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Reform der Abgeltungsteuer: Geld anlegen - und einfach Steuern zahlen
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Sparern in Deutschland soll das Leben leichter gemacht werden - zumindest was ihren Aufwand mit dem Finanzamt angeht. So funktioniert die Abgeltungsteuer seit Anfang des Jahres.

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t_mcmillan 03.02.2018, 12:26
1.

Für mich ist einfach etwas anderes. Wobei mir klar ist, dass Einfach oftmals im Widerspruch zu Gerecht steht. Da mir Ungerecht nur weh tut, wenn ich vergleiche, ist mir Einfach wichtiger als Gerecht. Die Kompliziertheit des Geldanlegens bzw. des Steuerzahlens ist mit ein Grund, warum viele Menschen ihr Geld halt aufs Sparkonto tragen und gut ist.

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streckengeher 03.02.2018, 12:28
2. Danke!

Es ist Zeit, mal wieder Danke zu sagen. Ich lese die Beiträge von Hermann-Josef Tenhagen grundsätzlich gerne. Dieser hier war mal wieder besonders gut - kurz, verständlich, auf den Punkt gebracht.

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gldek 03.02.2018, 12:45
3. Sozialdemokratischer Denkfehler

Immer wieder wird aus der Sozi-Ecke der (Schein-)vergleich zwischen der Besteuerung vom Facharbeiterlohn und von Kapitalerträgen herangezogen. Hierzu sei erwähnt, dass der Facharbeiterlohn ohne Verlustrisiko erworben wird. Neben dem Kündigungsschutz ist er selbst bei Arbeitslosigkeit relativ gut abgesichert.
Kapitalerträge können schnell mal wegbrechen. Im schlimmsten Fal droht sogar Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Ausserdem ist etwa Aktienkapital nicht so unethisch wie es auf den ersten Blick scheint: Viele arbeitgebende Firmen werden damit am Laufen gehalten, bekommen Geld für Investitionen in die Hand.

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muckusch 03.02.2018, 12:52
4. Gibt es ...

... irgendeinen nachvollziehbaren Grund dafür, warum vor Ende 2008 gekaufte Aktien steuerfrei zu belassen ausser denjenigen, den bekannten deutschen Milliardärsfamilien, die die Anteile ihrer Konzerne schon (lange) zuvor erwarben, besserzustellen?

Gibt es irgendeinen vernünftigen Grund dafür, ihnen für diese Altbestände nunmehr Freibeträge von 100.000 € je Kopf einzuräumen, während jeder Normalbürger nur 801 € an Freibetrag erhält, als wahrhaft Reiche abermals besser zu stellen?

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Die Antwort lautet: 42 03.02.2018, 12:52
5. Meckern wir nicht?

Lieber Herr Tenhagen, Ihr Fazit ziehen Sie mit den Worten: "Meckern wir nicht. Für uns ist das Leben als Anleger ja einfacher geworden. Und wenn wir als Bürgerinnen und Bürger den Superreichen an die Tasche wollen, müssen wir das bei und zwischen den Wahlen wahrscheinlich deutlicher zum Ausdruck bringen."
Schade.
Ihr Artikel hat die Quintessenz der Investmentsteuerreform ganz gut auf den Punkt gebracht. Und dann kommt so ein Absatz. Den hätten Sie sich lieber sparen sollen. Denn für mich als Anleger ist es nicht einfacher geworden. Einfach war es schon vor dieser Reform. Den Aufwand hatten nur Finanzdienstleister und Banken, die beispielsweise spezielle Cum-Cum-Fonds aufgelegt hatten, um die unterschiedliche Bestuerung von inländischen und ausländischen Fonds auszunutzen. Als einfacher Anleger war mir das eher schnuppe. Und warum sollte es mich als Anleger freuen oder ärgern, ob und in welchem Umfang Superreiche zur Kasse gebeten werden? Sie schreiben ja selbst, dass diese Klientel immer einen Weg zur Steuervermeidung findet. Was mich allerdings sehr konkret berühren würde, wäre eine Abschaffung der Abgeltungsteuer. Es macht einen sehr realen Unterschied, ob Kurs, Dividenden- und Zinserträge mit 26,375 oder mit dem persönlichen Steuersatz besteuert werden - insbesondere dann, wenn, wie von der SPD geplant, der Spitzensteuersatz im gleichen Zug um 3 Prozentpunkte angehoben wird. Das trifft nicht die Superreichen. Die bringen ihr Geld unabhängig von der Höhe des Spitzensteuersatzes in Sicherheit. Es trifft den Mittelstand, der privat vorsorgen und Vermögen aufbauen muss, um später nicht Altersarmut zu erleiden. Eine Abschaffung der Abgeltungsteuer wäre einfach nur schwachsinnig und kurzsichtig. DAS wäre das richtige Fazit für Ihre ansonsten gute Zusammenfassung gewesen.

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k.michael62 03.02.2018, 12:57
6. Wenn es so einfach wäre

Und die Doppelbesteuerungsabkommen bilden das ab?

Hier wird Inflation besteuert und alle klatschen.

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gersois 03.02.2018, 13:03
7. Vorabpauschale

Die Vorabpauschale auf die Wertsteigerung eines Fondanteils wird erhoben, ohne dass sie durch Verkauf realisiert wurde. Fällt der Kurs des Fonds wieder, erhalte ich dann die zu Unrecht erhobene Steuerpauschale erstattet? Oder werden jetzt fiktive Gewinne steuerlich abgeschöpft und reale Verluste ignoriert? Das sieht doch nach Abzocke aus.

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PriseSalz 03.02.2018, 13:30
8. Absurd

Steuern zahlen auf imaginäre "Einkommen" zu erheben, das ist kriminell, staatliche Wegelagerei kommt mir da in den Sinn. Ich kaufe Aktien für 100. nächstes Jahr ist der Kurs 120. Auf die - nicht realisierten - 20 soll ich Steuern zahlen? Übernächstes Jahr schmiert die Aktie ab, ich verkaufe zu 80. Totalverlust (ohne die üblichen üppigen und nicht absetzbaren Maklergebühren): 25. Auch wenn der Aktienverlust 'nur' 20 Euro war. Absurd. Immobilienbesitz, Grundpreise steigen. Wird diese Preissteigerung besteuert? Der Bauer, der Häuslebauer, der Besitzer einer Eigentumswohnung müssten nach diesem Prinzip zahlen für Wertsteigerungen die nicht in der Kasse klingeln. Morgen mache ich die Tür auf für den Steuerfahnder der mein Schmuckkästchen taxieren will. Gold? Ja, der Preis ist gestiegen, zahlen bitte. Oh, und haben Sie da noch einen Oldtimer in der Garage? Na, der ist ja heute nach Expertenmeinungen tausend Euro mehr wert als letztes Jahr. Macht 250 Euro, sofort. Und die alte Puppe die sie da haben, na, die wurde ja gestern auf Bares für Rares für 200 verkauft, macht nochmal 50. ¿Wie, der Oldtimer hat Reparaturen benötigt? Das können wir leider nicht anerkennen.

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mostein 03.02.2018, 13:41
9. Abgeltungssteuer auf Dividenden

Anders als Zinsen werden Dividenden aus dem versteuerten Gewinn der Gesellschaft bezahlt. Der Aktionär hat also aus seinem versteuerten Einkommen Aktien gekauft. Das Unternehmen zahlt auf den Gewinn Steuern und der Aktionär noch einmal. Die Steuerquote ist, auch bei Gutverdienern, nicht niedriger als vorher, in vielen Fällen deutlich höher. Und wenn die SPD gegen besseres Wissen hier Hasspropagand betreibt, fordere ich sofort die Besteuerung von Trinkgeldern.

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