Forum: Wirtschaft
Reform der Abgeltungsteuer: Geld anlegen - und einfach Steuern zahlen
REUTERS

Sparern in Deutschland soll das Leben leichter gemacht werden - zumindest was ihren Aufwand mit dem Finanzamt angeht. So funktioniert die Abgeltungsteuer seit Anfang des Jahres.

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ghp2 03.02.2018, 14:33
20.

Zitat von gersois
Die Vorabpauschale auf die Wertsteigerung eines Fondanteils wird erhoben, ohne dass sie durch Verkauf realisiert wurde. Fällt der Kurs des Fonds wieder, erhalte ich dann die zu Unrecht erhobene Steuerpauschale erstattet? Oder werden jetzt fiktive Gewinne steuerlich abgeschöpft und reale Verluste ignoriert? Das sieht doch nach Abzocke aus.
Die Frage stelle ich mir auch! Da bezahlt man dann vorab Steuern auf einen Gewinn(Wertsteigerung), der real noch gar nicht angefallen ist. Und wenn der Gewinn dann ausbleibt oder niedriger ist? Bekommt man dann die vorab gezahlte Steuer erstattet? Und wenn ja dann jährlich oder erst beim Verkauf? Und wie werden diese Vorabsteuern in so einem Fall verzinst?
(mal ganz davon abgesehen, dass man einen Fond nach 10 oder 20 Jahren mit Gewinn verkaufen kann, dieser Gewinn aber von der Inflation geschluckt wurde - also Steuern auf real NULL Gewinn!)

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reflexxion 03.02.2018, 14:35
21. Unions-Steuerpolitik wie üblich

den kleinen Sparern wird alles genommen und an die fetten Superreichen traut sich keiner ran. Es kommt aber ein neuer Vorteil auf die Kleinsparer zu. Nachdem es schon keine Zinsen mehr gibt wird in Zukunft auch das normale Einkommen relativ weiter sinken - Ergebnis es bleibt eh nichts zum anlegen übrig. Man darf ja auch nicht die horrend steigenden Mieten und Energiekosten vergessen. Wer dann erst mal in Rente geht, der hat sowieso andere Sorgen, weil die Renten einfach mittlerweile zu niedrig sind um davon anständig (also keineswegs luxuriös) leben zu können. Die Luxusrenten hat die Elterngeneration der aktuellen Neurentner bekommen, auch wenn sie nie annähernd so viel eingezahlt hatten.

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Teigkonaut 03.02.2018, 14:37
22. einfacher vielleicht aber nicht gerechter

Ist es gerecht einen pauschalen Anteil am Fondspreis jedes Jahr zu besteuern? Wie soll denn das in der Praxis aussehen bei den Preisschwankungen für Fondsanteile? Was passiert bitte schön, wenn der Fonds das Jahr mit Verlusten abschließt? Bekomme ich dann eine Gutschrift vom FA? Erschreckend genug mal zu betrachten, wie über die Jahre der Zinsfreibetrag abgeschmolzen wurde. Mit welcher Begründung eigentlich? Ich sehe diese sogenannten Reformen im Zusammenhang mit der sich entwickelnden Altersarmut. Wir wissen, dass die zukünftige Rente aus dem Topf der deutschen Rentenversicherung für ein sorgenfreies Leben nicht reichen wird. Gleichzeitig erschwert der Gesetzgeber mit solchen Reformen die Eigenabsicherung durch das Fondssparen. Absurd eigentlich und das Wahlvolk staunt und klatscht Beifall.

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gregor123 03.02.2018, 14:46
23. Neiddebatte

Gute alte Neiddebatte. Am besten für den Staat wäre es doch, ich arbeite bis zur Rente und alle dann tot um. Mal ehrlich, ich hab kein sonderlich großes Depot und komme dennoch über den Freibetrag ... muss also Steuern zahlen, auf bereits besteuertes Einkommen. Ich habe das volle Risiko (letzten beiden Tage 5% vom Depot verloren) und der Staat kann ruhig die Gewinne abschöpfen. Das ich damit aber nicht zocke und mir vll. meine Altersvorsorge aufbauen will, egal. Es ist fast schon besser das Geld zu verprassen und dem Staat voll auf der Tasche zu liegen. Durch Inflation wird man schon enteignet und der Ausgleich (die Aktiengewinne) nimmt der Staat einen ab. Es mag durchaus Leute geben die mehrere Millionen haben und die von Aktiengewinnen leben können, aber nicht der Mittelstand, warum gibt es hier kein Stufensystem? Warum ist die Freigrenze so mickrig? Mir war nicht bewusst das die mal deutlich höher war. Apropro Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz. Ich vermute mal die einjährige Haltefrist nachdem man dann keine Gewinne versteuern muss, wird dann nicht wieder eingeführt. Und sich dann wundern warum es Kapitalflucht gibt, der Reiche schiebt halt alles in geschlossene Fonds rein, der Mittelstand muss halt was anderes machen, z.B. auswandern.

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muckusch 03.02.2018, 14:47
24. Ich möchte mich ...

... an dieser Stelle gerne aufrichtig bei all den Foristen bedanken, die in ihren bislang 42 Beiträgen zum Thema soviel mehr Facetten aufgezeigt haben als der kommentierte Artikel selbst, dass man sich fragen muss, mit wie wenig Sachverstand, aber auch Gerechtigkeitsempfinden, wenigstens Fairniss die GroKo hier ans Werk geht!

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lottootto 03.02.2018, 14:50
25. Verluste

Habe vorletzte Woche einen Rentenfonds (aussch.) verkauft, wobei ein kleiner Kursverlust angefallen wäre. Dank der Steuerreform wurde aber zu Beginn des Jahres ein fiktiver Gewinn veranschlagt, so dass ich jetzt zusätzlich zu meinem Verlust noch Steuern auf den fiktiven Gewinn zahlen durfte.
Bei der Bank heisst es dazu nur lapidar: Sollten die Daten nachgeliefert werden, dass der fiktive Gewinn falsch war, dann wird die Abrechnung korrigiert. Also aus meiner Sicht ist das nicht einfacher als früher geworden.

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henrikw 03.02.2018, 15:09
26. Selbstbedienungsladen

"Ausgenommen von der neuen Steuer waren nur die Aktien und Aktienfonds, die Sparer noch bis Ende 2008 gekauft hatten. Die sollten ewig steuerfrei bleiben. ....
.... Alte Fonds aus den Jahren von vor 2009 werden jetzt jedoch besteuert."

So ist das mit den Gesetzen. Einfach schnell einkassiert. Ist nur eine Frage der Zeit, bis die Erträge aus privaten Altersvorsorgeverträgen (abgeschlossen vor 2005), die Steuerfrei sein sollten, auch besteuert werden.

Ja, die Abgeltungssteuer sollte abgeschafft werden. Aber nicht so wie die linken Finanzler das gerne hätten. Besteuerung der Erträge als reguläres Einkommen läuft dem Gedanken der privaten Altersvorsorge zuwider.

Die Abgeltungssteuer sollte abgeschafft werden, zukünftig reguläre Einkommensbesteuerung, allerdings sollten Ertäge aus Anlagen ab zB dem 5. Jahr steuerfrei sein.

Und die Regelung der neuen Abgeltungsteuer ab 2018 ist maximaler Schwachsinn. Dort werden (weiterhin) fiktive, nicht realisierte Gewinne besteuert.

Tenhagen, euer toller Leitfaden, insbesondere Teil III, ist leicht fehlerbehaftet. Vergleich Ausschütter vs. Thesaurierer. Unfug. Selbstverständlich sollten die Ausschüttungen wieder angelegt werden, um einen fairen Vergleich zu ermöglichen und dann sind die Unterschiede minimal und nicht so drastisch.

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metontour1079 03.02.2018, 15:10
27. REIT’s und BDC‘s

Lieber Herr Tenhagen, vielleicht können Sie mir plausibel erklären, warum REIT’s und BDC‘s wie Fonds behandelt werden? Was passiert, wenn ich die Aktien der Unternehmen (z. B. Realty Income oder Main Street Capital) niemals verkaufen möchte und diese vererbe? Eine Vorabpauschale zu erheben ist m. M. nach verfassungswidrig....

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labuday 03.02.2018, 15:12
28. und diese Steuervereinfachungen und -erleichterungen sind

Zitat von gldek
Immer wieder wird aus der Sozi-Ecke der (Schein-)vergleich zwischen der Besteuerung vom Facharbeiterlohn und von Kapitalerträgen herangezogen. Hierzu sei erwähnt, dass der Facharbeiterlohn ohne Verlustrisiko erworben wird. Neben dem Kündigungsschutz ist er selbst bei Arbeitslosigkeit relativ gut abgesichert. Kapitalerträge können schnell mal wegbrechen. Im schlimmsten Fal droht sogar Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Ausserdem ist etwa Aktienkapital nicht so unethisch wie es auf den ersten Blick scheint: Viele arbeitgebende Firmen werden damit am Laufen gehalten, bekommen Geld für Investitionen in die Hand.
nur der Speck in der Mausefalle - einmal gemeldet hat das Finanzamt IMMER die Finger drauf und die anfänglichen Erleichterungen werden im Laufe der Zeit einfach zusammengestrichen - wie oben ausgeführt.
Und wenn dann die Sozis irgendwie ans Ruder kommen, wird gnadenlos zugegriffen.
Es hilft nur eins: abheben und unters Kopfkissen oder irgendwie ausgeben. Es ist wie bei Unternehmen: versteuere ich das Geld und der Staat nimmt es in seine Gießkanne und verschleudert es sinnlos oder investiere ich und erhöhe mein Firmenvermögen.
Man kann sein Geld in Deutschland nicht mehr verstecken, jeder größer Kauf - insbesondere Immobilien und teures Gut muß gemaldet werden und man muß peinlichst darauf achten, immer eine Erklärung bereit zu haben, warum, wieso weshalb.
Wird nicht mehr lange dauern, bis man den Staat fragen muß , ob man ein Geld ausgeben darf - Zuriff auf jedes Konto hat er schon.

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paterfelix 03.02.2018, 15:16
29.

Zitat von gregor123
Gute alte Neiddebatte. Am besten für den Staat wäre es doch, ich arbeite bis zur Rente und alle dann tot um. Mal ehrlich, ich hab kein sonderlich großes Depot und komme dennoch über den Freibetrag ... muss also Steuern zahlen, auf bereits besteuertes Einkommen. Ich habe das volle Risiko (letzten beiden Tage 5% vom Depot verloren) und der Staat kann ruhig die Gewinne abschöpfen. Das ich damit aber nicht zocke und mir vll. meine Altersvorsorge aufbauen will, egal. Es ist fast schon besser das Geld zu verprassen und dem Staat voll auf der Tasche zu liegen. Durch Inflation wird man schon enteignet und der Ausgleich (die Aktiengewinne) nimmt der Staat einen ab. Es mag durchaus Leute geben die mehrere Millionen haben und die von Aktiengewinnen leben können, aber nicht der Mittelstand, warum gibt es hier kein Stufensystem? Warum ist die Freigrenze so mickrig? Mir war nicht bewusst das die mal deutlich höher war. Apropro Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz. Ich vermute mal die einjährige Haltefrist nachdem man dann keine Gewinne versteuern muss, wird dann nicht wieder eingeführt. Und sich dann wundern warum es Kapitalflucht gibt, der Reiche schiebt halt alles in geschlossene Fonds rein, der Mittelstand muss halt was anderes machen, z.B. auswandern.
Vielen Dank!
Sie schreiben mir aus der Seele, genau das geht mir seit dieser Reform auch durch den Kopf und ich bin in der gleichen Lage wie Sie.
Naja was soll's? Noch leben wir gut und sollten das genießen. ;-)

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