Forum: Wirtschaft
Reformpläne für Putin: Duell um Russlands Zukunft
REUTERS

Wie kann Russlands Wirtschaft den Rückstand zum Westen aufholen? Beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg streiten Experten über zwei Strategien. Wird Präsident Putin auf sie hören?

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zisgacha 03.06.2017, 17:48
1. Exzellente Einfuehrung in einen Artikel

Gratuliere! Ich habe den Artiikel mit steigendem Interesse gelesen. Aber dann war er ploetzlich fertig.
Wollten Sie einfach das Thema ansprechen? Interesse wecken?

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frank57 03.06.2017, 17:57
2. Also will Kudrin

die Rentner ausbluten lassen und das Tafelsilber an die Wesrtkonzerne verscherbeln! Echt toller Plan!

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Alias_aka_InCognito 03.06.2017, 18:01
3. Reformverhinderer Putin

"Putin ist noch nie vorbehaltlos Empfehlungen des einen oder des anderen Lagers gefolgt. Ihm gefällt offenbar, dass sich die Lager gegenseitig im Schach halten.

Laut einem Bericht der angesehenen Tageszeitung "Wedomosti" hat Putin sich beide Pläne vorstellen lassen. Von einer Entscheidung sei aber nichts bekannt. Auch die Rede des Präsidenten am zweiten Tag des Wirtschaftsforums ließ darauf keine Rückschlüsse zu. Das Wort "Reform" kam darin kein einziges Mal vor."

Da haben wir ja schon das Problem, warum die russische Wirtschaft nicht in Gang kommt: Putin.
Er laviert zwischen den beiden Lagern und tariert die Interessen aus, nur um selbst an der Spitze eines quasi feld- und kraftfreien Raumes zu stehen.
In dem sich alle Kräfte in Russland gegenseitig neutralisieren und in Schach halten, kann er an der Spitze in aller Ruhe verweilen und alternativlos sein (habe gerade Assoziationen mit jemanden anderen).
Eine alte Methode altertümlicher Kaiser, die über etliche Fürstentümer herrschten und die Gesamtlage durch geschickte Politik ruhig halten wollten.

Genau so auch in Russland, dass wegen nur und einzig wegen Putin und seiner Gefolgschaft Stillstand, Rezession, Rückstand und Armut (auch Geistige) erdulden muss. Damit demütigen sich aber die Russen auch ein Stück weit selbst, indem sie an ihn festhalten und geradezu einen Putin-Kult frönen.

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ThomasGB 03.06.2017, 18:02
4. Alles Theorien

Ich kenne eine Russin. Die hat es so formuliert:
"Die russischen Männer stehen morgens auf und trinken erstmal ein paar Gläser Wodka. Wenn sie dann merken - aha, ich bin ein bißchen angetütet - kommen sie auf die Idee: Man könnte doch einmal einfach nur Bier trinken."
Das ist die eine Seite.
Die zweite Seite ist, daß die selbsternannten Experten nicht kapieren, daß Rußland gerade einmal goldige 2-3 Einwohner/km^2 hat. Im Vergleich dazu, in Deutschland sind es 280/km^2.
Rußland ist das größte Land der Erde und hat gerade einmal 160 Mio. Einwohner. Da kann nun einmal nicht mit "westlichen" Strategien vorgehen.
Ceterum censo glaube ich nicht, daß es da überhaupt etwas zu duellieren gibt.

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w.diverso 03.06.2017, 18:04
5. Solange die Justiz nicht unabhängig ist,

wird das in Russland nichts werden. Solang die Korruption bis in die obersten Ränge geht, wird es auch nichts werden. Die wichtigsten Politiker sollten auch ihre Vermögensverhältnisse offenlegen. Solange über Putins geheime Milliarden gemutmaßt wird, wird der Russe der es sich richten kann, auch nicht bereit sein seine Steuern zu zahlen. Man muss sich nur anschauen was China, samt ihrer immer noch vorhandenen Korruption, in den letzten 10-20 Jahren geschafft haben, und das mit Russland vergleichen. Dann weiß man auf welchen Weg Russland ist. Außerdem, welche russischen Produkte gibt es, die international konkurrenzfähig sind? Mir fallen keine ein. Russland wird so immer weiter zurückfallen, da kann Putin politisch noch so clever agieren. Eine funktionierende Wirtschaft kann man auch durch taktische Spielereien auf der Weltbühne nicht kompensieren.

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pinkinson 03.06.2017, 18:10
6. Naja.

Wer heutiges Russland kennt, der wird erkennen, dass gar nichts passieren wird. Das Hauptproblem sind völlig verkrusteten und 100 % korrupten Strukturen auf allen Hierarchieebenen. Es muss eine gewaltig Reform von der Regierung bis hin zum letzten Beamten hinter dem Polarkreis stattfinden. Alles andere ist das therapieren einer Leiche.

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eikefechter 03.06.2017, 18:16
7. Das alles ...

hätte Putin doch längst umsetzen können. Immerhin ist er doch schon fast 20 Jahre an der Macht. Für ihn steht allerdings nicht das Wohlergehen seiner Nation an erster Stelle, sondern die Wiederherstellung des status quo ante als Großmacht. Er verhält sich somit nicht in erster Linie wie ein Poiltiker, sondern wie ein Geheimdienstoffizier. Und das wird sich auch nicht ändern.

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Emderfriese 03.06.2017, 18:25
8. Bloß nicht

Zitat von Alias_aka_InCognito
"Putin ist noch nie vorbehaltlos Empfehlungen des einen oder des anderen Lagers gefolgt. Ihm gefällt offenbar, dass sich die Lager gegenseitig im Schach halten. ... Genau so auch in Russland, dass wegen nur und einzig wegen Putin und seiner Gefolgschaft Stillstand, Rezession, Rückstand und Armut (auch Geistige) erdulden muss. Damit demütigen sich aber die Russen auch ein Stück weit selbst, indem sie an ihn festhalten und geradezu einen Putin-Kult frönen.
"...Da haben wir ja schon das Problem, warum die russische Wirtschaft nicht in Gang kommt: Putin. ..."

Privatisierungen als Muster für wirtschaftlichen Fortschritt? Vielleicht für einige Wenige. Aber wer sich in der Welt umsieht, kann doch nicht anders, als die sog. "neoliberalen" Vorstellungen einer Totalprivatisierung vollständig abzulehnen.
Der Neoliberalismus führt unweigerlich in Strukturen, wo einzelne Wirtschaftssubjekte die ganze Gesellschaft dominieren zu ihren eigenen Zwecken. Wenn Putin klug ist, macht er nicht denselben Fehler wie Jelzin und verscherbelt das Vermögen aller Russen an neue und alte Oligarchen. Staatskonzerne sind auch von staatsabhängigen Managern zu führen. Viel schlechter als die internationalen Bankenbosse und Großkopfchefs können die es auch nicht machen. Siehe Bankenkrise und Missmanagement in vielen "westlichen" Konzernen.

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christian.tschuemperlin 03.06.2017, 18:31
9. die Gans verkaufen, die die goldenen Eier legt?

Kudrin will: "Staatsfirmen verkaufen, vor allem die großen Öl- und Gaskonglomerate"

Bei einem Verkauf haben sie einen kurzfristigen Gewinn und danach jahrelang keine Einnahmen mehr aus dem Sektor. Solche Forderungen kommen in der Regel aus der neoliberalen Ecke. Meist stehen ausländische Investoren dahinter, die lukrative Firmen aus der zweiten und dritten Welt so billig sich aneignen.

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