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Rentenpläne: Von der Leyen will Selbständige zu Altersvorsorge zwingen
dapd

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.

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Solid 21.03.2012, 07:47
1. Reaktion auf die Grundsicherung

Im Rentenalter bekommt jeder Mensch inzwischen die Grundsicherung in Höhe der Sozialhilfe bzw. Hartz IV.

Das bedeutet, dass sich eine Altersvorsorge für Menschen mit einem Bruttoeinkommen unter 2500 € nicht lohnt. Jeder für diesen Zweck ausgegebene Euro ist vergeudet, da die selbst erworbene Rente im Alter restlos auf die staatliche Grundsicherung angerechnet wird.
Daher ist es nur logisch, dass sich gerade kleine Selbständige stumpf weigern, eine sinnlose Altersvorsorge zu bezahlen.
Wenig überraschend, dass die Ministerin diese Gruppe von Menschen, die das bisher nicht muss, nun zwingen will, ihr Geld zu vergeuden. Effektiv ist das eine gegenleistungslose Sondersteuer für kleine Selbständige, die mutmaßlich einen großen Teil dieser Selbständigen ruinieren wird.

Für die Betroffenen ist es im Regelfall klüger, ihr Geschäft aufzugeben und stattdessen Hartz IV zu beziehen, da sich mit der zusätzlichen Sondersteuer die eigene Geschäftstätigkeit erst wieder ab Bruttoeinkommen oberhalb von 4000 € brutto wieder lohnt. Für viele Imbissbudenbetreiber sind solche Einkommen völlig unerreichbar.

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diedahinten 21.03.2012, 07:48
2.

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
Der war gut! Danke Frau vd Leyen für diesen herzhaften Lacher am Morgen. Verpflichtend in die gesetzliche Rente - um Altersarmut einzugrenzen - einfach zu köstlich. Ob mit gesetzlicher Rente oder ohne Absicherung - für die meisten Rentner endet das sowieso mit Sozialhilfe, weil die gesetzliche Rente im Normalfall nicht mal annähernd ausreicht. Zudem sorgen Freiberufler idR sowieso schon privat vor. Was ausser Steuergeldverschwendung will die gute Frau eigentlich erreichen? Wer soll das kontrollieren? Weiss die überhaupt was sie tut? Oder besser gesagt tun soll?

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chagall1985 21.03.2012, 07:48
3. Wir haben ne Spitzen Lobby

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
Der ganze Sinn der Altersvorsorge auf Basis Lebenslanger Renten und Beteiligung an den Überschüssen der Versicherungen steht angesichts der mageren Zinsen auf dem Prüfstand. Wir haben heute schon eine ganze Generation die nur noch die Garantiezinsen bekommen.

Aber heiti tei da kommt die Politik und zwingt die Leute in diese Absicherungsform. Denn mal ehrlich! Schlechter als die gesetzliche Rente kann die Privatwirtschaft gar nicht sein ohne mit dem Rest von Gesetz gegen Wucher in Konflikt zu geraten. grins

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grana 21.03.2012, 07:48
4. Selbständige...

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
sollen in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
Das wär eine Meldung.

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larry_lustig 21.03.2012, 07:53
5. Toller Vorschlag

Dann sollen bitte auch alle MdL, MdB, MdE dazu verpflichtet werden in die Rentenversicherung einzuzahlen und nicht einen Versorgungsanspruch in unverschämter Höhe an den Staat oder das Land zu haben.

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beobachter999 21.03.2012, 07:59
6. .

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
Eine Luftnummer die Viele engültig in die Armut treibt. Eine Menge "Selbstständige" werden in diesselbe gezwungen und machen die gleiche Arbeit wie normal Beschäftigte. Wenn sie Glück haben zum gleichen Geld. Selbst dann sind die Mindesbeträge von gesetzlicher Kranken- und Rentenversicherung so hoch das dann halt sofortige Armut kommt.

Man tut ja gerade so als ob jeder Selbstsändige ein Großverdiender wäre und aus Jux und Dollerei auf die Altersarmut hinarbeiten würde.

Bitte schauen sie doch mal nach was für den Selbstständigen die entsprechende Versicherung kostet. Und dann denken sie bitte daran wenn sie das nächste Mal einen Rentner oder Studenten (mit entsprechender Versorgung über Steuer- und Beitragszahler) beschäftigen weil er billiger ist.

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Bono Beau 21.03.2012, 08:00
7. Ab 8 Euro kann das kein Problem sein

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
Ich weiss ja nicht, Frau von der Leyarbeit, ob Sie's schon wußten: es gibt eine hohe Zahl sog. Selbstständiger, die für 7,50 Euro bis 9 Euro z.B. in Callcentern knechten, aber auch in der Werbung, Journalismus etc. Warum? Weil sie's müssen. Die verdienen zwar über 400 Euro, aber wovon sollten die bitte 400, 500 Euro zahlen?

Wir brauchen: Mindestlohn, Bürgerversicherung und Grundeinkommen. Ausserhalb dieser "Sozial-Troika" bekommen wir den Wildwuchs asozialer Geschäftemacherei nicht in den Griff.

Verschlimmbesserungen Leyarbeitscher Art - weil: schlimmer geht immer!

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MtSchiara 21.03.2012, 08:07
8. System ist weiterhin unnötig kompliziert und ungerecht - eben typisch deutsch

Daß einige Berüfstätige sich frei zwischen verschiedenen Versicherungsformen entscheiden können, andere aber nicht, und zwar abhängig vom Beruf und vom erzielten Jahresgehalt, ist ungerecht, bürokratischer Unsinn und übelste Klientelpolitik. Wieder einmal könnte Deutschland seinen Blick gen Schweiz wenden, um zu lernen, wie man es besser machen könnte, wenn man denn am Wohle der Bevölkerung und nicht nur einer bestimmten Klientel interessiert ist. In der Schweiz besteht Versicherungspflicht für alle in der staatlichen Versichung, die Auszahlungen sind allerdings gedeckelt.

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j.anus 21.03.2012, 08:10
9. Können

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nimmt die Selbständigen in die Pflicht, sie sollen künftig in Eigenregie für das Alter sparen. Freiberufler dürfen sich zwar für eine Vorsorgeform entscheiden, im Zweifelsfall sollen sie aber in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden.
vor Lachen!

Selbstständige, und ich rede hier nicht von denjenigen, die mit einem geleasten 911er durch die Gegend kutschieren und auf dicke Hose machen, kämpfen beinahe täglich gegen Behörden, verwehrte Kreditanträge und ums Überleben.
Vorsorgen, und wie es sich V.d. Laien vorstellt, im ganz großen Stil, ist für diese Gruppe beinahe ebenso schwierig, wie für Aufstocker und Niedriglöhner.
Läßt sich aber leicht fordern. Besonders dann, wenn man ohne Zutun überversorgt dasteht und noch nie ernsthaft gearbeitet hat. Gell, Frau von der Leyen!

Sagen wir doch wie es ist.
Die funktionierende Rentenversicherung wurde seit Schröder systematisch sturmreif geschossen und nun wird eben alles versucht, diesen gemeuchelten Patienten noch irgendwie am Leben zu erhalten.
Da ist jeder Euro, für den Einzahler noch so nutzloser, willkommen.

Hätten sich Leute wie Riester, Schröder, Wulff,... nicht von Typen wie Maschmeyer schmieren lassen, um die "risikolose" private Vorsorge (?)durchzuprügeln, würden man sich nicht in diesen Schwulitäten befinden

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