Forum: Wirtschaft
Rentenreform: Gesetzeslücke erlaubt Berufsausstieg mit 61
DPA

Das Gesetz zur Rente mit 63 ist nicht nur heftig umstritten, es enthält auch handwerkliche Fehler. Eine Lücke ermöglicht, bereits mit 61 Jahren aus dem Vollzeit-Beruf auszusteigen, ohne später Abschläge befürchten zu müssen.

Seite 20 von 20
pittiken 01.07.2014, 10:16
190.

Zitat von Berg
Uff. Jetzt haben Sie mir aber zweimal gehörig die Leviten gelesen. Und ich habe also nicht Recht. Naja, ich werde es verkraften. Sie sehen alles aus Ihrer Perspektive, ich aus meinem Blickwinkel. Eigentlich wollte ich mich nicht weiter ausbreiten damit, aber auf Ihre ausführlichen Darstellungen zu schweigen, wäre wohl unhöflich. Ob nun "erdulden" oder "leisten können" - diese Aufstockungen sind nunmal eingeführt, um Rentnern mit niedrigen gesetzlichen Renten zu helfen. Das ist kein "profitieren", sondern eine einfache staatliche Hilfe, auf die jeder Bedürftige Anrecht hat, dem Rentenpunkte fehlen. Und wenn Sie die Bezugsdauer einfach so mit erdachten "in der Regel"-Fällen wegwischen: der Fakt bleibt: wer eher in Rente geht, bezieht früher Rente, also schon in der Zeit vor dem regelgerechten Eintrittsalter, also "in der Regel" ein paar Jahre mehr. (Is eine andere "Regel"). Und um damit die Rentenkasse nicht vollständig zu belasten, gibts ein paar Euro weniger. Rente mit 61 ist famos! Und auf diese sog. Armut (Einkommen, berechnet in Prozent von einem Durchschnittswert) bin ich allergisch. Das ist "arm" gerechnet - muss aber die Gesamtlebenssituation gar nicht widerspiegeln, wo durchaus aus anderen Quellen Vermögenswerte entstehen. - Und wer wirklich arm dran ist, für den sind alle sozialen Netze aufgespannt - ja, bis hin zu Tafeln und Kleiderkammern - vernünftige Einrichtungen zur Verwertung der Überschussproduktion unserer Überflussgesellschaft.
Herr Berg, Sie mögen es ja schick finden und sich vielleicht für clever halten, um bei der Tafel seinen Einkauf zu tätigen und gleich in der Kleiderkammer seine Plünnen rauszusuchen.

Ich finde, es ist eine Ernierung jeden Bürgers in unserem relativ wohlhabenden Land zur Tafel und zur Kleiderkammer gehen zu müssen, obwohl man sein Leben lang gearbeitet hat, aber leider zu einem Lohn, der halt keine üppige Rente hergibt.

Sie als ostdeutscher Renter haben eine politisch erhöhte Rente erhalten, weil die damaliger politischen Entscheidungsträger Ihnen den Gang zum Sozialamt ersparen wollten. Also finden es bitte nicht schick, wenn andere den Gang machen müssen, nur weil ein paar Jahre die SPD und die Grünen das so wollten.

Beitrag melden
Berg 01.07.2014, 11:21
191.

Zitat von pittiken
Herr Berg, Sie mögen es ja schick finden und sich vielleicht für clever halten, um bei der Tafel seinen Einkauf zu tätigen und gleich in der Kleiderkammer seine Plünnen rauszusuchen. Ich finde, es ist eine Ernierung jeden Bürgers in unserem relativ wohlhabenden Land zur Tafel und zur Kleiderkammer gehen zu müssen, obwohl man sein Leben lang .....
Meinen Sie, hier dürfen nur verarmte Rentner/innen, Geringverdiener, Hartz4ler und deren Vertreter schreiben? Es schreiben eben auch diejenigen, die Kleidung in die Kleiderkammern bringen, ganze Nachlässe! - Nein, warum reden Sie "jedem Bürger Erniedrigung" ein? Damit stellen Sie alles auf den Kopf! Aus dem Überfluss kommt man nicht anders anständig heraus, als dass die Freitagsreste vom Bäcker oder aus der Gemüseabteilung noch verteilt werden. Daran ist nichts "Erniedrigendes"! Der Staat, die Kommune, diverse Hilfsorganisationen sind dafür da, aus dem Überschuss noch Bedarf abzudecken. Das ist ein fester Bestandteil dieses "wohlhabenden Landes". Das hat mit SPD und Grünen gar nichts zu tun! Ihre Gedankensprünge sind daneben.

Und im Osten sind genug Leute aufs Sozialamt und Arbeitsamt gegangen! Und in die Gebrauchtwarenhäuser, Secondhandläden, Kleiderausgabestellen, Tafeln usw. Das ist überhaupt nicht "schick"! Wie kommen Sie denn darau? Aber zwischen "schick" und "erniedrigend" gibt es noch den ganz normalen einfachen Sachverhalt, dass Bedürftigen geholfen wird.

Oder meinen Sie, es dürfte überhaupt keine Bedürftigen geben? ALLE müssten über dem Durchschnitt leben?? :-)V

Beitrag melden
karl-felix 01.07.2014, 11:39
192. Also

Zitat von Berg
1) Aus dem Überfluss kommt man nicht anders anständig heraus, als dass die Freitagsreste vom Bäcker oder aus der Gemüseabteilung noch verteilt werden. Daran ist nichts "Erniedrigendes"! Der Staat, die Kommune, diverse Hilfsorganisationen sind dafür da, aus dem Überschuss noch Bedarf abzudecken. Das ist ein fester Bestandteil dieses "wohlhabenden Landes". 2)Oder meinen Sie, es dürfte überhaupt keine Bedürftigen geben? ALLE müssten über dem Durchschnitt leben?? :-)V
1) Eine ulkige Beschreibung der Nationalokönomie und der Aufgaben der Komme und des Staates. Wir haben das früher vernünftiger geregelt. Da gabe es das Brot vom Vortag, die Brötchen fürs Paniermehl, die Frikadellen und die Semmelknödel zum halben Preis.
Es ist nicht Aufgabe des Staates, aus Überproduktion Bedarf abzudecken.
2) Ja, genau das meine ich müsste Ziel jeder Nationalökonomie sein.
Denn genau das hebt den Wohlstand der Nationen. Das Streben über den heutigen Durchschnitt. Ludwig Erhardt formulierte es anders, treffender als Sie : Wohlstand für alle.

Beitrag melden
Berg 01.07.2014, 13:14
193.

Zitat von karl-felix
1) Eine ulkige Beschreibung der Nationalokönomie und der Aufgaben der Komme und des Staates. Wir haben das früher vernünftiger geregelt. Da gabe es das Brot vom Vortag, die Brötchen fürs Paniermehl, die Frikadellen und die Semmelknödel zum halben Preis. Es ist nicht Aufgabe des Staates, aus Überproduktion Bedarf abzudecken. 2) Ja, genau das meine ich müsste Ziel jeder Nationalökonomie sein. Denn genau das hebt den Wohlstand der Nationen. Das Streben über den heutigen Durchschnitt. Ludwig Erhardt formulierte es anders, treffender als Sie : Wohlstand für alle.
zu 1. Soviel Paniermehl wird gar nicht benötigt. Darum bleibt dann Paniermehl übrig.... :-)

zu 2. Erhards "Wohlstand für alle" war eine Losung. Wahrscheinlich hatte ihm nie jemand eine sog. Armutsgrenze vordefiniert. In den Augen anderer Länder ist in D "Wohlstand für alle"längst erreicht.

Und: dass alle über dem Durchschnitt leben, geht gar nicht. Das hat der Durschschnitt so an sich. Es sei denn man meint den Weltdurchschnitt.

Beitrag melden
karl-felix 01.07.2014, 14:28
194. Wer

Zitat von Berg
Und: dass alle über dem Durchschnitt leben, geht gar nicht. Das hat der Durschschnitt so an sich. Es sei denn man meint den Weltdurchschnitt.
lesen kann, hat Vorteile. Es geht um den heutigen Durchschnitt, nicht den der Welt. Und das war das zentrale Versprechen des " Wohlstands für alle " : Euren Kindern soll es besser gehen als Euch.

Und der heutige Durchschnitt ist deutlich über dem des damaligen. Nur durch die radikalen sozialen Kürzungen der rot-grünen Regierung ist diese Zukunftsperspektive für die meisten, insbesondere den unteren Mittelstand und das Bildungsbürgertum und das Prekariat gekappt worden. " Die Wohlstandslüge" nennt es der Spiegel und titelt: Bitte unten bleiben.
Und so löst sich das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft- jeder kann durch seine Leistung, Fleiss und Können aufsteigen - auf zugunsten des frühkapitalistischen fatalistischen Spruches: Wer nichts erheirat, nichts ererbt- bleibt ein armer Hund bis dass er sterbt.
Und das empfinden eben mit Ihnen viele Mitbürger als gerecht und
beklatschen jede soziale Kürzung und diskreditieren jeden sozialen Fortschritt und sei er noch so klein wie die Mütterrente oder die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren.

Beitrag melden
Seite 20 von 20
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!