Forum: Wirtschaft
Reaktion auf Sandberg-Buch: Karrierefrauen im Mütterkrieg
AP

Führen Amerikas weibliche Führungskräfte einen Zweifrontenkrieg gegen die Familie? Facebook-Managerin Sandberg erklärt karrierescheue Mütter zu schlechten Frauen, Yahoo-Chefin Mayer beordert Eltern zurück ins Büro. Beide Vorschläge sind schlecht - sie verursachen stechende Schuldgefühle.

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arch.aisch 10.03.2013, 09:44
30. Kann Frankreich helfen?

Interessanter Beitrag von BLICKPOL (Beitrag 13). Und sicher auch ein interessanter Vorschlag der Problemlösung. Leider jedoch nur in vergleichsweise wenigen Fällen umsetzbar. Und apropos Zickenkrieg (hat ja wohl leider etwas mit typischer Frauenpsyche zu tun / was nicht heißt, dass ich nicht auch eine ganze Reihe Frauen kenne, die davon nicht angekränkelt sind): Ich fürchte, dass das Modell des geteilten Arbeitsplatzes nicht wenige Partnerschaften zerstören würde (ohne das hier wissenschaftlich ausbreiten zu wollen). Ich denke, die Franzosen haben ein sehr lebensnahes und für eine funktionierende, aufgeklärte Gesellschaft passendes Modell, das den Frauen alle Wege eröffnet, ohne ihnen irgendetwas zu nehmen, das sie gerade auch für die Männer liebenswert macht, und ohne ihnen bei entsprechendem Wunsch Hindernisse in den Weg zu legen, wenn sie das Leben mit seiner
ursprünglichsten Bestimmung krönen wollen.

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goodcharlotte 10.03.2013, 09:46
31. Titel

Zitat von MashMashMusic
Was für politische Hindernisse sollen das sein? Ich sehe aus der Politik eher das Gegenteil.
Wo soll man bei derart mangelhafter Kenntnis der familienpolitischen Realität anfangen?


Am besten Sie lesen erstmal den ersten Gleichstellungsbericht : BMFSFJ - Publikationen

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goodcharlotte 10.03.2013, 09:51
32. Hm

Zitat von interessierter Laie
..., die ihre Arbeit als einzige Erfüllung sehen, andere betrachten es als notwendiges Übel und wieder andere bewegen sich irgendwo dazwischen. Manifeste für ein bestimmtes Lebensmodell sind einfach Müll, wenn sie den Anspruch erheben, Vorlage für alle zu sein. Ein jeder soll nach seiner Facon selig werden. Das setzt aber voraus, dass man sich auch die Mühe macht, den eigenen Weg zu finden. Bedenklich finde ich, dass die genannten Damen (und Herren tun das leider auch) ihre Macht missbrauchen, anderen ihr Lebensmodell überstülpen. Aber fühlt sich eine Frau (ein Mann), der nicht selbstbestimmt sondern gezwungenermaßen ein fremdes Modell kopiert... Kann so jemand wirklich selbstbewusst sein. Das müsste man dann wohl eher Fremdbewusstsein nennen...
Na ja, im Moment ist es in D ja noch so, dass Frauen qua Realpolitik die alte Rolle übergestuelpt wird, siehe niedrige Geburtenrate. Frau S. will das gerade ändern.


Beispiele für die kinderfeindliche Politik : Ehegattensplitting, Minijobs, Lohnunterschied etc, vgl. BMFSFJ - Publikationen

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arch.aisch 10.03.2013, 09:54
33. zum Beitrag 25

Der Beitrag bietet nicht die Lösung des Problems an. Aber er bietet den entscheidenden Gedankenansatz, der bei vielen, den meisten, völlig aus dem Blick gerät.

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Criticz 10.03.2013, 09:56
34.

Zitat von hemithea
Ach Gottchen! Die armen Männer...Aber auch sie haben die Möglichkeit Elternzeit zu nehmen, und sich ein paar Monate bis zu einem Jahr sich VOLLSTÄNDIG dem Kind zu widmen. Auch ein Mann kann sich auf eine Teilzeitstelle oder einen Minijob bewerben, damit er IMMER für sein Kind da ist. Und dann kann die Frau dann auch arbeiten gehen. Auch ein Mann hat die Möglichkeit auf eine Karriere zu verzichten. Aber nein, es wird selbstverständlich hingenommen, dass die Frau die Elternzeit nimmt. Und dann noch rumjammern..

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wombats82 10.03.2013, 09:57
35. optional

Ach ja. Klar kann der Mann auch nach der Geburt zu Hause bleiben, nur hat der keine Milch in der Brust. Dass zumindest die ersten acht Monate zum Wohl der guten Ernährung die Mama primär zuständig ist, ist zu erhoffen. Danach finde ich ist alles offen und es wäre wünschenswert wenn sich mehr Männer Zeit für ihren Nachwuchs nehmen würden. Dass hier geschrieben wird, alles wäre möglich und die Mann könnten genauso viel Elternzeit nehmen etc. finde ich persönlich unüberlegt....zumindest wenn man dem Kind mehr geben will als ne saubere Hose und ne Flasche wenn's weint.

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Ernst August 10.03.2013, 09:58
36.

Zitat von h.hass
Steinreiche Karrieretussis, die sich 10 Nanniess und 20 Putzfrauen leisten können, erklärem den Frauen also, wie leicht Beruf und Kinderkriegen zu vereinen seien. Hört sich an wie ein schlechter Witz, vor allem, wenn man weiß, wie zum Beispiel hierzulande das Kita-System ausgebaut ist.

Schauen wir mal auf die Realität in dem Staate indem die Männer nicht mit Frauen im gleichen Fahrstuhl fahren weil sie fürchten von den Hyänen des Geschlechts (bei uns allgemein unter Alices bekannt) angegriffen zu werden.

Vorhang auf.
Die aktuellen Zahlen zum SNAP Programm.
Im Dezember erhielten 47,792 Millionen US Bürger Food Stamps.
Ein neuer Rekord.
Ein Großteil geht an Kinder die in Familien mit nur einem Elternteil leben (also zumeist die Mütter).
Um Foodstamps zu bekommen muß man weniger als 931 Dollar im Monat verdienen (4 Personenhaushalt weniger als 1921).
Männer zwischen 16-60 müssen viele Beweise ihrer Arbeitswilligkeit bringen und z.b. an Programmen teilnehmen.
Trotzdem ist der Bezug für Männer auf einige Monate begrenzt.
Es fallen also Millionen Bedürftige aus dem Programm.
Seit 2000 stieg diese Zahl von ca. 17 Millionen auf nun fast 47,8 Millionen.
Kosten 2012 für die Regierung ca. 75 Milliarden Dollar (auf Pump natürlich).
Seit 2000 gibt es ca. 2,7 Millionen Beschäftigte mehr aber auf Grund des Bevölkerungswachstums und der auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Generation ca. 31,7 Millionen im Arbeitsfähigen Alter mehr.
Wie US Seiten zu den aktuellen Jubelzahlen vermelden ist die Beschäftigungsquote auf einem Tiefstand.
Soviel zu den echten Arbeitslosenzahlen und dem Gerede von Aufschwung der sich nur in den Computern der Banken und bei den Fahrstuhlhyänen des Systems abspielt aber nicht in Millionen Hütten von Frauen die seit Jahren keinen Fahrstuhl gesehen haben.

Empfehlenswerte Seite die ohne ideologische Gefangenschaft über die durchaus zugänglichen Fakten berichtet.


USA: Food Stamps mit neuem Allzeithoch » Querschuesse

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Criticz 10.03.2013, 09:58
37.

Zitat von hemithea
Ach Gottchen! Die armen Männer...Aber auch sie haben die Möglichkeit Elternzeit zu nehmen, und sich ein paar Monate bis zu einem Jahr sich VOLLSTÄNDIG dem Kind zu widmen. Auch ein Mann kann sich auf eine Teilzeitstelle oder einen Minijob bewerben, damit er IMMER für sein Kind da ist. Und dann kann die Frau dann auch arbeiten gehen. Auch ein Mann hat die Möglichkeit auf eine Karriere zu verzichten. Aber nein, es wird selbstverständlich hingenommen, dass die Frau die Elternzeit nimmt. Und dann noch rumjammern..
Ach Gottchen, wenn Sie richtig gelesen hätten, hätten Sie bemerkt, dass es um die Frage der medialen Berichterstattung gehen. Und hier das work-life-balance-Thema nahezu auf Frauen beschränkt.

I.ü. befürworte ich durchaus Elternzeit für Männer. Lustig wirds nur, wenn man(n) solch einen Antrag stellt und die den verwundert-verständnislosen Blick eines Personalers oder v.a. PersonalleiterIN sehen muss.

I.ü. s. Beitrag 23.

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sinasina 10.03.2013, 10:05
38. Mich hätte der Spagat zwischen Kindern und Karriere zerrissen

Ich erinnere mich an heiße Diskussionen mit meinen fast, beinah und späteren Schwiegertöchtern.
Und bei - „Du bist doch sonst aufgeschlossen, warum nicht bei dem Thema Krippe / Arbeit?“ - kam ich mir steinalt vor, obwohl ich es, nach heutigen Standard, altersmäßig gar nicht war.

Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, was mich glücklich daran machen sollte, meine kleinen Kinder morgens in einer übervollen Krippe abzugeben. Zu Frauen, die zumeist schlechter ausgebildet waren, als ich selbst. Wo Erziehungsziele vertreten wurden, die womöglich mit unseren (Vater / Mutter) Erziehungszielen nichts zutun hatten. Wo überlastete Erzieherinnen Kinder-Großgruppen betreuen mussten. Wo die Individualität der Kinder nicht gefragt war, schließlich durfte der Ablauf nicht gestört werden. Wo möglichst viel stille Beschäftigung gefragt war, weil auch der besten Erzieherin mit 30 Kindern irgendwann die Hutschnur reißt.

Und dann, nach einem anstrengenden Arbeitstag, Kinder abholen, nach Hause fahren, sich mit den Kindern beschäftigen, Hausaufgaben machen, putzen, waschen, kochen. Und immer muss alles wie am Schnürchen klappen, bloß kein Kind, welches krank wird, bloß kein Kind, welches quengelt.

Wir (mein Mann und ich) waren uns sehr dankbar, dass wir miteinander dieses uralte Rollen-Klischee getragen und gelebt haben, wobei wir auch zusammen gearbeitet haben. Wir waren uns allerdings immer bewusst, dass wir uns aufgrund unserer Einstellung sehr nahe und zudem bereit waren, finanziell sehr viele Abstriche hinzunehmen.
So haben wir z.B. Secondhand gelebt, als es dafür noch gar keine Läden gab und das erste Auto haben wir in einem für heutige Verhältnisse fast biblischen Alter angeschafft, weil die Schar der Enkelkinder die Schar der Kinder überstieg und wir uns dann doch nicht mehr trauten, auf einem Fahrrad mehr als 4 Kinder mitzunehmen.

Und heute?
Könnte ich nur hoffen, dass mein Mann und ich uns wieder begegneten, denn trotz Internet scheint es mir heute viel schwieriger, einen Partner zu finden, mit dem man es schafft, auch die schlechten Zeiten zu bewältigen und wo sich Einstellungen und Ziele ergänzen und gleichen.
Und ich bin froh, heute keine junge Frau zu sein, mich hätte der Spagat zwischen Kindern und Karriere zerrissen.

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goodcharlotte 10.03.2013, 10:09
39. no titles

Zitat von whitemouse
Im öffentlichen Dienst werden Frauen -derzeit- eher bevorzugt als benachteiligt. In der sog.freien Wirtschaft ist das differenzierter. Was mich persönlich anstinkt, ist, dass das Modell von SPD und FDP, welches vorwiegend noch von bestimmten Frauen mit Doppelnamen stammt, das die Doppelverdiener-Ehe immer mehr zum geradezu zwingenden Modell für alle erhoben wird. Dabei müsste stattdessen bei immer noch bestehender hoher Arbeitslosigkeit alles dafür getan werden, dass möglichst ein Partner (bei Ehegatten) zuhause bleibt! Was mich auch sehr ärgert, ist die Verklärung des Abschiebens von Kindern aus der eigenen elterlichen Verantwortung. Und schließlich: Es gibt kein Menschenrecht auf allumfassendes Glück. Kinder und 2 Managerposten für das doppelverdiendende Ehepaar - das kann nur auf Kosten anderer laufen. Aber die Frau (es könnte genauso gut der Mann sein, ist es aber meist nicht), die (ob mit oder ohne Kinder) zuhause bleibt, den Haushalt versorgt, soziale Kontakte pflegt, die wird zunehmend blöd angeguckt und diskriminiert. Toll, dass etwas gegen die Diskrimierung von Schwulen ghetan worden ist. Toll, dass etwas gegen die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz getan worden ist. Die -stetig zunehmende- Diskriminierung von nicht erwerbstätigen Frauen interessiert aber leider niemanden.
Die Gesellschaft honoriert Ihr Modell der nicht erwerbstätigen Frauen, indem sie sie mit HartzIV und Grundsicherung im Alter wg. fehlender Rentenpunkte voll alimentiert.

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