Forum: Wirtschaft
Risiko Immobilienkauf: Lage, Lage, Lage - und Lebensentwurf
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Der eine will den großen Hof im Emsland, der andere eine Altbauwohnung in Berlin - für wen ist das Risiko größer? Es kommt darauf an. Zwei zentrale Faktoren helfen bei der Entscheidung weiter.

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cosifantutte 25.06.2017, 17:41
80.

Zitat von supergrobi123
Sie empfinden ein paar Hunderttausend Schulden als persönliche Freiheit? Wenn man die Miete nicht mehr zahlen kann, wird man also aus der Wohnung getrieben? Ja, was meinen Sie denn was passiert, wenn Sie Ihre Kreditrate nicht mehr zahlen können? Da folgt auf die Räumungsklage noch eine saftige Strafzinszahlung! Überhaupt kommen Sie aus ihrem Kreditvertrag erst nach Ablauf der Zinsbindung heraus und brauchen dann i.d.R. einen Käufer, um die Restschuld zu tilgen. Das ist das Äquivalent zu einem Mietvertrag mit 10 Jahren Mindestlaufzeit und der Pflicht, vor Auszug einen Nachmieter zu präsentieren! Persönliche Freiheit nennen Sie das??? Wie "mietfrei" Sie im Rentenalter leben werden, zeigt sich dann, wenn Dach, Heizung, Fenster, Elektrik, Bad und Küche in die Jahre gekommen sind. Warum ignorieren Sie das? Gut, Sie ignorieren ja auch, dass man anderweitig fürs Alter vorsorgen kann. Für mich sieht persönliche Freiheit so aus: Für den gleichen Preis, den eine Immobilie kosten würde, spare ich mir ein schönes, breit gestreutes, dividendenstarkes Aktienportfolio zusammen, dessen Ausschüttungen nicht nur meine Kaltmiete, sondern auch noch ein paar Hunderter extra im Monat ausspuckt. Und zwar egal, wohin es mich im Leben verschlägt.
Naja, wir hatten mit etwas über 40 unsere erste Wohnung bezahlt, die zweite haben wir wegen Steuerersparnis auf Kredit gekauft und vermietet und die dritte wieder zur Eigennutzung bar bezahlt.
Natürlich darf man als Rentner keine Schulden mehr haben, aber das trifft auch für Mieter zu. Leider haben viele Leute Konsumschulden, weil sie Sachen haben wollen, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Wir waren schon schuldenfrei bevor wir Rentner wurden und zum Aktien- und Sonstigemsparen war auch genug da. Deshalb schrecken mich auch evtl. Renovierungen nicht (ein paar läppische tausend Euro). Niemals hätten meine Frau und ich unser heutiges Vermögen ohne Immobilieninvestition. Wir hätten dann mindestens 300-500Tsd Euro weniger.

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spdf 25.06.2017, 17:49
81.

Bauqualität kommt immer als erstes. Was nutzt mir eine tolle Lage, wenn das Haus (Neubau) voller Baumängel ist, und ich massiv zusätzliches Geld reinstecken und jahrelange Prozesse führen muss? Ich kenn einige denen es so erging.

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spmc-12355639674612 25.06.2017, 18:32
82. Einsiedler

Zitat von Schnabbelschnute
...ist die Lohnentwicklung! Ein stetig wachsender Niedriglohnsektor, kann keine Häuser bauen....selbst bei zwei Einkommen wäre solch eine Entscheidung mehr als unverantwortlich! Dazu kommt für mich, die enge Bebauung von Wohnsiedlungen, welches Haus an haus die gleiche Wirkung hat, wie man es bei Eigentumswohnungen hat....einen Nachbarn, der dich durch seine Anwesenheit Terrorisiert... Das Risiko Nr. 1 bleibt der oftmals unsichere Arbeitsplatz gefolgt von Lohnniveau aus den 90'gern.... Alles andere ist schon ein Luxusproblem!
wollte ich nie werden. Fühle mich auch durch die Nachbarn nicht terrorisiert. Was macht das Drittel der Weltbevölkerung, das in Großstädten lebt, nur falsch?
Aber Sie haben mir gerade gute Argumente geliefert, für vermietete Wohnungen als Kapitalanlage Werbung zu machen, denn was passiert, wenn sich niemand mehr etwas kaufen kann?

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spmc-12355639674612 25.06.2017, 18:36
83. Daher

Zitat von spdf
Bauqualität kommt immer als erstes. Was nutzt mir eine tolle Lage, wenn das Haus (Neubau) voller Baumängel ist, und ich massiv zusätzliches Geld reinstecken und jahrelange Prozesse führen muss? Ich kenn einige denen es so erging.
kaufe ich gerne Objekte aus der Gründerzeit (Baujahr jedenfalls vor 1920), da sehe ich schon bei der Besichtigung, in welchem Zustand das Gebäude ist.

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karl-felix 25.06.2017, 19:26
84. Na sehen

Zitat von spmc-12355639674612
... Investitionen in Gold sind reine Glückssache,
Sie geht doch . Einfach nur Gehirn einschalten und schon fällt es Ihnen selber ein wie der Staat mit Vermietern umspringt.

Bei der reinen Glücksache Gold bleiben ggf. Millionengewinne völlig unversteuert , während ich von meinen Mieteinnahmen 42% an den Staat abliefern müsste.
Und das haben Sie nicht gewußt ? Sobald Sie die erste Wohnung vermieten , wird es Ihnen auffallen : Für Goldgewinne 0%, Aktiengewinne 25% , für Mieteinnahmen ggf. 45% an Steuern .
Aber machen Sie sich nicht draus, kaum ein Mieter macht sich Gedanken ob und wie sein Vermieter die Miete versteuert. Der sagt: Ich zahle 900 Euro im Monat warm an den Vermieter und dafür kann ich auch was verlangen . Dass dann beim Vermieter von den 900 Euro vielleicht nur 300 Euro ankommen ist dem egal.

Für fremde Leute bauen lohnt sich bei den Bau-Preisen und Steuern nicht.

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mam71 25.06.2017, 19:41
85.

Zitat von ogg00
Und dann wird klar, dass Megacities eben eine Verzweifelungstat sind. Niemand kann doch ernsthaft eine 70qm ETW einem Häuschen mit Garten wegen der Wohnqualität vorziehen. Es sind die Sachzwänge. Ich verzichte auch gerade auf fast 50% meines möglichen Gehaltes, nur um nicht in München wohnen zu müssen sondern im Umfeld des Ruhrgebietes. Ich genieße es jeden Tag und wenn ich dienstlich leider oft viel Zeit in HH, B und MUC verbringe, in muffigen Straßenschluchten, gruseligen Nachbarschaften, Blick aufs Nebenhaus, ... dann feiere ich umso mehr meine 500qm Garten ;) Wenn man jung ist, mag man da andere Prioritäten haben (habe selbst in den Cities früher gewohnt) aber für Familien und nach der Clubphase...
Das werden wir hier und heute nicht auflösen können. Ich sehe jedenfalls keinerlei Anzeichen für eine Trendumkehr, was den Zuzug in die großen Metropolen betrifft und es entspricht auch in keinster Weise meinen Erfahrungen, dass dies Zwangssituationen seien.

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mam71 25.06.2017, 19:51
86.

Zitat von hagr
Das finde ich putzig. Die Großstadt 2050 - ein Rückzugsort für greise Adrenalinjunkies. Diese Utopie mit den Ersatzfamiliefreundeskreisen kenne ich auch aus Kreisen linker Schwätzer. Fragt sich eben, wie viele dieser ach so tollen Freundschaften nach der Trennung halten. Und beim Geld, da hört ja bekanntlich die Freundschaft sowieso auf. Aber wenn Sie auf diese Karte setzen wollen, bitte. Da scheint mir das Modell Partnerschaft immer noch geeigneter und selbst da wird es schwierig, wenn es hart auf hart kommt. Womit Sie allerdings Recht haben dürften, ist der Entertainmentfaktor der Großstädte. Ich vermute, dass das Feingeistige allerdings bis 2050 eher durch, sagen wir einmal, etwas brachialere Formen des Zeitvertreibs verdrängt werden dürfte. Ist ja in seinen Anfängen schon zu beobachten. Die Downtown ist jedenfalls nicht die bevorzugte Wohngegend in den USA, die uns wie immer einige Schritte voraus sind. Und auch die Banlieues (Ballungswohngebiete am Rande der Downtown) werden von denen gemieden, die es sich leisten können.
Ich habe eine gesellschaftliche Entwicklung beschrieben, die m.E. auf absehbare Zeit anhalten wird. Das hat gar nichts damit zu tun, was ich für gut oder richtig halte, daher wäre ich für die Unterlassung persönlicher Angriffe in der Diskussion dankbar.
Dass es in Städten bessere und schlechtere Wohngegenden gibt, ist ja unbestritten, Zuzug findet aber auf allen Wohnniveaus statt. Weder in den USA noch in Frankreich gibt es einen "Trend aufs Land". Auch dort wachsen die Städte und insbesondere die Metropolregionen.

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bueckerle 25.06.2017, 20:24
87.

"Der eine will den großen Hof im Emsland, der andere eine Altbauwohnung in Berlin - für wen ist das Risiko größer? Es kommt darauf an. Zwei zentrale Faktoren helfen bei der Entscheidung weiter."

Der Zentrale Faktor ist wohl wie groß die Wohnung sein muss. Schaue ich bei unserem 200.000 Seelen Städtchen nach 5 Zimmern (Familie mit mehr als einem Kind) gibt es eine handvoll Auswahl und damit meine ich 5. bei den mietobjekten sind das dann 1400-1500 Kaltmiete. Zu kaufen heißt, der Preis, der dort steht, geht eh ins Bieterverfahren und man hat ohne Erbe eh keine Chance, da der Cayenne vorfährt und 40T mehr geboten werden. Somit: Emsland.

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ogg00 25.06.2017, 21:16
88. @mam71 #85

Natürlich lässt sich über Geschmack trefflich streiten und am Ende ist es auch eine Geschmackssache, ob man das "bunte Treiben" auf der belebten Straße vor allem als Lärm und Luftverschmutzung oder als Flair und umgekehrt die Aufführung der örtlichen Chöre und des Schulorchesters als bemitleidenswertes Landeigetue oder als echten Zusammenhalt bewertet. Ich bestreite auch nicht, dass die Urbanisierung als Trend ungebrochen ist. Ich bezweifele nur sehr stark, dass es dabei um Wohnqualität geht sondern vor allem um berufliche Aspekte, die zur Zeit in den Städten deutlich besser aussehen. Aber das kann sich mit der Digitalisierung ändern. Ob dann das Modependel zur Romatik des Landlebens zurückschlägt... abwarten. Eigentlich wäre es mal wieder dran aber vielleicht auch nicht. Je länger der Trend zur Urbanisierung aber die Preise in den Städten immer weiter rauf und auf dem Land runter treibt, desto eher kommt der Punkt, an dem die Leute aus den gleichen wirtschaftlichen Gründen, aus denen sie meiner Vermutung nach jetzt IN die Städte ziehen, dann aufs Land ziehen. Und meinetwegen dann auch nicht sondern trotz der dortigen Lebensqualität. Auf den Faktor Geld ist eigentlich immer mehr Verlass als auf Mode :)

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spmc-12355639674612 25.06.2017, 21:47
89. Gold und Miete

Zitat von karl-felix
Sie geht doch . Einfach nur Gehirn einschalten und schon fällt es Ihnen selber ein wie der Staat mit Vermietern umspringt. Bei der reinen Glücksache Gold bleiben ggf. Millionengewinne völlig unversteuert , während ich von meinen Mieteinnahmen 42% an den Staat abliefern müsste. Und das haben Sie nicht gewußt ? Sobald Sie die erste Wohnung vermieten , wird es Ihnen auffallen : Für Goldgewinne 0%, Aktiengewinne 25% , für Mieteinnahmen ggf. 45% an Steuern . Aber machen Sie sich nicht draus, kaum ein Mieter macht sich Gedanken ob und wie sein Vermieter die Miete versteuert. Der sagt: Ich zahle 900 Euro im Monat warm an den Vermieter und dafür kann ich auch was verlangen . Dass dann beim Vermieter von den 900 Euro vielleicht nur 300 Euro ankommen ist dem egal. Für fremde Leute bauen lohnt sich bei den Bau-Preisen und Steuern nicht.
Nur fließen die Mieteinnahmen stetig, die Gewinne beim Gold nicht (wenn überhaupt). Und Millionengewinne mit Gold? Dafür hätte ich in den letzten Jahren ja mehr als hundert Kilo kaufen müssen. Also mit Immobilien war es in den letzten Jahren einfacher und was die Mieter für die Miete bekommen, steht im Mietvertrag ... Ich baue auch nicht, sondern ich kaufe.

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