Forum: Wirtschaft
Rasanter Strukturwandel: Jobwunder Ost

Der ostdeutsche Arbeitsmarkt erlitt nach der Wiedervereinigung einen brutalen Niedergang - und blieb zwei Jahrzehnte trostlos. Doch inzwischen hat die Arbeitslosigkeit im Osten ihren Schrecken verloren.

Seite 1 von 8
pariah_aflame 16.07.2019, 15:29
1. Der allerletzte Satz ist es...

Lange Rede, kurzer Sinn - nachzulesen im letzten Satz.

Abnehmende Arbeitslosigkeit werden sich nun wieder Politiker aller Coleur als Auszeichnung anheften, wohl wissend, dass das pure Demographie ist - die geburtenstarken jahrgänge gehen schlicht in Rente.

Und Afdler mal weghören: Bis 2030 brauchen wir 8 Millionen neue Arbeitskräfte in D. Also jedes Jahr ab jetzt ein 2015, ansonsten gehen hier die Lichter aus. Denn "Grenzen dicht" bedeutet deutscher Wohlstand ade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
connaisseur 16.07.2019, 15:33
2. 30 jahre des päppelns zeigt endlich ein wenig wirkung?

und dennoch darf man zippo freude darüber erwarten:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/cdu-in-leipzig-empfaengt-kramp-karrenbauer-nach-kritik-100.html

klar - wenn man zugibt, dass es einem gut geht, wird man sofort geschröpft. insofern hat dieser wahnsinn irgendwie eine nachvollziehbare methode... :(

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muellerthomas 16.07.2019, 15:36
3. "

"Eine weitere Hypothek für die Zukunft ist die Demografie. Seit dem Mauerfall sind unter dem Strich 1,9 Millionen Menschen mehr vom Osten in den Westen gezogen als umgekehrt"

Umgekehrt gilt aber auch: Wären all diese Menschen geblieben, läge die Arbeitslosenquote auch heute noch weit im zweistelligen Bereich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
theos001 16.07.2019, 15:40
4.

Tja. Gewisse Gruppen/Individuen wehren sich mit Händen u. Füßen gegen das unausweichliche - gegen die Zeit. Es ist wie bei den Konservativen.....die Unterstützer sterben einfach weg. Schleichend aber definitiv. Solche Menschen würden lieber ihre Heimatstadt zu Staub zerfallen sehen, als zuzulassen das andere Menschen dort eine Heimat finden.
Hab von der Sorte mind. 1 in der Familie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rrblah 16.07.2019, 16:01
5. Die Demografie

Das wichtigste steht zum Schluss. Die Arbeitslosigkeit ist schon alleine deswegen gesunken, weil es weniger Leute im erwerbsfähigen Alter gibt, bzw. weil viele Leute schon vor langer Zeit das Vernünftige getan haben: Nämlich dahin zu ziehen, wo sie Arbeit haben und nicht darauf zu hoffen, dass eine von Politikern verordnete Massnahme irgendwann vielleicht doch greift. Demografische Veränderungen kommen zunächst schleichend, sind letztlich aber unerbittlich. Weniger junge Menschen haben beispielsweise automatisch auch insgesamt weniger Kinder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 16.07.2019, 16:02
6.

Sehr witzig. Nachdem die halbe Jugend abgewandert ist und die Älteren über 54 sind ... oder wo genau die Grenze liegt, ab der eine Arbeitsloser nicht mehr als solcher gezählt wird ... Und dann kommt noch dazu, daß die Arbeit im Osten viel schlechter entgolten wird. Es kommt ja nicht nur darauf an, Arbeit zu haben, man muß auch davon leben können. Und wenn man dann noch diejenigen abrechnet, die '90 aus DE-West direkt in die lukrativen Positionen gekommen sind, also wenn man die echten Ossis rechnet, die hier geboren wurden und nicht abgewandert sind ... also ja, es ist nicht mehr wie 1996, aber dafür ist H4 auch kein Vergleich zur ehemaligen Arbeitslosenhilfe. Hört also besser mit der Schönfärberei auf. Am Ende des Tages bleibt in großen Teilen des Ostens eine deindustrialisierte Zone, wo die brauchbaren Jobs in Verwaltungen, Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern liegen, welche über Steuern finanziert sind. Echte lokale produktive Stärke entwickelt sich nicht. U.a. auch wegen Sabotageaktionen wie beim BER (Stichwort Verhinderung von Sperenberg, Bericht von Ministerpräsident Stolpe). Der ehemalige Eisenbahnknoten Cottbus ist komplett vom Fernverkehr abgekoppelt, außer Berlin, Leipzig und Dresden überall Reduktion. Es gibt keinen Grund, irgendwas zu bejubeln. Hinzu kommt, daß im Norden von DE-West die Dinge teilweise genauso mies sind. Der Länderfinanzausgleich ist ganz offensichtlich nicht groß genug, um dem Anspruch des Grundgesetzes Folge zu leisten, daß überall in DE gleichwertige Lebensverhältnisse anzustreben sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TipTopTap 16.07.2019, 16:05
7. 82% Leistung/Produktivität zu 81% Lohn im Vgl. zu West...

...also liegt die Produktivitätsleistung ja über die des Westen?! Schließlich gilt: Jeder arbeitet nur soviel, wie er auch dafür bezahlt wird.

Zum Thema "Zentralen und Großbetriebe": Der Author schreibt, dass das Problem nicht die Größe der Betriebe sei, sondern die allg. Effizienz der existierenden "kleinen" Betriebe. Jetzt bitte ich dem Author nochmals darüber nachzudenken, was gut organisierten Großbetrieben der größte Vorteil ist. Richtig - die sich damit steigernde Ressourceneffizienz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jürgen Thiede 16.07.2019, 16:07
8. Wirtschaftswunder fallen nicht vom Himmel

Helmut Kohls "blühende Landschaften" werden wahr, wenn auch mit Verspätung. Die Größe der Misere, die die DDR hinterlassen hat, und damit die Größe der Aufgabe, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen, hat auch er unterschätzt. Dass die ehemalige DDR unter der Abwanderung in den Westen gelitten hat, ist nur die halbe Wahrheit. Ohne die Transferleistungen aus dem Westen Deutschlands stünden die Ostdeutschen heute nicht viel besser da als z.B. die Ukrainer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bananenschale 16.07.2019, 16:09
9. Klimawandel

Zitat von pariah_aflame
Lange Rede, kurzer Sinn - nachzulesen im letzten Satz. Abnehmende Arbeitslosigkeit werden sich nun wieder Politiker aller Coleur als Auszeichnung anheften, wohl wissend, dass das pure Demographie ist - die geburtenstarken jahrgänge gehen schlicht in Rente. Und Afdler mal weghören: Bis 2030 brauchen wir 8 Millionen neue Arbeitskräfte in D. Also jedes Jahr ab jetzt ein 2015, ansonsten gehen hier die Lichter aus. Denn "Grenzen dicht" bedeutet deutscher Wohlstand ade.
Wird Klimawandel-bedingt so nicht kommen. Abgesehen davon, heißt mindest 8 Mio höchstens 8 Mio. Was wir brauchen ist ein knackiger Arbeitskräfte-Mangel, damit die Minilohn-Mentalität ihr verdientes Ende findet.

Ist nicht AfD, ist gesunder Menschenverstand.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8