Forum: Wirtschaft
Risiko Trump: Keine Zeit für Steuergeschenke
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Wenn es um Wirtschaftspolitik geht, wird es in Deutschland schnell esoterisch. Wie jetzt - wenn nahegelegt wird, weniger Soli und Unternehmenssteuern schützten uns vor den Krisen der Welt.

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interessierter Laie 14.06.2019, 14:57
10. im Grunde richtig

wobei hier natürlich wieder mit den Top 10 % der Einkommen und damit mit dem Decil argumentiert wird, das naturgemäß die höchste Spreizung aufweist. Dazu gehört der leitende Angestellte genauso wie die Familie Quandt obgleich zwischen den beiden Welten liegen. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Abschaffung des Soli und die Senkung der Körperschaftsteuer das Problem lösen, gering. Die Änderung der Abschreibung mag einen Effekt haben, wobei sich die Frage stellt, in was Unternehmen investieren sollten. Bei sinkender Nachfrage noch mehr Kapazitäten auszubauen, wäre wohl nicht die Lösung. Produkt- und Dienstleistungsinnovation wäre vielleicht eher geeignet. Oder man fördert Digitalisierung in der Verwaltung, was erstmal Aufträge bringt, langfristig die Qualität verbessert und Kosten spart.

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Crom 14.06.2019, 15:01
11.

Als jemand mit einem sechsstelligen Bruttogehalt kann ich sagen, dass ich mich nicht reich fühlen. Nachdem Steuern und Abgaben in höher als ein deutsches Durchschnittsgehalt abgehen, muss davon die Haushypothek etc.pp. gezahlt werden. Am Ende bleibt weniger übrig als manche denken. Meine Frau ist jetzt schwanger und kommendes Jahr fällt noch ein Gehalt weg, dafür steigen die Ausgaben. Ich muss genau so rechnen wie jeder anderer. Reich ist in mein Augen etwas anderes. Eine Entlastung z.B. durch die überfällige Abschaffung des Solis wäre mehr als Willkommen.

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gedankenzu 14.06.2019, 15:12
12. Frickes Welt

Fricke ist zuzustimmen, dass schnelle Abschreibungen Firmen auch in schlechteren Zeiten helfen, Investitionen zu tätigen. Es ist ihm auch zuzustimmen, dass (andere) Steuerentlastungen eher weniger konjunkturbelebend wirken. Das gilt allerdings auch bei Steuerentlastungen für geringere Verdienste. Deren Entlastung als Konjunkturkatalysator zu benennen , ist auch nicht hilfreich. Denn sich abschwächende Konjunkturen führen immer dazu, dass eher die Geringverdiener Entlastungen mitnehmen ohne sie auszugeben. Zu stark wird der Arbeitsplatzdruck oder auch nur die Rückführung von Überstunden. Ob man es in unserem Wirtschaftssystem wahrhaben will oder nicht, das Kapital und deren Eigner bestimmen die Zahl der Arbeitsplätze und deren Sicherheit, keine noch so nette Steuerentlastung für Geringverdiener und Transferempfänger entfaltet die gleiche Wirkung wie eine Kapitalentlastung und Investitionsanreize. Diese Weisheit mag langweilig sein und nicht in Frickes Welt passen, aber sie hat sich immer wieder bewahrheitet.

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wassolldasdenn52 14.06.2019, 15:16
13. Unternehmenssteuern senken?

Wenn ich sowas schon höre oder lese, dann geht einem das Messer im Sack auf! Die Unternehmen zahlen ohnehin kaum Steuern und wenn doch, haben sie so viele Schlupflöcher, um sie zurückzuholen! Was soll also das Gejammere, dass die Unternehmen entlastet werden müssen. In den letzten 30 Jahren wurden die Verdienste der arbeitenden Menschen derart gekürzt, sei es durch Minijobs, durch Leiharbeit mit "Werksverträgen", durch Dumpinglöhne erzwungen durch Zuwanderung, durch verlogene Ausgliederungen usw. usf. Das alles zugunsten der Ausbeuter und zulasten der Binnennachfrage! Wer nun schon wieder Entlastungen für Unternehmen fordert, der handelt nicht nur fahrlässig, sondern der vergiftet auch das Klima um den sozialen Frieden und den dringend notwendigen sozialen Ausgleich! Der vergisst letztendlich auch, dass wir nicht leben um zu arbeiten, sondern wir arbeiten um zu leben! Werdet endlich wach und lasst euch nicht mehr alles unterjubeln, was nur dem globalen Grössenwahn dient! Einem Grössenwahn der Gier, um weltbeherrschend zu sein! Dieser Irrsinn muss aufhören! Sonst läuft es darauf hinaus, dass es irgendwann nur noch Produktion zum Selbstzweck gibt! Gleichzeitig gefährdet es den Weltfrieden, denn schon jetzt werden die Menschen der dritten Welt dermaßen ausgebeutet, was Flüchtlingsströme zur Folge hat, mit denen man jetzt bereits nicht fertig wird! Und wenn man es hier weiter treibt, dass die Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können, während die Superreichen nicht mehr wissen, ob sie ihr Geld in grossen Lagerhallen stapeln sollen oder irgendwelche Aktienpakete zur Befriedigung ihrer Gier kaufen sollen, u.U. sogar feindliche Übernahmen betreiben sollen, dann sind wir über kurz oder lang an einem Punkt, der einen dritten Weltkrieg auslösen wird, bei dem es kaum noch Überlebende gibt! Ergo, langsam mal das Hirn einschalten und nachdenken!

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ulrich.schlagwein 14.06.2019, 15:32
14. Business as usual

Keine Ueberraschung, wenn in einer naechtlichen sitzung klammheimlich beschlossen wird, den Soli weiterlaufen zu lassen, und fuer Foerderung der Autondustrie einzusetzen. Vernuenftig waere, die Steuergesetze zu ueberarbeiten, die lobbygesponsorten Verguenstigungen zu entfernen (Moevenpick) und die Top 10 % von der Zahlung ihres Beitrages an der Gesellschaft zu "ueberzeugen", anstatt wiederkehrend neue Ausnahmen zu erfinden (siehe Lobby und Interessenverbaende). Wird vermutlich nie geschehen, aber es sollte darueber nachgedacht werden. Da faellt als erstes die steuerliche Abzugfaheigkeit von Beitraegen zu an diese vorgenanten "Organisationen" etc. und ehemals gemeinnuetzigen Vereien ein... (DFB....).

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sh.stefan.heitmann 14.06.2019, 15:35
15.

Zitat von flopi3
... ständig zu behaupten, eine Abschaffung des Soli's würde hauptsächlich Top-Verdiener entlasten. Wie wirklichkeitsfremd ist Ihre linksgerichtete Schein-Realität eigentlich. Seit rund 30 Jahren gibt es den Soli, als zweckgerichtete Steuer für den Aufbau Ost. Und seit diesen 30 Jahren belastet diese Steuer vor allem die Besserverdienenden. Das war völlig richtig. Jetzt ist der Grund für den Soli entfallen und nur folgerichtig sollte er dann auch von niemanden mehr bezahlt werden müssen. Ich unterstütze absolut einen deutlichen höheren Mindestlohn und halte das für fair. Aber 42% bzw. 45% Spitzensteuersatz ist nun wirklich mal genug.
ständig zu behaupten, eine Abschaffung des Soli's würde hauptsächlich Top-Verdiener entlasten: DAS IST EIN FAKT

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ollifast 14.06.2019, 15:35
16. Ehrlichkeit

Wie wäre einfach mal mit Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit: Der Soli wurde eingeführt, um den Aufbau Ost zu finanzieren. So wurde das verkauft und auch immer klar gesagt, dass er abgeschafft wird, wenn dies erledigt ist. Das ist mit 2020 erledigt, der Solidarpakt ist beendet.

Es handelt sich um das Geld der Steuerzahler und auch der kleine Mann zahlt den Soli. Es ist schlicht unaufrichtig und grenzt an Diebstahl, dann "dann nehmen wir den halt für was anderes weiter" zu rufen.

Herr Kommentator: Es ist nicht Ihr Geld!

Und es geht auch nicht an, immer mit irgendeinem Faden Grund meinen zu müssen, über andere Leute Geld beliebig verfügen zu können. Auch wenn Sozialisten immer gerne meinen, das so machen zu können.

Nur vielleicht vergessen: Irgendwann haben die ehrlichen Arbeiter (ja, auch der Geselle und Meister zahlt) keinen Bock mehr zu arbeiten, wenn man sie ständig veräppelt. Alleine schon um die Arbeitsmoral und auch die Moral in der Politik zu heben - Ehrlichkeit - muss der Soli weg. Komplett.

Nicht die Leute, die abschaffen sagen, müssen das begründen. Sondern: Wer den trotz fertigem Aufbau Ost erhalten will, soll klipp und klar sagen, wo im Aufbau Ost das Geld weiter eingesetzt wird. Alles andere ist Lug und Betrug.

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normalversiffter 14.06.2019, 15:37
17. Ich gehöre zu denjenigen die weiter Soli zahlen müssten

... Ich gehöre zu denjenigen die weiter Soli zahlen müssten, wenn die Top 10% nicht um diesen "entlastet" werden. Auch in meinem Umfeld finden sich darunter sehr, sehr viele. ... Uns alle eint: Wir fühlen uns von dem Soli in keinster Weise "belastet". Wir Top-Verdiener wollen entsprechend gar nicht "entlastet" werden. Stattdessen wollen wir, dass die Schlechtergestellten Kinder,,Jugendlichen, Familien, Rentner und andere mit der Eingängen aus dem Soli, den wir weiterhin gerne dafür abliefern, entlastet bzw. von Sorgen befreit werden. .... Ebenso ist die umfassende und vollständige CO2-Monetarisierung bei gleichzeitiger Streichung der Ökosteuern und EEG-Umlage so wie Verteilung der daraus resultierenden Erträge auf die Bürger und in due Weiterentwicklung der Umwelttechnologien (wie die Mehrheit der Wissenschaftler und Wirtschaftler entsprechend des Grünen-Konzept es fordern) die beste Möglichkeit mit sozialmarktwirtschaflichen Werkzeugen dem Klimawandel zu begegnen und den Ausbau von Zukunftstechnologien an due Spitze zu führen. .... Statt also auf die selbsternannten politischen Verteter der Top-Verdiener zu halten, sollte man lieber mal die Top-Verdiener selbst fragen. Denn wir sind real und faktische weit näher an den engagierten Jugendlichen und Familien vion Fridays für Future dann, als die realitätsfernen CxU-, FDP- und SPD-ler (geschweige denn von den faktenresistenten und rückwärtsgewandten Völkisch-Nazionalistischen). .... Denn ein jeder sollte schon beim Blick in eine Gesunde Umwelt wissen: Die Zukunft ist nicht nur, Grün, sondern Zukunft geht nur Grün!

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BurgRitter 14.06.2019, 15:37
18. Prognosen,

die der Volkswirte, sind denen der Wetterfrösche häufig ähnlich. Allerdings sind die diesbezüglichen Weisheiten vieler Journalisten auch nur Meinungsmache, egal ob aus Überzeugung, oder Überforderung. Die Ansicht, weil nur die Sehr-Gut-Verdiener viel Soli bezahlen mussten, die dies auch überlebt haben, zahlen die auch weiterhin. Mit Charakter hat man keine Angst vor dem Wähler, aber eine berufliche Alternative, oder?

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Mittelalter 14.06.2019, 15:42
19. Es ist schon spannend

zu sehen, wie Herr Fricke, der keinen einzigen Beleg für die Funktionalität seiner eigenen Rezepte:
- druckt so viel Geld wie Ihr könnt
- macht so viele Schulden wie nur irgend möglich
- nehmt dem Bürger so viel als möglich und legt es einem allwissenden Staat auf den Altar
vorlegen kann, über die Prognosen anderer herzieht.

Aber um mal so ein paar „nicht wirtschaftliche“ Argumente anzuführen.
Der Wegfall des Soli war den Bürgern von der Politik mal fest versprochen. Ältere auch weiße Männer können sich noch erinnern. Wenn Politik Glaubwürdigkeit behalten will, sollte sie in einigen wenigen Fällen auch mal verlässlich tun, was sie verspricht.

Und rein wirtschaftlich stehen in Deutschland alle Signale auf Talfahrt. Am allarmierensten ist die gesunkene Investitionsquote ausländischer Unternehmen. Die stecken kein Geld mehr in dieses Land, weil die Rahmenbedingungen sich massiv verschlechtern. Und die begründen sich nicht in „Trump“ oder „BrExit“, sondern in zerbröselnder veralteter Infrastruktur, hohen Kosten für Energie, Enteignungsphantasien der Politik, nachlassenden Bildungsniveau, fehlender Leistungsbereitschaft, absurde Auflagen für Investitionen.

Aber so was können die Apologeten der Regierungspolitik natürlich nicht erwähnen.

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