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Recycling: Kleidung aus Plastikschrott - macht das Sinn?
REUTERS

Selbst Modeketten wie H&M werben inzwischen mit Kleidung aus recycelten PET-Flaschen oder Ozeanplastik. Ist das wirklich gut für die Umwelt?

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oloh 25.06.2017, 21:30
40. Danke

für den Artikel! Werde in Zukunft die Werbung von adidas "50% recyceltes Polyester" argwöhnischer betrachten.

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Andreas1979 25.06.2017, 21:50
41. Müllvermeidung ist die beste Alternative.

Keine Duschgels, oder Shampoo mit Nanopartikeln kaufen, weil das in den Fisch landet den wir essen. Die Getränke ob Saft, Wasser oder flüssiges Gold in Gasflaschen kaufen, mehrere Obstsorten in eine Tüte stecken und keine verpackten Artikel kaufen. Das sind alles kleine Dinge, die man im Alltag leicht in einem nicht Discounter umsetzen kann.

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Matttthias 25.06.2017, 21:56
42. Bizarr ist dass niemand auf die Karte sieht

Auf der Weltkarte ist klar zu sehen das Plastikmüll im Ozean nicht aus Mitteleuropa stammt. Wie auch ? In Deutschland wird Müll gesammelt. Niemand fährt mit dem Auto von München nach Hamburg um dort eine PET-Flasche oder Plastiktüte ins Meer zu werfen. Trotzdem wird hier an Tüten und Flaschen gespart. Scheinökologie von Marketinghascherln. Gleichzeitig bläst jeder Deutsche 9000 kg Co2 in die Atmosphäre. Frankreich, Schweiz, Schweden, Spanien verschmutzen nur halb so viel. Selbst England ist dramatisch sauberer als Deutschland . Der gutmütige Scheinökologe ersetzt PET durch schweres Glas. Dickes Glas braucht mehr Energie in Transport und Produktion. Energie die als Co2 die Atmosphäre vergiftet. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende ?

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bambata 25.06.2017, 22:39
43.

Zitat von Matttthias
Der gutmütige Scheinökologe ersetzt PET durch schweres Glas. Dickes Glas braucht mehr Energie in Transport und Produktion. Energie die als Co2 die Atmosphäre vergiftet. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende ?
Das ist nur bedingt richtig. Glasflaschen (die guten alten "Brunnen"-Flaschen) haben zwar einen höheren Energiebedarf bei der Produktion und schneiden unter Transportgesichtspunkten (Eigengewicht) schlechter ab, werden aber um ein Vielfaches häufiger wiederverwendet, als Mehrweg-Plastikflaschen. Faktor 40 (oder sogar größer?), wenn ich es recht in Erinnerung habe. Von den Irsinns-Einweg-Plastikflaschen will ich hier gar nicht reden, das ist ökologisch so gaga, das gehört eigentlich verboten.

Natürlich sind wir Verbraucher in der Verantwortung, Wasser und sonstige Getränke in Glasflaschen aus regionaler Produktion zu kaufen.

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kaethe 26.06.2017, 12:56
44.

Kleidung aus Plastik trägt wesentlich zur Verseuchung der Meere mit Kunststoffpartikeln bei
Mit jedem Waschgang gibt Kleidung aus Plastik Micropartikel in das Abwasser ab. Diese Partikel sind so klein, das sie nicht über die Kläranlagen herausgefiltert werden können.
Somit landen sie in offene Gewässer und schließlich auch ins Meer und tragen so wesentlich zur Verseuchung der Meere mit Kunststoffpartikeln bei.
Es ist also nur gut gemeint oder ein PR Gag, aber kein Upcycling!
Besser wäre, wie viele schon angemerkt haben, keine Kleidung aus irgendeinem Plastik zu tragen.

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sebilaux 26.06.2017, 12:58
45. Lieber Kunststoff auf der Haut als im Essen

Hallo zusammen,

nur damit nicht der Eindruck entsteht dieser Artikel entspricht der kompletten Wahrheit und die Frage aufkommt warum sollten wir Menschen überhaupt Recyceln? Hier nur ein paar Kommentare zu den aufgestellten Thesen:

- es findet keine chemische Entfärbung beim mechan. Recycling von PET Flaschen statt

- der Zwischenschritt der Pelletherstellung kann heutzutage durch geeignete Extrusionstechnik entfallen. Einzig bei der Herstellung neuer Flaschen aus recycelten PET wird er (meist) noch benötigt.

- natürlich reduzieren die Transportwege der Flaschen die prinzipielle Energieeinsparung, die man mit dem Recycling gewinnt, dennoch ist die Bilanz positiv, da das lokale Recycling überwiegt (siehe auch Umdenken in China)

- richtig, es wird Chemie verwendet: Reinigen, Abwasseraufbereitung, im Extrusionsprozess. Hierbei von "Unmengen" zu reden und ohne dies mit Daten zu untermauern ist sehr gewagt und entspricht nicht der Realität. Jeder Recycler hat sich an die lokalen Umweltrichtlinien zu halten (wie jedes andere Unternehmen auch), damit kein Schaden für die Umwelt entsteht (ja auch in China).

- Regierung Chinas: Nach China dürfen keine Flaschen mehr importiert werden (Transportwege werden immer kürzer, in Deutschland wird z.B. ca 80% der recycelten Flaschen (ca. 97% der Gesamtmenge an PET Flaschen) selbst recycelt, die restlichen 17% in den Nachbarländern)

- Antimon: hier ein Auszug aus meinen eigenen Recherchen:

Antimonmigration (Sb) von der PET-Flasche ins Innere:
• Sb aus PET-Herstellung (Katalysator)
• Europa: ca. 224 ppm Sb in PET-Flaschen
• 2 Grenzwerte:
- EU Grenzwert für verpackte Lebensmittel: 40ppb
wird normalerweise nicht erreicht bei PET Flaschen
- Trinkwassergrenzwert: 5ppb
Lagerung bei Raumtemperatur ist bedenkenlos
Lagerung (ab 6 Monaten) bei Temperaturen > 40°C vermeiden

Ok hier kann man sicherlich streiten welcher der beiden Grenzwerte betrachtet werden soll und bestimmt ist Antimon nicht gesundheitsfördernd. Allerdings ist es kein Punkt, der gegen das Recycling verwendet werden kann, da es bei der Herstellung anfällt und nicht beim Recycling.

Kleidung länger tragen ist sicherlich ein guter Weg. Plastikflaschen nicht zu kaufen, eine sehr gewagte Behauptung als Problemlösung ... Das bedarf einer neuen Diskussion und einer genauen Betrachtung der Ökobilanzen, die der Autor bzw. die zitierten Personen wohl auch noch nicht getätigt haben.

Ich sehe uns Menschen selbst in der Verantwortung den Kunststoffmüll nicht in der Natur zu entsorgen, denn dieser kann nichts dafür, wenn er im Mund eines Meerestieres landet und danach vlt ...

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Avocado_diaboli 27.06.2017, 23:19
46.

@ Sebilaux: Die ganze Auflistung nützt doch nichts, weil das Zeug so oder so an irgendeiner Stelle des Kreislaufs immense Schäden verursacht. Die, zumindest bisalng, nicht verhindert werden können.

Da diskutiere ich nicht über die Ökobilamz von regionalem Mineralwasser in Glasflaschen vs. PET. Ich frage auch nicht, wie schick die Bilanz der Wiederaufbereitung von Plastemüll aus dem Meer oder sonstwo her ist. Denn da, wo der Plastikmüll zwangsläufig landet, sind sie ein echt fatales Problem.

Ich möchte auch zu gern wissen, woher Du Deine Zahlen zur Aufbereitung von PET-Flaschen hast. " in Deutschland wird z.B. ca 80% der recycelten Flaschen (ca. 97% der Gesamtmenge an PET Flaschen) selbst recycelt, ... " Und ist Dir damit auch bewusst, was daraus wird? Oder eben auch nicht ...

Es ist und bleibt ein Wegwerfmaterial, das sich leider bei Weitem nicht so gut weiterverwerten lässt wie andere Stoffe (zB Glas), allein aus nachhaltigen Gesichtspunkten. Nun ja, da gäbe es noch viel mehr zu sagen. Aber jeder möge seine Prioriäten selbst setzen.

Das Thema Mikroplastik ahste aber geschickt ausgeklammert, möchte ich meinen.

Es gibt keine großen oder kelinen Filter dafür. Weder für die "kleinen" noch für die "großen" Leute.

Wir kommen nicht drum herum: Vermeidung ist bislang der einzige Weg momentan.

Also nochmal schnell das Mikrofasertuch und die Softshell-Jacke kuscheln. Und dann ab in den Müll damit. Restmüll, bitte.

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MatthiasPetersbach 27.06.2017, 14:01
47.

Zitat von M. Michaelis
Ich glaube Sie haben keine Ahnung wie der Lebensstandard in den 60ern war. Dass wir heute einen Höheren haben ist das Ergebnis dessen dass die Menschen damals ihren Lebensstandard verbessern wollten.
Das ist Quark. Ich habe (nicht nur :) ) in den 60ern gelebt - und der Lebensstandard war DAMALS höher.

Freude und Zufriedenheit und Zuversicht und Sicherheit und FREIHEIT misst sich nicht daran, wieviele Fernseher man hat oder wieviele Ps die Karre oder wieweit die Urlaubsreise geht.

Früher(TM) hat man mit den Krankenkassenbeiträgen ALLES incl. Zahnersatz bezahlt, auf der Bank gabs Zinsen, wer angestellt war, war angestellt, es war nicht nötig, zig Stunden zu investieren, um bei der Wahl von Stromanbieter, Autoversicherung, Hausversicherung einen Tarif zu finden, der bezahlbar war und man konnte essen, trinken, rauchen und egal welches Auto fahren, ohne Gefahr zulaufen, die unheilige Allianz von Gesetzgeber und Blockwartmitmensch würde einen enteignen oder auf Grund haltlosen Halbwissens schikanieren können.

"Besser" ist vielleicht heute für anspruchslose Leute, die Spaß dran haben, in die Banane zu passen. Wie man zu denen in 60ern bis 90ern sagte, sollte Ihnen bekannt sein.

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MatthiasPetersbach 27.06.2017, 14:15
48.

Zitat von M. Michaelis
Und wenn es um die Langlebigkeit der Kleidung geht ist PET haltbarer als Baumwolle.
Haltbarer als lebenslang haltbar?

Tut mir leid - die Dinge, die man wegwirft, wirft man weg, weil man sie nicht mehr sehen kann - NICHT weil sie kaputt wären.

Wenn ich mir heute ein T-Hemd von engelbert Strauß, von decathlon, -von mir aus auch von Kik- oder gebraucht aus dem Armeeversand hole, habe ich die ein (Rest-)Leben lang.

Genauso wie ne "Amijacke" oder irgendeine Parka oder Anorak. Auch wenn sie aus z.B. Baumwolle sind. Mal völlig unbesehen der Möglichkeit, auch mal was flicken zu können.

Klar, die sind nicht mehr neu - aber ist das nicht völlig egal? Der Verbrauch (in fast jeder Beziehung) ist doch eher Konventionen und Moden unterworfen als physischen Notwendigkeiten.

Und nein - deshalb läuft man trotzdem nicht zerrupft rum. Meine Lederjacke hab ich schon seit 40 Jahren - da wird niemand nen Unterschied erkennen zu neu - und T-Hemden sind problemlos 5 -10 Jahre als top zu tragen, bis sie ihren Dienst als Unterhemd und Arbeitshemd antreten. Auch für zig Jahre.

Tatsächlich ist Kleidung DER Gegenstand mit einer der grössten Halbwertszeit. In der Zeit, in der ich ne Jacke auftrage, hab ich schon das dritte Auto, den 2ten Fernsehen und das 4te Händi - oder so ähnlich.

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horstovic 15.07.2019, 10:39
49. typisch deutsch meckern, Alternativen fordern, meckern

erst meckern wir über den ganzen Müll, wenn man dann eine erste alternative Lösung hat, meckern wir über die Alternative. Recycling ist der erste Schritt, um dem Müll eine neue Verwendung zu geben, damit er nicht 450 Jahr im Meer schwimmt und gleichzeitig auch weniger neues Erdöl benötigt wird. Sicher ist das Recycling nicht energiefrei, aber das behauptet auch niemand und unseren Plastikmüll laden wir so oder so in Asien ab. Wenn er aber verwendet wird, zählt das dann auf einmal zur Energiebilanz.
Wir sind alle Heuchler, weil uns die Umwelt doch nur interessiert, wenn es dem eigenen Geldbeutel zuträglich ist. Obst, Wurst etc. alles global, da billig. REgional, saisonal ist da erstmal egal und bei der Kleidung sieht es auch nicht anders aus. Es gibt sicherlich deutsche Produzenten von Kleidung, die auch aus Rohstoffen, die in Deutschland produziert werden, Kleidung herstellen. Aber wenn das Shirt dann 10x mehr als im PRimark kostet, dann muss sich die Umwelt meinem Geldbeutel unterordnen und wenn nicht, dann kommt irgendwo jemand her und meckert, dass auch eine vollständig regionale Produktion CO2 ausstößt und der Umwelt schadet.

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