Forum: Wirtschaft
Rindfleisch, Soja, Holz: Die Milliarden-Geschäfte mit Brasiliens Ressourcen
Felipe Werneck/Ibama / AP

In Brasilien steht der Regenwald in Flammen. Das Amazonasgebiet ist zum Spielfeld wirtschaftlicher Interessen geworden - seit dem Amtsantritt von Präsident Bolsonaro wird es noch rücksichtsloser ausgebeutet.

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descartes 25.08.2019, 11:49
100.

Zitat von shechinah
[...] Auch wenn die romantische Vorstellung vorherscht der Amazonas sei "die grüne Lunge" der Welt und wir würden alle ersticken, wen der Regenwald nicht wäre, in Wirklichkeit wird 80% unseres Sauerstoffs durch Algen erzeugt.
Korrekt, 70-80% werden durch Algen produziert, aber deswegen könnten wir ohne die restlichen 20-30% trotzdem nicht überleben.

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eduardocruz 25.08.2019, 14:15
101.

Leider und wie immer habe ich hier viel Heuchelei gelesen ... Analyse: Von 1995 bis August 2016 wurde Brasilien von Sozialisten regiert, zuerst von Fernando Henrique Cardoso, gefolgt von Lula und schließlich von Dilma Rousseff. Die Armut in Brasilien hat nicht abgenommen, sondern zugenommen. Der Amazonas-Regenwald hat in diesen 21 Jahren nicht aufgehört, zerstört zu werden. Die Korruption hat Grenzen erreicht, die sich niemand vorstellen kann ... Jetzt, mit ungefähr 8 Monaten an der Macht, ist die neue Regierung in Brasilien für den ganzen Schaden schuldig !!! Er hat aufgehört, Geld nicht nur an Nichtregierungsorganisationen zu verteilen, sondern auch an verschiedene andere Bereiche der Gesellschaft, weil alles in Brasilien von Korruption befallen ist ... Ich frage mich, wo in den letzten Jahren all diese Hysterie der Weltpresse über das brasilianische Amazonasgebiet war? Sind die Interessen hier nicht anders? Dies ist die Zeit und die Welt braucht objektive Journalisten, die die Themen so präsentieren, wie sie wirklich sind, ohne Ideologien und falsche Moral! Die Geschichte hat bereits gezeigt, wohin Propaganda führt. Viele hier wissen, dass 2005 (Lula Amtszeit) ein bekannter Spiegel-Korrespondent in Brasilien als "bester internationaler Korrespondent" ausgezeichnet wurde (2005 Auszeichnung mit dem Embratel Award, Brasiliens wichtigstem Journalistenpreis) ... Natürlich muss die Zerstörung aufhören. Auch hier in Europa müssen die Schadstoffemissionen gesenkt und der Kunststoffverbrauch so gesenkt werden, dass unser Planet nicht geschädigt wird. Die Ozeane sind von uns alle, mehr als der Amazonas der Brasilianer selber. Jetzt ist die derzeitige brasilianische Regierung in der Phase, in der sie wissen muss, wohin das Geld fließt, welche Interessen dahinter stehen und wer korrupt und diskreditiert ist. Hier ein Vorschlag: Herr Macron, Frau Merkel und alle anderen Staatsoberhäupter der Europäischen Gemeinschaft. Schaffen Sie eine neue Steuer, sagen wir, 0,50 Euro pro Monat von jedem EU-Bürger zum Schutz des legalen Amazonas, nicht nur der Brasilianischer Amazonas. Es wären ungefähr 250 Millionen Euro monatlich, die verfügbar wären, um die Lunge der Welt zu retten, anstatt die CO2-Quoten zu kaufen und sich als unschuldigen darzustellen ...

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mrbrown1 25.08.2019, 14:40
102.

anstatt hier gegen brasilien zu reden, sollte man aktiv in deutschland die aufforstung vorantreiben. jeder hier kann 10+ bäume pflanzen lassen... das hilft jedem

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ionele 25.08.2019, 16:12
103.

Bolsonaro steht keinerlei Intelligenz im Wege; genau wie bei Trump. Deshalb verstehen sich diese Figuren ja auch so gut.

Die Antwort an Brasilien MUSS sein: Kein Abkommen mit Mercosur, denn der wird von Brasilien dominiert. Keine Reisen mehr nach Brasilien und keine Waren mehr aus Brasilien kaufen. Bis auch der letzte Bürger Brasiliens kapiert hat, dass man einen skrupellosen Rassisten, einen Folter Befürworter, einen, der Frauen zu Gebärmaschinen degradiert und einen Militaristen nicht wählt.

Eine solche Figur ist nicht nur ein Schaden für Demokratie und Rechtsstaat sondern beidem unwürdig.

Vielleicht erkennen die Brasilianer jetzt, nachdem der Regenwald brennt, das Bolsonaro ein skrupelloser Lügner ist, der zum Vorteil einiger weniger Fleisch und Sojabarone den Schutz des Amazonas Regenwaldes verraten und verkauft hat. Auch das ist eine Form der Korruption, schlimmer als das, was Brasilien bisher erlebt hat.
Es ist dunkel in Brasilien, nicht nur in São Paulo.

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Stefan_C 25.08.2019, 16:23
104. 250 Mio EUR sind zu kurz gesprungen ...

Zitat von eduardocruz
Hier ein Vorschlag: Herr Macron, Frau Merkel und alle anderen Staatsoberhäupter der Europäischen Gemeinschaft. Schaffen Sie eine neue Steuer, sagen wir, 0,50 Euro pro Monat von jedem EU-Bürger zum Schutz des legalen Amazonas, nicht nur der Brasilianischer Amazonas. Es wären ungefähr 250 Millionen Euro monatlich, die verfügbar wären, um die Lunge der Welt zu retten, anstatt die CO2-Quoten zu kaufen und sich als unschuldigen darzustellen ...
Ich denke, die Regenwald-Länder (Brasilien, Kolumbien, Indonesien, etc.) sollten pro Quadrat-Kilometer Regenwald von den Industrieländern (einfach mal aus der hohlen Hand in den Raum geworfen) 10.000 EUR jährliche Klimabeitrag bekommen. Das läuft dann auf ein paar Milliarden hinaus und gewährleistet, dass der jeweilige Staat sich um den Erhalt dieser Wälder kümmert. Über Satellit kann die Größe der Fläche kontrolliert werden. Solange der intakte Regenwald kein Geld bringt, wird er "bewirtschaftet" damit er Geld bringt.

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Stefan_C 25.08.2019, 16:47
105. 85 Mio EUR dt. Beitrag für den Erhalt des Regenwaldes ...

Zitat von descartes
Allein aus der BRD fliessen jährlich 35Mio regelmässig, dazu über 50Mio für Einzelprojekte nach Brasilien zur Erhaltung des Regenwaldes und wir sind nicht die Einzigen, die dafür bezahlen. In Industrieländern wächst die Waldfläche jählich im Schnitt um 1,3%, der Regenwald allerdings schrumpft weiter. Es ist also nicht so, dass wir diesbezüglich als schlechtes Vorbild herhalten müssen, wie Sie uns in Ihrem Beitrag glauben machen wollen!
Hmm, Sie erwecken den Eindruck als wäre Dtl. schon klimaneutral: was Industrie und Haushalte an CO2 rauspusten, nehmen die dt. Wälder wieder auf? Ohne genaue Rechnungen vorliegen zu haben, glaube ich das Null. Statt dessen kommt es tatsächlich stark auf die Regenwälder am anderen Ende der Welt an.
Was halten Sie von folgendem: der Preis von Erdöl wird gespiegelt - man zahlt an Saudi-Arabien und Co die 80 USD pro Fass und den gleichen Betrag an eine Klima-Agentur, die diese Gelder entsprechend der Quadratkilometer Regenwald an Brasilien, Indonesien, Kolumbien etc. ausschüttet. Damit zahlt man pro Fass für CO2-Verursachung und gleichzeitig für die "Entsorgung" des CO2. Damit haben die Länder mit Regenwald auch ein Interesse diese Wälder zu enthalten. Und für die Länder Mittelamerikas ergibt sich erstmals eine nachhaltige Geldeinnahme-Quelle.

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lathea 25.08.2019, 17:07
106. @descartes Nr.92. "Allein aus der....

.......BRD fliessen jährlich 35Mio regelmässig, dazu über 50Mio für Einzelprojekte nach Brasilien zur Erhaltung des Regenwaldes" --->>> Das macht bei 200 Mio Einwohnern 4 EUR pro Einwohner im Jahr und 33 Cent im Monat. Mit einem solchen Riesenbetrag lässt sich für niemanden auf dieser Welt ein den Industrieländern entsprechender Lebensstandard erreichen. ;-))

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spdf 25.08.2019, 17:08
107. Wo will Brasilien hin?

Die entscheidende Frage lautet, wo will Brasilien eigentlich hin?
Die zivile Sparte von Embraer ist mittlerweile eine 80% Tochter von Boeing. Das brasilianische Raumfahrtprogramm liegt mehr oder weniger am Boden. Eine brasilianisches Forschungsinstrument auf einer NASA/ESA/JAXA indischen Forschungsmission gab es meines Wissens noch nie. Das wirft ein schlechtes Licht auf die brasilianischen Universitäten. Der Satellitenbauer INVAP ist aus Argentinien. Mit ihrem Raketenprogram sind sie bisher gescheitert.

Wirklich tolle Software Unternehmen scheint es in Brasilien jetzt auch nicht zu geben. Was Unterhaltungssoftware angeht, gab es jemals einen Spielehit aus Brasilien?

Wenn Brasilien einzig niedrige Umweltstandards bietet, dann ist das erbärmlich.

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heinzerichii 25.08.2019, 17:31
108. Ich frage mich..

..was "Freihandelsabkommen" bringen, wenn im Endeffekt "Probleme" verlagert werden und energieintensive, klimaschädliche Transportwege zum Standard werden. Und vielleicht gar heimische Produzenten leiden, während anderswo für die neuen "Industrien", der Wald abgeholzt werden muss. Handelsabkommen ja, aber kontrolliert auf bestimmte Produkte, die es in Europa nicht oder nur wenig gibt? Ansonsten öffnet man der Energie- und Rohstoffverschwendung Tür und Tor..

Ebenso halte ich auch nichts von sogenannten "Biosprits" - das "Bio" ist reine Blendung. Weil eben für deren riesigen Flächenbedarf auch riesige Waldflächen verdrängt werden. Wälder nehmen aber wesentlich mehr CO2 auf als die landwirtschaftlichen Gelder und werden gewöhnlich auch nicht verbrannt, was eben auch wieder CO2-Ausstoß bedeutet. Die Landschaften die für die Biospritfelder gebraucht werden veröden.

Und ich hoffe, dass auch bei uns in Europa endlich mal wieder neue riesige zusammenhängende natürliche Schutzwälder entstehen, am Besten der Natur selbst überlassen ohne große Beeinflussung der Menschen..

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heinzerichii 25.08.2019, 18:30
109. Korrektur..

Es sollte natürlich heißen: "Wälder nehmen aber wesentlich mehr CO2 auf als die landwirtschaftlichen FELDER.."

Nochmal zum Thema Biosprit: Wenn man -statt der herkömmlichen auf Erdöl basierenden schweren Kraftstoffe-sauberere Antriebsstoffe sucht, könnte man doch neben Elektro auch auf Gase setzen, die anderswo ohnehin als Abfallprodukte entstehen. Z.B. wenn die Gase aus dem Biomüll, aus Mist und Gülle in der Landwirtschaft oder auch die Gase, die in Kläranlagen freigesetzt werden, als Energiequelle aufgefangen würden..

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