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Risikoflieger 737 Max: Boeing kündigt schnelles Software-Update an
REUTERS

Die Boeing-Krise zieht immer weitere Kreise: FBI und Verteidigungsministerium steigen in Ermittlungen ein. Gleichzeitig versucht Boeing unter Hochdruck, das Software-Problem des Fliegers zu fixen.

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werner-brösel 21.03.2019, 10:53
50. @38 Aktinionär

Die Boeing 737 ist in ihrer Max-Version auch aerodynamisch über die Grenzen der ursprünglichen Konstruktion der 60er Jahre ausgereizt. Alleine die Triebwerke sind so gewachsen, daß sie nicht mehr unter die Tragflächen passen, sondern nun davor angebracht werden müssen. Dies hat Auswirkungen sowohl auf den Schwerpunkt des Flugzeuges, wie auch die Anströmung der Tragflächen für die die Ur-737 in den 60ern nie konstruiert wurde. Dies hat zur Folge, daß so ein Flugzeug seine natürliche aerodynamisch Stabilität verliert und nur noch durch elektronische Systeme halbwegs stabil gehalten wird. Kommt das Flugzeug nun in einen nun in einen aerodynamisch instabilen Zustand, etwa dem Flachtrudeln, so kommt es zu dem von Ihnen angesprochen Stömungsabriss und der Pilot hat im Gegensatz zum Steiltrudeln, bei dem die Tragflächen und Ruder noch angeströmt sind, keine Chance mehr auch nach Ausschalten der Elektronik das Trudeln auszuleiten. Der kleine tiefe Einschlagskrater des letzten Vorfalls lässt darauf schließen, daß das Flugzeug steil nach unten gefallen ist und nicht mehr aerodynamisch geflogen ist. Leider wird bei Trudelversuchen nicht mehr die reine aerodynamische Qualität eines Flugzeuges getestet, da zu sehr auf die elektronischen Systeme Verlass genommen wird. Selbst wenn man die Elektronik ausschalten kann, hat der Pilot mit so einem Flugzeug keine Chance mehr.

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vincentaurelius 21.03.2019, 10:53
51. 737 minus

Ob die Sorge der eigenen Sicherheit hysterischist? Aber in Zeiten, in den alles schnell von statten gehen soll, ist es jedem Fluggast zu empfehlen, vorher zu Fragen, in welchem Flieger man transportiert wird.
Eine Boing ist keine A- Klasse, in der man mit einer einfachen Software die physikalische Fehler korrigieren bzw. kontrollieren kann. Es ist und bleibt ein Konstruktionsfehler, und wenn da bei der Software was schief läuft, sind die Folgen kollateral.
Viel Spaß denen, die hier meinen, alles halb so wild. Deren Gesichter möchte ich sehen, wenn das Flugzeug auf einmal nach unten sackt...

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der_anonyme_schreiber 21.03.2019, 11:00
52.

Die Auswertung mehrerer Sensoren kann nur dazu führen, dass das System besser erkennen kann, dass was faul ist, aber nicht was faul ist, d.h. welcher Sensor die "Wahrheit" sagt.
D.h. ein "Mehrheitsvotum" ist in einem sicherheitsrelevanten System eigentlich ungeeignet. Das System muss sich abschalten.
Besser, aber viel komplexer und vermutlich dadurch auch wieder anfällig, geeignet wäre ein System, das seine Entscheidungen an anderen Sensoren verifiziert.
Dazu kommt, dass es nicht reicht, beim Aufbau von redundanten Systemen, gleichartige Systeme mit gleichartigen Sensoren parallel zu haben, weil es eine gute Wahrscheinlichkeit gibt, dass das zweite oder dritte oder vierte … System exakt auf denselben Fehler rennt wie das erste.
Wenn der eine Sensor vereist, hat der nächste eine gute Chance das ihm dasselbe passiert....

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Zoroaster1981 21.03.2019, 11:01
53.

Ich muss leider ab und zu beruflich fliegen, aber ich werde konsequent vermeiden, mich in dieses Modell zu setzen. Ich bin nicht Adrenalinjunkie genug, um in einem Fliegzeugtyp zu sitzen, dessen fehlerhafte Konstruktion und schwere Steuerbarkeit mittels Software kompensiert wird, die man dann obendrein bei Fehlfunktion ausschalten kann, so dass der Flieger dann wieder schwer steuerbar wird.
Ich denke, die einzigen Fluggäste, die sich da rein hocken sind jene, die sich keine Gedanken über den Flugzeugtyp machen oder schlichtweg davon keine Ahnung haben. Davon gibt es ja auch genügend.

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wassolldasdenn52 21.03.2019, 11:04
54. Schnelle Softwarelösungen, hm ...

Also, schnelle Softwarelösungen sind Entwicklungen die stets unter Zeitdruck entstehen und eher mehr Fehler enthalten, als sie beseitigen sollen. Würde ein neuer Absturz einer Maschine darauf fußen, wäre das wohl das Ende der 737 Max. Vertrauen, kann ein kurzfristiges Update für bekannte Konstruktionsfehler, die eher hätten beseitigt gehörten, nicht schaffen. Einen Flieger zu besteigen, der wissentlich Konstruktionsfehler die mit Software kaschiert wurden, enthält, erzeugt für die Passagiere immer ein mulmiges Gefühl! Sollte Boeing mal drüber nachdenken!

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frenchie3 21.03.2019, 11:05
55. @15 Die Software soll sich abschalten

wenn sie nicht funktioniert. Ja,wäre schön, aber im Prinzip hat diese Software 100 Prozent korrekt gearbeitet, nämlich genau das gemacht was sie tun soll wenn der Strömungsabriß bevorsteht. Daß die Info falsch war konnte die nicht "wissen". Somit ist ein reines Update der totale Schwachsinn so lange nicht mindestens zwei Sensoren zuspielen. Erst wenn A und B nicht übereinstimmen kann was auffallen und an den Piloten übergeben werden.

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w.diverso 21.03.2019, 11:06
56. Wenn man annimmt,

dass als Piloten nicht die dümmsten der Bewerber ausgesucht werden, sollte man doch annehmen die die auch dieses Modell von Boeing fliegen, sich nach dem Absturz der Lion Air genau angesehen haben was man da bei einem Problem mit dem MCAS machen kann. Piloten sind ja auch nicht daran interessiert abzustürzen. Wie man jetzt weiß hat das MCAS nur die Daten von einem Sensor, scheinbar aus Kostengründen, genommen obwohl zwei vorhanden sind und dieser eine hat bei der Lion Air falsche Daten geliefert. Außerdem war das MCAS nicht wie üblich zu deaktivieren und Boeing hat diese Information nicht besonders intensiv verbreitet. Was auch nicht klar ist, wenn man das MCAS abschaltet kann es dann auch sein, dass sich das wegen einem Softwarefehler von selber wieder aktiviert? Wie gesagt, Piloten sind nicht die dümmsten und trotzdem sind zwei Maschinen abgestürzt obwohl sich die jeweiligen Piloten abgemüht haben das zu verhindern. Für Boeing ist zu hoffen, dass sie kein gröberes Softwareproblem haben.

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gunpot 21.03.2019, 11:08
57. Nach all dem, was ich bisher

verstanden habe, ist das doch nicht allein ein Softwaredproblem. Da gibt es Konstruktions-und wahrscheinlich auch Triebwerkfehler, die dadurch herbeigeführt worden sind, dass man immer sparsamere Modelle baut bis es zu diesem "back lash" gekommen ist. Das erinnert mich so etwas an die Manipulation unserer Dieselmodelle. Da hat auch bisher keine noch so erneuerte Software das gewünschte Ergebnis liefern können, weil die Hardware nun mal umgestaltet werden muss (Nachrüstungen zum Beispiel, die sehr kostspielig sind). Ich glaube, dass dieser Boeingmodelltyp keine Zukunft mehr hat. Der wird bestimmt nicht mehr bestellt. Bereits getätigte Order werden wohl massenweise storniert werden. Airbus kann sich die Hände reiben. Vielleicht auch eine Chance für ein späteres Aus für den A 380.

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abudhabicfo 21.03.2019, 11:13
58. Nur noch Airline buchen, welche keine 737 Max fliegt

Ich hatte nie Angst mit Antonov's, Tu's, Il's oder Yak40 zu fliegen. Einfache Elektronik, einfach zu warten.
Jetzt möchte ich aber mit keiner Airline mehr fliegen, welche 737 Max fliegt, auch wenn im Cockpit gute Piloten sitzen. Jetzt sollen die Airlines beim buchen den Flugzeug-Typ offenlegen.

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hlpatrick 21.03.2019, 11:14
59. Wenn das Problem durch ein einfaches Softwareupdate zu lösen wäre ...

.... dann hätte man dies vielleicht schon lange getan bzw. gleich bei der ursprünglichen Konfiguration getan. das sieht (zumindest dem Anschein nach) nach einer Mogelpackung aus, die im Extremfall wieder Menschenleben kosten könnte....

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