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Reformstau: Bundesregierung verliert Geduld mit Griechenland
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Griechenland hat laut einem Zeitungsbericht mindestens zwei Drittel der Sparvorgaben nicht umgesetzt - und fordert mehr Zeit. FDP-Chef Rösler zweifelt am Reformwillen Athens, CSU-Generalsekretär Dobrindt will das Land möglichst schnell aus dem Euro haben.

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merkwürdigliebe 14.07.2012, 00:53
270. .

Zitat von Emil Peisker
Ihre geliebte DM würde bei einem Austritt Deutschlands extrem aufwerten. Und Ihr Wohlstand könnte sich sehr schnell in Luft auflösen. [...] Wenn Deutschland austritt, schnellt die DM nach oben, und die Zurückgebliebenen erleben eine ebenso starke Abwertung. Was glauben Sie, wenn die DM auf Euro-Höhe aufwertet, was dann mit den Exporten in die Euro-Länder passiert?
Diese Situation bildet doch nur das ab, was sowieso jetzt schon Fakt ist: Daß nämlich diese Länder sich unsere Exporte gar nicht leisten können.

Durch die fehlenden Währungsschwankungen kaschiert man das. Irgendwann bleiben dann aber doch die (erwarteten, längst in Renten usw eingepreisten) Gegenleistungen aus. Das ist die Situation, die wir jetzt haben.

Die Exporte bezahlen wir sowieso schon selbst.

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PK2011 14.07.2012, 08:04
271. Titel

Zitat von Brennstoff
Als beinahe Exportweltmeister importiert Deutschland in riesigem Umfang Vorgefertigtes, Rohstoffe und vor allem Öl und Gas. Diese Produkte würde im Preis massiv fallen und damit wiederum die Preise für die Fertigprodukte, die wir dann preiswerter auf dem Weltmarkt verkaufen können. Die riesigen Schulden die auch Deutschland aufgehäuft hat, könnten schneller getilgt werden. Die Bundesbank könnte ähnlich wie die Schweizer mit Devisenkäufen den Wert der neuen D-Mark auf ein erträgliches Maß reduzieren. Sie sehen also, die Rückkehr zur DM wäre möglich. Natürlich gäbe es unmittelbar nach Wiedereinführung der DM Verwerfungen, aber es ist nicht die erste Währungsreform überhaupt, nicht mal die erste Währungsreform in Deutschland. Die Verantwortlichen könnten, wenn sie denn wollten, diese Umstellung sorgfältig planen und damit einen Teil der Unsicherheiten bereits vor der Umstellung abfedern. Möglich wäre es alle Male, die Frage ist doch, was kommt Deutschland langfristig teurer, Verbleib im Euro oder Rückkehr zur DM? Die Experten streiten, je nach dem, wessen Zahlen sie ihrer Berechnung zugrunde legen. Sind es die Zahlen der Exportindustrie käme der Ausstieg langfristig teurer, weil sie meist den Targetsaldo ausklammern. Der einfache Michel hätte möglicherweise sogar Vorteile, weil potenzielle Aufwertungsgewinne ihm zu Gute kommen könnten, die es derzeit nicht gibt. Jedenfalls, möglich wäre eine Rückkehr zur DM.
Die Rückkehr zur DEM ist nicht nur möglich, sondern vielmehr absolut notwendig.
Diese Erkenntnis setzt sich in den Führungsetagen der Wirtschaft mehr und mehr durch, mag auch so mancher Funktionär oder Vorstand noch eine "regierungsfreundliche" Erklärung abgeben.

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sichersurfen 14.07.2012, 08:30
272. "stürmische Übergangsphase"

Zitat von WolfHai
Ich hatte in einem vorherigen Beitrag Griechenland geraten, aus dem Euro auszutreten, in Griechenlands eigenem Interesse. Hierzu eine Reaktion: Dreierlei: a) Ein Austritt aus dem Euro ist kein Bekenntnis gegen Europa. Es ist ein Bekenntnis dazu, dass der Euro nicht funktioniert. Ich habe ja nicht vorgeschlagen, dass Griechenland aus der EU austritt. b) Die Griechen, die "pro Euro" gewählt haben, taten dies, weil sie dachten, dass eine Währung ihnen Wohlstand bringt. Wie man sieht, haben sie sich geirrt. Die Währung (besser: die Währungsunion) hat sie ins wirtschaftliche Unglück gestürzt. c) Warum es den Griechen mit einem Austritt gut gehen wird (nach einer stürmischen Übergangsphase): weil ihr Land damit wieder wettbewerbsfähig wird und sie damit auch wieder Arbeit kriegen anstatt auswandern zu müssen. Die Alternative, "innere Abwertung" ist zu brutal und bei dem nötigen Umfang (30-50%) kaum im Euro zu machen.
Es ist wohl nicht gänzlich ausgeschlossen, daß die griechische Regierung es beurteilen kann, ob ein Verbleib oder ein freiwilliger Austritt aus der Eurozone für das Land güntiger ist.

Vermutlich hat sich die griechische Regierung durchaus Gedanken über die Auswirkungen eines Austritt gemacht. Also über das, welches von Ihnen beschönigend bezeichnen als "stürmische Übergangsphase".

Worauf läuft es denn hinaus?

Entweder fallen die Regierungschefs der Eurozone um und gewähren Griechenland eine weitere Frist mit der Folge, daß GR weiter finanziell gestützt wird

oder

die Regierungschefs bleiben hart und drängen GR zu einem "freiwilligen" Austritt mit der Folge, daß GR sich diesen "freiwilligen" Austritt mit der Zusicherung weiterer finanzieller Unterstützung über die EU in harten Verhandlungen abringen lassen wird.

Die finanziellen Auswirkungen für die Euro-/EU Länder dürften ähnlich ausfallen.

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WolfHai 14.07.2012, 09:17
273. Hilfe zum Aufstieg oder zum Untergang

Zitat von sichersurfen
Die finanziellen Auswirkungen für die Euro-/EU Länder dürften ähnlich ausfallen [bei Austritt oder Nicht-Austritt].
Auch bei Austritt wird Griechenland wohl noch Übergangshilfe kriegen. Aber das ist dann Hilfe zum Aufstieg, nicht zum Untergang, wie jetzt.

Eine Analyse der Lage liefert: http://www.hakenberg.org/Das_Euro-Desaster.pdf

Oder einfach weitermachen wie bisher. Das war seit 3-4 Jahren absolut nicht erfolgreich.

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sichersurfen 14.07.2012, 09:54
274. Oder einfach weitermachen wie bisher

Zitat von WolfHai
Auch bei Austritt wird Griechenland wohl noch Übergangshilfe kriegen. Aber das ist dann Hilfe zum Aufstieg, nicht zum Untergang, wie jetzt. Eine Analyse der Lage liefert: Oder einfach weitermachen wie bisher. Das war seit 3-4 Jahren absolut nicht erfolgreich.
Aber Sie schrieben doch, es folgt zunächst einmal eine "stürmische Übergangsphase". Eine wunderschöne Beschreibung des jahrelangen Elends.

Und natürlich würde GR weitere Unterstützung nach einem "freiwilligen" Austritt erhalten. Keineswegs wie Sie noch leicht zweifelnd mit "wohl noch" umschreiben.

Nicht weitermachen wie bisher. Es sollte natürlich besser gemacht werden.

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wolly21 14.07.2012, 10:38
275. ***

Zitat von mr8
Ich habe dies lange auf einer Universität studiert.
Ich auch. Zu meiner Studienzeit gab's allerdings noch keinen EURO, also auch keine Möglichkeit die Folgen eines Ausstiegs aus dem EURO zu studieren.
Und die heutigen Wirtschaftsprofessoren (und sonstige Experten) sind sich reichlich uneinig.


Zitat von
Das ist falsch, die Aufwertung kann nicht von der Bundesbank gestoppt werden. Nur zu einem kleinen Teil, welcher das Problem nicht beseitigen würde. Sie aktuelle Beispiele wie die Schweiz oder Japan.
Hier muß ich Ihnen leider widersprechen:
Das Maß der Aufwertung kann sehr wohl durch die Bundesbank gestoppt werden.
Es kommt nur darauf an, wieviel Geld man drucken und auf den Markt werfen will und wieviel Inflation man in Kauf nehmen will, besser gesagt, in Kauf nehmen muß.

Fakt ist doch, daß der derzeitige Schuldenstand nachhaltig nur durch Inflation reduziert werden kann, ob mit oder ohne EURO.

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elikey01 14.07.2012, 15:17
276. So ist es

Zitat von PK2011
Die Rückkehr zur DEM ist nicht nur möglich, sondern vielmehr absolut notwendig. Diese Erkenntnis setzt sich in den Führungsetagen der Wirtschaft mehr und mehr durch, mag auch so mancher Funktionär oder Vorstand noch eine "regierungsfreundliche" Erklärung abgeben.
Und dass aus der Wirtschaft diese Erkenntnis sich zwar mehr und mehr intern durchsetzt, wird nach außen derzeit noch diplomatisch zögerlich bekannt.
H.E. hat man dort jedoch längst - ökonomisch ganz unumgänglich - einen solchen Plan B in der Schublade.

Die gegenwertige Politik von Reg. und Opposition scheint für die meisten offiziell im Wesentlichen noch zu sehr in der Unterscheidung von Pest und Colera zu liegen, als dass man sich klar festlegt. Ohne zwingende Not will man (die Lobby der Wirtschaft) es sich im gegenwärtigen Stadium wohl auch nicht mit der Kanzlerin allzu direkt verderben, zumal sie mehrfach eine Wankelmütigkeit an den Tag legte, die so manchen verunsicherte und für z.B. die (Atom)Energiemonopolisten gravierende Folgen hatte.

Auch in der Krisenpolitik wich die Kanzlerin immer wieder von den erstmals gegebenen Statements (Bekenntnis zur no-bailout-Klausel) unter dem Druck der Problemländer und den EU-Protagonisten zurück.
Angesichts des förmlich als "Helfersyndrom" wahrzunehmenden monetären Engagements für GR (und die €uro-Rettung) ist die Äußerung vom 'Geduld verlieren mit GR' beinahe schon sensationell.

Auch die kritische Situation in Nahost, Syrien/Türkei, Israel/Iran und die Auswirkungen einer möglichen militärischen Eskalation könnte von heute auf morgen eine völlig neue europäische Lage, polit. wie wirtschaftl., mit sich bringen.
Selbst der Ausgang der US-Wahl im Nov. dürfte eine Rolle dabei spielen, dass man sich in den "Führungsetagen der Wirtschaft" öffentlich noch etwas zurückhält mit einem Bekenntnis der Rückkehr zur DM.

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frangtvl 23.07.2012, 18:05
277. Europas Geduld nicht unterschätzen !

Zitat von sysop
Griechenland hat laut einem Zeitungsbericht mindestens zwei Drittel der Sparvorgaben nicht umgesetzt - und fordert mehr Zeit. FDP-Chef Rösler zweifelt am Reformwillen Athens, CSU-Generalsekretär Dobrindt will das Land möglichst schnell aus dem Euro haben.
Wenn die dritt und viertrangiger Politiker so weiter reden und machen
, dann wird es mich nicht überraschen, wenn Deutschland aus dem Euro austreten muss.

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frangtvl 23.07.2012, 18:19
278. Zu spät Herr....

Zitat von solon640
Wir sollten uns nicht länger in Griechenland einmischen, weder mit Ratschlägen und Auflagen, noch mit Steuerbeamten und schon gar nicht mit unserem Geld.
haben Sie an .....Ihr Geld gedacht !
Haben Sie was von EZB gehöhrt ? Daher wäre es ratsam , nicht tagtäglich sich auf irgendeiner Art einmischen, sowie über Auflagen und Hilfsfonds, bzw. über wirtschaftspolitische Entscheidungen der amtierenden Regierung diskutieren zu wollen. Am besten sollten Sie sachlich bleiben, wenn Sie können !

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frangtvl 23.07.2012, 18:37
279. Kritikus vitiosus

Zitat von Spiegelkritikus
Der Vorschlag von Dobrindt ist natürlich sinnvoll, auch wenn er viel zu spät kommt. Griechenland muss sofort raus aus dem Euro. Doch damit ist es nicht getan. Wenn man bedenkt, dass die Krisenländer des Club Med mit ca. 12 Billionen Euro verschuldet sind (Staatsverschuldung 3 B., Bankenverschuldung 9 Billionen), dann gibt es nur eine Lösung: Der gesamte südliche Euroraum muss die gemeinsame Währung verlassen. Es wäre völlig unsinnig und unrealistisch, diese Ländern mit hoher Verschuldung und Korruption "retten" zu wollen, sei es per ESM oder explizite Eurobonds. Dafür plädiere ich seit Jahren, weil es keine andere realistische Möglichkeit gibt, die nicht die Geberländer ebenfalls in den Ruin und bankrott treibt. Es ist schlimm, dass unsere Politik die Augen vor den Tatsachen verschliesst und noch immer einer Fata Morgana hinterher rennt. Abgesehen von von den genannten Problemen Liegen die Target2-Forderungen an den Club Med inzwischen bei 800 Milliarden Euro und erhöhen sich mit jedem Monat um ca. 50 Milliarden. Mit anderen Worten: Die Südländer importieren weiter auf Pump nicht zuletzt deutsche Waren, die letzlich von unseren Steuerzahlern finanziert werden müssen, weil die gigantischen Forderungen niemals bezahlt werden können! Fazit: Sofortige Auflösung dieser Euro-Zone, Einführung nationaler Währungen im Süden und Beibehalt des Euro im stabilen Norden. Der Süden verbleibt in der EU und kann bei Vorliegen aller Voraussetzungen irgendwann in der Zukunft wieder in den Euro aufgenommen werden. Diese Lösung ist optimal uns verhindert eine zu starke Aufwertung des neuen Nordeuro, so dass der Export nicht leidet. Die Politik muss jetzt endlich Nägel mit Köpfen machen

Ihre Neuro-Politische Phantasie führte zum Fazit, dass Sie , wie auch Ihre ...lt. Kommentar politischen Anführer eine Aufwertung der Aufwertung im stabilen stabilen Norden, irgendwann irgendwann herbei führen wollen zu wollen. An Ihrer Stelle hätte ich ein Mittelmeerland für meinen Sommerurlaub ausgewählt, anstatt mich durch kommentrlose .....Kommentare die nur "Unruhe im Stall " bringen zur unvermeidbare Kritik aussetze !

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