Forum: Wirtschaft
Rettungsschirm: Deutschland macht 2,9 Milliarden Euro Gewinn mit Griechenland-Hilfe
AFP

Deutschland gilt als Zahlmeister Europas. An der Rettung Griechenlands hat die Bundesrepublik allerdings ganz gut verdient. Die Grünen fordern Konsequenzen.

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moritz27 21.06.2018, 07:41
1. Wenn ein Schuldner bei einem Gläubiger

die Zinsen zahlt, steht der Gewinn des Geldgebers erst nach kompletter Rückzahlung der Schulden fest. Natürlich machen es Staaten anders. Die lassen sich von ihren Bürgern oder - wenn die so gar kein Vertrauen auf eine Rückzahlung mehr haben - von ausländischen Bürgern, Banken, Versicherungen usw. einfach neues Geld geben, um zumindest immer die Zinsen zahlen zu können. Woanders nennt man sowas Schneeballsystem. Nachdem es für den Kauf von klammen europäischen Staatsanleihen eine unbegrenzte Deckungszusage der Europäischen Zentralbank gibt, ist das für Geldgeber und Kreidtnehmer zur Zeit risikolos. In wieweit das System nicht nur Griechenland, sondern eventuell auch Italien aushält werden die nächnsten Jahre zeigen.

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Metin 21.06.2018, 07:42
2. Grüne Haushaltsexperten

Der Grünen-Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler forderte wegen der Gewinne Schuldenerleichterungen für Athen. "Entgegen allen rechten Mythen hat Deutschland massiv von der Krise in Griechenland profitiert"
Wenn ich auf einem Sparbuch Geld habe, und dafür Zinsen erhalte, kann ich hinterher das Geld vom Sparbuch abheben, es ist nach wie vor vorhanden.
Bekommen wir die Kreditbeträge von Griechenland jemals wieder?

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Flachlandprophet 21.06.2018, 07:44
3. Milchmädchenrechnung?

Ob diese Zahlen so stimmen, das sei dahingestellt - ich gehe mal aber von einer guten Recherche aus und nehme sie als wahr an. Dennoch sage ich; wenn es um Fragen von/nach Schuld und Gerechtigkeit geht, darf es nicht nur rein monetäre Antworten geben. Ich kenne kein Gesetz...das sagt...Deutschland müsse aus solchen Konflikten immer mit einem Minus herausgehen. Ein "grüner" Kommentar, der nur die Meinung der Grünen hierzu zitiert...der ist doch alles andere als ausgewogen und reflektiert.

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martin.birk 21.06.2018, 07:47
4. Was ist mit den erlassenen Schulden? Nicht objektiv dieser Artikel.

Man sollte vielleicht weniger einseitig berichten und auch die Milliarden an Schulden erwähnen, die erlassen wurden.

Dann macht Deutschland ziemliche Verluste.

Guter Journalismus sollte das ganze Bild zeigen und nicht wichtige Punkte einfach ausblenden, um ein politisches genehmes Bild zu zeichnen.

Objektiv ist dieser Artikel nicht.

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Bundesbanker 21.06.2018, 07:54
5. Man soll den Tag

nicht vor dem Abend loben: Ich verstehe die Eile der Grünen nicht, eventuelle Zinsgewinne jetzt schnell an die Griechen auszuzahlen. Schließlich trägt Deutschland das Kreditausfallrisiko und es steht in den Sternen, ob und wann D jemals wieder eine Tilgung erhält. Die erhaltenen Zinsen stellen somit einen vollkommen legitimen Ausgleich für das eingegangene Risiko und den Konsumverzicht Deutschlands dar. Es wird Zeit, dass wir endlich wieder auch an uns selbst denken und nicht als der Wohltäter Europas und der ganzen Welt an unserem Großmut zugrunde gehen.

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trueffelschwein 21.06.2018, 07:56
6. Verfrüht

Nach meinem Verständnis kann wohl erst dann von „Gewinn“ gesprochen werden, wenn bei den vorübergehenden Zinserträgen irgendwann auch noch der dafür ausgereichte Kredit (in Gestalt der Anleihen) zurückfließt. Letzteres glaubt ja wohl niemand ernsthaft. Also reduziert der Zins nur geringfügig den zu erwartenden Kreditausfall. Das sollte man sinnvollerweise auch so darstellen.

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wiwicantab 21.06.2018, 08:03
7. Kein ökonomischer Sachverstand mehr?

Erstens kann man den Ertrag aus einem Darlehen erst beurteilen, wenn es zurückgezahlt wurde — oder auch nicht. Da tut eine laufende Zinszahlung rein gar nichts zur Sache. Zweitens kann selbst bei einer vollständigen Rückzahlung von „Gewinn“ keine Rede sein. Nach Inflation wird das ein Verlustgeschäft sein, ganz davon zu schweigen, welchen Gewinn man sonst hätte erzielen können, z. B. mit Investitionen in die deutsche Infrastruktur.

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rieberger 21.06.2018, 08:04
8. Schande, Schland!

Es gibt Bereiche, da bin ich sehr wertkonservativ. Einer dieser Bereiche ist Hilfe im Allgemeinen. Wenn ich helfe, dann in einer Notlage ohne Hintergedanken, für mich Vorteile daraus zu ziehen. Das wäre mir peinlich. Andererseits kann es auch durchaus einmal passieren, dass ich auf Hilfe angewiesen bin und würde dann selbstlose Hilfe gerne annehmen.
Für meine Regierung schäme ich mich (wieder einmal), dass sie aus der Not und dem Elend der griechischen EU-Mitbürger einen Gewinn erzielt. Dieser Gewinn gehört für mich moralisch Griechenland.
Offensichtlich basiert das schlechte Image, das wir teilweise in Griechenland haben, auf handfesten Tatsachen, die Deutschland als Leichenfledderer darstellen.

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jownes 21.06.2018, 08:05
9. inflation

nicht nur wurden die Zinsen bereits gestutzt (entspricht Schuldenschnitt zulasten Deutschlands), auch sind die 2,3 mrd kein reingewinn, da wie andere bereits angemerkt haben die nötigen Abschreibungen gegengerechnet werden müssen
auch darf die inflationsrate nicht vergessen werden, die den Gewinn auch schmälert (bsp 2% Zinsen bringen auch nix wenn Inflation bei oder sogar über diesem Prozentsatz liegt --> Gewinn = (Verzinsung-Inflation)^x (x Anzahl Jahre). auch wenn die Inflation niedrig war, sie war NICHT null

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