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Ritter Sport: Die Schoko-Pleite der Stiftung Warentest
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Die Stiftung Warentest hat im Streit mit Ritter Sport eine empfindliche Niederlage vor Gericht eingesteckt. Im ungünstigsten Fall könnten noch Schadensersatzansprüche auf die Verbraucherschützer zukommen.

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Untertan 2.0 09.09.2014, 18:08
1. Wenn man keine Probleme hat...

Der ganze Streit ist ziemlich lächerlich, wenn man bedenkt, dass es für die Qualität der Schokoloade vollkommen egal ist, ob ein und die selbe Verbindung nun Pflanzenteilen oder dem Reagenzglas stammt

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inovatech 09.09.2014, 18:10
2. Peinlich

für die Stiftung, trotzdem deckt es Mängel auch für Ritter auf. Warum kann man nicht mit offenen Karten spielen, anstatt alles zu vertuschen und zu verheimlichen. Kundenfreundlichkeit geht anders!

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viwaldi 09.09.2014, 18:10
3. Hallo Stifung Warentest

einfach mal zugeben, dass man sich vergaloppiert hat - ist das soooo schwer? Die Richterin hat es doch auf den Punkt gebracht: zum Zeitpunkt des Tests konnten die Tester ihre Bewertung nicht belegen. Wenn Stiftung Warentest regelmäßig aufgrund von Vermutungen und Schlussfolgerungen, nicht aber auf belastbaren und belegbaren Tatsachen ihre Testergebnisse veröffentlichen würde, dann gute Nacht. Manchmal kann ein Schritt zurück auch ein Fortschritt sein. Stiftung Warentest verhält sich genauso wie so mancher verbohrter Hersteller. Also, alle mal locker machen. Ich kaufe weiterhin Ritter-Sport, egal wie das Zeug da hergestellt wird. Wichtig ist doch, dass es nicht gesundheitsschädlich ist. Und davon war noch nie die Rede.

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hörtauf 09.09.2014, 18:13
4. Danke an das Gericht

Endlich wird die oftmals (nein - nicht immer!!) willkürliche Art der Stiftung Warentest mal in die Schranken gewiesen.
Ehrlicher Verbraucherschutz ist gut - aber nicht auf Kosten der Unternehmen ohne Grund. Hätte die Stiftung Warentest einfach bei Ritter vorab angefragt, wäre alles richtig gewesen.

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bartholomew_simpson 09.09.2014, 18:13
5. Unter Schololade

verstehe ich etwas anderes als eine Pampe aus Zucker, Fett und ein paar Aromastoffen, die mit Kakao eingefärbt ist. Darf ruhig etwas mehr kosten als Ritter-Sport.

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SirEdno ツ 09.09.2014, 18:19
6. natürliches Vanillearoma - ja nee is klar!

Ich als dummer Konsument habe immer gedacht natürliches Vanillearoma käme auch aus fermentierten Kapselfrüchten der Orchideen-Gattung Vanilla - im Volksmund auch Vanilleschoten genannt. Aber Ritter Sport und deren Zulieferer sieht das wohl anders. Zitat (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/schoko-streit-stiftung-warentest-verliert-gegen-ritter-sport-a-990638.html): "Dessen Aroma-Lieferant Symrise hatte eidesstattlich erklärt, dass das Piperonal in den Tafeln aus dem Öl des Sassafrasbaumes stamme und legte dem Gericht dazu Details seines Herstellungsverfahrens offen." Fenchelholzbaum oder Nelkenzimtbaum hmmm sind das nun neue Orchideen-Gattungen? Scheinbar noch nicht einmal Artverwandt. Zitat (http://de.wikipedia.org/wiki/Sassafrasbaum): "der Handel mit Extrakten aus Sassafras ist daher in der EU verboten. In der Schweiz gelten Sassafrasöl und Safrol als so genannte Vorläuferstoffe, die zur Herstellung von Betäubungsmitteln und psychotropen Stoffen verwendet werden können" ... Das Einzige was sogar per Eides statt versichert wurde ist, das ein in der EU verbotenes Extrakt zur Herstellung eines natürlichen Vanillearomas verwendet wird. Da bekommt die Aussage, das Schokolade süchtig macht ja mal eine andere Tragweite. Zudem kann es zu Krebserkrankungen oder Schädigungen an der Leber führen. Das war mir von natürlichem Vanillearoma bisher so nicht bekannt. Ob chemisch hergestellt oder nicht ein natürliches Vanillearoma ist es meiner Meinung nach nicht. Komisch nur, dass das Oberlandesgericht München kein Ermittlungsverfahren gegen Symrise wegen der Verbreitung in der EU verbotener Substanzen einleitet. Mein Fazit NIE wieder Ritter Sport - egal wie das Verfahren ausgehen sollte!

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themistokles 09.09.2014, 18:21
7.

Zitat von viwaldi
Also, alle mal locker machen. Ich kaufe weiterhin Ritter-Sport, egal wie das Zeug da hergestellt wird. Wichtig ist doch, dass es nicht gesundheitsschädlich ist. Und davon war noch nie die Rede.
Volle Zustimmung. Der jetzige Fall ist mitnichten ein Einzelfall. Stiftung Warentest versteigt sich öfters mal in Formulierungen, die dem Verbraucher suggerieren, dass es sich um "ungesunde" Lebensmittel handelt. Was mitnichten der Fall ist. Oftmals sind Proben einfach nur geschmacklich schlechter als andere und keinesfalls gesundheitsschädlich. Das sehen aber viele Leser im Ranking nicht, verlassen sich blindlings auf die Positionen und kaufen nach STIWA- Ranking. Es erstaunt mich, dass noch kein Lebensmittelhersteller mal dagegen angegangen ist.

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hektor2 09.09.2014, 18:21
8. Mängel?

Zitat von inovatech
für die Stiftung, trotzdem deckt es Mängel auch für Ritter auf. Warum kann man nicht mit offenen Karten spielen, anstatt alles zu vertuschen und zu verheimlichen. Kundenfreundlichkeit geht anders!
Welche Mängel? Ritter Sport hat von Anfang an gesagt, dass das Ergebnis nicht stimmt und auch sofort die EV des Aromaherstellers präsentiert.

Was sollte Ritter Sport denn mehr tun? Produktionsgeheimnisse rauströten?

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TS_Alien 09.09.2014, 18:29
9.

Was ist an einer Schlussfolgerung auszusetzen? Ist sie logisch begründbar, ist sie völlig in Ordnung. Die Richterin sollte sich das Wort "nur" im Zusammenhang mit dem Wort Schlussfolgerung sparen. Das ist nämlich peinlich.

Das zum Thema sorgfältige Wortwahl.

Ist denn das Gutachten über die Piperonal-Menge entkräftet worden? Wenn man schlüssig nachweisen kann, dass die verwendeten Mengen Piperonal nicht in der Natur vorkommen, müssen sie teilweise künstlich hergestellt werden. Selbst wenn dabei botanische Quellen verwendet werden, kann die Herstellung künstlich sein, wenn Piperonal nicht oder nicht ausreichend in diesen botanischen Quellen vorkommt.

Analoges Beispiel: Aus botanischen Quellen kann man auch Biodiesel herstellen, obwohl Biodiesel in den botanischen Quellen gar nicht vorkommt.

Geht es vor Gericht um die Sache oder um Wortklaubereien? Das letztere ist zu vermuten, wenn die eine Konfliktpartei ein Geheimnis aus ihrem Herstellungsverfahren macht. Dabei muss man gar nicht wissen, wie genau Piperonal aus den botanischen Quellen hergestellt wird. Denn sollte es wirklich rein natürlich sein, muss man nur wissen, welche botanischen Quellen verwendet werden. Dort müssen ausreichende Mengen Piperonal vorkommen. Falls nicht, hat die Stiftung Warentest das Recht auf ihrer Seite.

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