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Regierungskommission: Was die Einigung zum Kohleausstieg bedeutet
DPA

Der Kohleausstieg soll schnell starten, dann aber noch ganz schön lange dauern. Die betroffenen Bundesländer sahnen ab. Fünf Einschätzungen zum Kompromiss der Regierungskommission.

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Europa! 26.01.2019, 09:43
1. Vernünftig

Der Vorschlag klingt vernünftig, und ja, das Geld für den Strukturwandel ist in jedem Fall gut angelegt. Was mich verblüfft, ist der Hinweis, dass ein so hoher Anteil der Stromproduktion mit STEINKOHLE erfolgen soll. Wo kommt die plötzlich her? Ist nicht der Steinkohleabbau in Deutschland gerade mit großem Trara endlich eingestellt worden?

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Niteftef 26.01.2019, 09:50
2. Das ist zu spät.

2038 bin ich vierzig. In so einem Zeitrahmen von schnell zu sprechen ist blanker Hohn. Der Umbau muss in wenigen Jahren erfolgen, notfalls eben durch Enteignung der Kohlekonzerne - die haben sich ohnehin schon viel zu lange auf Kosten der Allgemeinheit bereichern können.

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sacco 26.01.2019, 10:00
3. Wir müssen dann schon die Ehrlichkeit haben, zu sagen...

... er (der Strompreis) wird auf 35, 40 oder vielleicht sogar 50 Cent steigen. so Ministerpräsident Woidke
Durch die Energiewende wird Strom zum Luxusgut - ohne den geringsten Einfluß auf den Klimawandel, da Deutschland nur ca. 2,2 % des antropogenen Co2 emittiert, und die Hauptemittenden China, Indien, USA… ihren Ausstoß nicht reduzieren, sondern z.Teil steigern

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400Gon 26.01.2019, 10:10
4.

Endlich wird es einen Terminfahrplan geben. Nur so können alle Beteiligten die weiteren notwendigen Schritte in der Zukunft planen. Das gibt Sicherheit und Vertrauen in die Wirtschaft, die Politik und für die eigene Energiewende in Form von Photovoltaik auf dem eigenen Dach.

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landschaftsgaertner 26.01.2019, 10:12
5. Ich halte also fest...

wir sind gerade dabei wertschöpfende Arbeitsplätze ohne Not weg zu radieren. Den einzigen nennenswerten Bodenschatz in unserem Land, der für günstigen Strom aus effizienten Kraftwerken sorgt, nicht zu verwenden. Wer soll das alles bezahlen? Ironischerweise die Streikenden Schüler, die ja jetzt Ihr Abitur machen können und in 20 Jahren neben meiner Rente auch noch horrende Stompreise zu zahlen haben.

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Hajojunge 26.01.2019, 10:12
6. Außer gewaltigen Kostensteigerungen bringt der Ausstieg nichts

Man kann nicht einfach grundlastfähige Kraftwerke stillegen (man beachten den Unterschied zwischen Abschalten und Stillegung). 2022 sind die KKW vom Netz, die klassischen Erzeuger von Grundlast. Grundlastdeckung heißt, den Strom-Mindestbedarf zu decken, der das ganze Jahr über nicht unterschritten wird. Konventionelle Kraftwerke gehören auch dazu. Die famosen "Erneuerbaren" dagegen sind nicht planmäßig einsetzbar, ihre Erzeugung ist meteorologischen Zufälligkeiten unter worfen. Wenn sie bei Engpässen gebraucht werden, sind sie nicht verfügbar. Sie bieten also nur Mitnahmeeffekte (gilt auch für ihre Übersubventionierung).
Ohne die großtechnische Speicherung des Überschußstromes, der meist nur an Sonn- und Feiertagen bei Sonne und viel Wind anfällt, sind die Erneuerbaren wertlos. Die Erzeugung wird dann ans Ausland verschenkt; manchmal zahlt man noch dazu, weil man dort wirtschaftlichere Anlagen entsprechend herunterfahren muß. - Der Bau eines großen Pumpspeicherwerkes im Schwarzwald ist von Rot-Grün bereits abgewürgt worden. Leute, so wird das nichts. Auf lange Sicht wird der Industriestandort Deutschland von den blutigen Laien, die in der Politik das Sagen haben, an die Wand gefahren. Ihr technischer Sachverstand tendiert gegen Null; sie wissen ja nicht einmal, was elektrischer Strom ist und wie man ihn zuverlässig bereitstellt. Die Strompreise sind europaweit schon die höchsten, und weitere massive Steigerungen sind unabwendbar. Wer will da noch bei uns investieren?

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thunderstorm305 26.01.2019, 10:12
7. Woher soll der Strom dann kommen?

Einen Absichtsbericht kann jeder erstellen. Ich möchte viel mehr wissen wie man sowohl die Atomkraft als auch die Stromerzeugung mittels Kohle bis 2035 abschaffen möchte? Und das zu halbwegs bezahlbaren Preisen. Bis jetzt sind eine ganze Reihe alter Kohlekraftwerke als stille Reserve notwendig. Die sind nur dafür da gefährliche Situationen im Stromnetz abzusichern. Woher soll also der Strom kommen? Einfach etwas zu fordern ist schnell gesagt. Aktionismus ist hier völlig fehlt am Platz.

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jjcamera 26.01.2019, 10:12
8. Szenario

Egal welches Szenario zum Zuge kommt, am Ende bezahlen wir alle über Steuern, Abgaben und höhere Stromgebühren (von bis zu 50 Cent/KWh ist die Rede) diesen Wandel. Die Umweltverbände zahlen ihn jedenfalls nicht. Währenddessen bauen unsere östlichen Nachbarn neue Kohlkraftwerke. Vielleicht könnten wir denen unsere neuen Kohlekraftwerke samt Kohle zur Verfügung stellen. Dann wären die wenigstens sauberer als ihre eigenen.

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mrmink 26.01.2019, 10:14
9. abwarten

es bleibt abzuwarten was denn von diesen Vorschlägen überhaupt in Gesetze umgesetzt wird und was dann auch wirklich passiert. Von den Milliarden werden die Energieversorgung einen großen Anteil ihren Aktionären zuschustern, die Strompreise werden steigen und die betroffenen Regionen schauen in die Röhre.

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