Forum: Wirtschaft
Reaktor geht ans Netz: Japan kehrt zur Atomkraft zurück
REUTERS

Seit der Atomkatastrophe von Fukushima stehen kommerzielle Reaktoren in Japan still. Nun soll das erste AKW wieder hochgefahren werden. Der Widerstand in der Bevölkerung ist groß.

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karl-felix 10.08.2015, 10:29
40. Wir

Zitat von Kampfdenker
Wir leben aber nicht an der kontinentalen Bruchkante - deshalb bleibt der AKW-Ausstieg hier hochgradig blödsinnig.- Vor einem Jahr noch wurde hier gejubelt,dass die Strompreise ab jetzt dann dauerhaft sinken werden- sie werden aber massiv steigen dank EE - die Jubelchöre sind verstummt - die Unentwegten aber bleiben bei ihrem Mantra.
steigen auch nicht wegen einer Bruchkante aus der dümmsten , teuersten und gefährlichsten Art der Stromerzeugung aus ,sondern wegen des Kompromisses der Atomkraftbetreiber im Jahre 2000 mit der damaligen Regierung in Deutschland keine neuen Atommeiler mehr zu bauen. Schlichtweg zu teuer.
Aus diesem Grund schalten auch die Amerikaner reihenweise Atommeiler ab und die Franzosen reduzieren ihren Atomanteil um 30% . Neubauten sind, wie man in England sieht praktisch unbezahlbar. Hinksley C soll 30 Milliarden Euro kosten, die kWh dann ca. 22 Cent. Solarstrom kostet dann, nur zum Vergleich lt.Spiegel auf dem Kontinent ca. 2-4 Cent/kWh .

Warum sollen die Strompreise wegen EE steigen ? Die gehen rasant in den Keller . Momentan kostet der Strom die Grosshändler für 2018 so viel wie 2004, rund 50% weniger als noch 2009 . Die Erneuerbaren machen unsere Stromversorgung nicht nur sicherer sondern auch deutlich billiger. In 2013 um ca. 31,6 Milliarden Euro.

Das hat nichts mit Mantra zu tun , sondern mit der Erhöhung des Angebotes. Simple Betriebswirtschaft.
Seit 4 Jahren jammern die Kraftwerksbetreiber über die fallenden Strompreise dank EE , von wegen Jubelchöre- die haben Tränen in den Augen .

Der Strom vom Dach kostet Sie ca. 1 Drittel desjenigen aus dem Keller vom Netz. Soweit zu Preissteigerungen.

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oldeagle 10.08.2015, 10:30
41. Japan denkt anders!

Die Japaner sind zu intelligent, um den deutschen Blödsinn nachzumachen: Hier legt man einige der sichersten Kernkraftwerke still und importiert Atomstrom aus Tschechien und Frankreich, verbrennt zudem Braunkohle, was alle Bemühungen der CO2 - Reduktion über den Haufen wirft.

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vulcain 10.08.2015, 10:34
42.

Die Japaner haben ja kaum eine Wahl. Sie verfügen kaum über Bodenschätze zur Energieerzeugung. Und die Möglichkeiten zur Gewinnung erneuerbarer Energien sind aufgrund von Topographie und Geographie sowie von religiösen Ansichten (in den Bergen darf nicht gebaut werden) extrem begrenzt. Ein dauerhafter Abschied von der Kernkraft würde daher zumindest den wirtschaftlichen Niedergang als Industrieland bedeuten, wenn nicht die Rückkehr ins Mittelalter.
Abgesehen davon ist Atomkraft zwar nicht akut aber potentiell extrem gefährlich. Kohlekraftwerke blasen deutlich mehr radioaktive Materialien in die Umwelt als jedes AKW. Und die tatsächlichen, üblen, Gefahren von Windrädern beginnen sich gerade erst zu zeigen. Irgendwas ist halt immer.

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RenegadeOtis 10.08.2015, 10:38
43.

Zitat von edovonborhardt
Der Tsunami forderte knapp 20.000 Todesopfer, der daraus resultierende Reaktorunfall 0. Es wird langfristige Folgeschäden geben. Aber das Ausmass dieser ist reine Spekulation und aktuell nicht abschätzbar. Die Todesopfer durch den Tsunami hingegen sind Realität. Es ist zynisch wie diese Opfer aus Ideologischen Gründen instrumentalisiert werden.
Das erinnert mich an die zuerst offiziellen 11 Todesopfer von Tschernobyl, die anfangs seitens der sowjetischen Propa.... Regierung bekannt gegeben wurden.

Direkte Todesopfer gibt und gab es wenig. Das ist - wie Ihnen bekannt ist - auch recht schwierig. Ebenso ist es recht schwierig, die Gesamtzahl der Todesopfer von Hiroshima an der Strahlenbelastung zu beziffern: Die meisten Opfer starben an der Druckwelle und der Hitze. Strahlungsschäden sind viel langfristiger und können immer mit "aber das könnte auch andere Ursachen haben" abgebügelt werden.

Aber unabhängig davon wurden Tausende Japaner dahingehend Opfer, dass sie evakuiert werden mussten, notdürftig fernab von ihren Wohnsitzen untergebracht wurden. Dass sie Untersuchungen über sich ergehen lassen mussten etcpp. Die mit der - durchaus berechtigten - Furcht vor einem erhöhten Krebsrisiko den Rest Ihres Lebens "genießen" dürfen. Die mit der Angst vor pränatalen Schäden bei ihren Kindern leben dürfen. Sicherlich bestenfalls statistisch relevant und keine Todesopfer, aber für die Menschen dort deswegen nicht weniger unangenehm.

Es ist zynisch, wie diese Opfer und Schicksale mit "Ist ja keiner tot umgefallen" aus ideologischen Gründen instrumentalisiert werden.

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otto_iii 10.08.2015, 10:43
44. 811

Zitat von spassmann
es gibt Forschungen den Müll in transmutations Anlagen zu behandeln, mit dem ergebniss das der Müll nur noch 100 bis 150 jahre strahlt, das ist vom standpunkt des menschen gesehen ein durchaus uberschaubarer Zeitraum. die atomindustrie gehört staatlich gezwungen die Verantwortung zu übernehmen sich der entsorgung zu stellen.
Was das dann in der Praxis bedeutet konnten wir in Wackersdorf beobachten. Da wurde ja auch die Atomindustrie staatlicherseits genötigt, mit Milliardenaufwand eine Wiederaufarbeitungsanlage zu errichten um den Müll zu reduzieren bzw. wiederzuwenden. Nach bürgerkriegsähnlichen Protesten und zig Gerichtsverfahren gab man dann auf und exportierte den Müll nach Frankreich und England.

Ob Atomtechnologie billig, teuer oder überhaupt machbar ist, hängt nicht von technischen Gegebenheiten ab, sondern vom regulatorischen Umfeld und der Bereitschaft des Staates, das ganze konsequent zu unterstützen.

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rickmarten 10.08.2015, 10:45
45. So ist Japan

Hinter einem großen Nebelschleier laufen ganz andere Prozesse. In Horoshima wird von Premier eine große Show abgezogen, obwohl gerade er wie kein Vorgänger im Amt die Rolle des japanischen Militärs forciert. Und so passen auch die Pläne für Atomkraftwerke mit den realen Erdbebengefahren offiziell zusammen. Die Atomindustrie ist für Japan auch wichtig, um letztlich technologisch die Option für Atomwaffen zu besitzen. So passt am Ende in Japan alles zusammen, egal wie eindrucksvoll man Zeremonien organisiert.

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CT.Bauer 10.08.2015, 10:46
46. Erdbeben und AKW

obwohl in Japan regelmässig Erdbeben vorkommen, ist bisher nicht ein Kraftwerk davon betroffen gewesen. Dass der Tsunami (als Folge eines Erdbebens) Fukushima zerstört hat, liegt an eklatanten Verstössen gegen (auch in Japan) bestehende Sicherheitsvorschriften. Weder war der Flutwall hoch genug gebaut worden, noch waren die Notstromaggregate hinreichend geschützt vor Wassereinbruch. Menschliches Versagen war die Ursache! Das bekämpft man durch eine wirkungsvolle Aufsicht, die mittlerweile in Japan installiert wurde. Im übrigen verweise ich darauf, dass KEIN Mensch als Folge dieser AKW-Havarie zu Tode kam.

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karl-felix 10.08.2015, 10:47
47. Nein

Zitat von edovonborhardt
Diese Menschen verloren ihre Hab und Gut, Gesundheit und massenhaft ihr Leben durch eine schreckliche Naturkatstrophe. Der Tsunami forderte knapp 20.000 Todesopfer, der daraus resultierende Reaktorunfall 0. Es wird langfristige Folgeschäden geben. Aber das Ausmass dieser ist reine Spekulation und aktuell nicht abschätzbar. Die Todesopfer durch den Tsunami hingegen sind Realität. Es ist zynisch wie diese Opfer aus Ideologischen Gründen instrumentalisiert werden.
Sie verwechseln, ich vermute absichtlich um zu verschleiern und Tepco zu entschulden , die Opfer des Tsunamis mit den Strahlengeschädigten über 100.000 Menschen in den Notunterkünften. Millionen Tiere wurden gekeult, die Ortschaften sind unbewohnbar, die Suicid-Rate steigt. Die japanische Regierung nennt das eine menschengemachte Katastrophe. Das war keine Naturkatastrophe, was Sie im Fernsehen sahen als die Atommeiler in die Luft flogen.
Die Atomevangelisten versuchen sich nur ihrer Verantwortung und den Schadensersatzforderungen zu entziehen indem Sie behaupten, der Ausfall der Kühlung
sei kein technisches Versagen und unvorhersehbar gewesen. Wenn das stimmen würde, wäre der Wiedereinstieg in die Atomkraftwerke unverantwortbar.

Todesfälle mit Katastrophenbezug
" Ende November(2013)überstieg in Fukushima die Zahl der Toten durch die Spätfolgen der Katastrophe die Zahl derer, die direkt durch das Erdbeben und den Tsunami umgekommen waren ." ( Die Zeit, 10.3.14 )

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edovonborhardt 10.08.2015, 10:47
48.

Zitat von urknallmarinchen@yahoo.de
Übrigens, auch in Kanada ist die Strahlung von Fukushima vorhanden.
Dazu hätte ich gerne mal belastbare, wissenschaftliche Quellen. Und nein, nur weil möglicherweise eine minimale Reststrahlung nachweisbar ist, hat diese nicht gleich negative Auswirkungen.

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tempus fugit 10.08.2015, 10:49
49. Genau solche...

Zitat von ein_verbraucher
...so lange grüne Energie nicht für die ganze Bevölkerung günstig und bezahlbar ist unterstütze ich Atomkraft. Nicht jeder kann 200 € und mehr nur für Strom jeden Monat zahlen !
..."Verbraucher" und Wähler wünschen die Polithansel...

Wie man als 'Normalverbraucher' auf 2500 € Stromkosten pro Jahr kommt, das fragt sich ein KeinNormalVerbraucher...

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