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Renaissance der Wolkenkratzer: Wohnen in der Vertikalen
DPA

Deutschland erlebt einen neuen Hochhaus-Boom. Die schicken Türme haben nichts mehr gemein mit den Betonsilos von früher. Aber können sie die Wohnungsnot lindern?

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Freifrau von Hase 22.11.2016, 13:11
30.

Zitat von zeisig
Wenn man sich das nicht leisten will oder kann, dann muß man eben draußen bleiben.
Ist zwar im Ansatz richtig, aber man zieht ja auch nicht aus Jux & Dollerei in eine Stadt, sondern weil dort die Arbeitsplätze sind. Irgendwann haben wir dann eine Situation, wo man morgens 2 Stunden rein und abends 2 Stunden raus fährt. Soll das das Ziel sein?

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taunuskriecher 22.11.2016, 13:12
31. Was daraus wird?

Zweifelsohne leisten die Hochhäuser einen Beitrag, die Wohnungsnot zu lindern und das ggf. schneller als manch Kritiker glaubt.
Wirklich teuer sind nur die Wohnungen in den oberen Etagen mit einem tollen Ausblick. Unten hat man davon nichts und es werden der Wohnlage angemessene Preise bezahlt. Daraus entstehen Eigentümergemeinschaften mit einem riesigen Gap - einige wenige Luxuseigentümer und eine Vielzahl an einfachen Bürgern, die vielleicht nicht auf den Cent aber auf den Euro schauen müssen. 1000 qm Gartengeschoss zu unterhalten, das wird dann bald zum Thema, genauso wie der Concierge und den gemeinschaftlichen Fitnessraum verpachtet man an einen Betreiber, der dann von denen bezahlt wird, der das wirklich in Anspruch nimmt und dann früher oder später ganz zu macht, weil es sich nicht rechnet (so in meiner Nachbarschaft passiert). In der Konsequenz kann das dazu führen, dass das gesamte Projekt unter den divergierenden Interessen kollabiert, die Eigentümer den Spaß an ihrem Luxus-Etablissement verlieren und es dann nach und nach billig abstoßen und sich was angemessenes und ruhigeres suchen. Das setzt sich dann von oben nach unten fort. Im Endeffekt können auch diese Luxushochhäuser verslumen - dann gibt es wieder günstigen Wohnraum in guten Lagen - dürfte ca. 10-15 Jahre dauern. Oder schaffen es die Teilungserklärungen, diese Diskrepanzen aufzufangen? Kennt sich da jemand aus?
Es gibt schon Gründe, weshalb manche dieser Projekte als Mietobjekte geplant werden - da gibt ein Eigentümer die Rahmenbedingungen vor: Der Fitnessraum bleibt first class, weil die Geräte eben erneuert werden, wenn sie benutzt aussehen, angemessene Mieten geben das her und die Mieter fordern dies auch. Die Positionierung der Immobilie im Topsegment bleibt erhalten, weil keine geizigen Kleingeister den Hausmeister und Gärtner wegsparen, bloß um dreiEurofünfzig im Monat zu sparen.
In New York sind solche Hochhäuser meist so aufgebaut, dass in den billigen Etagen der Sozialbau untergebracht ist - das wird dort von den Behörden so verlangt. Weiter oben und anders als die Billigwohnungen über den repräsentativen, vom Concierge bewachten Haupteingang zu erreichen, sind dann die guten Wohnungen. Die Zwei-Klassengesellschaft, die in NY aus städteplanerischen Gründen von den Behörden vorgegeben ist, mindert natürlich den Wert der Wohnungen in den unteren Etagen und ist deshalb für die Projektentwickler erstmal weniger interessant. Vermutlich hätten auch viele Luxus-Käufer damit in Deutschland ein Problem. Sinnvoll für den Werterhalt des Luxussegments wäre die kaufmännische Teilung aber bestimmt.

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Joe_Average 22.11.2016, 13:12
32.

Da fällt einem die Kinnlade runter. Gibt es wirklich Menschen, die gerne wie Legehennen leben und dafür horrende Preise zahlen?

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anno1966 22.11.2016, 13:13
33. Minderung der Wohnungsnot?

Niemals!
Wenn man liest das hier schon Werbetouren in Ländern unternommen werden um Käufer mit dem nötigen Kleingeld zu locken ist dieser Artikel schon beantwortet.
Hier in Frankfurt/M ( und auch insgesamt in Ballungszentren ) sind mittlerweile Quadratmeterpreise zu zahlen, die sich ein Normalverdiener nicht mehr leisten kann. Selbst das nahe Umland hat sich daran mittlerweile angepasst. Sozialer Wohnungsbau findet, wenn überhaupt noch, in den entfernt liegenden Stadtteilen statt. Jeder innerstädtischer Meter, jede halbwegs gute Lage geht in die Hände von Investoren, die sich hier mehr als nur die goldene Nase verdienen.
Bestes Beispiel das Bild auf der Anfangsseite.
Der ehemalige Henninger Turm incl. dazugehörigem Gelände.
Eigentumswohnungen bis zu 2,3 Millionen (117 qm). Hier soll eine in London ansässige Bank schon zugeschlagen haben um deren Manager wegen des Brexit schnellstmöglich einzuquartieren. Eben dieser Brexit wird die Situation des findens bezahlbarer Wohnungen in FFM erheblich verschärfen.

Es gibt hier eigentlich nur eine vernünftige Möglichkeit eben diesen bezahlbaren Wohnraum im gleichklang zu Luxuswohnungen zu schaffen
Investoren müssen im gleichen finanziellen Umfang wie bei Luxusimmobilien bezahlbaren, z.B. 30jahre Preisgebunden Wohnraum schaffen. Ist zwar Utopie, und die Politik wird's zu verhindern wissen, aber wäre m.E. die sinnvollste Variante

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darthmax 22.11.2016, 13:13
34. Wohnsilos

nicht mein Geschmack, aber wer es mag und sich leisten kann, warum nicht.
Solange dies auch keine Zweitwohnung ist, wird dadurch natürlich Wohnraum frei, der in einer Säule bis unten durchschlägt.
Ich frage mich , wie man eine Familie ihe Kinder in einem solchen Fast-Wolkenkratzer allerdings aufzieht, ist doch wohl eher was für kinderlose Ehepartner.

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marathoni 22.11.2016, 13:13
35. Das ist zu einfach

Zitat von zeisig
Es ist doch inzwischen bekannt, daß Wohnraum in der Großstadt teuerer ist als außerhalb der Stadt. Wenn man sich das nicht leisten will oder kann, dann muß man eben draußen bleiben.
denn eine Stadt besteht eben nicht nur aus Ärzten, Untternehmern, Anwälten und IT Spezialisten, etc. sondern auch aus Krankenschwestern, Müllmännern Busfahrern etc. Und alle sind zum funktionieren einer Gesellschaft notwendig. Deswegen wäre es sinnvoll nur einen kleineren Teil der freien Grundstücke dem freien Markt zur Verfügung stellt und den größeren Teil für den sozialen bzw. genossenschaftlichen Wohnungsbau nutzt

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see_baer 22.11.2016, 13:14
36. Die sozialen Probleme der Tabantenstädte

schon vergessen? Wohnraum ja - und wo bleiben Kinder und Jugendliche? Beschäftigungsmöglichkeiten? Soziales Umfeld?
Hier werden entweder Wohnungen reiche Singles geschaffen - oder die sozialen Brennpunkte der Zukunft.

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Kometenhafte_Knalltüte 22.11.2016, 13:14
37. Die Namen! Denkt denn keiner an die Namen?

So, hab mich mal durch die Bilderserie geklickt und liste mal die Namen der "Hochhäuser" hier auf:

- Grand Tower
- Elbphilharmonie
- Henninger Turm
- Cloud No. 7
- XBerg Tower
- Living Levels, direkt an der East Side Gallery
- D'Or, direkt im Quartier Central

Dazu fällt mir nur Eins ein: Lächerlich.

Statt sich weltweit selbst zu vermarkten und mit "deutschen Namen" sich aus der weltweiten Masse hervorzuheben, schwimmt man lieber im Traum mit, englische Namen wirkten noch immer weltgewandt und en vogue (äh, selbst das klingt zu alt, ich meine natürlich fashionable).

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woswoistndu 22.11.2016, 13:16
38. .

Zitat von zeisig
Es ist doch inzwischen bekannt, daß Wohnraum in der Großstadt teuerer ist als außerhalb der Stadt. Wenn man sich das nicht leisten will oder kann, dann muß man eben draußen bleiben.
gehts noch ein bisschen zynischer? Wohin denn bitte? Am Beispiel Berlin könnte ich gerne vorrechnen, dass ein "draußen bleiben" keinerlei finanzielle Entlastung bringt. Wegekosten und -zeiten sind auch schon innerhalb der Stadt an der Grenze des Erträglichen, also was bitte wird dem Normalbürger noch alles zugemutet, nur damit sich das Kapital in vermeintlich sichere Häfe flüchten kann?

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stefanbodensee 22.11.2016, 13:17
39. @zeisig - so einfach gehts halt nicht

Ihre Aussage '...Es ist doch inzwischen bekannt, daß Wohnraum in der Großstadt teuerer ist als außerhalb der Stadt. Wenn man sich das nicht leisten will oder kann, dann muß man eben draußen bleiben.' ist nur bedingt korrekt - und dezent zynisch noch dazu. Die ganzen 'Helferlein' in den Großstädten, wie z.B. Mülleute, Servicefachkräfte, Reinigungsleute, Strassenreiniger, Postboten, Arzthelfer, Krankenschwestern und und und - haben eben ihren Job auch in der Großstadt. Sollen diese Menschen alle aufs Land ziehen und dann netterweise noch zusätzlich endlose Fahrten zur Arbeit in Kauf nehmen? Oder haben Sie tolle Jobs auf dem Land / in der Peripherie anzubieten - so daß dieser Zwang wegfällt ? So einfach gehts halt leider nicht - und daher auch die forderung, mehr in den sozialen Wohnungsbau zu investeren bzw. die Voraussetzungen dafür praktikabler zu machen. Oder sollen 'Gutverdiener' zukünftig in Servicewüsten überleben müssen ?

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