Forum: Wirtschaft
Referendum in Griechenland: Tsipras' gefährliches Kalkül
REUTERS

Mit einem Referendum will sich Griechenlands Ministerpräsident Tsipras aus den festgefahrenen Verhandlungen mit den Geldgebern befreien. Doch darauf dürften sich die Gläubiger kaum einlassen. Griechenland droht ein ökonomisches Chaos.

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silverhair 27.06.2015, 16:35
540. Keine Kompetenz für Verhandlungen

Zitat von lollipoppey
Gegen eine Referendum ist grundsätzlich nichts einzuwenden. ABER Herr Tsipras wusst seit Monaten, dass die Frist per Ende Juni (eigentlich schon Mitte Juni ) für eine Verhandlungsergebnis ausläuft. Nun kurz vor knapp mit einem Referendum um die Ecke zu kommen, ist nur noch unglaubwürdig und mit verlaub dreist! Herr Tsipras die Zeit ist vorbei für Spielchen!!! Isch over!
Abstimmungen und Unterschriften gibt immer nur am Ende , und keine Blanko checks vorher!

Ich denke ihnen fehlt da die nötige Qualitifikation überhaupt Verhandlungen führen zu können, wenn sie mit so einem hellseherischen Unsinn und Blanko unterschriften ankommen!

Und das Spielchen.. keine sorge , das wird noch Jahrzehnte die Gerichte beschäftigen , den NOCH gilt in Europa díe Rechtstaatlichkeit und nicht etwa die Schlägertrupps der Dikatatoren und Despoten ..

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falco1001 27.06.2015, 16:36
541. Drachme

Zitat von traurigerwolf
Sollte Griechenland aus der Eurozone fliegen, werde ich Urlaub nur noch in Griechenland machen.
Das wird billig, wenn die Drachme pro Jahr 20-30% abschmiert, viel billiger als jetzt. Gute Idee !

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karl-felix 27.06.2015, 16:38
542. Ich

Zitat von tpro
Selbst bei einem Schuldenschnitt von 100% schaffen sie es nicht. Mehr ausgeben als einnehmen funktioniert auf Dauer nicht. Ohne Reformen geht in GR nichts mehr. Und Reformen möchte keiner machen. Weil es bequemer ist, auf Kosten anderer zu leben.
denke , Sie irren, Kein Land in Europa hat auch nur annähernd so harte Einschnitte vorgenommen wie Griechenland. In Griechenland ist das Synonym für Reform : mehr arbeiten für weniger Geld und trotzdem hungern.
Man kann einen Staat nicht aus einer Depression heraussparen, da hat sowohl die Wirtschaftswissenschaft als auch Obama völlig recht. Was wir da betreiben ist die falsche Politik und die führt schlichtweg zum Ruin eines Landes, das vor 5 Jahren wirtschaftliche Probleme hatte.
Das Problem ist nur, dass keiner von denen, die das vor 5 Jahren verbrochen haben das zugeben werden und eine erfolgsversprechende Wirtschaftspolitik auch nur andenken wollen. Die Austeritätspolitik des Troika - Regimes hat in 5 Jahren auf breiter Front versagt.
In Griechenland wurden Löhne und Renten um 1 Drittel gekürzt, machen Sie das hier in Deutschland, brennt die Republik. Unser Vorteil ist nur, dass wir so gross sind, dass uns kein Kredithai zwingen kann, an Deutschland würde der sich momentan noch verschlucken. Aber nach Griechenland, das ist klar, kommt der nächste Staat dran. Dann wird die Verschuldung Italiens oder Spaniens getestet. Und wenn es am Schluss uns an den Kragen geht, ist keiner mehr da, der in den Rettungsfond einzahlt.
Es ist m.E mit Sicherheit einfacher, die Parteiideologen beiseite zu schieben und die griechischen Probleme zu lösen. Das Land hat gerade mal einen Wirtschaftsanteil von 0,2% an der Weltwirtschaft.

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merkel123 27.06.2015, 16:39
543. Von Tsipras

koennen sich die dt. Politikerimitate einiges abschauen: Referendum in D am 12.7., wieviel Geld weiterhin nach GR verschenkt werden soll, waere mein Vorschlag. Ich denke, die Wahlbeteiligung waere so hoch wie nirgendwann, wenn sich die Ableger der Einheitspartei in D dem Wahlvieh anbieten...

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seppvonderalp 27.06.2015, 16:46
544. Frau Merkel - Gefahr für die EU?

Zitat von gerd.lt
Griechenland bekommt eine große Kiste Geld mit der Aufschrift "15,5 Milliarden neue Kredite", der Inhalt wird dann in Griechenland in eine andere Kiste umgepackt mit der Aufschrift "15,5 Milliarden alte Kredite/Zinsen", an die Geldgeber zurück geschickt. Früher nannte man so etwas ein Nullsummenspiel, heute ein großzügiges Angebot (Merkel). Das Problem wird zeitlich verschoben um das Scheitern der Geldgeberseite nicht sichtbar werden zu lassen, um vor den eigenen Wählern ihr Totalversagen zu verbergen. Was noch schlimmer ist, unbeeindruckt davon wird dieselbe Politik fortgesetzt, die keine Rettung Griechenlands bedeutet, sondern den Versuch, dass eigene angeschlagene neoliberale Finanzsystem vor einem erneuten Kollaps zu bewahren, da man durch ein Ausscheiden Griechenlands einen nicht mehr zu kontrollierenden negativen, alle EU-Staaten umfassenden Verlauf, nicht ausschließen kann. Entweder hat die mächtigste Frau der Welt und ihre Politiker-Elite nicht den Mut zur Wahrheit und einem dem entsprechenden Handeln, oder sie sind mit ihrem Latein am Ende und müssten eigentlich das Handtuch werfen.
Frau Merkel ist offensichtlich eine Person die die nächsten 3 Züge des Verhandlungspartners analysieren (d.h. als Physikerin nicht untypisches/notwendiges "Schritt für Schritt-Denken") kann aber das Spiel nicht durchschauen oder gar gestalten kann. Das führt zu der seid Kohl typischen Strategie des "Aussitzens" (warten bis die Sau durch das Dorf getrieben wurde) und der kleinen Schritte...
Für die EU ist diese Fähigkeit im Moment eher ein Risiko, zumal Frau Merkel die wichtigste Nation/Stimme innerhalb der EU vertritt.

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karl-felix 27.06.2015, 16:51
545. Das

Zitat von palma
Warum braucht Mr. Tsipras ein Referendum. Die Meinung des Volkes interessiert niemanden, wenn wir über das Geld reden.
ist dann wohl der Unterschied zwischen Syriza und uns den korrupten Vorgängerregierungen.
Für die ist eben das Volk der Souverän und der hat zu entscheiden.
Vielleicht denkt Tsipras ja in guter preussischer Tradition : Un premierministre est le premier Serviteur de l´ Ètat

Ich habe mich auch mächtig geärgert, als man mich nicht fragte, ob die D-Mark abgeschafft werden sollte.
Und Tsipras haben sie bei der Abschaffung der Drachme auch nicht gefragt. Kann also gut sein, dass er das ändern will. Kann Europa nur gut tun. Momentan habe ich das Gefühl, dass unsere Politiker Europa in ihrer Dummheit und Mittelmässigkeit kurz und klein trampeln .

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falco1001 27.06.2015, 16:54
546.

Zitat von wolly21
Leider gab es das "Letzte Angebot" vor 2 Wochen noch nicht. Wer hat verzögert? "Die Institutionen" hätten ihr Angebot ja auch schon vor 2 Monaten machen können.
Die Forderungen der Troika liegen doch seit Monaten auf dem Tisch. Diese besagen im Wesentlichen, dass Gr. einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen muss und nicht weiter Schulden macht. Genauer gesagt wurde ein Primärüberschuss (=ohne Zinsen) von 1.5% gefordert, d.h. mit Zinsen zusammen wurde Gr. sogar eine weitere Verschuldung erlaubt.

Es wurde von Gr. zu keinem Zeitpunkt ein realitätsnaher Plan vorgelegt, mit dem das erreichbar ist.

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seppvonderalp 27.06.2015, 16:54
547. Viel Glück Europa

Zitat von tao chatai
Wie hier viele Foristen nun Griechenland zerreißen , weil Alexis Tsipras sein Volk demokratisch abstimmen lässt ist verwunderlich da doch keiner befragt wurde oder weiss welchenr Betrag Bankenrettung und das Quantitativ Easing kostet. Diese Summen dürften die Griechen Schulden um das 10-20 fache überschreiten und vermutlich noch höher sein, daher wird wohl auch Frau Merkel und die EU Herren alles dafür tun um Griechenland in der EU und im Euro zu halten und das Ganze ist bis auf das Griechische Referendum nur PR (spin)Theater, damit sich Neoliberale und noch immer Faschisten nicht noch mehr verausgaben...TRAURIG. Ich wuerde auch mal auf die Bonds ein Auge werfen,nicht das der Bond Market aus den Fugen kommt und die Aktien auch mitziehen und um den Ueberbewerteten Betrag von etwa 80% einbrechen.....
Wenn ihre Ueberlegungen stimmen, ist es besser die Luft jetzt kontrolliert rauszulassen bevor die Blase von selbst platzt... (obwohl ich 80% für masslos übertrieben halte ...)

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freespeech1 27.06.2015, 16:57
548. Stimmt!

Zitat von Izmir..Übül
Das ist ein linkes Dauermärchen, dass von den Hilfsgeldern für GR nichts im Land selbst hängengeblieben, sondern alles an ausländische Gläubigerbanken weitergereicht worden sei.
Laut neuer Ausgabe der Wirtschaftswoche wurden 60% der öffentlichen Mittel seit 2010 dazu vewendet, den Lebensstandard in Griechenland zu finanzieren bzw. die Kapitalflucht griechischer Bürger. Nur 40% dienten dazu, die privaten Gläubiger zu befriedigen.

Aber manche glauben lieber Märchenerzählungen

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seppvonderalp 27.06.2015, 17:02
549. Herr Tsipras kann nicht für alles verantwortlich gemacht werden

Zitat von topperh
Offenbar kennt Herr Tsipras den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung nicht. Schuld an der Lage Griechenlands ist seine Regierung nicht. Aber sie steht in der Verantwortung die schwierigen Entscheidungen für ihr Volk zu treffen. Aber wie so häufig in der Politik will keiner unangenehme Dinge beschließen. Verantwortung aber ist der Preis für die Freiheit!
soweit ich informiert bin war Herr Tsipras nicht an der Entscheidung mitbeteilgt, Griechenland in den EURO aufzunehmen. Ebenso hat nicht er entschieden einem bereits bankrotten Land Kredite zu gewähren, bei denen bereits vor Jahren klar war, dass sie nicht zurückbezahlt werden können: in der Privatwirtschaft nenn man das Fehlinvestitionen, die entweder ageschrieben werden müssen oder zum Bankrott führen. Die Aufgabe die Tsiprias übernommen hat nennt man Konkursverwalter ...

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