Forum: Wirtschaft
Riester-Rente: So wertvoll wie ein Sparstrumpf

Millionen Deutsche vertrauen der Riester-Rente. Doch*zehn Jahre nach Einführung der staatlichen Altersvorsorge*fällt eine Bilanz der Friedrich-Ebert-Stiftung und des DIW nach SPIEGEL-Informationen ernüchternd aus: Die Renditen vieler Produkte sind eher dürftig.

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heikoeh 20.11.2011, 17:20
130. Rister, Rürup und Co durchrechnen ....

Zitat von chagall1985
..... Jeder ledige gut verdienende der nicht Riesters hat Riester schlicht nicht verstanden. Und jede mittelmässig verdienende Mutter von mehr als 1 Kind erst recht nicht. Eine bessere Rendite als mit Riester ist zur Zeit nur mit der Betrieblichen Altersvorsorge zu erzielen. Und das rechne ich auch jedem gerne vor!
Habe meine Riester, Rürup und Direktversicherungen letzte Woche nachgerechnet: --> alles Katastrophal und Beitragsfrei gestellt

Rürup: Garantie-Rente ist erst mit 98 aufgebraucht -> ca. 68% des angesparten Kapitals wäre bei Todesfall mit 80 Jahren noch verloren (im Alter von 90 Jahren noch 36%). (KV und PV werden von der monatlichen Rente dann auch noch zusätzlich abgezogen, was aktuell nicht fällig ist --> dann evt. ca. 20%)

Die Direktversicherungen waren noch das Beste. Die Rendite vor KV und PV war noch bei 3,25%. Dies hat sich nach KV und PV auf 1,25% reduziert.

(Die evt. Steuerersparnisse werden im Normalfall durch die nachgelagerte Besteuerung eliminiert bzw. übertroffen)

Übrigens ledige gutverdienende Mitbürger tun sich schwer im Alter(so ab 80 bis 100 Jahre Alter) noch Kindergeldfähige Kinder oder Ehefrauen als Erben zu haben!

Fazit: alles diese Woche Beitragsfrei gestellt

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sir_henry 20.11.2011, 17:27
131. Riester-Rente = Rot-Gruene Sozialpolitik

So wie Hartz IV, die hirnrissige Zusammenlegung von Arbeitslosenversicherung, einer Versicherungsleistung finanziert durch die Beitraege von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, und staatlicher Sozialleistungen, gedacht fuer die Menschen, die aufgrund von Krankheit, Behinderung, u.ae. keinen Beitrag zur Leistungsgesellschaft erbringen koennen, ist auch die Riester-Rente ein rot-gruener Coup den Menschen auf elegante Art und Weise, schier unbemerkt, das Geld aus der Tasche zu ziehen und den Banken und der Versicherungs- wirtschaft zu einer weiteren "goldenen Nase" zu verhelfen.

Wer auf diesen rot-gruenen Schweinebratenduft herein-gefallen ist, hat einen Vertrag zum Geldverbrennen unterschrieben. In Abwandlung : "...so bin ich denn, ich armer Tor, nach Riester aermer als zuvor..."

Aehnlich ist es mit der rot-gruen initierten "Privaten Krankenversicherung", dass "dicke Ende" kommt zum Schluss und wer bis 55 Jahre den Absprung nicht geschafft hat, ist im Alter verraten und verkauft. Die "Ich-AG´s", meist die in die Jahre gekommenen Huren ohne Zuhaelter, koennen ein Lied davon lallen (singen koennen sie nicht mehr wegen fehlendem Zahersatz, den sie sich nicht mehr leisten koennen).

Aber, und das muss man betonen, es ging aeusserst demoktratisch zu. Jeder hatte die Wahl, ob er in die rot-gruene Falle tappt oder nicht!

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klaus meucht 20.11.2011, 17:27
132. Vertrauenskrise

Zitat von si_tacuisses
Wer der privaten Versicherungswirtschaft auf den Leim geht ist es selber schuld.
Ich finde Sie machen es sich zu einfach.

Fast alle seriösen Medien haben nicht nur in den Anzeigen, auch in den Kommentaren die scheinbare Notwendigkeit einer privaten Kapitalvorsorge nicht einmal hinterfragt - sondern als selbstverständlich angenommen.

Auch Politiker wie unser ehemaliger Bundeskanzler Schröder galten eigentlich als seriös. Dass Herr Schröder ohne Herrn Maschmeyer wahrscheinlich nie Kanzler geworden wäre, weil dieser seinen Wahlkampf finanzierte wusste Otto-Normalverbraucher nicht.

Kein Mensch der Welt kann Experte in allem sein. Ich weiss dass jeder Arzt, jede Autohändler, jeder Finanzexperte sich irren kann, und deshalb ist es ratsam sich eine zweite Meinung zu holen. Aber wenn ich jedem unterstelle er würde nur aus Eigenennutz agieren, muss ich meine Umwelt als extrem feindlich wahrnehmen. Ich persönlich brauche ein gewisses Grundvertrauen dass die meisten Menschen nicht nur eigennützig handeln. Ich kann nicht Experte in allem sein.

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ArnoNyhm1984 20.11.2011, 17:29
133. Einspruch

Zitat von
"Riester-Sparer werden in vielen Fällen nur so viel Rendite erzielen, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt"
Nun, der Unterschied ist der:
- Ein Privatstrumpf ist anonym
- Von der Riester-Rente weiss Papa Staat

Damit wird Oma A.Rmut, wenn sie denn mal mit 70 in Rente gehen darf, im ersteren Fall ihre Hartz IV Leistung aus dem privaten Sparstrumpf aufbessern können, während sie sich im zweiten Fall ihre Riester-Rente auf Hartz IV anrechnen lassen muss.

Dumm gelaufen..

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ichliebeeuchdochalle 20.11.2011, 17:34
134. Ergänzung

Zitat von kettensprenger
Die Bundesregierung feiert 11,33 Mio. Riestersparer, die 2008 von ihrem Ministerium 866 Mio. € staatliche Zulagen erhielten. Rechnen wir einmal nach: 866 Mio. € dividiert durch 11,33 Mio. Sparer und 12 Monate sind monatlich 6 € und 37 Cent staatliche Zulage. Auch diese Gesamtbetrachtung beweist, wie niedrig und sinnlos die Riesterrenten sind.
Ergänzung:
Im Jahr der Riesterrenteneinfühung und in jedem Folgejahr seitdem werden die staatlichen Riester-Zulagen aus neuen Schulden bezahlt. Für die 866 Mio. Euro müssen in einer volkswirtsachaftlichen Betrachtung noch die Schuldzinsen berücksichtigt werden.

Man muß das nochmal vor Augen führen: Der Staat hat das Geld für die Zulagen gar nicht. Das Geld muß er sich leihen und Zinsen und Zinseszinsen dafür zahlen. Von wem leiht er sich das Geld? Von einem Teil der Bevölkerung, nämlich den Geldanlegern. Die leihen entweder direkt (Bundeswertpapiere) oder indirekt (Kauf von Lebensversicherungen mit Sparanteil) das Geld. Sie bekommen dafür Zinsen.

Die Zinsen holt sich der Staat, indem er sowohl einem Teil der Geldanleger selber als auch den Nicht-Geldanlegern Steuern abpresst. Das führt zu einer der vielen Geld-Umverteilungen mit der Folge, daß daß Reiche immer reicher werden und Ärmere immer weiter verarmen:

Typ 1: Anleger ist selber "Riester-Sparer": Er zahlt dem Staat Steuern, damit der ihm (und anderen) die Zulagen zahlen kann. Er bekommt neben den Zinsen für seine Geldverleihe an den Staat auch einen Teil der Steuern auf diese Weise zurück (die Zulagen).

Typ 2: Anleger ist selber kein "Riester-Sparer": Er zahlt dem Staat Steuern, damit der anderen die Zulagen zahlen kann. Er bekommt "nur" die Zinsen für seine Geldverleihe an den Staat, aber nichts von den Steuern zurück.

Typ 3: Der Nicht-Anleger. Er zahlt dem Staat Steuern, damit der anderen die Zulagen zahlen kann. Er bekommt keine Zinsen (da kein Geld an den Staat verliehen) und nichts von den Steuern zurück (da kein Riester-Vertrag abgeschlossen).

Dieses System gilt übrigens für viele andere Geldanlageformen auch. Typ 3 ist das arme Schwein, daß im System jedes Jahr schneller strampeln muß, um an der gleichen Stelle zu bleiben. Wenn nicht, fällt er in die Gosse. Bildlich: Das elektrische Laufband steht am Flußufer, wo im Fluß die netten Krokos lauern.

Und damit das auch klar ist: Das kapitalistische Dreckssystem ist auf diesen Ablauf aufgebaut. Aber da man nicht unendlich schneller strampeln kann ...

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klaus meucht 20.11.2011, 17:47
135. Privat vorsorgen gerne - aber nicht mit öffentlichen Geldern

Zitat von Dok_Tor
Schade, dass Riester inzwischen nicht längst zur Pflicht für Alle geworden ist. Den Ansatz, Ansprüche auch mit Pflichten zu verknüpfen halte ich für sehr richtig.
Ja, das hätten Sie wohl gerne. Eine staatliche Verpflichtung eine private Versicherung abzuschliessen. Wie wäre es eine staatliche Verpflichtung mindestens einmal pro Monat bei McDonalds zu essen?

Wer privat sich absichern will, soll es machen - aber bitte nicht mit Hilfe von öffentlichen Geldern.

Es können nie alle gleichzeitig sparen. Es wäre derselbe Effekt wenn man alle Menschen vorschreiben würde, ein Zimmer oder Wohnung zu vermieten um im Alter ein Einkommen zu generieren. Wenn einige das machen, lohnt es sich für diese. Wenn alle so reagieren finden die Mieter keinen Vermieter und bleiben auf den Kosten sitzen.

Sparen kann man nur wenn man einen Schuldner findet, der auch in der Lage ist später seine Schulden zurückzahlen zu können. Es können nie alle gleichzeitig sparen. Deshalb ist eine Verpflichtung zum Sparen volkswirtschaftlicher Unsinn.

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ichliebeeuchdochalle 20.11.2011, 17:53
136. Ja

Zitat von citizen_kane
... an dieses Forum. Ich dachte nach jahrelanger Gehirnwäsche in Richtung "Private Vorsorge = automatisch vernünftig, staatliche Vorsorge = automatisch unvernünftig" würde ich mit meiner hohen Skepsis an der Riester-Rente alleine stehen. Anscheinend ist das nicht so. Gut, wenn die Menschen kritisch bleiben und mitdenken.
Ja, aber: Sie "reden" hier mit dem Teil der Bevölkerung, der ins Hinterzimmer einer Kneipe passt verglichen mit dem Teil der Bevölkerung, der in der Arena eines Fußballstadions steht. Die 8 Mio. Blitzbirnen, die Supertalent, Bauer-Dingsbums und ScriptedReality gucken, sind hier zum Beispiel nicht. Also so gut wie nicht. 1 oder 2 Prozent verlaufen sich auch hierhin, ist aber vernachlässigbar.

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Xiuhcoatl 20.11.2011, 18:00
137. Logik! Re: Logik?

Zitat von halteraner
Sie scheinen mir das System auch nicht verstanden zu haben.
Nein, Sie verstehen nicht.

Zitat von halteraner
Dieses beruht auf einem kontinuierlichen Bevölkerungswachstum, was nur durch eine entsprechende Zahl Kinder erreicht wird. [...]
Sie wiederholen Ihre weiter oben genannte, komplett haltlose These ...

Zitat von halteraner
Ein Fehler unseres Systems ist, dass die Rentenhöhe von der Anzahl der Arbeitsjahre abhängig gemacht wird. Diese sollte jedoch von der Anzahl der Kinder abhängig gemacht werden, da bei einem umlagefinanzierten System die Anzahl der Beitragszahler entscheidend ist und nicht die Anzahl der Jahre in denen man eine aktuelle Rentnergeneration versorgt hat.
Jetzt nochmal langsam zum Mitmeißeln:

Von Jahr zu Jahr steigen die Staatsschulden. Das heißt, der Staat gibt für einen Bürger im Mittel mehr aus, als er für/durch ihn einnimmt.

Daraus folgt: Je mehr Bürger, desto mehr Schulden, derzeit.

Daraus folgt: Wer mehr Kinder produziert, als ein anderer, produziert derzeit auch mehr Schulden, als der andere.

Darauf folgt: Viele Kinder zu kriegen ist für den Staat derzeit schädlicher, als wenige (oder keine) Kinder zu kriegen.

Ergo: Wir brauchen _weniger_ Bürger, statt mehr. (Eine Bevölkerungsdichte wie in Finnland, oder Schweden, oder Norwegen, oder Dänermark, _das_ wär's.)

Ergo: Wer wenige oder keine Kinder produziert, verhält sich staatswirtschaftlich vernünftiger, als jemand, der viele Kinder produziert.

(Vielleicht wissen die Leute das instinktiv [oder bewusst] sogar, und daher die sinkende Geburtenrate. Recht so.)

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solarfighter 20.11.2011, 18:02
138. Die Kirche im Dorf lassen

Zitat von klaus meucht
Ich finde Sie machen es sich zu einfach. Fast alle seriösen Medien haben nicht nur in den Anzeigen, auch in den Kommentaren die scheinbare Notwendigkeit einer privaten Kapitalvorsorge nicht einmal hinterfragt - sondern als selbstverständlich angenommen. Auch Politiker wie unser ehemaliger Bundeskanzler Schröder galten eigentlich als seriös. Dass Herr Schröder ohne Herrn Maschmeyer wahrscheinlich nie Kanzler geworden wäre, weil dieser seinen Wahlkampf finanzierte wusste Otto-Normalverbraucher nicht.
Wir haben eine negative demographische Entwicklung. Also die gesetzliche Rentenversicherung ist in ihrer jetzigen Form nicht geeignet, die Renten der heutigen Beitragszahler sicherzustellen. Es war daher nur konsequent den Beitragszahlern einen immer höheren Anteil einer Kapital-finanzierten Altersvorsorge zuzumuten.

Mittlerweile mehren sich die Zweifel, in wieweit festverzinsliche Geldanlagen unter den aktuellen Bedingungen überhaupt als Altersvorsorge für kleine Leute geeignet sind. Auf der anderen Seite: Was sind denn die Alternativen für unsere Hedonisten ohne Sachkenntnisse und genug Kapital?

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montecristo 20.11.2011, 18:04
139. Und nun?

Zitat von heikoeh
Habe meine Riester, Rürup und Direktversicherungen letzte Woche nachgerechnet: --> alles Katastrophal und Beitragsfrei gestellt Rürup: Garantie-Rente ist erst mit 98 aufgebraucht -> ca. 68% des angesparten Kapitals wäre bei Todesfall mit 80 Jahren noch verloren (im Alter von 90 Jahren noch 36%). (KV und PV werden von der monatlichen Rente dann auch noch zusätzlich abgezogen, was aktuell nicht fällig ist --> dann evt. ca. 20%) Die Direktversicherungen waren noch das Beste. Die Rendite vor KV und PV war noch bei 3,25%. Dies hat sich nach KV und PV auf 1,25% reduziert. (Die evt. Steuerersparnisse werden im Normalfall durch die nachgelagerte Besteuerung eliminiert bzw. übertroffen) Übrigens ledige gutverdienende Mitbürger tun sich schwer im Alter(so ab 80 bis 100 Jahre Alter) noch Kindergeldfähige Kinder oder Ehefrauen als Erben zu haben! Fazit: alles diese Woche Beitragsfrei gestellt
Ich werde nach diesem Forum meine Alterversorgung wohl ebenfalls ganz genau anschauen. Ich rechne mit einem ähnlichen Ergebnis.
Dennoch: Ich stelle alles Beitragsfrei. Und dann? Nur von der Rente leben? Wohl kaum…

Ich wüsste nicht, wie man sich eine zusätzliche Rente SICHER aufbauen kann. Und bei der Altersicherung wäre ich mit 3,5% ja schon zufrieden! Mehr Geld gibt es halt nur bei mehr Risiko. Und mehr Risiko will ich nicht bei der Altervorsorge. Sondern größtmögliche Sicherheit!

Geld selber anlegen, breit streuen etc Ok, aber…: Aktien, Anleihen, Wertmetalle… sind alle erheblich mit Risiken behaftet. Darin investiert man doch nur, wenn man das Geld über hat, nicht wenn man später darauf angewiesen ist.

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