Forum: Wirtschaft
Renten - Welche Reformen sanieren die Alterssicherung?

Kaum ein Bereich der Sozialpolitik ist so schwierig zu sanieren wie das System der Alterssicherung. Der immer schwerer zu erfüllende Generationsvertrag verlangt eine fundamentale Neuorganisation der Renten. Kommt die Bürgerversicherung? Wer muss künftig welche Lasten tragen? Wie viel Eigenverantwortung des Einzelnen ist gut für die Renten? Welche Reformen müssen am schnellsten realisiert werden?

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uwp-berlin 16.03.2008, 18:47
3120.

Zitat von Perleberger
Wenn ich von Steuern schreibe, dann meine ich Steuern - während Sie gerne Steuern und SV-Abgaben verwechseln oder in einen Topf schmeissen. Wo, bitte, wird in D primär Steuern auf Arbeit erhoben (hatte ich Sie gefragt), wenn man sich das anschaut (vor der letzten EKSt-Senkung und vor der letzten MWST-Erhöhung): Steueraufkommen nach Steuerarten Deutschland 2003 des gesamten Steueraufkommens von rund 450 Milliarden Euro Umsatzsteuer 30,9 Mineralölsteuer 9,7 weitere Steuern 6,1 Gewerbesteuer 5,4 Tabaksteuer 3,2 Grundsteuer 2,2 Versicherungssteuer 2,0 Kfz-Steuer 1,6 Lohnsteuer 30,0 Zinsabschlagsteuer 3,7 Solidaritätszuschlag 2,3 Körperschaftsteuer 1,9 Veranlagte Einkommensteuer 1,0 Quelle: Bundesministerium der Finanzen Stand: 11.2004
Hallo Herr Perleberger,

und vielleicht nehmen Sie zur Kenntnis, (weil Sie es selbst oft schon geschrieben haben), dass die SV-Einnahmen fast genau so hoch sind wie die Steuereinnahmen.
Und von den SV-Einnahmen profitieren keineswegs nur die SV-Einzahler, sondern alle Bundesbürger (auch der teilweise privilegierte Teil, der nur Steuern zahlt, weil er wegen nachgewiesenem Reichtum nicht mehr SV-pflichtig ist).

Hier können Sie sich auch die absoluten Zahlen von Steuern und SV-Einnahmen im Jahr 2006 anschauen: http://www.arm-trotz-arbeit.org/gegenfinanzierung.html.

ps: Wenn Sie schon immer auf der (teilweise willkürlichen) Trennung von SV-Abgaben und Steuern bestehen, dann sagen Sie mir doch einmal, wieviele Milliarden Euro im SV-System versicherungsfremd sind und wie viele wirklich rein versicherungsäquivalent zu betrachten sind . Nicht ganz leicht gell?

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Honko 16.03.2008, 19:11
3121.

Zitat von ecua
Ach, der Staat zahlt keine Zinsen auf seine Schulden? Keine 35-40 Milliarden für Zinsen, die für andere Dinge fehlen? Haben Sie mal GM geleitet?
Ähhh, wenn der Staat anfängt zu tilgen, dann sinkt die Zinslast auch nicht im relevanten Umfang. Ich behaupte auch nicht, dass es richtig war Schulden in diesem Umfang zu machen.

Aber auch die "reale" Zinslast nimmt Jahr für Jahr um die Inflation ab.

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dogs 17.03.2008, 15:18
3122.

Zitat von ecua
...Eigentlich sollten wir uns mal ein Beispiel an der Schweiz nehmen, in der es keine Deckelung der Krankenversicherung gibt, sodaß die Beiträge von jedem (auch von den Zumwinkels dieses Landes) gezahlt werden. ...
Ich glaube, Sie verwechseln das mit dem Schweizer Rentensystem, in dem das so ist.
Bei der Krankenversicherung besteht in der Schweiz eine allgemeine Versicherungspflicht, man versichert sich aber bei privaten Krankenversicherungen, sozial flankiert durch Steuerzuschüsse.

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kleinerlorbas 18.03.2008, 12:24
3123. Staatsschulden

Zitat von Honko
Niemand braucht Staatschulden zu tilgen. Genauso wie eigentlich jedes größere Unternehmen IMMER Schulden hat. Genaugenommen hat die BRD 2007 so um die 2,5% der Schulden "getilgt", oder besser gesagt entwertet. Entscheident ist es die Neuverschuldung unterhalb der Inflation zu halten. Bei einem ausgeglichenen Staatshaushalt und 2% Inflation entwertet man innerhalb von 50 Jahren 63% der Schulden ohne einen einzigen Euro zu tilgen. Der Staat ist kein Häuslebauer, der mit 65, äääääh 67, seine Schuld getilgt haben muss... Weiterhin sollte man in der Lage sein zwischen Vokswirtschaftlich "gutem" und "schlechtem" Geld zu unterscheiden. "Teilt der Staat Geld aus", welches direkt in den Konsum fliesst, profitieren sehr viele davon (bei Leibe nicht nur die Empfänger). Dagegen muss Geld, das nicht "verkonsumiert" wird in Zukunft verzinst werden. Dafür müssen dann wieder sehr viele zahlen, die dies gar nicht realisieren...
Die Schulden des Staates sind die Guthaben der Banken, die die Kredite vergeben. Der Staat ist ein guter und sicherer Schuldner. Die Banken ermuntern die Regierungen, noch mehr Schulden zu machen, sie reichen das Geld ihrer Sparer mit saftigem Aufschlag weiter. Eine aus heutiger Sicht risikoarme Anlage, besser als die "strukturierten Fonds"
Die Zinsen fliessen also den Banken und den Sparern zu.
kleinerlorbas

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kleinerlorbas 18.03.2008, 12:39
3124. keine Reformen

Für seine Alterssicherung muss jeder im Rahmen der eigenen Möglichkeiten beitragen. Das bedeutet Verzicht auf unötige Ausgaben, wie Weltreisen, dickes Auto, Luxus in jeglicher Form.
Wer arm ist bleibt arm. Reiche mögen sich alles leisten können.
Spare in der Zeit dann hast du in der Not,heisst ein vergessenes Sprichwort.
kleinerlorbas

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filou11 18.03.2008, 13:17
3125.

Ich bereise derzeit einige Länder Asien. Dabei ist mir aufgefallen, dass sehr viele japanische Rentner in Thailand und Malaysia leben, dass es dort sogar Altersheime für die gibt. Die japanische Regierung fördert das sogar. Der Grund liegt auf der Hand. Die Kosten für Pflege und Gesundheit sind ganz erheblich niedriger. So werden die Kassen in Japan weniger belastet denn die Rentner/innen sind voll abgesichert.

Ich denke, dass wäre auch ein Model was Deutschland übernehmen könnte. Die Frage ist nur, ob unsere abgehobenen Politiker überhaupt so weit denken können.

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chirin 18.03.2008, 15:54
3126. Renten - Welche Reformen sanieren die Alterssicherung?

Zitat von sysop
Kaum ein Bereich der Sozialpolitik ist so schwierig zu sanieren wie das System der Alterssicherung. Der immer schwerer zu erfüllende Generationsvertrag verlangt eine fundamentale Neuorganisation der Renten. Kommt die Bürgerversicherung? Wer muss künftig welche Lasten tragen? Wie viel Eigenverantwortung des Einzelnen ist gut für die Renten? Welche Reformen müssen am schnellsten realisiert werden?
Antwort:
Abgesehen von der Globalisierung wurden von der Schröder Regierung und insbesondere hier in Berlin von rot /grün massiv Arbeitsplätze vernichtet. Die ganze Industrie ist praktishc platt gemacht worden.Darüber hinaus haben wir kein funktionierendes Steuerrecht und auch nicht die dafür notwendigen Arbeitnehmer ,die sitzen im Stellenpool und drehen unfreiwillig Däumchen. Um das Rentensystem zu
sanieren muß unter vielem Anderen erst einmal wieder
Arbeit geschaffen werden mit einem Lohn-und Gehaltsgefüge,von denen die Arbeitnehmer leben können und wieder in den Generationsvertrag Beiträge zur Sozialversicherung einzahlen können.
Es ist auch nicht einsehbar, weshalb es eine große Gruppe gibt (Freiberufler und Kleingewerbetreibende)die überhaupt keinen zwang zur Einzahlung von Renten-und Krankenversicherungen haben und dementsprechend später Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Es sollte Pflicht sein, Nachweise über die Einzahlungen zur Renten -und K-Versicherung jährlich vorzulegen.(Meinetwegen im Rahmen der ESt- Erklärung.)Keine Zahlungen mehr ohne Gegenleistung auch an Migranten .Keine Zahlungen mehr an Sozialhilfe empfänger ohne Gegenleistung.Alle meine Tanten hatten mehr als 6 Kinder und sind trotzdem putzen gegangen.Auch heute noch gibt es genug Frauen mit mehreren Kindern, die Arbeiten gehen und der Rest sitzt zynisch im Fernsehen und erklärt diese für "dof".
Arbeit gibt es hier genug, insbesondere bei der hohen Kriminalität in Berlin. Dieses derzeitige staatlich unterstützte Asozialensystem, welches Löhne i.H.v. 3 Euro - 5 Euro an fleißige Menschen zahlt ist natürlich Rentenabträglich. Auf der anderen Seite können natürlich wieder 40 - 42 Stunden wöchentlich gearbeitet werden. Bei genug Zeit wird die Arbeit auch ordentlicher! Das Harz
Programm ist völ2 lig aus dem Ufer gelaufen , kein Wunder bei den "Zuzahlungen" an Geringverdiener und den weitaus größeren Teil der Sozialhilfeempfänger jeden Coleurs,insbesondere die arabischen kriminellen Großfamilien, die vom Sozialgeld offensichlich sämtlchst hochwertige Fahzeuge fahren können und die ärztliche Versorgung , Miete, Telefon,Fernsehen,Bekleidungsgelder, Urlaubsgelder für UMSONST haben, während unsere arbeitenden
Menschen mit einem "Apfel und einem Ei" abgefunden werden.
Man sollte Fachleute u.a. Herrn Kirchhof u.ä. ein Programm festlegen lassen. Jedenfalls müssen sich alle unsere Politiker nur noch schämen.Die Populisten , wie die Linke und die Rechte ganz doll, da sie in Teilen der Bevölkerung die Hoffnung erwecken, sie könnten "Wohltaten vom Himmel" regnen lassen, aber als die Herren und Damen an der macht waren, - Lafontaine und Gysi - oder die rot/roten in Berlin, ist nur ein Gruselkabinett vorhanden .Hauptsache, die Schwulen wurden durch Herrn Wowereit nun gegenüber dem Normalbürger begünstigt, die Stimmen seiner Leute wird er wohl bei der kommenden Wahl benötigen.

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Vieles 18.03.2008, 16:36
3127. Völlig neben der Realität

Zitat von chirin
Auf der anderen Seite können natürlich wieder 40 - 42 Stunden wöchentlich gearbeitet werden. Bei genug Zeit wird die Arbeit auch ordentlicher!
@chirin, Sie vergessen, daß die Produktivität gewaltig steigt und gestiegen ist. Mit Verlängerung produzieren Sie nur noch mehr Arbeitslose.

Die Kaufkraft wird heute von zwei Seiten eingeengt - diejenigen, die ausreichend Einkommen haben sparen viel und kaufen nicht so viel, wie sie könnten und die anderen können nicht so viel kaufen, wie sie brauchen.

Die Gesundung erfordert also Arbeitszeitverkürzung, damit der bei der Arbeitszeitverkürzung steigende Bedarf produziert wird. Dabei bleiben Nettolohn und Preise weitgehend konstant.

Mit freundlichen Grüßen
Vieles

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Gast100100 18.03.2008, 17:49
3128.

Zitat von Vieles
Die Gesundung erfordert also Arbeitszeitverkürzung, damit der bei der Arbeitszeitverkürzung steigende Bedarf produziert wird. Dabei bleiben Nettolohn und Preise weitgehend konstant. Mit freundlichen Grüßen Vieles
Dann müssten wir bei einer Null-Stunden-Woche Vollbeschäftigung haben, konsequent zu Ende gedacht.

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dieterschg 18.03.2008, 19:16
3129.

Zitat von filou11
Ich bereise derzeit einige Länder Asien. Dabei ist mir aufgefallen, dass sehr viele japanische Rentner in Thailand und Malaysia leben, dass es dort sogar Altersheime für die gibt. Die japanische Regierung fördert das sogar. Der Grund liegt auf der Hand. Die Kosten für Pflege und Gesundheit sind ganz erheblich niedriger. So werden die Kassen in Japan weniger belastet denn die Rentner/innen sind voll abgesichert. Ich denke, dass wäre auch ein Model was Deutschland übernehmen könnte. Die Frage ist nur, ob unsere abgehobenen Politiker überhaupt so weit denken können.
Vielleicht nicht die Politiker, aber die westdeutschen Rentner schon.

Die ziehen vielfach in die neuen Bundesländer, weil dort die Lebenshaltungskosten etwas, die Miet- und Dienstleistungskosten erheblich billiger sind.

Wohnt man dann noch an der Grenze, z.B. Görlitz, dann kann man preiswert auch noch bei den Polen einkaufen.

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