Forum: Wirtschaft
Regulierung von Kryptowährungen: "Wir sollten den Bitcoin sich selbst überlassen"
AP

Ökonomen und Banker wollen den Bitcoin und andere Kryptowährungen endlich regulieren. Ein riesiger Fehler, sagt Finanzprofessor Jan-Pieter Krahnen - denn dann würde es erst richtig gefährlich.

Seite 3 von 5
Charly de Gohl 05.03.2018, 14:36
20. Schlechtes Interview

Ich möchte ergänzend hinzufügen: „Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Ökonom oder Banker und Spiegel Online vor der neuen Krypto-Welt warnen. Das Interview ist undifferenziert, tendenziös und soll vor allen wieder nur dazu dienen Angst zu verbreiten.
• Der für mich strittigste Punkt wie bei eigentlich allen Artikeln zu dem Thema hier auf SPON: Man bezieht sich immer komplett auf Bitcoin und die bekannten Schwächen. Dass andere Cryptowährungen diese Probleme bereits behoben haben wird vermutlich absichtlich verschwiegen, weil es einfach nicht in der Bild passt, was hier gezeichnet werden soll. „Wie? Es gibt auch Vorteile und Chancen? Das kann doch nicht sein.“

• Das Mining, bzw. der dadurch hohe Energiebedarf, der ja zu Recht kritisiert wird, wird in Zukunft wohl eine immer geringere Rolle spielen, da viele Cryptowährungen mittlerweile Pre-mined sind und andere von Proof of Work auf Proof of Stake umstellen.
• Der Herr Professor spricht von einer Schattenwelt. Wie erklärt er dann, dass mittlerweile unzählige namhafte Unternehmen in existierende Cryptowährungen investiert haben? Das passt doch gar nicht mehr zusammen.
• Er bleibt jede vernünftige Erklärung schuldig, warum es schlecht wäre, wenn Cryptowährungen in grösserem Maße genutzt werden würden. Vermutlich weil er einfach nicht wahrhaben will, dass diese Vorteile vorhanden sind.
• Als ob es den Regierungen darum geht, das Geld der Anleger zu schützen. Das ist doch ein Märchen. Wo waren die Regierungen, als tausende Arbeitnehmer in unsinnige Riester-Verträge geredet wurden? Genau, sie haben sich den Mist zusammen mit den Versicherungen überhaupt erst ausgedacht. Btw. die selbe Regierung, die jahrelang behauptet hat, man solle privat vorsorgen und dann nicht nur Steuern auf Gewinne aus Finanzgeschäften für sich beansprucht, sondern auch noch unsere Renten besteuert. Ironie des Schicksals, dass auch Gewinne aus Crypto-Transaktionen besteuert werden müssen.

Abschliessend frage ich mich, welchen Zweck SPON mit der Veröffentlichung solcher Artikel/Interviews in regelmässiger Frequenz verfolgt. Ich glaube die Frage kann sich jeder selber beantworten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DieHandGottes 05.03.2018, 14:49
21.

Zitat von santoku03
ein paar Zehntausend Smartphone-Wischer
Natürlich wird es unter der nächsten Generation auch weiterhin mehr als genug (Finanz-)Experten geben, nur die werden Bitcoin und Blockchain mehr verstanden haben, damit arbeiten und nicht mehr verteufeln. Nicht so wie die meisten heute, die über die Mainstreammedien den Zeigefinger heben und vor Bitcoin warnen, weil man eventuell alles verlieren kann. Wenn diese dann auch Warren Buffett, Jamie Dimon usw. zitieren, kann ich nur lachen. Wie viel Geld haben normale Anleger eigentlich bei der Bankenkrise verloren?
Und zu sagen, dass "ein paar Zehntausend Smartphone-Wischer" den Preis von Bitcoin & Co. bewegen, zeigt aber auch, dass Sie genauso wenig Ahnung davon haben. Sie stecken irgendwo zwischen Stufe 1 und 2 fest.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tkedm 05.03.2018, 14:59
22.

Zitat von Charly de Gohl
• Der Herr Professor spricht von einer Schattenwelt. Wie erklärt er dann, dass mittlerweile unzählige namhafte Unternehmen in existierende Cryptowährungen investiert haben? Das passt doch gar nicht mehr zusammen.
Welche "unzählige namhafte Unternehmen" sind das denn?
Ich bezweifel nämlich, dass aufgrund ihrer Compliance-Regeln (seriöse) Unternehmen in unregulierte und unbeaufsichtigte Finanzprodukte investieren dürfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
santoku03 05.03.2018, 15:11
23.

Zitat von DieHandGottes
Natürlich wird es unter der nächsten Generation auch weiterhin mehr als genug (Finanz-)Experten geben, nur die werden Bitcoin und Blockchain mehr verstanden haben...
Dazu braucht es keine Generation. Seien Sie versichert: Jeder der heute VWL studiert hat (eventuell sogar mit Schwerpunkt auf dem Finanzwesen) weiß mehr über das Finanzwesenals jeder IT-Nerd, der (möglicherweise sogar) die Blockchain verstanden hat. Glauben Sie nicht, die Technologie sei das Entscheidende bei der Beurteilung der Auswirkungen einer neuen "Währung". Bei den Fragen die im Interview diskutiert werden, geht es um eine ganz andere Ebene. Diese Ebene ist ungleich komplexer als die Technologieebene und ist von jedem Volkswirt sehr wohl verstanden. Umgekehrt ist es eher so, dass die meisten, die meinen, Krypto"währungen" verstanden zu haben, jedes Basisverständnis für das Finazwesen vermissen lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sarariman 05.03.2018, 15:16
24. Keine Angst vor Innovation

Die Hoffnung, dass Kryptowährungen schon wieder von alleine vom Markt verschwinden werden ist naiv.
Die dahinterstehende Technologie hat Zukunft und die Anwendungsmöglichkeiten gehen weit über die Verwendung als Zahlungsmittel hinaus. Dies zeigt sich auch darin, dass immer mehr seriöse Unternehmen Partnerschaften mit den Gründern von Kryptowährungen eingehen. Man denke da z.B. an die Zusammenarbeit von Volkswagen mit der Iota Foundation.

Projekte wie Ripple und Iota, aber auch unbekanntere Projekte wie Golem oder Basic Attention haben definierte Use-Cases, von denen sich bestimmt einige durchsetzen werden, auch wenn natürlich viele dieser Projekte zum Scheitern verurteilt sind.
So ist das eben, wenn eine neue Technologie eine Goldgräberstimmung hervorruft. Deshalb die ganze neue Technologie zu verdammen, ist Unsinn.
Auch die Möglichkeit zu sogenannten „Smart-Contracts“, beispielsweise im Fall von Ethereum ist innovativ und bietet denkbare Anwendungsbereiche, die weit über das Züchten virtueller Kätzchen (Cryptokitties) hinausgehen, beispielsweise bei der Verwirklichung von Urheberrechten in digitalen Kontexten.
Mit diesen Möglichkeiten hat sich der Herr Professor scheinbar noch überhaupt nicht auseinandergesetzt und dann sollte er halt auch nicht als „Experte“ für Kryptowährungen auftreten bzw. von einem seriösen deutschen Medium als solcher zitiert werden. Einfach mal googeln „Blockchain Anwendungsmöglichkeiten“ und schon ist man auf dem Gebiet schlauer als der Herr Professor hier.

Man sollte wirklich aufhören, Kryptowährungen nur als obskures Zahlungsmittel der Schattenwirtschaft zu betrachten, sondern den Blick vielmehr darauf richten, was am Krypto-Boom wirklich innovativ ist.
Deutschland sollte nicht den Fehler machen, aus Konservatismus und German-Angst neue Entwicklungen auf diesem Gebiet zu verschlafen.
Allerdings braucht Innovation einen sinnvollen Regulierungsrahmen, um solche Exzesse wie betrügerische ICOs und dergleichen bekämpfen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maxbeck54 05.03.2018, 16:49
25. Geldwäsche pur.

Mit Bitcoin findet derzeit die grösste Geldwäsche aller Zeiten statt. Und das vor Augen aller Regierungen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 05.03.2018, 17:00
26.

Der Staat soll nicht die Bitcoin-Verträge für nichtig erklären, sondern Bußgelder auf die Transaktionen legen und diese ggf. mit technischen Mitteln erschweren, bzw. sabotieren. DE kann das natürlich nicht, dazu braucht man die NSA. Warum ich das so sehe ? Weil Komplexität der Feind der Berechenbarkeit ist. Diese Welt ist auch so schon kompliziert genug. Wir brauchen nicht noch einen weiteren Freiheitsgrad im Finanzwesen, sondern am besten wieder das Ausmaß an Regulierung, welches wir ca. 1990 hatten, von mir aus gern mit Zusätzen aus der heutigen Zeit, aber ohne die "Liberalisierung" von Clinton, Bush, Schröder, etc.. Natürlich kann man auch das nicht plötzlich machen, weil dann alles in die Binsen geht. Aber wie gesagt - wir brauchen nicht noch ein Element in der Gleichung, da es auch so schon kaum noch zu beherrschen ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
toph.353 05.03.2018, 17:47
27. Einsparungen

durch das Überflüssigwerden von Banken entstehen enorme Einsparungen - sicherlich der größte Pluspunkt der Krypto Währungen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Profdoc1 05.03.2018, 17:50
28. Oh je, Oh je

Die Hype um Crypocurrencies (CC) ist vollkommen überzogen. Auch ich bin der Meinung, dass das einfach laufengelassen werden sollte.

Wir haben derzeit ca. 1.200 CC im Umlauf, von denen werden ggf. 5-6 überleben. Inwieweit CC sinnhaft ist muss jede Person für sich entscheiden. Letztendlich handelt es sich ja nicht um "Geld", sondern um ein reines Spekulationsobjekt, nicht anderes.
Aktuelle Untersuchungen zeigen auch eine Schwäche als Zahlungsmittel: Wir haben weltweit ca. 5,8 Mio CC-Nutzer und zzgl. ca. 11,5 Mio Wallet-Nutzer (Google, Apple, etc.). Der Transaktionssumme betrug im Mittel ca. 2 Mrd/Tag im Jahre 2017. Das ist in Bezug auf die Nutzerzahl weltweit eine minimale Nutzungs- und Umsatzrate. [Global Cryptocurrency Benchmarking Study, Cambridge University Judge Business School, May 2017]. Allein das umlaufende Bargeld weltweit ist um einiges höher (USA: $1.442 Mrd; China: ¥ 48.655 Mrd; Eurozone: €7.238 Mrd), von den elektronischen Finanzmengen die täglich umlaufen mal ganz abgesehen [Bank of Settlement].
Dazu kommt, dass durch die Datenspuren im Netz auch Bitcoin nachverfolgbar ist durch Methoden des Informationsfusion [When asmall leak sinks a great ship: De-anonymizing Tor hidden service users through Bitcoin Transaction analysis, arXiv:1801.0751v1 [cs.CR] 23 Jan 2018].

Es ist eher anzunehmen, dass es in 5-10 Jahren staatliche "Digital Currency" von der ECB, FED etc. geben wird, für Menschen, die das nutzen möchten. Entscheidend istr doch die Anonymität und Diskriminierungsfreiheit von Zahlensmitteln. Erst wenn diese Punkte realisiert werden können, werden sich CC durchsetzen. Vorher wohl kaum!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
csbokia 05.03.2018, 18:18
29. santoku03 hat alles gesagt...

Versuchen sie bitte Technik und Finanzwesen zu trennen.
Die meist jüngeren Blockchain-Experten sehen nur Währung pur und Unabhängigkeit und haben etwas Idealismus. Ok, das ist nicht schlecht! Es läuft nicht gerade faire und gut! Aber der Gesamtkontext darf dabei nicht im Hintergrund geraten. Die Finanzwelt ist mehr und muss sich vor allem auch um Stabilität und Frieden zumindest auf Grund einer globalen Währungsumstellung kümmern. Eine USA Immobilienblase ist da Peanuts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5