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Risiko Tarifwechsel: Beitragsschock für Privatversicherte - was nun?
DPA

Für viele Privatversicherte wird es teurer. Neukunden müssen teilweise bis zu 30 Prozent mehr Beitrag zahlen, länger Versicherte manchmal noch mehr. Und der Ausweg über einen Tarifwechsel wird zunehmend riskant.

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kapetanios 30.11.2017, 14:42
10. Beitragsschock lässt sich nicht verallgemeinern

Zu Beginn meiner Selbständigkeit musste ich in die PKV, weil ich mir den unglaublich hohen Mindesttarif der Gesetzlichen schlicht nicht leisten konnte.
Gestern habe ich die 2018-Tarife meiner PKV (Hallesche) erhalten und war auf das Schlimmste vorbereitet, aber siehe da: Mein Tarif steigt um 3,5%, der der beiden größeren Kinder liegt 2% höher und der Tarif der Kleinsten sinkt um 5%. Insgesamt also eine Erhöhung um rund 2%.
Da ich nicht glaube, dass wir Exotentarife bei einer Nischen-PKV haben, kann man die beschriebenen Fälle nicht verallgemeinern.

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butzibart13 30.11.2017, 14:43
11. Bürgerversicherung?

Also ist die von Lauterbach und Co. favorisierte, von der Ärzteschaft bekämpfte Bürgerversicherung doch besser als diese 2-Klassen-Versicherung oder? Wenn man die Ausgaben betrachtet, wird einem schwindelig, insbesondere wie heute nach dem Bericht im Morgenmagazin, dass die um einiges teureren neuen Krebsmedikamente gegenüber ihren Vorläufern kaum einen Effektivitätszuwachs aufweisen.

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Beauregard 30.11.2017, 14:46
12. Hat den Artikel...

der erwähnte Makler bezahlt? Ich bin privat versichert, die Kosten halten sich in Grenzen und ich bin froh, daß mein Arzt bei mir auch vernünftige Gebühren abrechnen kann und mich auch dementsprechend behandelt. Es ist doch Heuchelei die sogenannte Zwei-Klassen-Medizin abzulehnen. Natürlich muss es über der Mindestversorgung eine Besser- oder luxusversorgung geben für diejenigen, die auch dafür bezahlen wollen.

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Zoroaster1981 30.11.2017, 14:48
13. PKV vs. GKV

Nun, ich spare als 36jähriger nach wie vor ca. 150€/Monat mit meiner PKV, bin aber auch langsam am überlegen, ob ich nicht mal Teilzeit machen soll, um in die GKV zu wechseln.

Aber die Behandlung eines längerfristigen Krankheitsfalles hat mich wieder eines Besseren belehrt. Wurde in einer Privatpraxis optimal behandelt, wohingegen ich von GKV-Versicherten mit dem gleichen Problem Haarsträubendes mitbekommen habe. Klar, irgendwann wird es womöglich teurer, aber ich sehe auch meine Gesundheit, die mir das Geld wert ist. Auf Basis meiner Erfahrung wage ich die These aufzustellen, dass die Lebenserwartung und insbesondere die Lebensqualität im Alter/Krankheitsfall bei einem PK-Versicherten besser ist.

Grundsätzlich will ich aber auch sagen, dass ich gegen das Zweiklassensystem bin.

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Odde23 30.11.2017, 14:53
14.

Zitat von butzibart13
Also ist die von Lauterbach und Co. favorisierte, von der Ärzteschaft bekämpfte Bürgerversicherung doch besser als diese 2-Klassen-Versicherung oder?
Ohne das Gesamtkonzept zu kennen, wie die Ausgestaltung erfolgen soll, ist das leider nicht zu beantworten. Im Moment ist mir das zu schwammig, um mir ein echtes Urteil zu bilden. Butter bei die Fische wäre nötig, ebenso wie eine sachliche und nicht ideologisierte Diskussion. Leider wird das vermutlich beides ein Wunschtraum bleiben.

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werder11 30.11.2017, 14:57
15. wir sind in deutschland nicht in holland

Zitat von henkeltopf
Schaut man nach Holland, wird gerade dort die Bürgerversicherung zur Zweiklassenmedizin: Nut Notfälle sind im Basispreis abgedeckt, Zahnarzt, Physio, Medikamente...alles muss selbst Zusatzversichert werden. Wer das nicht kann, bekommt alle Zähne rausgerupft. Hier subventioniert die 10% PKV die 90% GKV mit. Ich rate allen, es beim jetzigen System zu belassen.
und so schlecht wie sie die dortige versorgung beschreiben, ist es garantiert nicht und wenn, dann bestimmt billiger - ich bin seit über 40 jahren in der pkv, sehr zufrieden - sowohl mit leistung als auch beitrag, habe auch keine erhöhung 2018 - und bin trotzdem für die bürgerversicherung - eine staatliche gesundheitskasse für ALLE - wer luxus will, soll ihn extra bezahlen - die DKV zb hatte schon 2013 ihre tarife entsprechend eingerichtet, um auf eine evtl bürgerversicherung vorbereitet zu sein, also komplette ambulante, stationäre und zahnzusatztarife für die, denen die basisleistung nicht reicht.

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inecht 30.11.2017, 14:59
16. Fakten zur PKV

von den ca. 9 Mio. privat versicherten Personen sind 4,3 Mio. Beihilfeberechtigte (Beamte, Pensionäre und deren berechtigten Familienangehörigen), bei denen Tarifwechsel unsinnig sind, weil der Versicherungsschutz dem jeweiligen Beihilferecht des Landes oder des Bundes entsprechen muss.
Wirklich betroffen sind also nur 5% der Bevölkerung. Ein Luxusproblem einer Minderheit?!

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bigsur1 30.11.2017, 15:00
17. jetzt nicht ungerecht werden

Der Gesetzgeber hat durch verstellen der Stellschrauben den Zugang von neuen Versicherten in die PKV erschwert. Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen jedes Jahr in unerreichbarere Dimensionen. Junge Versicherte haben gar nicht mehr die Einkommen um sich privat zu versichern Es bleiben die "Alten". Das System hat sich mittlerweile überholt. Die Überalterung der Bestände, höhere Ausgaben im Gesundheitssystem und der schlechte Kapitalmarkt geben der Chose den Rest,
Uns soooo toll ist es als Privatversicherter auch nicht. Ja, man bekommt bei vielen Ärzten schneller einen Termin. Aber man "zahlt" auch schnell einen "hohen Preis" dafür, da dann jeder Quatsch mit einem gemacht wird, ob es nun was bringt oder nicht. Hauptsache die Rechnung ist nachher schööön hoch für den Mediziner. Habe leider schon am eigenen Leib erlebt was da so abläuft. Davon abgesehen : Es gibt ja 2 verschiedene Gruppen Versicherter. Die Angestellten über der Beitragsbemessungsgrenze und die Selbstständigen in der einen Gruppe dann die Beihilfeberechtigten und deren Familien in der anderen Gruppe. Natürlich hierdurch dann auch anderen Bedarf, andere Tarife,Preise und Kalkulationen. Also der PKV´ler ist keine homogene Masse.
Bürgerversicherung : Klar wäre ich dafür ...allerdings nur unter der Voraussetzung das wirklich jeder drin ist. Wirklich jeder, Egal ob Beihilfe/Freie Heilfürsorge, Angestellt, Selbständig, Freiwillig versichert oder Renter. Alle zahlen in ein System ein. Aber unser Staat wird wieder Rosinenpickerei betreiben und exclusive Ausnahmen machen. So wird das dann auch wieder nichts gescheites.

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malcom1 30.11.2017, 15:01
18. Pkv

Viele die schreiben, dass man sich aus der Solidargemeinschaft verabschiedet hätte sollten überlegen, gerade bei Selbstständigen (Kleinselbstständigen) nicht der Arbeitgeberanteil von irgendjemanden übernommen wurde.
Schauen Sie mal auf Ihre Gehaltsabrechnung wie viel Sie bezahlen und wie viel ihr Arbeitgeber. Und in der Anfangsphase rechnet man mit jedem Pfennig (sorry, Cent). Ich war bis zu meiner Selbstständigkeit 25 Jahre GKV versichert. Aber das interessiert ja niemanden. Und jetzt muss ich ca. Euro 800,00 im Monat bezahlen im niedrigsten Tarif. Mit den Leistungen einer GKV. Weil man, jetzt Rentner ein Einkommen von Euro 4.500,00 voraussetzt.

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muellerthomas 30.11.2017, 15:05
19.

Zitat von Beauregard
der erwähnte Makler bezahlt? Ich bin privat versichert, die Kosten halten sich in Grenzen und ich bin froh, daß mein Arzt bei mir auch vernünftige Gebühren abrechnen kann und mich auch dementsprechend behandelt. Es ist doch Heuchelei die sogenannte Zwei-Klassen-Medizin abzulehnen. Natürlich muss es über der Mindestversorgung eine Besser- oder luxusversorgung geben für diejenigen, die auch dafür bezahlen wollen.
Das schliesst eine Bürgerversicherung doch aber gar nicht aus. Natürlich wird eine Bürgerversicherung (hoffentlich) nicht all das finanzieren, was Sie (und ich) in einem teuren PKV-Tarif erhalten. Angeboten werden soll aber ein guter Standard für alle und das mit dem gleichen Einnahmen für die Ärzte wie bisher - nur eben nicht mehr viel durch wenige Patienten und wenig durch viele Patienten. Wer mehr als diese Standardleistungen möchte, wird sich auch in Zukunft zusätzlich versichern können.

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