Forum: Wirtschaft
Rechtsstreit mit Dresden: Immobiliengigant Gagfah klagt zurück

Gagfah wehrt sich. Im März hatte Dresden eine milliardenschwere Klage gegen Töchter des von einem US-Finanzinvestor übernommenen Wohnungskonzerns eingereicht*- nun verklagt der Immobiliengigant seinerseits die Stadt. Streitwert:*bis zu 800 Millionen Euro.

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mimas1789 14.06.2011, 14:15
1. Wen wundert es?

Soziale Aufgaben privatisieren. Wer so etwas unternimmt ist ein Volksschädling und muss seiner Ämter enthoben werden und ist schadensersatzpflichtig.

Frage: wem gehört den der Grüne Punkt? Wem zahlen wir da die Gebühren?
Antwort: einem US Investor.
Ursprüngliche Aufgabe: Umweltschutz
Heutige Aufgabe: Shareholder Value.
Genauso ists bei der Gagfah.
Wen wundert es? Mich nicht.

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Hardliner 1 14.06.2011, 14:27
2. Ehrentitel

Zitat von sysop
Gagfah wehrt sich. Im März hatte Dresden eine milliardenschwere Klage gegen Töchter des von einem US-Finanzinvestor übernommenen Wohnungskonzerns eingereicht*- nun verklagt der Immobiliengigant seinerseits die Stadt. Streitwert:*bis zu 800 Millionen Euro.
Wenn ein Unternehmen den Ehrentitel "Heuschrecke" verdient, dann die Gagfah/Fortress. Von den ehemaligen Vorstandsmitgliedern nach der Gründung der Gagfah (ich glaube vor 5 oder sechs Jahren) ist kein einziges mehr im Amt. Ein Amerikaner hat nun das Sagen.

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Wer ich wirklich bin 14.06.2011, 14:32
3. !

Zitat von Hardliner 1
Wenn ein Unternehmen den Ehrentitel "Heuschrecke" verdient, dann die Gagfah/Fortress.
Der Käufer war aber vorher bekannt. Insofern darf sich die Politik an die eigene Nase fassen. Selbst die Linke hat ja dem Verkauf zugestimmt.

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buddelflinkfg 14.06.2011, 15:04
4. Das liebe Geld

Tja, das hat man nun davon, wenn man das Tafelsilber verramscht. Schuldenfrei ist halt nicht alles. Ist doch klar das sich so ein Konzern nicht von ein paar pobeligen Stadträten auf der Nase herumtanzen lässt

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sam07 14.06.2011, 15:07
5. Gagfah-Mutationen

Wen wundert's? Es ist doch das erklärte Ziel des Neoliberalismus, so viel wie möglich zu privatisieren, dem Staat die Verantwortung zu entreißen, dem Götzen "Markt" zu huldigen und jeden Bürger für sein Leben selbst verantwortlich zu machen. Damit werden die sozialen Netze gesprengt und die, welche nicht mithalten können - das muss keineswegs Faulheit oder Bequemlichkeit sein - bleiben auf der Strecke. Für das allgemeine Wohl soll kein Geld mehr ausgegeben werden, nur wenn die Gier der Neoliberalen mal wieder größer war als ihre Fähigkeiten (Banken), dann soll der Steuerzahler für die Spekulationen aufkommen. Gegenleistungen? Keine.
So lange wir uns widerstandslos ergeben und nur in Foren herumlabern, so lange werden Unternehmen wie die Gagfah und andere ihr perverses und menschenverachtendes Spiel weiter treiben. Und irgendwann wird aus der derzeitigen Scheindemokratie eine echte Diktatur.

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waterman2 14.06.2011, 15:26
6. Moral Hazard-Kalkulation

Es ist immer das gleiche bei diesen Heuschrecken-Geschäften.
Alle kalkulieren sie mit Moral Hazard im Hintergrund.

Die Stadt wollte sich entschulden und dachte sich, man könnte die Woba an Investoren verkaufen, die dann für die Sanierungen usw. einstehen müssen bei gleichzeitiger Festschreibung der Mieterhöhungen.

Die Investoren machen lieber Kasse, indem sie die Sanierung herauszögern und den Mietern die Objekte viel teurer verkaufen wollen als sie die Liegenschaften zum Gesamtpreis von der Stadt erworben haben.

Da stellt sich die Frage: Warum verkauft die Stadt nicht selbst die Wohnungen zu demselben Preis an ihre Mieter, wie sie sie an die Fortress verkaufte? Die Investoren zahlen oft für solche Wohnungen 15.000-20.000 EUR und wollen sie für 45.000 EUR dann an die Mieter loswerden.

Für den Preis, zu dem die Woba-Wohnungen an Fortress verkauft wurden, hätten etliche Mieter zugeschlagen.

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GrafZahl 14.06.2011, 15:54
7. Das war mal ein guter Vermieter

Ich bin seit langer Zeit GAGFAH-Mieter. Bis vor ein paar Jahren war alles okay, dann kamen die Amis.
Seitdem waren die Mieter in unserem 10-Parteien-Miethaus 14mal mit der GAGFAH vor Gericht, wegen nicht durchgeführter Reparaturen, nicht durchgeführter Grundstückspflege, ausgefallener Heizung, absurder Mieterhöhungen und zahlreicher anderer Probleme. Die zuständigen Mitarbeiter bis hinunter zum Hausmeister sind nie erreichbar.

Da von den 14 Verfahren 12 zugunsten der Mieter ausgingen und zwei außergerichtlich geregelt wurden kann die Stadt Dresden wohl ganz entspannt bleiben.

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redwed09 14.06.2011, 16:08
8. Bravo für den Beitrag

Zitat von sam07
Wen wundert's? Es ist doch das erklärte Ziel des Neoliberalismus, so viel wie möglich zu privatisieren, dem Staat die Verantwortung zu entreißen, dem Götzen "Markt" zu huldigen und jeden Bürger für sein Leben selbst verantwortlich zu machen. Damit werden die sozialen Netze gesprengt und die, welche nicht mithalten können - das muss keineswegs Faulheit oder Bequemlichkeit sein - bleiben auf der Strecke. Für das allgemeine Wohl soll kein Geld mehr ausgegeben werden, nur wenn die Gier der Neoliberalen mal wieder größer war als ihre Fähigkeiten (Banken), dann soll der Steuerzahler für die Spekulationen aufkommen. Gegenleistungen? Keine. So lange wir uns widerstandslos ergeben und nur in Foren herumlabern, so lange werden Unternehmen wie die Gagfah und andere ihr perverses und menschenverachtendes Spiel weiter treiben. Und irgendwann wird aus der derzeitigen Scheindemokratie eine echte Diktatur.
Einer der besten Beiträge seit langem im Forum, der die Machenschaften der Heuschrecken genannt Finanzinvestoren im Besonderen und der neoliberalen Wirtschaft im Allgemeinen exat beschreibt.
Bravo für den Beitrag.

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mayer60 14.06.2011, 16:08
9. Denke ich auch.

Zitat von GrafZahl
Da von den 14 Verfahren 12 zugunsten der Mieter ausgingen und zwei außergerichtlich geregelt wurden kann die Stadt Dresden wohl ganz entspannt bleiben.
Das Schiff sinkt. Die Widerklage wird ihnen auf die Dauer nicht helfen. Die Stadt hat einfach den längeren Atem.

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