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Referendum in der Schweiz: Warum wir das Grundeinkommen für eine gute Idee halten - o
[DPA; imago;PR]

Am Sonntag entscheiden die Schweizer über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Wir haben sechs Prominente aus Politik und Ökonomie gefragt: Wie halten Sie es mit dem Grundeinkommen - und warum?

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sojetztja 04.06.2016, 14:11
1.

>Dazu gehört aber, dass man sich nicht nur das >Lebensnotwendige wie Wohnen, Kleiden und Essen >leisten kann - sondern auch die Fahrkarte zu einer >Demonstration, den Zugang ins Internet oder einen >Kaffee im Vereinshaus beim Treffen der Bürgerinitiative.

Unabhängig von meiner Meinung zum Thema: So kann nur eine von der Linkspartei argumentieren. Denn eins ist klar: Ich und vermutlich 99% aller Menschen würden mit dem Geld andere Dinge finanzieren als Demos und Bürgerinitiativen. :-))

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ch.weichberger 04.06.2016, 14:14
2. ich waere schon zufrieden

wenn ich eine auskoemmliche rente haette von 1000€
anstatt schandrente 220€

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thrashmail 04.06.2016, 14:14
3. Blüm hat es gar nicht verstanden

er vermischt es mit den derzeitigen Sozialleistungen.
Dabei ist es so einfach:
- Grundeinkommen für alle
- keinerlei Sozialleistungen
- Sozialämter schließen, alle
- Arbeitsämter schließen, alle
Allein durch diese Einsparungen finanziert man ein Grundeinkommen.

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syracusa 04.06.2016, 14:15
4. Utopie

Den Verfechtern eines BGE sollte klar sein, dass das nur dann durchsetzbar ist, wenn das weltweit zeitgleich geschieht.

Würde das nur in einem Staat realisiert, dann müsste dieser schon nach kurzer Zeit seine Grenzen in beide Richtungen dicht machen und eine Mauer nach DDR-Vorbild um sich errichten. Das wäre nicht nur wegen des dann massiven Konsumtourismus ins benachbarte Ausland nötig (das BGE müsste ja durch hohe Konsumsteuern finanziert werden), sondern auch, um zu verhindern, dass die eigenen Bürger einfach ins billigere Ausland auswandern, um ihr BGE dort zu verfrühstücken. Mit 1000 Euro im Monat kann man in Thailand schon fürstlich leben ...

Umgekehrt wäre ein BGE-Staat für Ausländer aus ärmeren Ländern noch viel attraktiver, als unsere Sozialsysteme schon heute für sie sind. Wir müssten dann eher mit 10 Millionen Migranten jährlich rechnen anstatt nur mit einer Million.

Die einzige Lösung ist, das BGE als eine zwar erstrebenswerte, aber eben doch erst in fernster Zukunft realisierbare Utopie zu verstehen. Wir müssen uns langsam in diese Richtung bewegen. Und da erscheint mir beispielsweise ein steuerfinanziertes Sozialsystem schon als eine überaus attraktive Zwischenlösung. Anstatt meine Energie auf das BGE-Aparadies zu fokussieren, kämpfe ich also erst mal für das, was realistisch verwirklich werden kann: eine steuerfinanzierte Grundrente für alle, ein steuerfinanziertes Arbeitslosengeld, das den Namen auch verdient, und eine steuerfinanzierte Krankenversicherung. Diese steuerfinanzierte Sozialversicherung würde meinen Freiheitsraum schon extrem vergrößern, und es gingen damit nicht die Unwägbarkeiten des BGE einher.

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säkularist 04.06.2016, 14:17
5.

Das wäre eine tolle Idee für Saudi-Arabien oder Katar.
Für ein Land, dessen Reichtum nicht aus dem Boden sprudelt, sondern erarbeitet werden muss, wäre das eine Katastrophe.
Ich selbst würde vermutlich sofort von Vollzeit auf Teilzeit wechseln. Und wenn ich mal keinen Bock auf Arbeit hab, dann lass ichs eben mal ganz.

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Berliner42 04.06.2016, 14:17
6.

Frau Kipping träumt. Es ist überhaupt nicht gesagt, daß das BGE (die Bezeichnung leistungsloses Grundeinkommen gefällt mir besser) für all das ausreicht. Erstaunt bin ich über den Realismus von Herrn Giegold.

Die BGE-Jünger haben alle nicht auf dem Schirm, daß das BGE für viele Empfänger eine Kürzung der Leistungen bedeuten würde. Während andere, die es nicht brauchen, es trotzdem bekommen. Das ist furchtbar ineffizient und erzeugt dramatische Fehlsteuerungen.

Darüber hinaus glaubt doch eh keiner, daß die Kosteneinsparungen bei Arbeits- und Sozialämtern real wären. Wann baut denn der Staat solche Apparate ab?

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spmc-12355639674612 04.06.2016, 14:19
7. Wir sollten hoffen,

dass die Schweizer Bürger für das bedingungslose Grundeinkommen stimmen. Nur so werden wir sehen, ob es funktioniert. Auch wir leben heute mit und von den Utopien der Vergangenheit. Die Demokratie, die jedem - unabhängig, von Vermögen, Stand und Position - die gleiche Stimme gibt, war einmal nichts anderes als eine Utopie. Jetzt ist sie zur erfolgreichen Wirklichkeit in vielen Ländern der Welt geworden.

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jagadhamb 04.06.2016, 14:19
8. Endlich frei

Ist das jetzige System etwa gerecht? Das die oberen 1% ihr Vermögen seit 2008 beinahe verdoppelt haben? Die Machthabenden werden natürlich alles tun um ein bedingungsloses Grundeinkommen zu verhindern. Es wäre ja nur zu gefährlich wenn die Menschen plötzlich Zeit hätten nachzudenken, anstatt im Hamsterrad umherzulaufen, und vielleicht feststellen würden das der Nachbar kein böser Mensch ist vor dem man Angst haben soll. Es ist Zeit für neue Wege! Und natürlich hängt der Erfolg entscheidend davon ab, wie hoch das Grundeinkommen ist. Ab 1500€ im Monat, bei Abschaffung aller sonstigen Hilfsleistungen, allein das Heer der Bürokraten das man daraufhin (abgesichert!) entlassen kann, würde wahrscheinlich einen Großteil der Kosten einsparen!

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Emderfriese 04.06.2016, 14:20
9. Existentiell

Der Gedanke, der hinter dem Grundeinkommen steht, ist doch der, jedem Menschen unabhängig von seiner Tätigkeit (oder Nicht-Tätigkeit), seinem Vermögen oder Besitz und von seiner gesellschaftlichen Stellung eine finanzielle Absicherung zu gewährleisten, die jedem Bürger unseres Landes ein Leben in Würde ermöglicht. Wäre es denn dann nicht schon eine Art Grundeinkommen, wenn diejenigen, die heute vom Aufstocken, Hartzen oder anderweitig von staatlicher Unterstützung existieren, alle Gelder, die sie erhalten, ohne jede Auflage kriegen? Die vielfältig angeführten neuen bürokratischen Aufwendungen gäbe es dann nicht und die alten würden überwiegend wegfallen.
Wäre das nicht der einfachste Weg?

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