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Reichtumsstudie: Weltweites Vermögen wächst auf 169 Billionen Euro
Bloomberg via Getty Images

Das weltweite Vermögen ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Wie eine Studie zeigt, sind Amerikaner und Schweizer im Schnitt die Reichsten. Deutschland liegt auf Platz 18.

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afalke76 27.09.2017, 14:49
110. Re: Beitrag #13 von till_wollheim

So ist es. Wie inhaltsarm die Zahlen sind kann man sehen, wenn man zum Beispiel die oberen 10 Prozent eines Landes aus der Rechnung herausnimmt. Das Durchschnittsvermögen eines Amerikaners ist mit 168.130 Euro angegeben. Allerdings reichen schon etwas weniger als 70.000 Dollar aus, um zu den oberen 10 Prozent zu gehören. Es wird geschätzt, dass zwischen 85 und 95% aller Aktien im Besitz eben jener oberen 10 Prozent sind. Amerikas Zahlen scheinen nur deshalb gut, weil es eine sehr, sehr reiche Elite gibt, die auch größer ist als die Elite in Deutschland und daher die Zahlen stärker beeinflusst. Hinzu kommt, dass eine "normale" Familie in den USA viele Mehrausgaben hat, um die man sich in Deutschland weniger kümmern muss. Will man seine Kinder zum Beispiel auf eine halbsweg vernünftige Schule schicken, bedeutet das in vielen Staaten der USA Privatschule. Ich kenne hier viele Familien, die über 50.000 Dollar pro Jahr zahlen, nur damit ihre Kinder eine Ausbildung bekommen, die nicht einmal annähernd einer deutschen Gymnasialausbildung gleichkommt (in den USA erreicht man das ungefähr mit dem Abschluss eines Bachelors, und auch das nur, wenn man auf einer der führenden Schulen im jeweiligen Staat geht). Will man halbwegs gesund essen, gibt man schnell 30 bis 40 Prozent im Monat mehr aus. In vielen Gegenden sind Strom-, Wasser-, und Telefonrechnungen sind deutlich höher als in den meisten Gegenden in Deutschland. Gesundheitskosten sind wahnwitzig selbst wenn man versichert ist und einer der führende Gründe für den Bankkrott. Vor dem Hintergrund würde selbst ein durchschnittliches Mehrvermögen von 150.000 nichts aussagen über die Lebensqualität--einmal abgesehen davon, dass die Normalbevölkerung in den USA nicht einmal mehr als der deutsche Ottonormalverbraucher hat (eher im Gegenteil, da die meisten verschuldet sind). Ja, Apartments und Häuser in den USA sind im Schnitt wesentlich größer hier, nur hat das wenig Einfluss auf die Lebensqualität, einmal abgesehen davon, dass sie im Schnitt von miserabler Qualität sind. Das heißt also: die "Studie" ist ohne Wert, solange man nicht durchschnittliche Lebensunterhaltskosten sowie wichtige Unterschiede der ökonomischen Faktoren, die zum Lebensstandard beitragen, mit einbezieht und vergleicht.

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eagle29 27.09.2017, 14:54
111.

Spontan frage ich mich: Wo ist denn nur der ganze seit Jahrzehnten in Deutschland erwirtschaftete Reichtum abgeblieben, wenn das Nettogeldvermögen pro Kopf weit unter dem z. B. der Niederlande oder Großbritannien liegt???

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theanalyzer 27.09.2017, 14:57
112.

Zitat von Patrik74
Ich schrieb von Geldvermögen (Bargeld, Giralgeld, Wertpapiere (inkl. Aktien), Versicherungsansprüche). ... 2. Bei Aktien trifft es zu, denn Aktien sind Wertpapiere, mithin eine Verbindlichkeit des Emittenten gegenüber dem Halter und logischerweise in genau gleicher Höhe... Ist einfach eine Tatsache.
Aktien sind Sachwerte und eben keine Anleihen, wie Sie es schreiben. Lesen Sie doch mal das Kleine 1x1 der Volkswirtschaft...

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curiosus_ 27.09.2017, 14:57
113. Und immer wieder...

...ist die Schweiz ganz vorne:

- In der Wettbewerbsstärke (Platz 1)

- Im Export pro Kopf liegt die Schweiz um 50% höher als wir. Trotzdem fährt siedeutlich niedrigere Handelsbilanzüberschüsse als wir ein.

- Im kaufkraftbereinigten Medianeinkommen liegt die Schweiz um 30% höher als wir

- Im Median-Nettovermögen liegt sie einsam an der Spitze, 47% mehr als Platz 2 (dieser Artikel)

- Und im Glücksranking der Vereinten Nationen liegt die Schweiz auf Platz 2.

Und, man glaubt es kaum, das alles ohne EU-Mitgliedschaft und Euro!

Irgendwas machen wir falsch….

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maxhabermann 27.09.2017, 14:59
114. Rentenansprüche

Weiss jemand ob und wenn ja wie diesen in Deutschland in die Rechnung miteingeflossen sind?

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Patrik74 27.09.2017, 15:03
115. Nur ihre Sicht

Zitat von Kurt-C. Hose
Ist systematisch richtig, aber irrelevant. Reine intellektuelle Spiegelfechterei. Wenn ich ein unbelastetes Grundstück habe, ist das Vermögen (Marktwert) Wenn ich es verkaufe und das Geld auf der Bank habe, ist das trotz Ihrer Verachtung für "Giralgeld" Vermögen. Für jeden normalen Mesnchen jedenfalls, und auch für diese Statistik. Da ist es völlig egal, dass die "Bank bei Ihnen Schulden" hat. Das ist so richtig wie unwichtig.
Giralgeld ist ihr Vermögen - dagegen habe ich auch nichts gesagt, und ich "verachte" es auch nicht (ich weiß nicht, wie sie darauf kommen?) - und für die Bank ist es eine Verbindlichkeit in selber Höhe, nämlich bspw. ihnen auf Wunsch den Betrag in Zentralbankgeld auszuzahlen.

Sie betrachten nur "ihren" Sektor (Haushalte), aber es gibt kein Geld, ohne dass auf der anderen Seite jemand eine entsprechende Verpflichtung hat. So funktioniert unser Geldsystem nun einmal.

Wie ich bereits schrieb, kann ein Sektor durchaus einen Überschuss an Geldvermögen haben, wenn andere ein entsprechendes Defizit haben - aber es geht eben nicht ohne letzteres.

Dass das nicht "unwichtig" ist, werden sie vielleicht im Zuge der nächsten vorhersehbaren Finanzkrise erleben, wenn ihnen (wie in Griechenland) ihre Bank sagt, dass sie ihre Schuld nicht bedienen will/kann.

Sie können sich natürlich der kognitiven Dissonanz hingeben, dass ihr Geld mit ihrer Bank nichts zu tun hat, und losgelöst als "ihr Vermögen" existiert - das mag beruhigen, die traurige Realität ist leider eine andere.

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w.vollmer 27.09.2017, 15:03
116. Welche Schande

Deutschland ist ein Land, in dem wir gut und gerne leben. Nicht einem unter den ersten 20 Ländern befindet sich Deutschland, wenn wir den Median zugrunde legen.

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St.Baphomet 27.09.2017, 15:06
117. Stimmt total

Zitat von dingstabumsta
...als Druckmittel heist die Devise unserer Politiker in unserer Lobbykratie. Das dieses ein sehr gefährlicher Weg sein kann, nicht nur unsere soziale Grundsicherung der Wirtschaft zu geben, sondern grundsätzlich für eine unfaire Vermögenumverteilung zu sorgen, einen Niedriglohnsektor zu pushen der ausser Erwerbs,-Kinder und Altersarmut absolut unserem Land etwas bringt ausser gesprengten Sozialkassen, der darf sich nicht Wundern, dass die betroffenen Menschen die AFD Wählen. Bankeinlagen, Wertpapiere oder Versicherungen und Pensionsfonds können sich immer weniger hier in Deutschland leisten deswegen liegt unser Land auch auf Platz 18. Wettbewerbsfähigkeit auf kosten des sozialen und gesellschaftlichen Friedens wird irgentwann böse enden. Ich erwarte von unserer Politik, dass auch wir Menschen in Deutschland einen Vermögenswachstum um die 30 - 40 Prozent bekommen...als eines der reichsten Länder dieser Erde sollte das mit links zu schaffen sein!
Und zwar nur mit Links.
Die Rechten inklusive SPD wollen nichts ändern und die ganz ganz Rechten wollen die Erbschaftssteuer sogar völlig abschaffen.
So isses, traurig aber wahr.

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jupp78 27.09.2017, 15:07
118.

Zitat von maxhabermann
Weiss jemand ob und wenn ja wie diesen in Deutschland in die Rechnung miteingeflossen sind?
Steht doch im Artikel.
Wenn du einen Rentenfond besitzt, dann fließt der mit ein, die gesetzliche Rente hingegen nicht.
Dieser Umstand wird die Statistik hier übrigens auch massiv verzerren, zumindest wenn man daraus ableiten möchte, wie es um den Wohlstand bestellt ist. Für den Auftraggeber der Studie (Allianz) hingegen wird es in erster Linie darum gehen, wie und wo er seine Finanzprodukte verkaufen kann. Da juckt der gesetzliche Rentenanspruch nicht. Darum hat es in der Richtung auch seine Aussagekraft.

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Patrik74 27.09.2017, 15:10
119. Siehe Bundesbank

Zitat von theanalyzer
Aktien sind Sachwerte und eben keine Anleihen, wie Sie es schreiben. Lesen Sie doch mal das Kleine 1x1 der Volkswirtschaft...
Sieht die Bundesbank anders:

"Das Geldvermögen des privaten Sektors umfasst insbesondere die von den inländischen nichtfinanziellen Unternehmen, den privaten Haushalten (einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck) und dem Staat gehaltenen Bargeldbestände, Bankeinlagen, Wertpapiere (Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Investmentfondsanteile) und Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen."

Die Allianz sieht das auch anders:

"Die politischen Turbulenzen 2016 haben auf die Entwicklung der privaten Geldvermögen nicht abgefärbt: Nach einem schwächeren Jahr 2015 (+4,7%) zog das Wachstum im letzten Jahr wieder merklich an (+7,1%) und das globale Brutto-Geldvermögen kletterte auf den neuen Rekordwert von EUR 169,2 Bill. In allen drei Vermögensklassen – Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Versicherungen und Pensionsfonds – beschleunigte sich das Wachstum; dank der Aktienmarktrallye zum Jahresende schnitten dabei die Wertpapiere mit einem Zuwachs von 8,7% weltweit am besten ab."

Und so sieht es auch der Rest der Welt. Vielleicht nehmen sie noch einmal ein Buch zur Hand.

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