Gericht erhoben hat.
Dass diese bis jetzt nicht verurteilt werden konnten, liegt schlicht daran, dass sie bis jetzt nicht vor Gericht erschienen sind und sich nicht mehr in den USA aufhalten.

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hdwinkel 17.02.2019, 17:42
143. Unsinn

Zitat von sibbi78
die zu den Waffen gegriffen haben...". Frage dazu: Woher haben diese (angeblichen) Zivilisten ihre Waffen, wie z.B. schweres Kriegsgerät? "Etwa 2,5 Millionen Menschen im Donbas haben beim sogenannten Referendum für die Abspaltung gestimmt. Etwa ein Drittel der Bevölkerung will nicht mehr Teil der Ukraine sein." Wow! Und die "restlichen" Zweidrittel haben Ja und Amen zu sagen? Was für ein Unsinn...
Wenn Sie Ihre Fragen beantwortet haben wollen, dann fangen Sie an zu recherchieren anstatt Ihrem offensichtlich gut abgehangenen Weltbild von den bösen Russen und dem guten Rest zu frönen.

Aber ich behaupte mal, Sie stellen ohnehin die falschen Fragen.
Die viel wichtigere Frage als das Woher der Waffen der Separatisten ist doch ganz offensichtlich die, warum es diese ATO Poroschenkos, also ein richtiger Krieg überhaupt geben musste? Also das, was bei Assad zurecht abgelehnt wurde, in der Ostukraine nun richtig sein sollte, die eigene Bevölkerung zu bombardieren und zu beschießen?
Ich habe zumindest einen Verdacht und Indizien dafür:
Wissen Sie noch, was die ukr. Regierung nach der Unabhängigkeit der Krim als allererstes machte? Richtig, sie schloss den Nord-Krim Kanal, also die Wasserversorgung der Krim.
Geht man so mit der eigenen Bevölkerung um? Nein, geht man nicht. Für Poroschenko und vor allem dessen rechtsextreme Regierungspartner sind die ukr. Russen nämlich gar keine eigene Bevölkerung. Man will das Land, aber nicht die Leute.
DAS ist der Hauptgrund für den Konflikt. Daß es jetzt auf russischer Seite mit den Separatisten ebenfalls nationalistische Brüder im Geiste gibt, kommt nur erschwerend hinzu.

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adal_ 17.02.2019, 17:44
144. Grimms Märchen und der Debattierclub Europarat

Zitat von anja-boettcher1
Russland ist Mitglied des Europarats. Um dies zu werden, bedarf es grundlegender Voraussetzungen, zu denen die Gewaltenteilung gehört.
1. Nein. Siehe Londoner Vertrag.
2. 1996 (Jahr des Beitritts der russischen Föderation) ist nicht 2018. Es gab seither so einige Menschenrechtsverletzungen in Russland, die der Europarat scharf kritisierte.
2. Den russischen Abgesandten wurde wegen der Annexion der Krim 2014 das Stimmrecht entzogen.
3. Die Russen boykottieren seitdem den Europarat und zahlen keine Beiträge mehr.
4. Der förmliche Austritt Russlands ist nur noch eine Frage der Zeit.

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widderfru 17.02.2019, 17:45
145. Russland "Hochgerüstet" absurd

in Anbetracht eines Vergleich der Rüstungsausgaben, USA die "Zehnfachen". EU unsensibles, beleidigendes
Verhalten gegen Russland (USA jetzt gegen EU) hat nichts gebracht und wird nichts bringen, Aussöhnung stärkt
die EU im beiderseitigen Interesse. NATO hat Russland provozierend umzingelt, Drohkulissen-Stationierung von
Atomwaffen--mehr als gefährlich. Hoffentlich wächst daraus neue Friedensbewegung. EU, vor allem "D" sollte
sich aus dieser Eskalation zwischen USA und Russland raus halten.

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kogno 17.02.2019, 17:48
146. Wo der Hase läuft

Welche Tendenz dieser Artikel hat, wird schon an der Überschrift deutlich. Das Thema Putin verpflichtet im Spiegel natürlich, auch einen Hendrik Müller. Dass Putin die Staatsschulden gering hält (was bei uns die viel gelobte, aber vielleicht ökonomisch nicht sehr intelligente, schwarze Null erreichen soll), wird bei Putin als Politik der Stärke diskreditiert. Der Zweck dieses Vorgehens ist bei Putin erklärtermaßen, dass Russland nicht wieder unter die Knute des IWF geraten soll, der vor allem ein Machtmittel der USA ist. Putin nennt sein Konzept "souveräne Demokratie" und man muss sich nur an das Beispiel Griechenlands erinnern, in dem über 60% des Staatsvolks gegen eine Übereinkunft mit der Euro-Group, dem IWF und der EZB stimmten, alles Institutionen, die nicht demokratisch legitimiert, zumindest nicht demokratisch verantwortlich sind. Als Reaktion wurde diese Abkommen sogar noch zuungunsten Griechenlands verschärft und Griechenland blieb nichts anderes übrig (zumal die EZB ihm plötzlich den Geldhahn zudrehte), als sich zu unterwerfen. So sieht es mit der westlichen Demokratie aus, wenn man Schulden hat. Man kann die Welt auch durch Geldverleih beherrschen, ein ganz alte Methode.
Herr Müller verlässt sich auf neo-liberale Quellen, um dem russischen Staatssektor Ineffizienz zu bescheinigen. Man erinnere sich an die neo-liberalen Zeit in Russland unter Jelzin als freier Kapitalverkehr auf westlichen Druck herrschte und Russland ausgeplündert wurde (die Plünderer schafften ihr Geld sofort in den Westen und wurden dort als Kremlkritiker belobigt) und in einer furchtbaren Misere steckte. Herr Müller diagnostiziert in Russland ein schlechtes Innovationsklima bedingt durch eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit. Da sehe ich aber für die NATO-Staaten auch schwarz im Hinblick auf Innovationen.

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pavel1100 17.02.2019, 17:49
147. Putins Verdienste

Zitat von hdwinkel
Mit ein wenig jüngerer Geschichtskenntnis würden Sie Ihr Statement evtl überdenken. Der Niedergang in Russland war und ist nicht unter Putin, sondern seinem Vorgänger, Jelzin, also dem großen Freund des Westens. Zumindest hat das der ehem. österr. Botschafter in Moskau vor ein paar Jahren berichtet: "1998 platzte die Blase, der Staat war bankrott. Die Wirtschaft brach um mehr als die Hälfte zusammen. Die Auswirkungen ließen sich sogar an der sinkenden Lebenserwartung (Männer von 64,8 auf 57,7 Jahren) ablesen. 1995 lebten 50% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, 21 Millionen unter der Hungergrenze. " https://www.uni-hildesheim.de/media/...bauer_korr.pdf Die westliche Demokratie und Freiheit, also deren Ablehnung, sind in Russland ganz eng mit deren 'Erfolgen' verbunden, und erklären Putins Popularität heute. Leider. Aber wenig verwunderlich. Unter Putin hat sich die Lebenserwartung drastisch erhöht und die Armut ist gesunken. Um es drastisch auszudrücken: Auch und grade der Westen hat es in Russland verk**t. siehe auch: http://www.zeit.de/1998/36/Der_Rat_der_falschen_Freunde
Die Verdienste Putins in seinen Anfangsjahren sind unbestritten. Aber wie erklären sie die Stagnation des letzten Jahrzehntes in Russland? Der Lebensstandard sinkt doch gerade wieder. Die Korruption blüht seit eh und jeh. Das Gesundheitssystem ist so miserabel, das es sich auch schon wieder auf die Lebenserwartung auswirkt. Kriege, die nationalistische Strohfeuer erzeugen wirken auch nicht ewig.

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anja-boettcher1 17.02.2019, 18:11
148. Nachzuhören bei Glenn Greenwald

Zitat von vonSinnen
Keine Ahnung, wie Sie an die Ermittlungsakten von Mueller und des FBI gelangt sind, dass Sie solche Äußerungen tätigen können. Mueller und das FBI haben jedenfalls Ihre Ermittlungsergebnisse noch nicht offen gelegt, weil eben noch ermittelt wird. Was sie wohl gemacht haben: Erkenntnisse zur Beeinflussung der Präsidentschaftswahlen zu Gunsten Trumps durch russische Staatsbürger an die Staatsanwaltschaft übergeben, welche darauf hin Anklage gegen 13 Russen vor Gericht erhoben hat. Dass diese bis jetzt nicht verurteilt werden konnten, liegt schlicht daran, dass sie bis jetzt nicht vor Gericht erschienen sind und sich nicht mehr in den USA aufhalten.
Die Auswertung der bisherigen Bemühungen von Mueller können Sie bei Glen Greenwald nachhören (investigativer Journalist zu Snowden Leaks), der auf Munich Activism hierzu ein langes Interview gab.

Fakt ist, dass es auch nach zweieinhalb Jahren Investigation nicht eine einzige Strafanzeige wegen eines nachgewiesenen illegalen Kontakts zu Russland gab - und erst recht keine gerichtliche Verurteilung. Und das, obgleich die rechtliche Situation in den USA ziemlich schnell ausländische Kontakte von politischem Personal kriminalisiert - seit dem 2. Weltkrieg.

Von daher bezieht sich die ganze mediale Hysterie auf haltlosen Vermutungen - was schon ein Armutszeugnis ist.

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sibbi78 17.02.2019, 18:15
149. Wie nicht anders zu erwarten,

Zitat von hdwinkel
Wenn Sie Ihre Fragen beantwortet haben wollen, dann fangen Sie an zu recherchieren anstatt Ihrem offensichtlich gut abgehangenen Weltbild von den bösen Russen und dem guten Rest zu frönen. Aber ich behaupte mal, Sie stellen ohnehin die falschen Fragen. Die viel wichtigere Frage als das Woher der Waffen der Separatisten ist doch ganz offensichtlich die, warum es diese ATO Poroschenkos, also ein richtiger Krieg überhaupt geben musste? Also das, was bei Assad zurecht abgelehnt wurde, in der Ostukraine nun richtig sein sollte, die eigene Bevölkerung zu bombardieren und zu beschießen? Ich habe zumindest einen Verdacht und Indizien dafür: Wissen Sie noch, was die ukr. Regierung nach der Unabhängigkeit der Krim als allererstes machte? Richtig, sie schloss den Nord-Krim Kanal, also die Wasserversorgung der Krim. Geht man so mit der eigenen Bevölkerung um? Nein, geht man nicht. Für Poroschenko und vor allem dessen rechtsextreme Regierungspartner sind die ukr. Russen nämlich gar keine eigene Bevölkerung. Man will das Land, aber nicht die Leute. DAS ist der Hauptgrund für den Konflikt. Daß es jetzt auf russischer Seite mit den Separatisten ebenfalls nationalistische Brüder im Geiste gibt, kommt nur erschwerend hinzu.
sind Sie mit falschen Antworten schnell bei der Hand - ist ja auch viel einfacher so. "Woher stammen Kriegswaffen in den Händen von harmlosen Zivilisten?", ist die einfache (und für Putinfreunde unangenehme) Frage. Lagen da einfach so rum....oder? Nein, die Frage wird ad absurdum und der Fragesteller selbst infrage gestellt. Wieso nur?

Die Machthaber in der Ukraine (nennen wir sie mal so) sind gewiss keine rühmlichen Demokraten, aber die Aggression ging nun mal eindeutig von russischer Seite aus - die (russischen) Separatisten waren wohl nur zufällig da....wer's glaubt...

Wenn ein Staat die Insel seines Nachbarn annektiert und dann - zur Legalisierung - nachträglich ein Referendum abgehalten wird, unter Federführung des Okkupierenden, ist das völlig normal? Nein, das ist völkerrechtswidriger Landraub - gelinde ausgedrückt.

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