Forum: Wirtschaft
Riester-Rente: So wertvoll wie ein Sparstrumpf

Millionen Deutsche vertrauen der Riester-Rente. Doch*zehn Jahre nach Einführung der staatlichen Altersvorsorge*fällt eine Bilanz der Friedrich-Ebert-Stiftung und des DIW nach SPIEGEL-Informationen ernüchternd aus: Die Renditen vieler Produkte sind eher dürftig.

Seite 17 von 27
klaus meucht 20.11.2011, 19:09
160. Umlageverfahren

Zitat von montecristo
Ich wüsste nicht, wie man sich eine zusätzliche Rente SICHER aufbauen kann.
Sicherheit gibt es nicht. Jede Alterssicherung ist eine Wette auf die Zukunft.

Es wird immer so sein dass die älteren Menschen die keine Arbeit mehr finden, oder gesundheitlich nicht können - von den jüngeren abhängig sind.

Man muss über lange Zeiträume immer damit rechnen, dass irgendwelche Katastrophen die den Staat und die Wirtschaft an die Grenze seiner Belastbarkeit bringen passieren.

Nach dem 2. Weltkrieg hätten die damaligen Älteren die keine Chance mehr auf Arbeit hatten und durch den Krieg ihre Ersparnisse verloren hatten nie gedacht noch einen Lebensabend ohne Armut verbringen zu können. Das Umlageverfahren hat es möglich gemacht. Vom Wachstum profitierte die gesamte Bevölkerung und nicht nur die Jungen die Arbeit fanden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wire-less 20.11.2011, 19:11
161. Wenn man einen guten Anbieter findet

Zitat von Halodri73
Vergleichen Sie eine Kapital-LV von vor 2005 mit einer Riester-LV? Das wäre der klassische "Äpfel mit Birnen"-Vergleich, da es seinerzeit noch bei der Auszahlung komplett steuerfreie Verträge gab. Vergleichen Sie heute Riester-LV mit normaler, wird Riester aufgrund der Förderung (Zulage oder Steuerliche Absetzbarkeit! Bei besserverdienenden ist es fast egal, wieviele Kinder vorahnden sind, da überwiegt beinahe immer der Steuervorteil) in der Gesamtrechnung vorne liegen. Aber man muss IMMER für die eigene Situation genau rechnen - und sich erstmal umfassend informieren. Ein kostenschlanker, fondsgestützter Riestertarif ist sicher für einige erste Wahl, für andere hingegen nicht geeignet. Insgesamt ein sehr dürftig recherchierter, undifferenzierter und fachlich unzueichender Aritkel.
Das Problem ist das man Riester nicht berechnen kann. Keiner der Anbieter legt die dazu nötigen Daten vor. D.h. man erfährt weder von den Sterbetafeln noch erhält man die genauen Provisionen und Gebühren mitgeteilt.
Was man auch nicht kalkulieren kann ist der Nachteil den man
durch die gesetzlich festgelegte Unflexibilität erleidet. Man kommt an das Geld auf keinen Fall vorzeitig ran. D.h. falls sich eine "Inflationskatastrophe" abzeichnen würde kann man das Geld trotzdem nicht mehr umschichten und sieht zu wie es entwertet wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HBRSS 20.11.2011, 19:20
162. Gut gedacht, schlecht gemacht

Zitat von sysop
Millionen Deutsche vertrauen der Riester-Rente. Doch*zehn Jahre nach Einführung der staatlichen Altersvorsorge*fällt eine Bilanz der Friedrich-Ebert-Stiftung und des DIW nach SPIEGEL-Informationen ernüchternd aus: Die Renditen vieler Produkte sind eher dürftig.
Ein Sparstrumpf ist wertvoller. Wenn es erforderlich ist, kann ich jederzeit Geld entnehmen. Bin also Herr über mein eigenes Geld.... Meine Riesterbeiträge führen andere Leute Gassi und machen sich u. U. einen schönen Tag damit. Was für ein Schwachsinn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stauss 20.11.2011, 19:21
163. Riester, der deutsche Bernie Cornfeld

Zitat von johnboyz11
(...) also ca. 30% (in Worten: dreißig Prozent) hat HDI Gerling in den ersten 5,5 Jahren vereinnahmt, überwiegend als Abschlußprovision, Vertriebskosten, Verwaltungsgebühren. Dadurch ist die gesamte erhaltene Förderung und ein erklecklicher Teil meines eigenen Kapitals bis jetzt verloren.
Entschuldigung, aber das wusste ich bereits, als die Rister-Rente kam. Dass es eine reine Abzocke ist. Leider haben die Medien in der Unterrichtung der Bevölkerung damals vollkommen versagt, obwohl Verbraucherschützer schon damals vor der Riester-Betrug warnten.

Bei diesem geförderten Staatsprodukt landet die Förderung komplett bei den Versicherungsgesellschaften und das war mit Riester so abgesprochen. Diese "Rente" war genau so eine Abzocke wie die steuerbefreite Betriebsrente über Kapitallebensversicherung mit zugesagten Renditen von 1,2 %, also unterhalb der Inflationsquote. Nur das bei der der Arbeitgeber die Provision kassierte. Mitnehmen konnte man diese Lebensversicherung erst nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit. Solange dauerte auch die Bezahlung der Provisionen und diversen Gebühren. Da nahm man dann eine schwarze Null mit. Und dass zu einer Zeit, wo viele Unternehmen diese 5 Jahre nicht überleben und damit die Versicherung sowieso in den Wind geschrieben war.

Die beste Altersvorsorge ist (außer der eigengenutzten Immobilie) die Beteiligung am Produktivvermögen über Aktien-Fonds. Dies bekommen alle eine Qualifizierung (morning star) und man sollte sich nur an einem Fonds mit 5 Sternen (Höchstbewertung) beteiligen. Mit monatlichen Raten um 100 €. Reicht für´s Alter, wie die US-Pensionsfonds beweisen.

Und sich nicht von Banken beraten lassen, sondern über das Internet bei einem Broker buchen. Bei den Banken wird ein auch nur das verkauft, was denen die höchsten Provisionen bringt. Der Internet-Broker berechnet häufig nur die Hälfte an Abschlußprovision. Aber vor Abschluß selbst nachdenken und selbst viel recherchieren. Ob das Management einer Fondsgesellschaft gut ist, sieht man an den bisherigen Erfolgen (10 Jahre). Und ein Aktien-Fonds ist nur so gut wie das Management.

Mir hat eine Versicherungsgesellschaft mal eine aktiengedeckte LV verkauft. Zur Risikominimierung haben ich auf 3 Fonds aufgeteilt. 2 Fonds davon waren absolute Luschen (370. Platz von 400 und 78. Platz von 84). Soviel zu den Empfehlungen der Fachleute.

Lieber eine billige Risikolebensversicherung direkt buchen und die obigen 100 € monatlich in einen Aktien-Fonds einzahlen. Bringt die dreifache Rendite, weil kein Finanzparasit abkassiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bdr_boxter 20.11.2011, 19:27
164. Sie haben

Zitat von spiegelleserin
Abhängig gemacht von der Zahl der Kinder, die dieses System auch stützen! Nicht mitzurechnen sind dann Kinder, die nicht in die Rentenversicherung einzahlen, weil sie z. B. - arbeitslos sind - ausgewandert sind - im Knast sitzen - sonstwie arbeitsunfähig sind - aufgrund ihres Verdienstes rentenversicherungsfrei sind - tot sind Da kommen manche Eltern ganz schnell auf null, d. h. alle anderen durften nicht nur für die Schulbildung der lieben Kleinen mitaufkommen, sondern womöglich jetzt auch für ihre weitere Unterstützung. Und dafür bekommen die Eltern dann eine fette Rente? Nachdem sie womöglich selbst auch herzlich wenig zum Gemeinwohl beigetragen haben? Schönen Dank auch.
die Beamten und Politiker vergessen. Die Steuern und Schrauben gerne am Rentensystem. Ein Teil des Systems möchte man dann aber lieber nicht sein. Da liegt dann auch der Hase im Pfeffer (systemfremde Ausgaben).

Ansonsten aber Zustimmung - nur die Kinderanzahl kann es auch nicht sein.


Gott zum Gruß

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MiniDragon 20.11.2011, 19:28
165. das größte Vermögensbildungsprojekt , das jemals aufgelegt worden ist,

Selbst Staatsanleihen, in denen ebenfalls ein beträchtlicher Teil der Versicherungsgelder investiert ist, werden irgendwann ausfallen.
Zumindest teilweise. Wenn etwa ein Land wie Griechenland noch einmal auf die Beine kommen will, muss es die Bedienung seiner durch spekulative Extremzinsen hochgetriebenen Schulden aussetzen.

Aber auch viele andere Länder sind überschuldet oder werden denn die modernen Finanzmärkte sind nichts als Schaum und Blasen und es gibt keine Sicherheit. Nirgends.

Zu den Staaten, die vermutlich erst als Letzte pleitegehen werden, gehört die Bundesrepublik Deutschland. Aber wenn als einzige halbwegs verlässliche Anlageform für die Riester-Rentner am Ende deutsche Staatsanleihen übrig bleiben, wäre es wirklich sinnvoller (und billiger!), das Steuergeld, statt es für Zinsen zu verbraten, gleich als Zuschuss in ein Umlagesystem zu geben, das die Bezüge der Senioren finanziert.


Jedoch wird der Staat am Ende ohnehin nicht zusehen können, wie Millionen Riester-Sparer ihr Geld verlieren. Also wird er es sein, der die verzockten Renten kompensieren muss. Aber je früher das gespenstische Treiben beendet und zu einer soliden Umlagerente zurückgekehrt wird, desto weniger werden wir alle dabei draufzuzahlen haben.
Riester hatte schon recht, als er die nach ihm benannte Rente als. »das größte Vermögensbildungsprojekt , das jemals aufgelegt worden ist«, bezeichnete. Er vergaß nur hinzuzufügen, für wen.


PS
Obiger Text ist ein Plagiat. :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Krautathaus 20.11.2011, 19:31
166. Was ist denn Riester?

Zitat von wire-less
Das Problem ist das man Riester nicht berechnen kann. Keiner der Anbieter legt die dazu nötigen Daten vor. D.h. man erfährt weder von den Sterbetafeln noch erhält man die genauen Provisionen und Gebühren mitgeteilt. Was man auch nicht kalkulieren kann ist der Nachteil den man durch die gesetzlich festgelegte Unflexibilität erleidet. Man kommt an das Geld auf keinen Fall vorzeitig ran. D.h. falls sich eine "Inflationskatastrophe" abzeichnen würde kann man das Geld trotzdem nicht mehr umschichten und sieht zu wie es entwertet wird.
Komplett pauschaler Unsinn (weil sie von Riester, aber nicht von der Anlageform schreiben) und ich spreche nur von der klasssichen Riesterrentenversicherung: es werden bei der Berechnung die aktuellen Sterbetafeln verwendet. Die Kosten werden auf Heller und Pfennig ausgewiesen, in manchen Berechnungen wird sogar die jährl. Wertentwicklung vor und nach den Kosten prozentual dargestellt.

Man kommt an die Rente (bzw. 30% des Kapitals) vom 62. schrittweise bis zum 67. Lebensjahr ran.

Natürlich können Sie sich während der Laufzeit den Rückkaufswert auszahlen lassen, aber dann werden die Zulagen abgezogen.

Davon ab, haben Sie bei jeder Kapitalansammlung das Problem der Inflation, das ist kein "Riesterproblem" per se.

Von allen Anlageformen, die mir die Kostenseite nicht schlüssig und nachvollziehbar aufzeigen kann (z.B. Fondanlagen) würde ich immer die Finger lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
larrydavid 20.11.2011, 19:41
167. Titel

Zitat von Dok_Tor
Wenn wir sicherstellen möchten, dass Alle im Rentenalter mit Mindestrente leben können, dann müssen Alle auch etwas dafür tun.
Richtig, aber definitiv nicht 35 Jahre Pflichtriestern!
Ich zahle die 4% von meinem Bruttolohn lieber in die gesetzliche Rentenkasse ein als sie irgendeiner Versicherung in die Kasse zu drücken.


ld

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tatsache2011 20.11.2011, 19:43
168. Parteispenden für wichtige Arbeit

Zitat von heikoeh
... Blüm hatte Recht (Die xx Milliarden Euro Förderung, mit der der Bund die Private Altersvorsorge fördere, käme bei Licht betrachtet „Allianz & Co.“ zugute)
Bei Allianz kommt auch den Parteien etwas zugute.
Wofür werden Parteispenden bezahlt?
http://blog.abgeordnetenwatch.de/201...dable-allianz/

"60.001 Euro für CDU, SPD und Grüne sowie 50.001 Euro für die FDP – das sind der Allianz unsere Parteien wert. Bereits im Juli hatte das Versicherungsunternehmen der CSU ebenfalls 60.001 Euro überwiesen. Damit hat sich die Gesamt-Spendensumme der Allianz seit dem Jahr 2000 an alle Parteien auf deutlich über 3 Mio. Euro erhöht, wobei die Zuwendungen in ähnlich großen Anteilen unter den fünf Parteien aufgeteilt wurde. Einzig die Linke profitierte bislang nicht von den Spenden." (Ende Zitat)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Krautathaus 20.11.2011, 19:48
169. Förderung

Zitat von Stauss
Bei diesem geförderten Staatsprodukt landet die Förderung komplett bei den Versicherungsgesellschaften und das war mit Riester so abgesprochen.
Können Sie das mal konkretisieren?

Bisher landet die eine Förderung immer noch (seit Anbeginn) auf ihrem Vertrag, und die zusätzliche andere Förderung (restliche Steuererspanis) bei ihnen.

Was sich die Versicherung nimmt, wird in Kosten exakt aufgeführt.

Ihre Aussage relativiert für mich auch den Rest ihres Postes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 27