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Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber

Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

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anbue 05.02.2012, 12:30
170.

Zitat von carlo1402@yahoo.de
Man könnte auch Leiharbeit 2.0 dazu sagen...
Den (prozentual) größten Arbeitsplatzverlust wird es bei den Leiharbeitsfirmen geben. Die Industrialisierung der Leiharbeit.

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tonihormoni 05.02.2012, 12:31
171. Das haben andere auch schon gemacht

Zitat von sysop
Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.
Die Strategie funkioniert, solange es ein hinreichendes Angebot an Spezialisten gibt. Werden die Spezialisten knapp, dann ist wird die Strategie riskant.

In Teilbereichen haben das deutshe Firmen in der Vergangenheit auch schon so gemacht. Geht die Konjuunktur in den Keller, dann kann man Arbeitsplätze abbauen, ergo werden Spareffekte erzielt. Die in oder andere Firma hat dann aber rasch feststellen müssen, daß kein internes Knowow mehr da war, weil dieses auch fremd eingekauft ("outgesourct" worden) war.

Ich zweifele auch daran, ob sich IBM mit dieser Strategie auf Dauer ein eigenständiges Profil bewahren kann.
Nun gut, das andere Extrem haben wir bei Siemens gesehen, die sind mir ihrem Rezept in der IT ebf. gescheitert.

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prefec2 05.02.2012, 12:37
172. Genialer Plan

Zitat von sysop
Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.
Das wird seht lustig wenn es um IT-Projekte geht. Ist ein Projekt abgeschlossen ist meist schon die nächste Adaption zu planen. Unternehmen entwickeln sich schließlich weiter und ihre Prozesse bedürfen öfters der Anpassung. Da ist es besonders schlau wenn am Ende eines Projekts das ganze Wissen sich wieder in der Welt verstreut. Auch wenn gute Dokumentation vorliegt (was ich noch nirgends gesehen habe), so müssen neue Entwickler erst die alte sich erarbeiten. Das sind doch auch Kosten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich gut funktioniert,

Davon abgesehen ist diese Vorgehenweise mal wieder total menschenfeindlich. Denn nicht nur werden die Projektbeteiligten dadurch weniger Geld verdienen. Nein sie werden auch unsichere Lebensumstände haben. Natürlich sind auch andere Jobs nicht sicher. aber wenn ich weiß, dass nach 3 Jahren wieder Schluss ist, werde ich nicht anfangen eine Familie zu gründen oder sonst groß Strukturen aufzubauen. Deshalb sind solche Konstrukte für qualifizierte Arbeitnehmer nicht attraktiv. Es gibt besseres.

BTW: Die größten Sparpotentiale in IT-Projekten lassen sich im Projektmanagement finden. Da gibt es einfach noch viel Potential. Da muss niemand weniger Gehalt bekommen.

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lezel 05.02.2012, 12:41
173. Boykott!

Zitat von PublicTender
Boykottiert solche Firmen! IBM und Nokia auf rote Listen!
Was sollte mich motivieren, IBM und Nokia zu boykottieren?

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DocMoriarty 05.02.2012, 12:41
174.

Zitat von sysop
Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.
Das Schlüsselwort sind die internationalen Arbeitsverträge hier. Da kann IBM dann Niedriglöhner aus Schwellenländern gegen nationale Arbeitnehmer ausspielen. Nur ein weiterer Versuch die Löhne und Wohlstandsverteilung noch weiter massiv zu drücken. Und sie werden damit Erfolg haben, wenn nicht die Politik selbst entsprechende Regulierungen einführt, wovon nicht auszugehen ist.

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stauchert 05.02.2012, 12:41
175.

Zitat von Phoenix2006
Ich habe mal eine wissenschaftliche Frage (Fachgebiet Soziologie, Arbeitswissenschaft) Wie passen ddas Arbeitsmodell "Tagelöhner" und Technologieunternehmen zusammen!?
Vielleicht beantwortet das Ihre Frage:
Die Stundensätzen für halbwegs brauchbare IT-Freelancer fangen im Projektgeschäft bei 80€ an.

Und wenn man den Begriff "Tagelöhner" wirklich wörtlich nimmt:
Im Projektgeschäft findet die Personalplanung üblicherweise pro Projektphase statt. Die Laufzeit einer Projektphase hängt vom Gesamtumfang eines Projekts ab und beträgt häufig 3 oder mehr Monaten und seltener (bei Miniprojekten, dann reden wir aber mit Sicherheit nicht mehr von IBM) ab 1 Monat.

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mucsepp 05.02.2012, 12:43
176. Welche Spezialisten bei IBM ?

Zitat von darksheer09
IBM wird durch dieses innovative Modell noch mehr Kundenzuspruch bekommen, denn es wird keine 55-jaehrige Oma an der Kasse abgeloest, sondern der heute im Konzern beschaeftigte IT-Spezialist zu 80.000 Euro Festgehalt bzw. 120 Tausend Euro Vollkosten Gehalt und 250-360 Tausend Euro Kosten netto fuer den Kunden.
Ehem welche Spezialisten ? Vor allem in den Bereichen wo der Kozern noch seeeeeehr viel Geld verdient ?
Die technischen Know-How Träger sind doch bereits in den letzten Jahren zu IBM Geschäftspartnern abgewandert.

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blowup 05.02.2012, 12:45
177. ach was

Zitat von dummerjunge
IBM dürfte dann künftig das erste Unternehmen sein, welches über den "eklatanten Fachkräftemangel" jammert...
Das sind doch ohnehin nur alles Moden. Das sind Zyklen, die wellenförmig aufeinander folgen. Erst wird alles ingesourct, dann wird outsourcing IN. Eine Zeitlang setzen alle auf Diverzifizierung, dann beschränkt man sich wieder auf Kernkompetenzen etc.

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rosenvater 05.02.2012, 12:47
178. Ach was, 20+

Zitat von darksheer09
mit einer Einschraenkung: die Inflexibilitaet des normalen Mitarbeiters beginnt schon ab 40+ und in bestimmten Branchen und Unternehmensbereichen ist sie bereits von Beginn an in der Persoenlichkeitsstruktur des gewoehnlichen Mitarbeiters verankert. IBM hat hinsichtlich der zukuenftigen Zusammenarbeit von grossen IT-Dienstleistern und Konzernkunden, die nunmal die Hauptauftraggeber sind, alles richtig gemacht. Es geht hier nicht um Billigloehner und die Auslagerung von 5,50 Euro Jobs, sondern um die Gestaltung einer Arbeitswelt, in der sich international taetige Spezialisten zu Projekten vernetzen. Das ist in der Tat nichts neues, denn diese grundsatzeliche Idee ist seit Beginn der technischen Moeglichkeiten des Internets immer wieder aufkommend diskutiert und besprochen worden. Das es jetzt real wird, kann hoechstens denjenigen verschrecken, der die letzten 15 Jahre blind und taub an seinem Schreibtisch verbracht hat. IBM wird durch dieses innovative Modell noch mehr Kundenzuspruch bekommen, denn es wird keine 55-jaehrige Oma an der Kasse abgeloest, sondern der heute im Konzern beschaeftigte IT-Spezialist zu 80.000 Euro Festgehalt bzw. 120 Tausend Euro Vollkosten Gehalt und 250-360 Tausend Euro Kosten netto fuer den Kunden. Bei diesen Kosten kann der Kunde aber verlangen, stets das beste zu bekommen. So wird es in Zukunft IBMs Aufgabe sein, diese besten Leute zu finden und zum Kunden zu fuehren, denn IBM wird von uns nicht dafuer bezahlt, ein guter Arbeitgeber zu sein, der mit der Attraktivitaet unserer projekte fuer sich gute Arbeitskraefte anwirbt, sondern er soll die besten Skills an den Kunden vermitteln. Diese Skills zu kennen, zu beschaffen und zu mobilisieren ist der Mehrwert von IBM und nicht seine Pensionsplaene fuer die Mitarbeiter.
Die von Ihn genannte Inflexibilitaet des normalen Mitarbeiters beginnt schon ab Berufseinstieg+. Wie Sie selbst sagen, liegt dies " in der Persoenlichkeitsstruktur des gewoehnlichen Mitarbeiters verankert". Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass das Modell Schule macht. Was habe ich von einem externen Dienstleister, der nicht immer sicherstellen kann, dass das von mir benötigte Know How in seinem Unternehmen verbleibt und somit für mich immer abrufbar ist? Dann kann ich auch gleich selber Freelancer anheuern und mir die Durchlauferhitzerkosten sparen.

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mucsepp 05.02.2012, 12:48
179. Sie bringen

Zitat von #42#
Das ist nichts Neues. Einfach ein Rückfall in die Zeiten vor jeglichem Arbeitnehmerschutz. Keine Beteiligung an Sozialversicherungen, keine Kündigungsfrist, usw. Kurz gesagt Tagelöhner. Sklaven, für deren Unterhalt noch nicht mal gesorgt werden muss.
es auf den Punkt. Genau das, zur Gewinnmaximierung. Koste was es wolle.

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