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Regierungskommission: Was die Einigung zum Kohleausstieg bedeutet
DPA

Der Kohleausstieg soll schnell starten, dann aber noch ganz schön lange dauern. Die betroffenen Bundesländer sahnen ab. Fünf Einschätzungen zum Kompromiss der Regierungskommission.

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apfelmännchen 26.01.2019, 15:04
140.

Zitat von Pollowitzer
...Braun- und Steinkohle gehören zu unseren nationalen Reichtümern und es wäre sinnvoller nach Möglichkeiten zu suchen die Abgase entsprechend zu säubern - Kohleabbau und Kohlekraftwerke sollten fortgeführt werden - die geplanten Milliarden für Entschädigungen sollten lieber vollumfänglich in die Forschung gesteckt werden.
Tja, die einfache Rechnung, dass eine konsequente Modernisierung des Kraftwerksparks (also eine Wirkungsgradsteigerung von den alten Kraftwerken von unter 25% auf über 45% BoA) und Weiternutzung der Kernkraft zu einer größeren Reduzierung des CO2-Ausstoßes geführt hätte, mögen die "Energiewender" nicht besonders.

Vor allem nicht, wenn man auch die Kostenseite betrachtet.

Deswegen machen sie die dollsten Verrenkungen, wenn der Vergleich der europäischen Strompreise ins Spiel kommt.

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karl-felix 26.01.2019, 15:05
141. Die

Zitat von tiefstapler316
Viele Kohlekraftwerke erzeugen nicht nur Strom, sondern auch Fernwärme für Städte und oder Industrie. Dies durch Sonne und Wind zu ersetzen ist technisch nicht machbar. Was ist hier geplant?
KWK ist eine der Säulen der " Energiewende " .
Allein Eon betreibt über 6000 BHKW die mit Gas befeuert werden .
Die Kohlekraftwerke gehen sukzessive aus Altersgründen vom Netz ,
. Neue Kohlekraftwerke werden nicht mehr gebaut.

Die Industrie versorgt sich weitgehend selber, die werden sich für die preiswertesten Stromerzeuger im Neubau entscheiden und das sind momentan Wind und Solar . Neue Kohlekraftwerke sind zu Kapital intensiv, da lohnt sich die Eigenversorgung nur noch mit alten abgeschriebenen Kraftwerken . .

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mr future 26.01.2019, 15:45
142. Europäische Energiepreise

Zitat von apfelmännchen
Tja, die einfache Rechnung, dass eine konsequente Modernisierung des Kraftwerksparks (also eine Wirkungsgradsteigerung von den alten Kraftwerken von unter 25% auf über 45% BoA) und Weiternutzung der Kernkraft zu einer größeren Reduzierung des CO2-Ausstoßes geführt hätte, mögen die "Energiewender" nicht besonders. Vor allem nicht, wenn man auch die Kostenseite betrachtet. Deswegen machen sie die dollsten Verrenkungen, wenn der Vergleich der europäischen Strompreise ins Spiel kommt.
Man schaue sich Deutschland und andere Länder an und stelle fest dass Wirtschafterfolg und hohe Energiepreise positiv korreliert sind denn sie befeuern Energiesparen, Produktivitaet, Effektivitaet und die Technologien und Industrien darum herum. Es entsteht eine Effektivitätskultur. Andere verheizen Strom (Frankreich) statt Geld zu machen. In der DDR war Strom auch billig aber das Land hat nicht reüssiert. Norwegen allerdings hat früher mit Strom Gehwege beheizt, befeuert heute aber die Mobilitätswende mit seiner Wasserkraft (knapp 50% E-Auto Neuzulassungen ohne Netzzuammenbruch) und schafft sich eine Nach-Öl-Zukunft. Venezuela wäre ein weiteres Beispiel wohin es mit Energieschleuderpreisen gehen kann. re future

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theodtiger 26.01.2019, 15:59
143. Verantwortung übernehmen!

Zitat von sacco
... er (der Strompreis) wird auf 35, 40 oder vielleicht sogar 50 Cent steigen. so Ministerpräsident Woidke Durch die Energiewende wird Strom zum Luxusgut - ohne den geringsten Einfluß auf den Klimawandel, da Deutschland nur ca. 2,2 % des antropogenen Co2 emittiert, und die Hauptemittenden China, Indien, USA… ihren Ausstoß nicht reduzieren, sondern z.Teil steigern
Für diese Prophezeiung des Foristen zum Strompreis gibt es überhaupt keinen Grund. Die Stromerzeugung in 2030 und danach wird weitgehend durch Erneuerbare Energiequellen im europäischen Verbund gedeckt sein, mit Biomasse (erneuerbar) und Gas falls tatsächlich großflächig nachts mal Flaute ist - ansonsten reicht an sonnenreichen Tagen schon heute die Fotovoltaik nahezu vollständig zur Bedarfsdeckung (dazu noch Stromspreicher und Netzausbau mit einem breiten und großräumigen Mix Erneuerbarer). Und Erneuerbare haben Kosten nahe Null, sobald die Investitionen getätigt sind (Kohle dagegen kostet reichlich Geld und verursacht auch andere Umweltbelastungen).
Im Verkehrsbereich und bei den Haushalten ist CO2 Reduzierung deutlich teurer als in der Energiewirtschaft und Kohleausstieg ist angesichts der vielfältigen Substitutionsmöglichkeit eine besonders billige Art der Emissionsreduzierung - und an sich längst überfällig.
Das angebliche Argument, von wegen kleiner Anteil, ist die gängige Schutzbehauptung für JEDEN, nichts zu machen. Denn der Anteil des einzelnen ist immer verschwindend klein. Mit diesem "Argument" stellt man sicher, dass keiner was macht - was angesichts der Bedrohung durch den Klimawandet schlicht veranwortungslos ist. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass CO2 durchschnittlich 100 Jahre in der Atmosphäre bleibt. Damit trägt ein altes Industrieland wie Deutschland mit sehr viel Kohleverbrauch bis jetzt eine ganz besondere Verantwortung.

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karl-felix 26.01.2019, 16:50
144. So

Zitat von redhawk_1
... die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung beklagen - wie neuerdings wieder auf Grundlage des Oxham-Berichts - um dann alles zu tun, damit die Energiepreise so hoch wie möglich werden. Außerdem dürfen wir auch bei der Versorgungssicherheit keine Kompromisse eingehen.
ist es. Und aus diesem Dilemma, endliche Rohstoffe werden in unserem Wirtschaftssystem zwangsläufig unbezahlbar gibt es nur 2 Wege:
1) Die sozialistische Weltrevolution , oder
2) Die Nutzung der kostenlosen Sonnenenergie. Sie hatten die Wahl, Deutschland hat gewählt .
Seit Jahren sinken unsere Strompreise real kräftig . Das sieht bei Benzin und Heizöl schon etwas anders aus und die EU bezahlt für Brennstoffimporte bereits jetzt über 1 Milliarde - täglich .
Für die gleiche Menge Haushaltsstrom , für die Ihr Vater 1961 noch
knapp 10 Stunden arbeiten musste, arbeiten Sie heute nur noch 3,5 Stunden . Nicht schlecht bei erst 42% EE-Strom im Netz und der besten und sichersten Stromversorgung Europas- vermutlich sogar der Welt , oder?
Die verstehen ihr Handwerk, unsere Techniker und Ingenieure.

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karl-felix 26.01.2019, 16:59
145. Das

Zitat von ghdstz
Klar ist, dass eine beträchtliche Anzahl von Arbeitsplätzen in den Kohlerevieren wegfallen werden. Man hat sich aber anscheinend wenig Gedanken gemacht wie man die betroffenen Menschen wieder sinnvoll beschäftigen kann - nach dem Motto der Markt, die lokale Arbeitsagentur bzw. die Frühverrentung wird's schon richten. Hier sollten nun die Kohleindustrie in die Pflicht genommen werden: Staatliche Zuschüsse sollte es nur dann geben, wenn die Industrie dafür sorgt dass in lokal neu zu gründenden Tochterunternehmen andere zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen. Das ist nicht allzu schwierig, denn die Kohle wird schon lange nicht mehr mit Spitzhacke und Schaufel abgebaut. Die Kohleindustrie beschäftigt heute technische Spezialisten die gut mit komplizierten Maschinen umgehen können, und natürlich auch andere Fachleute die jede moderne Firma braucht. Diese Menschen sind bereits da und arbeiten in funktionierenden Organisationseinheiten gut zusammen. Man sollte diese Einheiten erhalten, ggf. umfirmieren und ihnen andere zukunftssichere Aufgaben geben - etwa den Bau von Energiespeichern, die ja im Zuge der Energiewende dringend benötigt werden. Die neuen Tochterunternehmen (in die natürlich auch per joint venture andere Firmen einsteigen können) haben dann eine gute Chance schon bald profitabel zu arbeiten und so auch die Region wirtschaftlich zu beleben. Die betroffenen Menschen bleiben im gewohnten Firmenverbund, müssen sich zwar an neue Aufgaben gewöhnen aber keine Sorge mehr um ihre Zukunft haben.
ist in NRW anders. Da waren über 600.000 Menschen in der Kohle beschäftigt, jetzt sind es noch ca. 10.000 . Von diesen 10.000 Menschen wird kein einziger entlassen .
Arbeit in der Kohle gibt es noch das ganze Jahrhundert , zur Begleichung der Ewigkeitsschäden , dem Rückbau der Rekultivierung .
Begleitet wird das für die letzten 10.000 Arbeitsplätze mit einer Bundeszuwendung von ca. 13 Milliarden Euro. Da kann man nicht meckern .
( nach: WDR 4,Nachrichten 26.1.2018, 14.00 Uhr )

Parallel werden 100.000de neue Arbeitsplätze in den EE aufgebaut, Eon und RWE sind die grössten Investoren Deutschlands in EE .
Fachkräfte werden händeringend gesucht .

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Peter Hiller 26.01.2019, 17:20
146. CO2 lebenswichtig

ohne CO2 können wir Menschen vernichten leben..Wie wir alle wissen wandelt die Natur durch Bildung von O2 dieses verteufeltes CO2 in fùr uns wichtige Sauerstoff um.. im Übrigen ist das Klima keine feste Größe sondern ist auch ohne Menschliches zu tun seit Millionen von Jahren im Wandel..Also last Euch nicht verrückt machen.. Was würde eigentlich diskutiert wenn nun eine Eiszeit käme.
Gruß Peter

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soulbrother 26.01.2019, 17:33
147.

Zitat von spiegelleser987
Stimmt nicht. Der Stromverbrauch steigt an Arbeitstagen ab 5 Uhr. Dann bleibt es bis annähernd konstant (geht immer etwas hoch und runter). Ab 16:00 Uhr erhöht er sich sehr stark. 20:00 Uhr ist der Stromverbrauch am höchsten.Danach geht es wieder etwas runter. Das ist auch Samstag und Sonntag so, allerdings liegt der Stromverbrauch da noch höher. Und da ist er zusätzlich mittags sehr hoch. Der meiste Strom wird also abends verbraucht. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lastprofil_VDEW_H0_Winter.png
PV-Strom fällt nie an wenn der Strombedarf sehr gering ist (nachts) und passt somit sehr gut zum Verbrauchsprofil. Dass er nicht immer die Verbrauchsspitzen abdecken kann hat niemand behauptet.
Ich weiß nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Vielleicht lesen Sie sich erstmal in das Thema ein wenn Ihnen das grundlegende Verständnis fehlt?

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tinnytim 26.01.2019, 17:57
148.

Zitat von mr future
Man schaue sich Deutschland und andere Länder an und stelle fest dass Wirtschafterfolg und hohe Energiepreise positiv korreliert sind denn sie befeuern Energiesparen, Produktivitaet, Effektivitaet und die Technologien und Industrien darum herum. Es entsteht eine Effektivitätskultur. Andere verheizen Strom (Frankreich) statt Geld zu machen. In der DDR war Strom auch billig aber das Land hat nicht reüssiert. Norwegen allerdings hat früher mit Strom Gehwege beheizt, befeuert heute aber die Mobilitätswende mit seiner Wasserkraft (knapp 50% E-Auto Neuzulassungen ohne Netzzuammenbruch) und schafft sich eine Nach-Öl-Zukunft. Venezuela wäre ein weiteres Beispiel wohin es mit Energieschleuderpreisen gehen kann. re future
Mein Beitrag ist irgendwie in der Moderation verschwunden..
Das ist eine interessante These, die Sie da ausführen.
Wurde diese Korrelation schoneinmal in der Fachliteratur analysiert?
Haben Sie vielleicht sogar Links?

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Flari 26.01.2019, 18:09
149.

Zitat von soulbrother
PV-Strom fällt nie an wenn der Strombedarf sehr gering ist (nachts) und passt somit sehr gut zum Verbrauchsprofil. Dass er nicht immer die Verbrauchsspitzen abdecken kann hat niemand behauptet. Ich weiß nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Vielleicht lesen Sie sich erstmal in das Thema ein wenn Ihnen das grundlegende Verständnis fehlt?
Naja, etwas relativieren sollte man Ihre Aussage schon.
So gut wie JEDEN Nachmittag regelt die PV GEGEN den steigenden Abendverbrauch an.
Und zu den den jährlichen Zeitpunkten des allerhöchsten Bedarfs liefert die PV i.d.R. genau NULL.
Unter "sehr gut zum Verbrauchsprofil passend", stelle ICH mir irgendwie etwas anderes vor.

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