Forum: Wirtschaft
Riester-Rente: So wertvoll wie ein Sparstrumpf

Millionen Deutsche vertrauen der Riester-Rente. Doch*zehn Jahre nach Einführung der staatlichen Altersvorsorge*fällt eine Bilanz der Friedrich-Ebert-Stiftung und des DIW nach SPIEGEL-Informationen ernüchternd aus: Die Renditen vieler Produkte sind eher dürftig.

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Baldrian 21.11.2011, 13:38
220. nicht überfüllt

Die Kassen der gesetzlich Rentenversicherung ist nicht überfüllt. Man hat einfach an den Modalitäten herumgetrickst, damit der Beitrag im Sinne der Arbeitgeber gesenkt werden muss.
Nach § 158 SBG VI sollen die Beitragssätze geändert werden, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage weniger als 20% der durchschnittlichen Monatsausgabe (zu eigenen Lasten) - dann nach oben - oder mehr als das 1,5 fache dieser Ausgaben beträgt, dann nach unten-. Laut Statistik der GRV - siehe http://www.deutsche -rentenversicherung.de/DRV/de/Navigation/ betrug die Monatsausgabe zu eigenen Lasten am 30.6.2011 €17.012/ Monat. Das 1,5-fache wären € 25.520/ Monat. Die Nachhaltigkeitsrücklage betrug am 31.12.2010 € 18.509, am 30.6.2011 € 18.986. Eine Änderung des Beitragssatzes wäre also zu diesem Zeitpunkt nicht angezeigt. Nach dem Artikel rechnet man offenbar damit, dass die Rücklage auf € 24 Mrd. ansteigt. Das wären ab er auch weniger als € 25.520 Mrd. Es ist im übrigen sonderbar, dass man schon vor Erreichen des 150% die Beiträge ändert. Auch sind die Grenzen für eine Änderung m.E. viel zu gering und im § 158 ist der Zeitpunkt der Änderung sehr ungenau bezeichnet. Das Gesetz ist auch hier nicht klar und eindeutig formuliert. Der Hammer ist jedoch, dass der "Bundeszuschuss" um € 700 Millionen gekürzt werden soll. Das ist wohl der Hauptgrund für die Änderung. Da zeigt sich wieder einmal, dass der § 213 SGB VI eine Fehlkonstruktion ist, sehr wahrscheinlich gewollt. Richtig wäre die Zahlungen des Bundes nach den tatsächlichen Fremdleistungen zu bemessen u. dann hätte die Höhe der Rücklage gar keine Auswirkung auf den Bundeszuschuss, auch nicht der Beitragssatz. Der geringere Zuschuss vermindert ja auch wieder die Rücklage. Bei den Rentengesetzen riecht es hinten und vorne nach Tricksereien. Da gehört gewaltig ausgemistet. Eine Senkung um 0,3% als Erfolg zu verkaufen, ist auch fast lächerlich. Die Rücklagen sind ja auch nur angestiegen, weil man die Rentner sehr kurz gehalten hat. Das Schwarzbuch Rente von Immanuell Schaich aus Reutlingen zeigt auf, was faul am gesetzlichen Rentensystem ist. http://www.adg-ev.de/Dokumente/Infos...zbuch%20RV.pdf Oder hier als Grafik die Plünderung der GRV für versicherungsfremde Leistungen: http://www.rentenreform-alternative.de/versichfremd.htm akribisch aufgelistet seit 1957 zeigt es die Teufeltabelle: http://www.adg-ev.de/Dokumente/Infos/vfL10Januar.pdf

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Krautathaus 21.11.2011, 13:47
221. Antworten

Zitat von ichliebeeuchdochalle
1.) Weiß man bei Abschluß nicht, weiß man erst bei Vertragsende. .....
1.)Können Sie in die Zukunft schauen? Ich reagiere nur auf den pauschalen Unsinn, daß sich Lebensversicherungen pauschal nicht rechnen würden. Fragen Sie doch mal die Kunden von 1999, die noch 4% Garantiezins bekommen! Die rechnen sich durchaus, wenn man sich die guten Anbieter raussucht.
Im Moment liegt die Verzinsung bei den guten bei über 4%.

2.) Renditen von 5 - 6 % sind durchaus ineteressant, weil 2 Börsendämpfer schon in diesem Zeitraum mitgewirkt haben.

3.) wieder eine pauschale Aussage: Die Anbieter! Wenn man sich mal die Mühe machen würde, gerade bei den Anbietern zu differenzieren, könnte man in Zukunft die richtigen Schlüsse ziehen. Sprich, welcher Anbieter hat niedrige Kosten, kann als Verein mehr Gewinne weitergeben, wirtschaftet mit dem Kapital sicher und verzinst dann im Ergebnis hoch. Und da spreche ich nicht von der Verzinsung aus einem oder 2 Jahren, sondern von eier längeren Laufzeit.

Was hier im großen und ganzen geschrieben wird, ist ein permantes Ablassen von Frust, und pauschales hacken auf eine Berufssparte. Bringt nur leider keine Erkenntnis.

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Baldrian 21.11.2011, 13:48
222. zahlen Sie alles selbst mit der deshalb gekürzten GRV

Zitat von dent42
Sie haben die Förderung vergessen, . . . . .
Diese Förderungen zahlen die heutigen und zukünftigen Rentner alle selbst, mit den diversen rentenkürzenden Faktoren, wie Riester- Nachhol- und Nachhaltigkeitsfaktor!
Siehe hier gut erklärt:
http://www.gerechterente.net/de/symp...-riesterrente/

Hintergrundinformationen:
http://www.nachdenkseiten.de/?cat=40
Ach ja, Beamte erhalten diese Förderungen auch, haben aber keine pensionskürzenden Faktoren. Das müssen die GRV-Versicherten für sie mit bezahlen.

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Krautathaus 21.11.2011, 14:21
223. Umschichtung/Pension

Zitat von Baldrian
1.) Diese Förderungen zahlen die heutigen und zukünftigen Rentner alle selbst, mit den diversen rentenkürzenden Faktoren, wie Riester- Nachhol- und Nachhaltigkeitsfaktor! Siehe hier gut erklärt: Hintergrundinformationen: 2.) Ach ja, Beamte erhalten diese Förderungen auch, haben aber keine pensionskürzenden Faktoren. Das müssen die GRV-Versicherten für sie mit bezahlen.
1.) das ist natürlich korrekt. Es ist eine Umschichtung.

2.) 2002 zum Start der Riesterrent wurde auch der Höchssatz der Bematenpension von 75 auf 71,75 % gekürzt. Das Rentenniveau hätte ich allerdings auch gerne.

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Baldrian 21.11.2011, 14:25
224. GRV ist nicht staatlich

Zitat von montaxx
. . . die gute alte staatl. Rente doch nicht so schlecht ist...
Die gesetzliche Rentenversicherung ist aber gar nicht staatlich. Der Staat zahlt keine Renten.
Die werden aus dem Beitragsaufkommen geleistet, welches sich aus den Löhnen der Einzahler speist.

Die GRV ist ein Selbstverwaltungsorgan, eine Körperschaft öffentlichen Rechts.
Die Beiträge gehören den Anspruchsberechtigten und unterliegen dem dem Eigentumsschutz.
So sollte es sein, leider haben die Verwalter der GRV es zugelassen, dass sich die Politik aus dem Beitragaufkommen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben bedient. Und das was sich Bundeszuschuss nennt und die die der GRV entnommen Gelder zurückzahlen muss, hat es aber seit 957 noch nie vollständig zurückerstattet. Deshalb fehlen der GRV bis heute rund 700 Milliarden, Eigentum der Einzahler!
Um den nicht zurückgezahlten Teil, haben sich Politiker, Beamte und anders berufsständisch Versicherte nicht an den gesamtgesellschaftlichen Aufgaben beteiligt, also schön die GRV-Beitragszahler dafür bluten lassen.

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HenningPogwisch 21.11.2011, 15:01
225. Kosten

Zitat von chagall1985
Das können sie sich auch jederzeit vorrechnen lassen. .... Und das ist auch nicht die Riester Zielgruppe. Bis 5500€ Brutto ist Riester immer lohnenswerter als die klassische Rente. Solange sie den Steuer und Zinsvorteil mit einrechnen...
Das stimmt leider nicht! Sie abstrahieren völlig von der unterschielichen Kostenbelastung! Wie vielfach hier im Forum korrekt eingeschätzt, ist die Kostenbelastung der Riesterrente sowohl in der Anspar- als auch Rentenphase deutlichst höher.

Legen Sie den steuer- und zulagenbereinigten Nettobeitrag in eine Privatrente an (nehmen Sie als Beispiel Tarife aus den TOP 3 z.B. von Finanztest) und variieren die sich ergebenden Renten über unterschiedliche Steuersätze, kippt beim leicht erhöhten Normaleinkommen bereits ab einem Steuersatz von 10% die Vorteilhaftigkeit zugunsten der Privatrente. Im Ergebnis ein Kosteneffekt!

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halteraner 21.11.2011, 15:17
226. Die Beschäftigung muss natürlich stimmen

Zitat von Baldrian
Sie meinen ersnthaft, dass mit mehr Kinder auch mehr asntändig, versicherungspflichtige Arbeit enhergeht?
Das ist natürlich ein Punkt der beachtet werden muss. Davon auszugehen, dass mehr Kinder automatisch mehr anständige Beschäftigungsverhältnisse hervorrufen ist natürlich abwegig. Allerdings funktioniert ein umlagefinanziertes Rentensystem nun mal nur mit einem vernünftigen Bevölkerungswachstum.

Zitat von Baldrian
Was soll denn durch mehr Kinder an Problemen gelöst werden? Mehr Kinder bedeutet auch mehr Alte und Überbevölkerung.
Durch eine entsprechende Geburtenrate sind immer genügend junge Menschen da, die die Alten finanzieren. Hierbei gilt eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau als optimal. Weniger Kinder zu bekommen kann es also nicht sein.

Zitat von Baldrian
Es kommt allein auf die Verteilung desen an was Erwirtschaftet wird. Und die Produktivität ist ständig gestiegen, immer weniger Menschen erwirtschaften immer mehr. Es ist eine reine Verteilungsfrage, gut erklärt: Die gesetzliche Rentenversicherung ist aus guten Gründen ein Umlageprinzip, weil das was gleich verteilt wird, kann morgen keiner klauen. Außerdem ist das Prinzip der GRV aus guten Gründen ein anderes als herauszubekommen, was man einzahlt, um eben nicht mehr wie im 19. Jahrhundert das Lebensrisiko dem Einzelnen zu überlassen. Aber mit Solidarität ist eben kein Gschäft zu machen. Allerdings wird die GRV massiv seit 1957 massiv durch politische Eingriffe, entgegen dem Grundgesetz, beschädigt- dagegen muss man etwas tun denn die GRV-Beiträge gehören den GRV-Versicherten und sonst keinem. Siehe hier:
Da stimme ich Ihnen vollends zu.

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marvin07 21.11.2011, 16:15
227. mehr Kinder vs. Steigerung der Produktivität

Zitat von halteraner
Das ist natürlich ein Punkt der beachtet werden muss. Davon auszugehen, dass mehr Kinder automatisch mehr anständige Beschäftigungsverhältnisse hervorrufen ist natürlich abwegig. Allerdings funktioniert ein umlagefinanziertes Rentensystem nun mal nur mit einem vernünftigen Bevölkerungswachstum.
Nicht zwingend. Eine Steigerung der Produktivität, also dem, was ein einzelner Mensch produzieren kann, tut es auch.

Zitat von
Durch eine entsprechende Geburtenrate sind immer genügend junge Menschen da, die die Alten finanzieren. Hierbei gilt eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau als optimal. Weniger Kinder zu bekommen kann es also nicht sein.
Für eine gleichbleibende Bevölkerungszahl werden 2,1 Kinder je Frau gebraucht. Ist die Frage, ob die aktuelle Bevölkerungszahl nachhaltig mit gutem Lebensstandard erhalten werden kann. Dies ist zu bezweifeln. Daher ist ein Sinken der Bevölkerungszahl (sollte natürlich global passieren) auf lange Sicht wünschenswert.

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Baldrian 21.11.2011, 16:20
228. Viele Menschen und trotzdem keine Rente

Zitat von halteraner
Allerdings funktioniert ein umlagefinanziertes Rentensystem nun mal nur mit einem vernünftigen Bevölkerungswachstum.
Nicht mit Bevölkerungswachstum, wo soll es denn hinwachsen?
Deutschland ist doch sehr dicht besiedelt. Wir haben heute mit über 80 Mio. Menschen so viele wie noch nie. Da schadet es nicht, wenn es ein paar Mio. weniger sind.
Hier mal die Statistik:
http://dl.dropbox.com/u/20500045/Dem...01946-2008.pdf

Außerdem lässt sich die GRV stärken und ausbauen, die Gelder für Riester & Co. fehlen der GRV und verringern die Renten. Auch Betriebsrenten
Wer private weitere Vorsorge will und sparen kann, soll das tun, aber nicht mit Steuergeldern und schon gar nicht wie bei Riester mit Gledern aus der GRV gefüttert.
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3436

In vielen Ländern dieser Erde sind die jungen Leute in der Überzahl und auch gut ausgebildet, aber sie haben keine Arbeit, und mit prekärer, schlecht bezahlter Arbeit ist nichts zu erreichen, für kein Land.

Das Buch von Gerd Bosbach ist da sehr erhellend: Lügen mit Zahlen.
Wir haben immer einen nicht arbeitenden Teil der durch die arbeitende versorgt werden muss. Und da kommt es allein auf die Verteilung dessen an, was erwirtschaftet wird.
Zur Zeit sterben mehr Menschen als geboren werden, wie sonst sollen mehr Alte weniger werden?
Hier gut erklärt:
http://www.flegel-g.de/2011-08-17-De...hie-Luege.html

Zitat von halteraner
Durch eine entsprechende Geburtenrate sind immer genügend junge Menschen da, die die Alten finanzieren. Hierbei gilt eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau als optimal. Weniger Kinder zu bekommen kann es also nicht sein.
Wir hören doch nicht auf Kinder in die Welt zu setzen, aber eine gleichbleibende niedrige Geburtenrate ist eher von Vorteil. Und wenn man mal herum fragt, sind es eher die Männer, die keine Kinder wollen. Armut ist weiblich und alleinerziehend- das ist eine Schande für unsere Gesellschaft.
Wir brauchen eine gute Kinderbetreuung, aber keine Belohnung dafür, dass man seine Kinder nicht in die KiTa oder Kindergarten schickt und das als Gutschein für eine Riesterrente, sowas können sich nur Raffelhüschen-Rürup-Riestergehirne ausdenken.
Wo die Verhältnisse für Arbeit und Lohn, für Bildung und human-soziales Denken stimmen, werden auch wieder mehr Kinder geboren.

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mahkacz 21.11.2011, 16:37
229. Natürlich nur ein 'Betruch'!

Jeder, der einen Herrn Kaiser von der xyz um die Ecke wohnen hatte, konnte sich das vorrechnen lassen.
Aber keiner hat's getan!
Die RR war nie als Altersvorsorge gedacht - außer für die Versicherungs-Vorstände! Die RR war von Beginn an das, was man im Kreise derjenigen, die an Versicherungen und ihren Abschlüssen verdienen, als staatlich abgesegneten 'Betrug' bezeichnete.
Dass die FES und das DIW zehn Jahre brauchten, um das nachzurechnen, lässt sich wohl nicht nur mit Pisa erklären...

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