Forum: Wirtschaft
Regionale Auswertung: Wo die armen Deutschen leben
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Die Einkommen in Ost- und Westdeutschland klaffen auseinander, die Lebenshaltungskosten aber auch. Wer ist also wirklich arm - gemessen an seinem Wohnort? Eine Studie gibt Antworten.

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jwalter2 21.08.2019, 20:37
110. Mit Vorsicht zu genießen, trotz Kaufkraft-Analyse

Der strukturelle und kulturelle Wandel hat das klassische Familienmodell überholt und es gibt deutlich mehr Frauen in Brot und Butter. Dennoch arbeiten viele Frauen in Teilzeit und vermehrt in Niedriglohn-Berufen. Mich würde interessieren, wie sich die Auswertung der Erhebung verändert bei Berücksichtigung von Faktoren wie Geschlecht und Art der Anstellung. Weiterhin wird das Familieneinkommen nicht berücksichtigt, sprich wenn einer in Teilzeit arbeitet und unter der Armutsgrenze per Definition liegt und der andere ein deutlich höheres Einkommen erzielt. Eine generelle Aussage von erzieltem Einkommen auf Reichtum oder Armut zu schließen halte ich seit Jahren für fragwürdig, da Vermögensverhältnisse in Deutschland nicht erfasst werden. Weniger fragwürdig sind die meisten Kommentare, welche Statistiken zunächst populistisch verwenden. Vielleicht sollte man einmal eine Statistik über den Bildungsstand unserer Gesellschaft erstellen im Zeitablauf der letzten 50 Jahre.....

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interessierter Laie 21.08.2019, 20:43
111. @melnibone

an diesem Missverständnis sieht man wiedermal, dass man eben doch die feminine Form braucht. Jede(r) zweite Rentner (in) bekommt weniger als 900 Euro Rente. Und da hier ja viele erzählen, wie man früher allein eine Familie durchbringen konnte, liegt die Erklärung auf der Hand. In Deutschland hat jeder, der mindestens 5 Jahre gearbeitet oder Erziehung geleistet hat, Anspruch auf Rente. Wenn es aber dabei bleibt ist diese Rente sehr klein. Es sind also vor allem die Frauen betroffen und solche, die wegen Krankheit oder aus anderen Gründen ihr Erwerbsleben früh abgebrochen haben oder es mussten. Die ziehen die durchschnittliche Rente runter. Das verzerrt das Bild. In anderen Ländern haben diese Menschen oft gar keinen Anspruch auf Rente.

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pebcak 21.08.2019, 20:54
112.

Zitat von MisterD
wenn Sie auch nicht komplett daneben liegen. Die Wohneigentumsquote in den neuen Bundesländern+Berlin lag 2018 bei 31,4%, in den alten Ländern bei 44,9%. Das ist aber immer noch weit entfernt von "Im Westen haben fast alle ein Haus&Grundstück und im Osten ist das die Ausnahme"...
Nur das überwiegend zugezogene Westdeutsche Immobilien im Osten gekauft haben. Der Prozentsatz müßte in der Hinsicht überprüft werden.

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Kalif78 21.08.2019, 21:07
113. Witzfigur

Zitat von Palmstroem
Zuerst - jeder Deutsche gehört zu den 20% der Wohlhabenden dieser Welt. Der Begriff "Relative Armut" sollte also besser "Relatives Wohlstandsdefizit" heißen. Denn auch wenn man beispielsweise im reichen Starnberg den Maßstab anlegt, wird man "Relativ Arme" finden. Zudem war man bis in die 70er erst mit 50% des Meridianeinkommen "Relativ Arm". Danach wären heute nur 5% und nicht 15% davon betroffen. Soviel zum statistischen Aussagewert solcher Untersuchungen. Arm ist man erst mit weniger als 1,80 Dollar pro Tag!
Mit ihren 1.62 € am Tag kann man in Bangladesh vielleicht gerade überleben ( auch unmenschlich assozial), aber ganz bestimmt nicht hier. Hier hat man erst vor drei oder vier Jahren die Armutsgrenze nach unten korrigiert, indem man nicht mehr die unteren 20% für die Berchnung nimmt sondern nur noch die unteren 10%. Anscheinend sind sie ja ein Sarazin wirkopf anhänger, also bitte versuchen sie ihr leben nur mal 2 Monate von dem ihnen angegebenem zu bestreiten. Rellation ist so ein Begriff den sie mal verinnerlichen sollten.

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Kalif78 21.08.2019, 21:09
114.

Zitat von SchöMi
Ja, die Statistik ist im Detail sicherlich sehr ordentlich. Aber ich wundere mich ein wenig über die eine oder andere angezeigte Gruppierung. Ein Beispiel: Ich finde nur eine Zahlenreihe für die Städte Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden zusammen. Warum werden diese nicht einzeln gezeigt? Oder habe ich da was übersehen?
Weil Wiesbaden dann unerhört weit oben stände.

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Kalif78 21.08.2019, 21:21
115.

Zitat von aop
Seit wann ist Mutti and der Macht und hätte die Politik Schröders reformieren können? Hat offensichtlich gut gelebt mit der Agenda 2010. Ich denke schon, dass uns Schröder damals vor Schlimmeren bewahrt hat, nur hätte man die folgenden Jahre mal korrigierend eingreifen sollen.
Ich gebe ihnen vollkommen Recht. Es scheint die tragik der Sozen zu sein, erst gewählt zu werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Die versuche es auch mit harten Schritten wieder zu verbessern (siehe neben Schröder auch Schmidt), wird mit abwahl gedankt. Die Union verrät dann weiter alles Soziale, und tut so als wäre es "Alternativlos" ( Politiker sollen für alternativen sorgen, sonst sollten sie abgeschaft werden). Leider haben die neuen Sozen das Spiel zu deren eigenen Ungunsten geändert und gehen immer wieder mit dem Teufel in die Kiste.

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Einhorn 21.08.2019, 21:33
116.

Zitat von MisterD
wenn Sie auch nicht komplett daneben liegen. Die Wohneigentumsquote in den neuen Bundesländern+Berlin lag 2018 bei 31,4%, in den alten Ländern bei 44,9%. Das ist aber immer noch weit entfernt von "Im Westen haben fast alle ein Haus&Grundstück und im Osten ist das die Ausnahme"...
Gegen das antrainierte Opfergefühl helfen keine Argumente, das sieht man in vielen Forendiskussionen. Es scheint sich nicht viel entwickelt zu haben, seit damals, als man im Osten glaubte, alle im Westen hätten alles, was sie im Werbefernsehen sahen. Ich erinnere mich noch, wie entsetzt meine Freundin über die Verwandschaft war, die keine "Billigjeans" sondern nur Levis wollten - und keine von uns hatte je eine Markenjeans besessen.

Und natürlich, die Eigenheimquote ist im Westen natürlich höher - aber auch das hatte seinen Preis. Viele Familien haben alles was sie hatten in ihr Hausprojekt investiert - da urlaubte man mit Stolz "auf Balkonien" - denn mehr war tatsächlich nicht drin. Das will heute auch niemand mehr wissen.

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Archie69 21.08.2019, 22:00
117. Wenn meine Eltern von Anfang der 70ger

erzählen, dann haben die knapp 900 DM, die mein Vater nach Hause gebracht hat, gerade so gereicht eine vierköpfige Familie zu ernähren. Meine Mutter war als Hausfrau mit zwei kleinen Kindern zu Hause. Auto und Fernseher konnten sich meine Eltern nur leisten, weil mein Vater im Urlaub immer auf dem Bauernhof eines Verwandten bei der Ernte geholfen hat - wahrscheinlicher "schwarz". Die ersten Urlaubsbilder unsere Familie stammen von 1975 - eine Woche Italien mit dem Auto. Laut meiner Eltern ging es in ihrem Umfeld keinem großartig besser. War der damalige Standard. Lässt sich das aber jetzt mit dem heutigen Leben vergleiche wie es einige im Forum machen, einer Zeit, in der Smartphones, Autos, Urlaubsreisen zum Standard gehören ?

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peterle3 21.08.2019, 22:07
118. Gute Info, aber ...

... der Grafiker oder Programmierer sollte nachsitzen. Die Lesbarkeit der Grafik wird dadurch erschwert, dass die jeweilige Infotafel teilweise das halbe Bundesland verdeckt. Hat das keiner angeschaut?

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schwerpunkt 21.08.2019, 22:26
119.

Zitat von vonlipwig
Aber auch dann stimmen Ihre Zahlen nicht: "Laut dem Statistischem Bundesamt Deutschland verdiente ein männlicher Arbeitnehmer Anfang der 60er-Jahre im Durchschnitt 590 DM (ca. 302 EUR) Brutto. Bis Ende der 60er konnte er dieses Einkommen auf 1290 DM (ca. 662 EUR) mehr als verdoppeln. Bei den Frauen lagen die Einkommen bei 358 DM (183 EUR) bzw. 796 DM (407 EUR)." das-waren-noch-zeiten.de/einkommen.htm
Ich schrieb ja, dass er das NICHT hatte. Nicht mal annähernd. Von wegen, wenn der Handwerker damals mit 2.000 DM heim kam ...
Da gehörte er Ende der 60er jahre schon zu den Top-Verdienern

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