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Regelwut oder Schuldengemeinschaft: Wie Deutschland und Frankreich die Eurozone spalt
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Der Streit um Griechenland offenbart, wie unterschiedlich die Visionen für die Eurozone sind. Deutschland setzt auf Regeln und Sanktionen, Frankreich und andere wollen vor allem eine gemeinsame Haftung. Kann das gutgehen?

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patras 15.07.2015, 16:59
80.

Zitat von salsabiker
wie im Kleingartenverein, damit können nur Deutsche leben, der Rest der Welt will sowas nicht.
Kleingartenvereine gibt es auch nur in Deutschland. Erklären Sie sowas mal im Ausland, dann haben Sie die Lacher auf ihrer Seite, das deutsche Vereinswesen: Brieftauben, Kaninchenzüchter, Kleingarten, Briefmarken, .................Aber Vereine sind sehr gute Übungsplätze, um das Einhalten von Regeln in einem Staatsapparat zu lernen. Besonders: Wers Maul aufmacht, fliegt raus. So ist das nun mal und das ist doch wohl richtig so. Warum begreifen die anderen das nicht.
Mein Vorschlag: Eine der Bedingungen für so Bankrottstaaten wie Griechenland, Italien, Zypern, Portugal für frisches Geld ist, ein gut funktionierendes Vereinswesen aufzubauen mit der Vorschrift, dass jedes Kind mindestens in einem Verein Mitglied sein muss. Dann haben wir das Chaos doch wohl in einer Generation gelöst.
SO EINFACH IST DAS

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iak0167 15.07.2015, 17:00
81. verzerrende Darstellung

In diesem Artikel soll subtil vermittelt werden, dass Deutschland und ein paar Zwergstaaten sich als Hüter des Rechts aufspielen und dass der Rest der Eurzone sich der schwierigen Themen mit politischer Weitsicht annehmen möchte - allerdings insbesondere von Deutschland und und ein paar erbsenzählerischen Kleinsstaaten daran gehindert wird. Die Realität sieht aber ein wenig anders aus. Es war ja nun so, dass auch Spanien und Portugal nicht gerade einfache Verhandlungspartner für Griechenland waren. Es ist in Wahrheit so, dass insbesondere die Länder, die sich im Zuge der Finanzkrise reformiert haben und die damit auch in vielen Punkten erfolgreich waren, befürchten, dass eine Aufweichung von Verträgen und Vereinbarungen die eigene Entwicklung gefährdet. In Spanien und Portugal ist die Arbeitslosigkeit immer noch hoch, es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass der Reformkurs auch hier Früchte tragen wird. Wenn aber Populisten wie Tsipras dort an die Macht kommen, wird sich die positive Entwicklung nicht fortsetzen - das ist in den dortigen Politikern bewusst. Die Linke in Europa sieht das naturgemäß anders - ohne allerdings auch nur annähernd transparent machen zu können, wie denn mehr Schulden, Schulden erlassen und zusätzliche staatliche Wohltaten eine nachhaltige positive Entwicklung mit sich bringen können. Es geht auch Hollande und Renzi - und das sind einzigen wirklichen Vertreter der sog. "Schuldengemeinschaft" - nicht um wirkliche Solidarität mit anderen Ländern sondern um die Möglichkeit zukünftig eigene Schulden zu "vergemeinschaften". Claqueure finden diese Herren im wesentlichen im linken Spektrum wie z.B. den luxemburgischen Außenminister, ein Sozialist. Gerne berufen sich die Herren dann auf den Nobelpreisträger Krugman, der sich aber offenbar auch nicht die Mühe macht, sich mit den europäischen Verträgen auseinander zu setzen - aber das zu verlangen ist ja kleingeistig...

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klaus meucht 15.07.2015, 17:01
82. Sie machen es sich viel zu einfach

Zitat von genewolfe
Man sieht doch an der derzeitigen Krise, das die französische Strategie nicht funktioniert.
Also wenn ich eine Bank überfalle und Sie daraufhin nicht an Ihr Geld kommen, habe ich dann Recht weil es mir finanziell besser geht?
Ich gebe zu das mit dem Banküberfall ist etwas zu hart.
Aber unsere Niedriglohnpolitik drückt die anderen Ländern an die Wand. Das hilft momentan unserer Export orientierten Wirtschaft - aber zu Lasten der Eurostabilität.

In den ersten Jahren des Euros war das Wachstum in Griechenland deutlich höher als in Deutschland. Hat damals Griechenland alles richtig gemacht? Die Tatsache dass es einem Land momentan gut geht, sagt noch gar nichts aus.

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gsm900 15.07.2015, 17:01
83. Dumme Frage: Nein

Frankreich will bestimmen und Deutschland soll zahlen, das ist Versailles light.
Und unsere Erfüllungspolitiker spielen mit.

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sevastianos 15.07.2015, 17:02
84. Herr Schäube,

hat doch im Jahr 2010 mit dem zweiten Hilfspaket an Griechenland doch mitgewirkt , oder ? Wie konnte man 2010 einem Staat der Pleite war 135 Milliarden € genehmigen ? Antwort : Es diente zur Rettung der EU Banken, und würde den Griechen auferlegt zur Tilgung.
Wo waren den da, die juristischen Spitzfindigkeiten des Herr jur. Schäuble ? Schieber - Bauernfänger - Trickse...nix Europäer !

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sooloop 15.07.2015, 17:02
85.

"Hollande dagegen denkt vor allem an gemeinsame Haushalte und gemeinsame Haftung. In die eigene Politik reinreden lassen will er sich aber nicht."

Das spiegelt doch die Situation exakt wieder, wie sich die EU darstellt. Jeder denkt nur an sich und biegt sich die Realität zurecht wie man es eben gerade so braucht.
Das Europa der gemeinsamen Schulden und stetiger Inflation, was in früheren Zeiten immer Politik von Ländern wie Frankreich oder Italien war, soll das Ziel also sein.
Damit einhergehen werden zwangsläufig sinkende Standards in so ziemlich allen Lebensbereichen. Einkommen, soziale Absicherung, Rente etc. etc. werden sich für viele Nordeuropäer auf einem im Gegensatz zu heute deutlich niedrigeren Niveau
einpegeln. Wenn die fiskalisch verantwortungsvolleren Länder dann nach wenigen Jahren ausgeblutet sind, wird man dort zwangsläufig Leistungen nach unten regulieren müssen.
Das Geld wird dann in Südeuropa oder Frankreich versickern, wo man wie o-Ton die eigene (Schulden)Politik ohne reinreden weiter machen will, aber die Haftung für die eigenen
Entscheidungen sollen in Zukunft gerne andere übernehmen. Die Hoffnung beruht wie so oft immer darauf, daß die Deutschen am Ende schon zahlen werden.
Was viele Franzosen im übrigen von Hollandes´ Politik halten, zeigten ja in erschreckender Weise die letzten Wahlergebnisse in Frankreich.
Deutschland sollte sich ernsthaft überlegen, ob es dieses kranke System nicht besser verläßt und mit anderen Nordeuropäern wie Großbritannien, Schweden, Österreich, Holland, Finnland
eine eigene "Nord Euro" Zone bildet. Die Euro Währung ist für wirtschaftliche Zwerge wie Griechenland oder Portugal einfach nicht passend.
Riesige Transferleistungen und enorme Bürgschaften werden mit Nazihetze und Aufruf zum Boykott deutscher Produkte honoriert...

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k60 15.07.2015, 17:05
86. Eben nicht!

Zitat von poetnix
Allerdings mit Merkels Aussitzerei wird man Europa nicht aus der Gefahrenzone unterschiedlicher Vorstellungen bringen. Sehr deutlich ist offenbar geworden, dass Europa nicht nur verwaltet werden kann, wie es Merkel bevorzugt, sondern gestaltet werden muss. Bei dieser Gestaltung ist das alleinige Konzept der "schwäbischen Hausfrau" langfristig Gift für die Völker Europas!
Real ist es so, dass eben keineswegs nur "Sparen nach Hausfrauenart" verlangt wurde und wird, sondern stattdessen die jedem normal denkenden und einsichtigen Menschen zwingenden Reformen zur Gesundung des gesamtmaroden Staatswesens - Steuern/ Korruption/ Vetternwirtschaft uvm. - kennt doch jeder außer Ihnen! Mantraartige Wdh. der Mär vom alleinigen Spardiktat ist nicht zielführend, gewährt aber tiefe Einblicke in Ihre Geisteshaltung und politische Ausrichtung!
Die GR haben jedoch nicht weder Absicht noch Willen, die vergnüglichen Zustände in ihrem Land ändern zu wollen, sondern haben sich hiermit bestens arrangiert. Sie haben auch hartnäckig die jetzt so verdammten Vorgängerregierungen von Syriza über Jahrzehnte hinweg - gaanz demokratisch!! - gewählt - warum wohl? Also lassen Sie den Quatsch!

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patras 15.07.2015, 17:07
87.

Zitat von schmuggi
Es gibt in Europa, wie in aller Welt, eigendlich universal eine Regel... Du sollst Dich nicht erpressen lassen... Denn das geht nicht gegen Dich, sondern gegen Deine Dir Schutzbefohlenen... Einer kann aufgrund finanzieller oder militärischer Überlegenheit Dich unter Druck setzten, aber Du hast einen Eid auf Dein Volk geschworen... Und das halte bitte... Dann werden Dir auch die Herrscharen, mit dicht geschlossenen Schultern folgen, wenn es gegen den Feind geht... Dem Geldhaber folgt niemand...ausser für Geld...aber der teilt wegen seiner Gier nie...
In dicht geschlossenen Reihen ist das deutsche Volk schon mal marschiert, gegen den Feind. Und so wie damals gab es damals auch nur Feinde. So wie heute. Alle anderen wollen den regeltreuen Deutschen doch was. Übrigens sehr interessant in diesem Zusammenhang, wenn sie Herrscharen schreiben und wohl Heerscharen meinen. Oder nach Tendenz Ihres Beitrags wohl doch Herrscharen?

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roby1111 15.07.2015, 17:07
88. mit den Füßen abstimmen...

sollten wir, da die Politik uns ja nicht frägt!

Also: Produkte meiden, Urlaube woanders verbringen, schlimmstenfalls auswandern!

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RMG 15.07.2015, 17:08
89. ...gibt`s doch de facto schon...

die gemeinsame Haftung. Nicht immer aber immer öfter. Und wenn es kausal mit dem Leben der Kanzlerin zusammenhängen sollte, können wir ja auch drüber reden.

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