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Revolution auf dem Energiemarkt: Diese Mühle erzeugt 100.000 Kilowattstunden Strom
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In Niemandsland zwischen Hamburg und Bremen steht eine alte Mühle. Seit Anfang Juni ist sie Teil eines Masterplans für eine komplett neue Stromversorgung.

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unpolit 22.06.2018, 08:07
1. Großes Potential

Es ist mir unklar, warum hier in Baden Württemberg, gerade unter einer Grün-Schwarzen Landesregierung, Wasserrechte alter Mühlen systematisch außer Kraft gesetzt werden. Enorme Hürden, um alte Anlagen, oft stillgelegt, zu modernisieren.
Wasserkraft, auch dezentral, ist ein Beitrag zur wichtigen Grundversorgung. Denn die Mühlräder drehen sich immer, egal ob Wind oder Sonne.
Hier scheint es immer noch eine enge Verquickung von ehemals staatlichen Versorgern und Politik zu geben.

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Circular 22.06.2018, 08:08
2. Sollte man den Beitrag nicht besser als "Anzeige" kennzeichen?

Die Idee von Enyway ist nicht schlecht, aber die Darstellung ist doch sehr geschönt. Die Kunden der Mühle bekommen von dort nur Strom, wenn die Mühle arbeitet. Und das Ganze funktioniert nur, solange jemand das Netz betreibt und dafür bezahlt wird.

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thomas_finkbeiner 22.06.2018, 08:15
3. Wasserkraft...

.... ist KEINE grüne Energie!!
Wasserkraft zerstört Lebensräume, macht Fließgewässer unpassierbar, tötet und schreddert Millionen auch höchst gefährdeter Fische (Aale, Lachse, Meerforellen, Maifisch etc.) ..

Während teilweise gut konzipierte Fischaufstiege noch eine gewisse Wirkung haben, sieht es bei Abstiegen schon ganz anders aus, sofern überhaupt welche vorhanden sind, sind sie fast überall wirkungslos.

Gefährdete Lebensräume für Störe, Huchen etc. werden durch Wasserkraft nachhaltig zerstört.

In Sachsen soll ein guter Teil (20 - 30 % ) der hier beschriebenen Kleinanlagen sogar illegal (ohne gültige Erlaubnis) betreiben werden - ein Ansatzpunkt für eine Redaktion zum nachhaken.

Wasserkraft bringt praktisch mengenmäßig kaum etwas in den Energiemix ein, richtet aber ökologisch Riesenschäden an.

Für mich nicht nachvollziehbar, dass hier nicht vorehr umfassend recherchiert wurde und ausgerechnet Lebensraumgefährdende und Tierschreddernde Wasserkraft als ökologisch dargestellt wird..

Hier wird massiv die europäische Wasserrahmenrichtlinie missachtet zum durchgängig machen von Flüssen etc..

Wie so oft in D ist man auf dem grünen Auge blind für die Verwüstungen, welche diese "grüne Energie" anrichtet, sobald nur einer mal den Button" öko" auf so eine absolut schädliche Energieform gedrückt hat.

Dass da nicht besser recherchiert wird, macht mich traurig.

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Leser161 22.06.2018, 08:15
4. Schwierig

Einerseits finde ich das cool Probleme innovativ zu lösen zum Beispiel indem so eine alte Mühle wieder anwirft. Anderseits klingt im Artikel an das Strom zum Lifestyleprodukt werden soll.

Erstmal nichts gegen Lifestyleprodukte, auch ich kaufe welche, aber man wird grundlegende Probleme wie die Versorgung der Massen nicht durch Lifestyleprodukte lösen können.

Es gibt ja Gründe warum man aus der Manufakturfertigung aufs Fliessband gegangen ist, grosse Anlagen produzieren ihre Produkte (egal ob Energie oder Schrauben) in Gänze effizienter. Effizienz ist jedoch wichtig bei der Versorgung der Massen.

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chinawoman 22.06.2018, 08:29
5. An sich eine gute Idee

mit vielen kleinen Produzenten Strom ökologischer zu produzieren, aber was ist mit der sündhaft teuren Infrastruktur? Überland-Versorgung, Umspannwerke, Hausanschlüsse? Kann das Enyway auch? Wohl eher nicht. Dafür brauchen wir leider die Großen.

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willhelm.schmitz 22.06.2018, 08:33
6. Nun,

Zitat von unpolit
Es ist mir unklar, warum hier in Baden Württemberg, gerade unter einer Grün-Schwarzen Landesregierung, Wasserrechte alter Mühlen systematisch außer Kraft gesetzt werden.
bei nüchterner Betrachtung ist die Handlungsweise der Landesregierung recht logisch. Natürlich ist es für Idealisten schön, den Strom selbst herzustellen und ihn auch noch an andere Idealisten zu verkaufen.... Für die Politik stellt sich diese Entwicklung jedoch anders da. In dem Moment, wo den Energieversorgern die Marktmacht entrissen wird und die Kunden in Scharen davon laufen, fallen die kommunalen Haushalte wie Kartenhäuser zusammen, da in den kommunalen Haushalten die Dividendenzahlungen der EVUs als feste Einnahmequellen verbucht sind. Ausserdem gibt es dann für verdiente Parteisoldaten jeglicher Couleur keine schönen Versorgungsposten mehr. Ergo wird die Politik schon dafür sorgen, dass die Energieversorger ihr Oligopol behalten.... schon aus reinem Selbstzweck.

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jujo 22.06.2018, 08:34
7. #3

Geht es noch ein wenig polemischer? (schreddern)
Ich habe einige Jahre in der Nähe von Detmold auf dem Lande gewohnt, Anlieger eines großen Bauernhofes. Der war autark, dort wurde der Strom mit Wasserkraft erzeugt, für uns war der kein relevanter Kostenfaktor. Da wurde nichts geschreddert, Die Fischtreppe funktioniert, zu Ihrer Information, in beide (!) Richtungen.
Es gab reichlich Fisch ober und unterhalb der Anlage.
Wie wollen Sie denn Strom erzeugen oder woher beziehen?
Von Windrädern werden Vögel "geschreddert".
Ich vermute Sie beziehen ökolisch korrekten Strom aus der Steckdose, dann ist alles klar!

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Pless1 22.06.2018, 08:35
8. Klingt super, ist aber leider nicht die Lösung

Als Mitinhaber eines kleinen Windparks stehe ich solchen Ansätzen natürlich erst einmal positiv gegenüber. Das ist eine schöne Möglichkeit, solche Projekte wie die Mühle zu fördern. Die nächste Stufe der Energiewende ist das aber nicht. Denn, wie gegen Ende des Artikels auch beschrieben wird, funktioniert das nur, weil es eben auch noch Grundversorger gibt, die im Zweifel einspringen. Die nächste Stufe der Energiewende kann aber nur sein, eben diese notwendige Grundversorgung umzustellen. Dazu bedarf es aber anderer Lösungen, die es aktuell leider noch nicht gibt. Denn bislang gibt es bis auf wenige Ausnahmen nur Energiequellen, die entweder nachhaltig sind oder versorgungssicher. Ohne größere Speicherkapazität zu akzeptablen Preisen und eine intelligente Verbrauchssteuerung wird das leider nicht klappen.

Freuen wir uns über solche Initiativen! Aber überfrachten wir sie bitte nicht mit Erwartungen, die sie nicht erfüllen können.

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Lamboing 22.06.2018, 08:35
9. zu Beitrag #3

Die gemachten Einwände sind durchaus nachvollziehbar. Ich denke aber dass in Abstimmung mit Spezialisten da durchaus Abhilfe geschaffen werden kann (als Nicht-Experte frage ich: gehen nicht z.B Netze vor dem Mühlrad damit Fische nicht ins Rad geraten?).
Andererseits finde ich Wasserkraft eine sehr gute Alternative: Sie stört optisch nicht; auch Talsperren nicht; Mühlen sind traditionell gut angenommen; ihr Bau erfordert nicht enormen Materialaufwand wie bei Windrädern. Überhaupt verstehe ich das mit der Windenergie nicht. Teuer und nicht umweltfreundlich in der Herstellung verschandeln sie wenn nicht gerade Offshore komplette Landstriche, sind laut und im Ggs. zu Mühlen unzuverlässig. Wo ist eigentlich das selbstherrliche Geschrei der Grünen hier wegen optischer und materieller Umweltverschmutzung? Ganz abgesehen von den Tieren die dort ihren Lebensraum verlieren.

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